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Verkehrssicherheit

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Geschrieben

Werte Twiker

 

Nach gut 30'000km bin ich immer noch überzeugt vom Twike. Aufgrund seines Gewichtes und der Grösse sowie den moderaten Geschwindigkeiten empfinde ich das Twike fahren als sicher. Trotzdem gibt immer mal wieder Situationen in denen Verkehrsteilnehmer das Twike falsch einschätzen. Dann hilft meistens defensive Fahrweise, die geringe Grösse sowie die Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Durch die geringe Breite kannn man gut nach rechts ausweichen sollte mal ein Fahrzeug an einer unübersichtlichen Stelle bei Gegenverkehr überholen. Ich denke ihr habt alle schon solche Situationen erlebt :)

Ich frage mich desshalb was eure Vorgehensweise ist um möglichst sicher zu fahren.

- Gibt es für euch eine ideale Geschwindikeit?

- Welche Spur fährt ihr in welchem Fall?

- Mitführen einer Verkehrskamera?

- Anti Schleuderkurs

- Weitere Ideen?

 

Grüsse

Stefan

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Geschrieben

Hallo Stefan,

 

ich denke Du sprichst mit der Verkehrsicherheit ein für TWIKE-Fahrer ganz wichtiges Thema an. An dieser Stelle möchte ich aber erst mal mit einem Lob beginnen für die, nach meiner Erfahrung etwa 90% der Autofahrer, die sich im Straßenverkehr sehr vernünftig verhalten. Bei den TWIKE-Fahrern dürfte der Anteil allerdings deutlich höher liegen :-)

 

Ähnlich wie Du bemühe ich mich stets, den Verkehr im Auge zu behalten und mich vorbildlich zu verhalten. Die Geschwindigkeit passe ich den Verkehrs- und Sichtverhältnissen an und fahre mit dem TWIKE außerorts zwischen 65 und 90 km/h. Wichtig ist aus meiner Sicht ganz allgemein im Straßenverkehr, dass man sich durch nichts und niemanden provozieren lässt. Selbst wenn ein Rowdy an einer völlig unübersichtlichen Stelle überholt und während des Überholvorganges Gegenverkehr auftaucht ist es wichtig cool zu bleiben und für sich und den Deppen zu bremsen. Wenn dieser dann anschließend direkt vor mir hinter dem nächsten Lastwagen oder an einem anderem normal fahrenden Pkw hängt, dann empfinde ich da nur Mitleid mit dem Fahrer, weil ich glaube, dass solche Fahrer lernbehindert sind, weil sie aus solchen Situationen nur mühsam etwas lernen können. Von außen lässt sich das auch kaum beeinflußen, da ein Lerneffekt ja die Selbstreflexion über das eigene Verhalten voraussetzen würde. Und genau diese Selbstreflexion scheint bei diesem Personenkreis gestört bzw. etwas schwerfällig zu sein.

 

In Diskussionen über die Fahrsicherheit des TWIKEs habe ich oft gehört, dass kleine und leichte Fahrzeuge grundsätzlich unsicher seien. So ein totaler Quatsch. Wenn ich mit einem 2,5 Tonnen Gefährt mit Mach 0,2 unterwegs bin, dann braucht man ein Vielfaches mehr an passiver Sicherheitausstattung gegenüber einem 0,3 Tonnen Fahrzeug, das mit maximal 90 km/h unterwegs ist. Im Vergleich zur Masse und Geschwindigkeit ist man im TWIKE im vorgespannten Aluminium-Spaceframe mit Überrollbügel relativ sicher. Dennoch geht der Trend zu immer größeren und schwereren Fahrzeugen vielleicht in dem Irrglauben, dass bei immer mehr mobilen Menschen auf diesem Planten, der Planet doch endlich irgendwann auch mal mitwachsen muss. Jedenfalls erfordert dies immer stärkere passive Sicherheitsausstattungen, allein wegen der mathematischen Grundweisheit, dass sich Masse und Geschwindigkeit multipliziert.

