Immer mehr Neuwagen haben eine solide Ladeplanung bereits in ihrem Infotainmentsystem eingebaut. Aber es gibt auch weiterhin viele Modelle mit nur rudimentären Funktionen oder ältere Modelle die ohne eine solche Funktion auskommen müssen.Eine längere Strecke kann ohne Ladeplanung schnell zur Herausforderung werden. Die Gefahr, dass man mit leerem Akku stehenbleibt, ist zwar bei der heutigen Dichte an Ladepunkten unwahrscheinlich. Aber ohne Planung kann das Nachladen zu Zeitverlust und unnötigen Mehrkosten führen. Und nicht zu unterschätzen sind Situationen, welche schnelle und spontane Entscheidungen nötig machen. Das Kind muss dringend auf die Toilette oder der Hunger meldet sich unerwartet an. Das sture Abfahren des noch so perfekt erstellten Ladeplans ist dann meist keine gute Option und kann den Familienfrieden gefährden...Hier stellen wir dir drei Apps vor, welche auch längere Reisen entspannt angehen lassen.Das muss eine Ladeplanungs-App könnenEine gute App oder bordeigenes Navi-System ermöglicht ein Reisen ohne vorab das Laden für unterwegs planen zu müssen. Tesla ging hier schon früh voran, bis 2022 beschränkte sich diese allerdings auf Tesla Ladepunkte. Neben einer Routenplanung muss der Ladeplaner bei Zieleingabe die Einplanung und das Editieren benötigter Ladestopps beherrschen. Zudem:Anzeige der Ladedauer mit SoC AngabenAktuelle Belegung des angesteuerten LadeortesAnbieter- und PreisinformationenFiltermöglichkeit nach Anbieter um Abos kostengünstig nutzen zu könnenFiltermöglichkeit nach Steckertyp (AC/DC) und LadegeschwindigkeitFiltermöglichkeiten nach Angeboten vor Ort (z.B. Essen, Spielplatz, Raststätte)Wer kein Fahrzeug hat, der diese Funktionalität mitbringt, kann, sofern Android Auto oder Apple CarPlay verfügbar ist, mit geeigneten Apps nachhelfen. Hier stellen wir drei Anwendungen vor, welche das Laden auf längeren Strecken erleichtern. Welche Erfahrungen hast du mit diesen Apps gemacht? Gibt es noch weitere Apps die aus deiner Sicht in die Liste aufgenommen werden sollten?ABRP - A better Routeplanner, Premium Abo, EUR 5/MonatDie App, welche sich abgekürzt auch ABRP nennt ist schon länger am Start und kommt mit umfangreichen Funktionen daher. Wie der Name der App sagt, soll der Zweck der App sein, die EV Routenplanung besser (als bisherige Angebote) zu machen. Anfangs noch als Open Source Projekt gestartet, gehört ABRP mittlerweile Rivian, einem EV Hersteller aus den USA. Grundsätzlich funktioniert ABRP ähnlich wie die Ladeplanung in einem Tesla, war jedoch von Beginn weg offen für alle Anbieter. Für die Route wird ein Ladeplan vorgeschlagen, der je nach Bedarf angepasst werden kann. Das funktionierte in meinem Test auf der App wunderbar, es gibt kaum etwas, was die App nicht kann. Mit Apple CarPlay bzw. Android Auto ist die App als Navi durchaus passabel und es sind diverse Map Einstellungen möglich, inkl. Satelliten-Ansicht. Zum Einsatz kommen Karten von Mapbox. Ein Editieren oder Hinzufügen eines Ladestopps gelang mir auf dem Infotainment Bildschirm jedoch nicht, d.h. es brauchte einen kurzen Stopp um diese Änderungen in der App am Mobiltelefon durchzuführen. Es gibt zwar Rückmeldungen dass dies nun ab Version 5.7 möglich sein soll. Dies scheint jedoch noch eingeschränkt zu funktionieren und ist offenbar nicht auf allen Geräten zuverlässig verfügbar? Wie ist das bei euch? Ich habe die App Version 7.1.2 verwendet.