Skip to content

Neue Kaufprämie der Bundesregierung

Featured Replies

Geschrieben

Hallo zusammen,

ich bin neu hier. Fahre seit drei Jahren vollelektrisch (vorher Diesel) und bin grundsätzlich ein großer Fan von E-Mobilität. Ohne die damalige Förderung hätte ich den Schritt wahrscheinlich nicht so schnell gemacht – insofern finde ich finanzielle Unterstützung für E-Autos erstmal absolut richtig.👍

Was mir aber gerade Bauchschmerzen macht, sind die neuen Pläne der Bundesregierung zur Kaufprämie.
Auf dem Papier klingt das wie ein E-Auto-Programm. Wenn man genauer hinschaut, geht es aber wieder stark darum, den motorisierten Individualverkehr generell zu fördern – statt wirklich eine sinnvolle, sozial verträgliche und klimawirksame Verkehrswende voranzubringen.

Und noch problematischer finde ich: Es sollen auch Plug-in-Hybride mit großen Verbrennern gefördert werden. Wir wissen alle, dass die im Alltag oft deutlich mehr CO₂ ausstoßen als angegeben. Gleichzeitig profitieren sehr große, teure Elektro-SUVs – also Fahrzeuge, die sich Normalverdiener sowieso nicht leisten können. Das Ganze wird aus dem Klima- und Transformationsfonds bezahlt.

Ich bin absolut pro Elektromobilität. Aber ich frage mich schon, ob öffentliche Gelder wirklich in große, ineffiziente Fahrzeuge fließen sollten – während an anderer Stelle (ÖPNV, Bahn, Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum) noch viel zu tun ist.

Mich würde interessieren, wie ihr das seht: Brauchen wir Förderung? Ja. Aber sollten die Kriterien nicht viel klarer auf Effizienz, kleinere Fahrzeuge und echte CO₂-Wirkung ausgerichtet sein?

Hier gibt es dazu eine Petition, falls sich jemand einlesen möchte.

Bin gespannt auf eure Meinungen.
Viele Grüße, Thomas

Geschrieben

Hallo Thomas, willkommen im Forum und vielen Dank für deine Vorstellung. Top!
Förderungen sind meines Erachtens ein zweischneidiges Schwert. Initial erscheinen diese meist sehr attraktiv. Schaut man genauer hin gibt es oft Schwachpunkte und die Förderungen verfehlen teilweise das Ziel. Die Anreize fördern dann z.B. unsinnige Fahrzeugkategorien oder die Hersteller heben dank Förderbeiträgen die Preise an, und so kommt nur ein teil der Förderung beim Endverbraucher an.

Generell sind Förderungen sicher zu Beginn sinnvoll - vor allem um Starthilfe zu leisten. In der aktuellen Phase der E-Mobilität ist eine generelle Technologie-Anschubfinanzierung nicht mehr nötig, aktuell empfinde ich Förderungen v.a. für kleinere Fahrzeuge und einkommensschwache Personen sinnvoll. Ich bin da also voll bei dir.

Schade ist auch, dass Leichtfahrzeuge keine angemessene Förderung erhalten, auch wenn es nur ein Nischenmarkt ist. Sinnvoll wäre auch eine Fahrzeugkategorie zwischen Leichtfahrzeug und PKW, ähnlich wie es in Japan mit den Kei Cars gehandhabt wird: Kleine Fahrzeuge, volle Sicherheitsausstattung und den nötigen Komfort - mit tollen Anreizen bei Kauf und Betrieb.
In die aktuell geplanten Förderungen der Bundesregierung muss ich mich erst noch einlesen.
Die ams hat dazu eine Broschüre erstellt, die alles Informationen beinhaltet die ich gerne hier teile.

E-Auto-Foerderung_Mai-2026.pdf

Unsere EV Forum Community is markenunabhängig, werbefrei und kostenlos. Komm an Bord und werde Mitglied!

  • 3 Monate später...
Geschrieben

Am Ende kommt von der Förderung beim Kunden meist nichts an. Der Markt nimmt, was er kriegen kann und durch die Förderung erhöht sich die Kaufkraft, was wieder zu höheren Preisen führt. Viele Förderungen sind letztlich nur Förderungen der Wirtschaft und das ist auf Dauer zu teuer und aus den Anfängen sind wir auch raus - daher sollten wir gar keine Förderung haben.