 

Eine zweite völlig verdrehte Sache höre ich auch sehr oft: Von kleinen, leichten und langsamen Fahrzeugen ginge eine Gefahr aus. Allein wegen der obigen Mathematik ist es aber genau umgekehrt und ich würde mir wünschen, dass die Fahrer solcher großen, schweren und schnellen Fahrzeuge ihrer Verantwortung bewußt sind, welchen Schaden sie mit Ihrer Masse * Geschwindigkeit anrichten können. Ich fahre ja nun selbst aus beruflichen Gründen sehr oft mit schnellen und teilweise schweren "Sportwagen" und ganz ehrlich: Das macht auch Spaß. Ich würde aber jedem "Sportwagenfahrer" wünschen, mal ein Fahrtraining in einem TWIKE zu absolvieren. Erstens um sich vielleicht der Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bewußt zu werden (sofern dazu genügend Selbstreflexionsvermögen vorhanden ist) und zweitens um vielleicht zu erkennen, dass das TWIKE der wirkliche "Sportwagen" ist und noch viel mehr Spaß macht.

 

Aber wie schon gesagt, da hilft keine Reden von außen, sondern nur die Selbseinsicht. Ich bin überzeugt, dass die 90% der vernünftigen Autofahrer und alle TWIKE-Fahrer (:-)) nur durch vorbildliches Verhalten dazu beitragen können, dass die Selbsteinsicht ganz langsam beim Rest steigen kann. In gewisser Weise ist dies ein Traum, dass wir die Welt damit ein kleines bisschen besser machen können.

 

... und so lange diese Hoffnung da ist fahre ich mit einem TWIKE ...

... also Let's TWIKE

 

Viele Grüße

German, TW900 active, 24 Ah LiMn, 80.000 TWIKE-km in 32 Monaten

Geschrieben

Hin und wieder werde ich gefragt, wie sicher ein Twike ist. Dann antworte ich, dass es nicht so sicher wie ein PKW ist, aber allemal sicherer als ein Motorrad, wo man sich mal eben "hinlegen" kann.

 

Das wird dann auch prompt verstanden und geglaubt.

 

Ich selbst fahre allein schon deswegen passiv und vorsichtig mit dem Twike, weil es ein seltenes Fahrzeug ist, und ich keine Lust habe ohne Fahrzeug zu bleiben bis es vielleicht nach einem Schaden repariert ist.

 

Ich fahre ansonsten "ganz normal" - also auch auf Autobahnen, dann aber mit 80 km/h. Das liegt daran, dass beim Twike die Federung noch besser sein könnte und das Fahren durch Orte mit den schlechten Straßen genervt haben.

 

Die Sicherheit soll ja von den Entwicklern in der Schweiz ja getestet worden sein. Ich nehme also mal an, dass wenn die Geschwindigkeiten nicht zu hoch sind, das Twike bei einem Aufprall so stabil bleibt, dass nichts passiert.

 

gruss, dragan

 

 

Geschrieben

Hallo Twiker

 

Ich fahre nun schon das dritte Twike und mache ca. 15-20‘000 Km im Jahr.

Der Spassfaktor wächst mit jedem gefahrenen Kilometer.

 

Viele Autofahrer tun sich mit dem Einschätzen vom Twike schwer. Die einen wagen nicht zu überholen,

die anderen tun es an blöden gefährlichen Stellen. Ich versuche dies etwas zu Steuern.

Wenn es schlecht ist zum Überholen fahre ich dicht an der Mittellinie und wenn’s dann passt ganz rechts.

Es passiert aber auch da, dass Zwei Autos überholen und ich anschliessend zur Mitte ziehen möchte dann aber noch zwei weitere

Idio… überholen obwohl es längst gefährlich ist weil sie um die Kurve nichts sehen können.

 

Ich versuche immer die Autos vorbeizulassen und die meisten Autofahrer goutieren dies mit Geduld

wenn sie hinter mir nachfahren und nicht sofort überholen können.

 

Insgesamt fühle ich mich sicher im Twike ausser bei Starkwind oder, was selten vorkommt, auf der Autobahn.

Ich hatte schon einen Reifen Platzer bei Tempo 70. Was da bei 92 Kmh auf der Bahn passiert wäre???

 

Weiterhin allen viel Spass beim Twiken.

