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Twike fürs Pendeln anschaffen - sinnvoll? - Meinungen zu diesem Angebot

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Geschrieben

Liebe Elektrofahrzeugfreunde, 

 

meine Freundin, meine Tochter (4 Jahre) und ich ziehen möglicherweise raus aus der Stadt. Das würde einen Pendlerweg von ca. 20km bedeuten. Auch wenn ich sehr idealistisch und optimistisch bin, kann ich mir nicht vorstellen, diese Strecke mit dem Rad zu bewältigen. Darüber hinaus kommen ggf. noch 5km wegen Kindergarten/Schule hinzu. Ich empfinde es als unsinnig, dafür zwei Autos zu verwenden. So kam aufs Twike,  zumal Rosenthal, wo die Dinger gebaut werden,  von hier aus - also Marburg - nur 15km entfernt liegt. 

 

Als Neuling stellen sich mir mehrere Fragen: 

1) Gebrauchtwagen sind ja in der Anschaffung super günstig, mit etwas Beziehung könnten wir für 1000-2000€ ein solides Teil angeschaffen. Klar, das will auch mal repariert werden. Aber wie steht da das Twike (in Bezug auf Instandhaltung und laufende Kosten) einem Verbrenner gegenüber preislich? Werde ich also auf lange Sicht sparen im Verhältnis zu billigen Verbrennern, mit denen der Markt ja seit eh und je überflutet ist? 

2) https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/twike-iii-791-active-elektrofahrzeug/2377363274-216-9167?simcid=48f3652b-1262-4a39-8e83-83f70a554eea das hier ist mir beim ersten Suchen ins Auge gesprungen. Vor einer Woche war ein anderer Twike für 12000€ und 34.000km im Netz, weshalb ich mich schon frage, ob das ein gutes Angebot wäre? Für ein Auto wäre der Preisnachlass im Verhältnis zum Neupreis ja viel zu hoch. Wie ist das hier, muss ich mit 11.000 für so ein lange gefahrenes Teil rechnen? Und welche Sorgen sollen mir die "tieffrequenten Geräusche im Getriebe" machen (siehe ganz unten in der Beschreibung)? 

3) Kann der Twike wirklich als Pendlerfahrzeug zu 100% das Auto ersetzen zu jeder Jahreszeit? 

4) Könnte ich auf der Arbeit (eine Schule mit Wasserkraftwerk und Solaranlage, die in der Regel Strom ins Netz einspeist) unkompliziert den Twike laden? 

 

Ich danke euch im Voraus für Zeit und Nerven. Ich hoffe, ich habe die Antworten auf meine Fragen hier im Formum nicht bereits übersehen, klar habe ich ein bisschen recherhiert, man möge mir nachsehen, wenn ich nicht fündig wurde. 

Viele Grüße

Michael 

Geschrieben

Zum Twike kann ich leider nicht helfen, aber ich habe 25km zur Arbeit und habe seit Oktober angefangen, das öfter mit dem Rad zu fahren.

Erst mit einem alten Hardtail Mountainbike und seit diesem Jahr mit einem Gravelbike (auch ohne Motor). Während es mir früher kaum vorstellbar war, diese Strecke auch bei -3 Grad mit dem Rad zu fahren, mache ich das jetzt einfach und das ist für mich ein Teil meiner Freizeit, weil man sich mit Bewegung einfach besser fühlt und es auch einfach schön ist wenn morgens die Wiesen vereist sind und auf dem Kanal der Nebel wabert während die Sonne aufgeht 😀

Ich bin an drei Tagen in der Woche in der Firma und habe in diesem Jahr bislang 25% der Fahrten mit dem Fahrrad gemacht.

Meine Einschätzung ist da, dass es sicherlich keine Lösung für jeden Tag ist, aber doch für einige Tage.

Also bei strömendem Regen oder Schnee fahre ich nicht mit dem Rad. Auch weil mein Weg einen großen Anteil Schotter hat und ich da ziemlich dreckig werde wenn es die Tage vorher geregnet hat und der Boden durchweicht ist.

Wobei es auch Leute gibt, die sowas durchziehen. Kann da den YouTube-Kanal die fahrradfanatiker empfehlen 😉

Geschrieben

Hallo Michael und willkommen in der EV Community. 

Wenn du auf ein Twike setzen würdest, so hättest du den Vorteil, das du in der Nähe bei der Twike GmbH auch gleich die Wartung machen lassen könntest. Das ist schon mal ein Vorteil. 