Andersrum ginge es - einen Malus auf Verbrenner. Daher ist der reduzierte Sprit jetzt ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Ein teurer noch dazu.

bearbeitet von Karlsson

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Nun, die erste E-Auto-Förderung von 2016 - 2023 hat der Verbreitung der E-Autos wirklich einen deutlichen Schub gegeben, ist einem vorher kaum mal ein anderer Elektrischer auf den Straßen begegnet, so war der Aufwuchs dadurch doch sehr beachtlich und E-Autos sind inzwischen vollkommen normal - eine weitere Förderung für PKW könnte meines Erachtens jetzt entfallen, wenn man zugleich auch die ständigen unsinnigen Förderungen von Verbrennern einstellt, z.B. klarstellt, dass dieser irrwitzige "Tankrabatt" jetzt endgültig die allerletzte Aktion dieser Art war - den Verbrauch von Diesel/ Benzin zu subventionieren ist ja im aktuellen Stand der Klimakatastrophe wirklich aberwitzig. Dazu gehört auch, die Begünstigung des Dieselkraftstoffs bei der Energiesteuer (über 8 Milliarden € jährlich in D !), des Kerosins (etwa genauso viel) oder des Agrardiesels bzw. der Binnenschifffahrt (zusammen etwa 600 Mio €, die Zahlen sind vom Umweltbundesamt) sowie zahlreicher anderer Subventionen fossiler Brennstoffe endlich einzustellen. E-Autos werden mit jeder Öl- oder Gas-Krise attraktiver, Trumps irrlichternde Militäraktion war für sie ein regelrechter Zulassungstreiber, sodass BEV und PHV zusammen in D inzwischen schon fast 40% der Neuzulassungen ausmachen (Zahlen des Kraftfahrtbundesamts lt. goingelectric). Wer es jetzt noch nicht kapiert, dass ein E-Antrieb im Auto die Technik der Gegenwart ist, dem ist auch mit zusätzlichen Prämien nicht zu helfen, es ist auch nicht Sinn staatlicher Förderung, auch noch den letzten Nachzügler oder Diesel-Dieter aus dem Loch zu locken.

Wo ich jetzt viel größeren Sinn für die Förderung sehe, ist elektrischer Gütertransport, von E-LKW bis hin zu den Transportern und Sprintern, die die Städte bevölkern und mit Paketen versorgen - da liegt noch verdammt viel im Argen, da werden Menschen noch mit Abgasen und Gebrumm gequält, da müsste jetzt endlich im großen Stil umgesteuert werden, dort wären die Fördermilliarden absolut sinnvoller angelegt.

bearbeitet von StromerBodo

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb StromerBodo:

Nun, die erste E-Auto-Förderung von 2016 - 2023 hat der Verbreitung der E-Autos wirklich einen deutlichen Schub gegeben, ist einem vorher kaum mal ein anderer Elektrischer auf den Straßen begegnet, so war der Aufwuchs dadurch doch sehr beachtlich und E-Autos sind inzwischen vollkommen normal

Ein zeitlicher Zusammenhang muss kein kausaler sein. Auch wenn es schon eine gewisse Wirkung gehabt haben wird, war es doch vor allem eine Wirtschaftsförderung, die günstigere Preise bremste.

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Karlsson:

Ein zeitlicher Zusammenhang muss kein kausaler sein. Auch wenn es schon eine gewisse Wirkung gehabt haben wird, war es doch vor allem eine Wirtschaftsförderung, die günstigere Preise bremste.

Das ist ja jetzt auch etwas rabulistisch - jedenfalls hat die Zahl der E-Zulassungen infolge der Förderung deutlich zugenommen, nachdem sie vorher doch sehr langsam gestiegen ist, was da jetzt genau die Ursache war, da soll sich mal jemand wissenschaftlich mit beschäftigen, mir genügt der zeitliche Zusammenhang durchaus. Da wurde jedenfalls mal das Signal gesendet, dass das im öffentlichen INteresse ist und die vorher ziemlich hohen Preise kamen eine deutliche Stufe runter, das haben viele Leute um Alnass genommen, es doch mal auszuprobieren. Nach dem Ende der Förderung sind die Zahlen dann wieder deutlich zurückgegangen, aber immer noch höher als zuvor, und jetzt infolge des Iran-Kriegs ging's wieder deutlich hoch - langsam setzt sich die bessere Erkenntnis wohl doch durch, und das Kostenargument wird ungeachtet der nach wie vor höheren Anschaffungspreise bewusster und greift !