 

Mit sportlichen Grüssen

René TW855 +609

 

Geschrieben
  • Autor

Vielen Dank für eure Kommentare welche ich mit grossem Interesse gelesen habe. Wie von German erwähnt ist es ein wichtiges Thema für TWIKe Fahrer.

Auf die Zahl 90% (für vernünftige Autofahrer) bin ich auch schon gekommen. Interessant dass wir da den gleichen Eindruck haben. :)

 

Das cool bleiben ist tatsächlich sehr wichtig. Es schont auch die eigenen Nerven. Dies musste ich allerdings auch etwas lernen. Anfangs hatten mich unschöne Vorfälle schon mal etwas aus der Ruhe gebracht, heute stehe ich da meistens darüber.

 

Auch interessant René's Kommentare, ich versuche meine Fahrweise ebenfals der jeweiligen Situation so anzupassen dass es für alle Beteiligten die sicherste Lösung ist.

 

Weiterhin allen eine sichere Fahrt!

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  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Naja, das ware bis jetzt aber ziemlich viele Allgemeinplätze - sicher fahre ich auch möglichst vorausschauend, aber in erster Linie im Eigeninteresse, denn ich möchte eigentlich mit niemandem kollidieren und mein heißgeliebtes TWIKE oder gar mich selbst beschädigen lassen. Und dass das TWIKE nicht gerade ein Exempel für (passive) Sicherheit ist, dürfte in meinen Augen auch ziemlich klar sein - da hat mal ein KfZ-Sachverständiger im Fernsehen ganz korrekt darauf hingewiesen, dass bei einer Kollision in jedem Falle die größere Masse im Vorteil ist - und die haben wir nun wirklich nicht, nein - wir sind sogar im Gegenteil stolz darauf, so wenig wie irgend nötig davon herumzuschleppen. Es ist auch oben schon mal zum Ausdruck gekommen: Als "aktiver" Kollisionspartner bedeuten wir dann schon einen Sicherheitsgewinn für den Verkehr, und die unsägliche permanente Gewichtszunahme der PKW ist ja nun ein ähnlicher Wahnsinn wie seinerzeit das Wettrüsten, und das ist ja nun auch erst mal überwunden, hier in Europa jedenfalls. Und das TWIKE erzieht seinen Fahrer ja nun geradewegs zu einem defensiven Fahrstil, denn für eine aggressive Fahrweise fehlt's nun halt einfach an der nötigen Power. So gelangt der TWIKE-Fahrer zu einer Gelassenheit und Ausgeglichenheit, die man den meisten Verkehrsteilnehmern nun wahrlich wünschen würde !

 

Andererseits nehme ich mir mit dem TWIKE auch mal Freiheiten heraus, die ich mit dem normalen PKW nicht hätte - zwischen Pollern durch, Abstellen an Stellen, wo's eigentlich nicht zulässig ist (möglichst mit dem Heck irgendwo dicht bei, damit die Polizisten nur die Pedale und nicht das Nummernschild sehen und sich nicht trauen, ein Ticket dranzuhängen).

 

Und wenn ich so einen bescheuerten Überholer, der sich unter Gefährdung von mir, dem Gegenverkehr und sich selbst durchzwängt, dann an der nächsten Ampel wieder habe, dann lasse ich mich schon mal langsam aufrollen und ziehe dann, wenn's grün wird, auch mal rechts auf der Radlerspur vorbei, das macht unglaublich Laune zu sehen, wie die dann ausflippen und am Lenkrad toben und möglichst mit durchdrehenden Reifen und Schaum vorm Mund wieder an einem vorbeiheizen. :lol: - naja, so oft hatte ich den Spaß noch nicht, und wenn meine Frau dabei ist, darf ich an sowas schon überhaupt nicht denken, die ist Fahrlehrerin und hat mich wegen so einer Aktion schon mal mit einem ganzen Wochenende total gekappter Kommunikation bestraft :cry:

 

"Verkehrskamera" fände ich manchmal eine gute Idee - ich fahre jeden Tag auf meiner Jobstrecke ein größeres außerörtliches Stück Überholverbot (auch wirklich gefährlich wegen einer Einmündung von links) und da brausen die Fuzzis trotz Tempolimit 70 auch noch über die Sperrfläche und egal ob Gegenverkehr an einem vorbei, dass es nur so spratzt - das gäbe jedesmal mindestens 80 EUR plus ein Pünktli, manchmal auch eine satte Geldstrafe mit mindestens einem halben Jahr Führerschein weg wg. Straßenverkehrsgefährdung (§ 315 c StGB), also das hätte dann gewiss auch einen gewissen Lerneffekt zur Folge ?!