+ Sehr umfangreiche Einstellmöglichkeiten in der App+ Berücksichtigt Höhenunterschiede für Berechnungen+ Live Anzeige State of Charge (SoC) Antriebsbatterie+ Live Anzeige Belegung von Ladestationen- Nutzung von CarPlay und Android Auto nur mit Abo- Editieren von Ladepunkten entlang der Route mit CarPlay/Android Auto nicht möglichDiskussion zum Artikel:Welche Ladeplaner Apps nutzt ihr?Chargemap Copilot, Chargemap Boost Abo, Euro 8.99/MonatDas elsässische Unternehmen Chargemap bietet EV Fahrern eines der umfangreichsten Ladeverzeichnisse an. Mit der Chargemap Ladekarte lassen sich Ladestationen auch freischalten, inkl. Zahlungsabwicklung. Ein recht ordentlicher Routenplaner ergänzt die Funktionalität der App. Eine gespeicherte Route kann danach in CarPlay auch angezeigt werden.Mit dem Chargemap Copilot Modus, erhältlich nur im Boost Abo, lassen sich während der Fahrt entlang der Strecke die verfügbaren Ladestationen anzeigen. Dies funktioniert jedoch nur auf dem Smartphone, d.h. möchte man unterwegs spontan eine der angezeigten Ladestationen nutzen, muss jedoch ein Beifahrer ran um diese vom Smartphone an die Navikarte (Waze, Google oder Apple Maps) im Auto zu senden. Direkt aus Apple CarPlay oder Android Auto heraus ist dies nicht möglich. In der App selbst lassen sich diverse nützliche Einstellungen machen. So kann das genutzte Fahrzeug, der durchschnittliche Verbrauch und der Ladezustand (SoC) bei Abfahrt eingegeben werden. Eine Nachführung mit Live Daten ist jedoch nicht möglich.+ Kostenloses Ladeverzeichnis inkl. Routenplaner+ Ladevorgänge können über Chargemap mit 0% Kommission abgerechnet werden (nur Boost Abo)+ Starke Einbindung der EV Community für Bewertungen, Ladelogs, etc. + Live Anzeige verfügbarer Ladestationen entlang der Route- Senden der Ladeziele nur über Smartphone möglich- Copilot Modus über CarPlay / Android Auto nicht nutzbarChargingTime, Abo Euro 4.99/MonatGegründet im Jahr 2022, wurde ChargingTime mit dem Ziel entwickelt, Elektromobilität für alle zugänglicher und einfacher zu machen. Die App verfolgt einen etwas anderen Ansatz als ABRP. Wie der Copilot Modus von Chargemap, zeigt die App fortlaufend alle Ladestationen entlang der Route an. Jedoch nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch in CarPlay / Android Auto. D.h. das Smartphone kann im Ladepad oder irgendwo außerhalb Sichtweite verbleiben und die Routenmodifikation und Ladeplanung kann komplett über den Infotainment Bildschirm auch während der Fahrt erfolgen. Damit lässt sich die Ladeplanung sehr flexibel anpassen, sollten Beifahrer plötzlich auf die Toilette müssen oder sonstige ungeplante Ladestopps mehr Sinn ergeben, als das Abfahren einer vorgeplanten Laderoute. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Trennung der ChargingTime App von der eigentlichen Navigation mit Google oder Apple Maps. Ausgewählte Ladestops werden aus der ChargingTime-App an die gewünschte Navi-App gesendet. Werden Stopps z.B. in der ChargingTime-App entfernt, müssen diese manuell in der Navi App ebenfalls entfernt werden, da ansonsten die Routenplanung weiterhin Zwischenstops berechnet, die nicht mehr benötigt werden. Im Test ist auch aufgefallen, dass entlang der Route auch Ladestopps auf der Gegenfahrbahn der Autobahn angezeigt wurden. Würden diese unwissentlich eingeplant, kann es zu erheblichen Umwegen kommen.+ Sehr flexible Ladeplanung in Apple CarPlay / Android Auto möglich+ Sinnvolle Filtereinstellungen, bedienbar direkt in CarPlay / Android Auto+ Selektive Auswahl von Ladeanbietern möglich+ Bezahlung über ChargingTime Ladekarte/App möglich+ Anzeige von Anbieter & Preisen sowie Live-Anzeige Belegung der Ladestationen- Hinzufügen/Entfernen von Ladestationen muss in Maps manuell nachgeführt werden- Einbindung von zusätzlichen Anbietern noch ausbaubarFazitEs ist schön zu sehen, dass sich eine Ladeplanung heute auch ohne Onboard-Ladeplanung umsetzen lässt. Wer auf umfangreiche Funktionen setzt, live SoC-Werte einbinden möchte und auch ohne CarPlay / Android Auto klarkommt, dem bietet ABRP ein abgerundetes Paket. Wem eine flexible Anzeige von Ladestationen entlang der Route wichtiger ist, und auf CarPlay/Android Auto verzichten kann oder muss, findet mit dem Copilot Modus von Chargemap einen guten Begleiter. Wer auf maximale Flexibilität & Usability setzt und CarPlay/Android Auto an Bord hat, sollte sich ChargingTime anschauen.Diskussion zum Artikel:Welche Ladeplaner Apps nutzt ihr?