Geschrieben

So wie ich den Einwand gegen einen kausalen Zusammenhang zwischen der Kaufprämie für E-Autos und der Steigerung der Verkaufszahlen verstanden habe, geht es darum, dass bei der Preisbildung mit einem Rebound-Effekt zu rechnen ist. Die Preise werden zwar kurzfristig bei den Modellen um den Förderbetrag sinken, mittelfristig - spätestens nach einem Modellzyklus - passen die Hersteller ihre Preise an die neuen Marktbedingungen an. Es gibt ja niemanden, der sie daran hindert sondern im Gegenteil eine Form der Konkurrenz, die sie dazu zwingt. Gegen dieses Argument spricht aber, dass die Produktzyklen der Industrie noch nicht so viel kürzer als die Förderzyklen der Regierung sind. Aber ganz unabhängig davon, würde die Kaufprämie das Ziel, dem Markt für E-Autos eine Starthilfe ("Hochlauf der E-Auto-Produktion") zu geben, erfüllen.

Ganz anders sieht es mit dem 2. erklärten Ziel der Kaufprämie der ökologischen Nachhaltigkeit des MIV aus. Anstatt kleine, sparsame und leichte Fahrzeuge (L7e), bei denen der Umweltimpact deutlich reduziert ist, werden sogar die deutlich umweltschädlicheren Plug-In-Hybride gefördert. Elektrische Leichtfahrzeuge werden mit dieser Prämie aus dem Markt gedrängt. Unter der einfachen Voraussetzung, dass es für den Absatz von Autos geometrische Grenzen gibt, wird mit dieser Förderung nur ein unheilbar erkranktes Wertschöpfungsmodell durch (eigentlich illegale) Eingriffe in den Wettbewerb künstlich am Leben erhalten. Umweltpolitisch hat die Prämie sonst nur kosmetische Wirkungen: Nur ein Teil des Umwelt-Impacts wird aus den Metropolen in die Orte des Rohstoffabbaus und der Produktion, nach China, Afrika und in's Wasserschutzgebiet von Grünheide verlagert.

Auch mit dem Ziel, die europäische Autoindustrie mit der Kaufprämie zu fördern, sieht es nicht besser aus. Deutschland passt sich damit zwar dem globalen Trend an, die Regeln eines freien Wettbewerbs zu unterlaufen. Allerdings passiert das m.E. eher zu Lasten der europäischen Autoindustrie (Stellantis, Renault, Acciona, Microlino), die für eine Verkehrswende bereit wäre, und es verschafft Vorteile den chinesischen und amerikanischer Automarken, die sich schon immer am Ellbogen-Standard des deutschen Automobilkartells orientiert haben.

bearbeitet von Charly

Geschrieben
vor 20 Stunden schrieb Charly:

.... Anstatt kleine, sparsame und leichte Fahrzeuge (L7e), bei denen der Umweltimpact deutlich reduziert ist, werden sogar die deutlich umweltschädlicheren Plug-In-Hybride gefördert. Elektrische Leichtfahrzeuge werden mit dieser Prämie aus dem Markt gedrängt. Unter der einfachen Voraussetzung, dass es für den Absatz von Autos geometrische Grenzen gibt, wird mit dieser Förderung nur ein unheilbar erkranktes Wertschöpfungsmodell durch (eigentlich illegale) Eingriffe in den Wettbewerb künstlich am Leben erhalten. Umweltpolitisch hat die Prämie sonst nur kosmetische Wirkungen: Nur ein Teil des Umwelt-Impacts wird aus den Metropolen in die Orte des Rohstoffabbaus und der Produktion, nach China, Afrika und in's Wasserschutzgebiet von Grünheide verlagert.

Auch mit dem Ziel, die europäische Autoindustrie mit der Kaufprämie zu fördern, sieht es nicht besser aus. Deutschland passt sich damit zwar dem globalen Trend an, die Regeln eines freien Wettbewerbs zu unterlaufen. Allerdings passiert das m.E. eher zu Lasten der europäischen Autoindustrie (Stellantis, Renault, Acciona, Microlino), die für eine Verkehrswende bereit wäre, und es verschafft Vorteile den chinesischen und amerikanischer Automarken ...