 

Bös, bös isser manchmal, der Bodo....

Geschrieben

Hallo Alle,

 

einmal gab es eine kritische Situation, weil ich vergaß den Blinker auszuschalten. Der Andere dachte er kann fahren....

 

Gruß

Nowar

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Hallo, ich bringe das Thema doch noch mal hoch. Wegen des vergessenen Blinkers habe ich ihn mit einen Rollerpiepser gekoppelt. Das nervt zwar, aber es hilft.

Den defensiven Fahrstil hatte ich anfangs recht passiv gestaltet. Nach einigen recht unschönen Erlebnissen möchte ich die Initiative aber nicht den unfähigen Verkehrsteilnehmern überlassen und fahre wie oben erwähnt z.B. ständig mit einem Rad auf dem Mittelstreifen, bis ich entscheide, daß ich hier mit akzeptablem Risiko überholt werden kann. Auch beschleunige ich nach der Ampel jetzt meistens wieder konstant mit Maximalstrom, wenn mehr als ein weiteres Fahrzeug hinter mir ist. Das ärgert dann die Deppen nicht mehr ganz so arg. Ich finde man muß sich auch anpassen können wenn man sich die Straße mit anderen Teilnehmern teilt.

 

Geschrieben

Was die Sicherheit beim Twike angeht. Es sollte auch bedacht werden, dass die Masse eines anderen Fahrzeugs beim Aufprall sich erst dann so richtig auswirkt, wenn der Kollisionspartner (schönes Wort!) ein ähnlich hohes Gewicht aufweist. Denn dann geht die Aufschlagsenergie in die Karossen hinein und es zeigt sich im Härtetest wie Crashsicher die Knautschzone ist.

 

Nun ist ein Twike etwa fünf bis siebenmal leichter als ein üblicher PKW mit einer oder anderthalb Tonnen Gewicht.

 

In solchen Fällen wird ein frei bewegliches Twike eher weggefedert und nicht die ganze Energie geht in die Karosserie. Ähnlich verhält es sich bei anderen leichtgewichtigen Fahrzeugen deutlich unter einer Tonne.

 

Natürlich, wenn ein Twike irgendwo eingequetscht würde sähe es erst schlimm aus. Aber dieser Unfälle dürften eher selten sein.

 

Ebenso ist der Aufprall von der Seite, speziell in die Fahrerseite problematisch - wie übrigens bei jedem Auto.

 

Allerdings tritt speziell diese Kollision eher dann auf, wenn man jemandem die Vorfahrt nimmt und der Verkehrsteilnehmer einem eben in die Seite fährt.

 

Durch entsprechend passives und korrektes Fahren vermeidet man diese gefährliche Situation soweit es eben möglich ist.

 

Neulich rammte ich mit meinem Twike beim Zurücksetzen ein Fahrzeug und die Abdeckung des Nebellichts hinten ging kaputt. Ich meldete den Schaden, sah aber am anderen Auto nichts. Nun meldete sich der Besitzer des anderen Wagens und der meinte, die Delle die ich gesehen hätte, hätte schon vorher existiert und er wollte von mir kein Geld.

 

Da sieht man, dass das Twike mit seiner geringen Masse eine geringere Gefährdung für ander Fahrzeuge darstellt...

 

Gruß, Dragan

Geschrieben

... Wegen des vergessenen Blinkers habe ich ihn mit einen Rollerpiepser gekoppelt. Das nervt zwar, aber es hilft.

Ich habe anfangs auch immer vergessen, den Blinker wieder auszuschalten, obwohl ich links vorne ein großes Leuchtdioden-Array samt Piepser hatte. Ich habe dann den Blinkerschalter gegen einen beidseitigen Taster ausgetauscht. D.h. ich blieb mit dem Daumen so lange auf der jeweiligen Tasterseite, wie es erforderlich war zu blinken. Sobald ich den Daumen wegnahm, war der Blinker aus.

 

Gruß von Roland, der sich immer noch an sein TWIKE 160 erinnert.

  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Och Dragen, wie süß: "weggefedert" :)

 

Also, das klingt mir dann schon etwas zu verharmlosend, was die Auswirkungen eines Zusammenstoßes eines TWIKE mit einem anderen Fahrzeug angeht...

 

Einmal ist mir schon die Aussage schwer nachvollziehbar, dass die Massen der Fahrzeuge nur bei ähnlichen Gewichten "in die Karosserie hineingehen", weil das TWIKE aber so leicht sei, ginge nicht die ganze Energie "in die Karosserie", sondern das TWIKE würde "weggefedert". So kann es doch nicht sein – jedes der Fahrzeuge in Bewegung hat seine kinetische (Bewegungs- ) Energie, die aus seiner Masse und Geschwindigkeit resultiert

(Ekin = 0,5 * Masse * Geschwindigkeit^2 - wie mein Ingenieur studierender Sohn mich belehrte).

 

Wenn dann zwei Fahrzeuge frontal zusammenstoßen, dann werden die kinetischen Energien der beiden erst einmal in die Verformung der Karosserien (= "Knautschzone" ) umgesetzt – soweit die kinetische Energie der beiden Fahrzeuge sich aufhebt, wird die jeweilige Vorwärtsbewegung gestoppt, und wenn dann bei einem der Fahrzeuge noch "überschießende" Energie vorhanden ist, also sozusagen noch "übrig" bleibt, dann steht dieses Fahrzeug nach der Kollision eben noch nicht, sondern bewegt sich in die ursprüngliche Richtung weiter und schiebt das andere Fahrzeug in diese Richtung mit weg. Ein Teil seiner Energie wird auf den Wagen mit der geringeren kinetischen Energie übertragen, so dass der sich ggf. löst und in die entgegengesetzte Richtung oder zur Seite in Bewegung setzt – ob man das als "Wegfedern" bezeichnen will oder eher "Wegschieben" nennen müsste, stelle ich einmal anheim. Das Ganze lässt sich zB sehr deutlich bei Crash-Tests mit dem SMART und einem großen PKW beobachten, von denen es ja (besonders mit Mercedes) einige bei YouTube zu betrachten gibt.

 

Dabei müssen die Karosserien der Fahrzeuge dann aber auf jeden Fall erst einmal die gesamte enorme Energie "wegstecken", denn natürlich muss die komplette kinetische Energie durch die Struktur aufgefangen werden, da geht nichts "durch" ohne Karosseriebelastung in ein "Wegfedern". Und das muss der Rahmen natürlich aushalten, ohne zu brechen (auch die Widerstandsfähigkeit des TWIKE-Spaceframe ist gewiss nicht unbegrenzt); es hat ja seinen Grund, warum man die herkömmlichen PKW mit Knautschzonen konstruiert – die sollen ja die Körper der Insassen schützten, die dann nicht in einer Millisekunde von vielleicht 60 auf 0 km/h abgebremst und dabei enormen, u.U. tödlichen Belastungen ausgesetzt werden, sondern dieser Vorgang wird zeitlich und räumlich durch die Knautschzone verzögert/gestreckt und abgemildert und damit die Überlebenschance für die Insassen erhöht.

 

Für den TWIKE-Fahrer (ohne nennenswerte eigene Knautschzone) heißt das dann wohl, dass er sich z.T. auf die Knautschzone des anderen Fahrzeugs verlassen muss, die seinen Aufprall abfängt – ist da beim "Kollisionspartner", etwa einem LKW, nichts zum Knautschen oder prallt man auf ein festes Hindernis, schaut’s für uns dann wahrscheinlich schon eher sehr kritisch aus. Sehr problematisch dürfte es auch sein, wenn man mit einem der modernen SUVs oder VANs mit einer hohen Gürtellinie kollidiert – da dürfte schon die Gefahr bestehen, dass es gar nicht zu einem richtigen Crash kommt, sondern dass man durch die niedrige Nase des TWIKE sogar unter das gegnerische Fahrzeug gedrückt wird; hat das dann noch erhebliche "Übergeschwindigkeit", könnte das dann ziemlich mau werden, dann kommt der SUV durch die Haube.....