Völlig korrekt, dass der Impact der Förderung zT weit an dem Ziel einer "Ökologisierung" des Autoverkehrs vorbeigeht - aber Vorsicht mit Begriffen wie "unheilbar erkranktes Wertschöpfungsmodell" - für die Hersteller kann davon keine Rede sein, die haben mit Plugin Hybriden ihre SUV-Schiffe ja überhaupt erst wieder marktfähig gemacht, ohne deren seltsame Anrechnungsalgorithmen würden die überhaupt nicht mehr in die CO2-Deckelung passen und sie müssten ganz andere Autos bauen, ein Segen für die Menschheit, aber anbetrachts der Fixierung der Gewinnerwartungen der OEMs auf solche Kisten wäre das für die sicher keine schöne Aussicht. Aber die Hersteller haben eben immer noch einen Super-Draht zu Bundesregierung und EU-Kommission, sodass die sich die Regeln doch so zurechtschnitzen, wie es ihnen am besten ins Geschäft passt, wir leben ja nicht in Ökotopia, sondern im Auto-Wunderland Deutschland, das jetzt sogar noch mal das Verbrenner-Aus 2035 angreift, das sowieso schon ganz von alleine kommt ...

Auch deine schöne Vorstellung eines "freien Markts" scheint mir doch eher eine Illusion zu sein, wie gesagt, die Handvoll mächtiger Hersteller haben das Heft in der Hand und richten sich die Bedingungen des Markts nach ihren Interessen geradezu oligopolartig zu; ich denke nur an die letzte größere Reform der KfZ-Steuer, die unter der Fahne lief, CO2-Effizienz mehr in der Besteuerung zu prämieren, da aber dummerweise die SUVs gerade groß im Kommen waren, wurde das Ganze durch einen Massefaktor korrigiert, der da eine "ungerechte Benachteiligung" solcher Fahrzeuge verhindert sollte - von wegen ungerecht, verhindert hat er natürlich, dass diese Ressourcenschleudern steuerlich angemessen verteuert wurden.

Die Kaufprämie sollte m.E. eh nur den E-Fahrzeugen den Marktzutritt erleichtern, dieser Zweck ist erfüllt, also weg damit und bloß nicht noch mehrere Modellgenerationen weiter zahlen, das Geld wird anderswo dringender gebraucht - zB in Bayern, um BMW doch noch die Entwicklung einer angemessenen Staatskarosse mit H2-Antrieb für Maggus Söder zu ermöglichen (dafür wurden kürzlich ~ 220 Mio € Förderung an den bajuwarischen Hersteller ausgeschüttet) ...

Geschrieben

Falls ich einmal geschrieben haben sollte, es gebe heute einen freien Mobilitäts-Markt, auf dem Hersteller um die elegantesten Lösungen realer Probleme wetteifern, so entschuldige ich mich dafür aufrichtig. Man zitiere meine Verfehlung, und ich schweige für immer. In diesem Thread habe ich aber - ohne Polemik und begründet - von einem "Automobilkartell" gesprochen. Auch ein Kartell benötigt einen Markt, auf dem es für den Konsum seiner Produkte werben kann. Im Falle des Automobilkartells benötigt man sogar verschiedene Marken, die einen Wettbewerb um die beste Fahrzeug- und Produktionstechnik simulieren und im Marketing wirklich konkurrieren, selbst wenn ihre Fahrzeuge auf der gleichen Plattform fahren. Frei sind alle juristischen Personen auf Herstellerseite und alle natürlichen Personen auf Konsumentenseite im bürgerlich-rechtlichen Sinn.

Geschrieben

Renault hatte mal 5000€ Rabatt auf den Zoe. Dann gab es 3000€ Förderung und Renault hat im selben Moment seinen Rabatt auf 200ü€ gesenkt, so dass es für den Kunden tatsächlich mit der Förderung um keinen Euro günstiger wurde.

Auch hab ich jahre lang kein gebrauchtes Elektroauto gefunden, weil die gebrauchten in Masse ins Ausland abflossen, wo es keine Förderung gab. Dadurch waren die Preise für Jahreswagen identisch mit denen der Neuwagen und die Händler gaben nicht mehr Rabatte, weil durch die Förderung genug Kaufkraft da war.

Ich hatte dann 2022 die Faxen dicke und hab den Zoe mit der Akkumiete verkauft und ein Model3 Allrad Longrange bestellt.

Nach 7 Monaten wieder verkauft und ich habe am Ende nach Abzug aller Kosten noch Gewinn gemacht.

Der Wagen ging nach Dänemark.

Habe außerdem 2022 noch den Citroën e-C4 mit 6000€ Förderung gekauft, den ich heute noch fahre und den es heute wohl für den gleichen Preis ohne Förderung gäbe.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf deinem Gerät platziert, um die Bedienung dieser Website zu verbessern. Du kannst deine Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass du damit einverstanden bist.

Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.