 

Alles das betrifft jetzt aber in erster Linie einen Frontalaufprall auf ein entgegenkommendes Fahrzeug – sicher neben dem Eingequetscht werden eine der unschönsten vorstellbaren Konstellationen; mehr Hoffnung würde ich mir für Unfall-Konstellationen machen, bei dem die Fahrzeuge eher im Winkel zueinander stehen, denn durch die spitze Nase des TWIKE dürfte da eher ein Abweisen zur Seite hin erfolgen, und wenn da nicht gerade ein Baum oder eine Mauer im Weg ist, wird das nicht so böse ausgehen.

 

Eine Hoffnung für mich ist auch die sehr begrenzte Geschwindigkeit des TWIKE, denn dadurch ist auch die mögliche kinetische Energie gemäß der Formel begrenzt (jedenfalls meine eigene - die des anderen natürlich nicht!).

 

Und außerdem hoffe ich natürlich immer, dass das TWIKE so klein ist, dass es nicht so leicht zu treffen ist bzw. sich immer noch eine Lücke findet, in die ich mich retten kann ;-)

 

Bodo TW783

Geschrieben

Hallo Dragan und alle andere Freunde.

 

Auch ich hab bei deinen Spekulationen über das "Rückfedern" wie auch Bodo gezweifelt. Der technische Apparat Twike wird entsprechend dem Gewichtsverhältnisses schon weggefedert, also reziprok (je leichter desto schneller) beschleunigt. Nun sitzen da ja meistens ein bis zwei lebendige Menschen drin, die dann mit der summierten Geschwindigkeit in die Gurte oder gegen scharfe Kanten fliegen.

Dafür haben dann die Groß-Sicherheits-Limousinen überall Airbags. Die Sicherheitsentwickler der maßgeblichen Autokonzernen arbeiten heute an Leichtgewichtssystemen, die zum Beispiel den Platz zwischen den Sitzen verriegeln und Außenairbags kammeragesteuert aufblasen.

Da wir aber trotz des Fahrspaßes keine Glücksspieler sind und ein Twikemotivator ja auch die Verantwortung ist reizen wir nicht unser Glück.

Gruß

Nowar

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

... da kann man sich schon vorstellen, was da bei heftiger Bewegung aufeinander zu geschehen könnte ...

Geschrieben
  • Autor

Werte Twiker,

 

Die rege Beteiligung am Beitrag zeigt dass die Thematik für viele von Interesse ist.

Ich habe bis vor einigen Monaten das Twike fast wie ein normales Auto gefahren was die Spur betrifft. D.h. ich fuhr mehr oder wenig in der Mitte meiner Spur.

Die Geschwindigkeit war dabei jeweils nicht immer maximal, d.h. auch mal nur 65-70 auf einer 80er Strecke.

Es gab dabei einige unschöne Ueberholmaneuver einiger Verkehrsteilnehmer.

Seit ich etwas bestimmter meine Spur wähle, haben sich die riskanten Ueberholmaneuver wie mir scheint reduziert. D.h. hat es keinen Gegenverkehr fahre ich ziemlich rechts auf meiner Spur um das Ueberholen zu ermöglichen (verbesserte Sicht für den zu Ueberholenden). Dies wird von den meisten auch geschätzt wie ich meine. Hat es Gegenverkehr fahre ich 'normal', d.h. etwa in der Mitte der Spur. Bei sehr unübersichtlichen Stellen und möglichem Gegenverkehr fahre ich gegen die Mitte. Die allermeisten Autofahrer scheinen dies zu verstehen und überholen dann nicht. Tut es dann doch einer, dann bleibt einem nur noch die eine Wahl, zügig nach rechts und deutlich verlangsamen...

 

Allen eine sichere Fahrt.

Stefan

 

 

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