Zu 1.) Wartungskosten: Das kommt wohl sehr darauf an, wie viel du am Twike selber machen kannst. Musst du damit zum Händler, so dürften die Wartungskosten ähnlich hoch liegen wie bei einem PKW. Dies zumindest meine Erfahrung. Ich hatte ein neues Twike und die Wartungskosten waren in der Regel sogar deutlich höher als bei einem Kleinwagen...Mein Fazit: Grundsätzlich fährst du mit einem Twike nicht günstiger als mit einem kleinen PKW. Aber du fährst natürlich ein sehr spezielles Fahrzeug das nicht jeder hat. Das hat auch seinen Reiz. :)

2.) Mir scheint das überteuert. Und ja, die Geräusche verheissen nicht unbedingt Gutes. Eine Repartur kann schenll ins Geld gehen. Gut 20 Jahre alt, 140'000km , da würd eich mal ein Angebot für max. 6000 Euro machen. 

3.) Pendlerfahrzeug? Ersatz für Auto? Ja, das Twike kann ein Auto wirklich fast ersetzen. Allerdings ist der Komfort und die Sicherheit deutlich schlechter (Federung, Heizung). Mit viel Idealismus und defensiver Fahrweise aber grundsätzlich kein Problem. 

4.) Ja, alles was du brauchst ist eine Haushaltssteckdose.

Hast du dir bereits andere Alternativen angesehen? Z.B. einen Renault Twizy oder ein Microlino? 

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Geschrieben

Hallo  Michael,

ja das kann ich dir ja nur wärmstens empfehlen, dir zum Pendeln ein TWIKE zuzulegen; ich fahre das TWIKE 783 (also fast genauso alt wie das hier angebotene) seit 17 Jahren und über 150tkm und bin nach wie vor begeistert- man muss halt schon bereit sein, sich auf etwas Spezielles einzulassen, Komfort ist mini (jeder Kanaldeckel schlägt durch und laut ist's obendrein, statt Heizung hat's Pedale), aber es erlaubt einem ein wenig Sport beim Pendeln ("die wundervolle Wiedervereinigung von Fortbewegung und Bewegung"), ist ultra- umwelt- und klimafreundlich und schon was ziemlich Besonderes, wenn du damit durch die Gegend pedalierst, Kinder finden das oft total lustig und zeigen mit dem Finger auf einen und bei Erwachsenen klappt schon mal die Kinnlade runter, wenn du mit vielleicht 35 km/h locker strampelnd vollkommen lautlos an der Bushaltstelle vorbeirollst.

Doch zu deinen Fragen:

1. Zu den Unterhaltungskosten kann ich aus mittlerweile 17jähriger Erfahrung nur sagen, dass die von einem Verbrenner kaum je zu erreichen sind - alleine der Verbrauch, wenn du 8 kWh/100km rechnest, hast du selbst bei den aktuell hohen Strompreisen Kosten von etwas über 3€ dafür, da versagt jeder Verbrenner im Vergleich. Die Wartungskosten sind meiner Erfahrung nach wesentlich geringer, es gibt ja einiges nicht, was jeder Verbrenner braucht, zB kein Ölwechsel, kein kaputter Auspuff, keine Wasserpumpe, kein Kühler, kein Kat, kein Zahnriemen, keine Ventile, kein Filterwechsel, und am E-Motor braucht ja auch so gut wie nichts gemacht zu werden. Auch ansonsten ist das TWIKE derart spartanisch, dass da wenig kaputtgehen kann - und der Rahmen ist aus Alu, die Karosserie aus Plastik, Rost hat da gar keine Chance. Es kommt wahrscheinlich auch sehr darauf an, wo man's warten lässt. Für mich ist es das mit Abstand billigste Auto, das ich je gefahren habe (und ich habe mit einem 16 PS- 2CV angefangen ...).

2. Zu den Preisen kann ich Stefans  Angaben so nicht vollständig bestätigen; die TWIKEs werden auch gebraucht ziemlich teuer gehandelt - was dieses spezielle Gerät angeht, noch dazu mit dem angegebenen Geräusch, möchte ich keine konkrete Angabe machen, das kenne ich nicht, es sieht aber jedenfalls recht flott aus. Aber ich denke, hier spielt die Akkuisierung eine wichtige Rolle, ansonsten scheint ja auch einiges an Erneuerungen schon passiert zu sein, es sollte also trotz der nicht ganz wenigen km noch relativ gut dastehen. Was die Reichweite angeht, ist das TWIKE sehr flexibel, je nachdem, welche Akkus du reinpackst, ich habe 4 Akkupacks und komme damit so 100 - 120 km am Stück weit. 

3. Mit den genannten Einschränkungen ist das TWIKE ein gutes Pendlerfahrzeug, Minustemperaturen stören es wenig (da leidet halt die Reichweite der Lion-Akkus), auch Schnee und Eis stören nicht so sehr - ich find's da sogar sicherer zu fahren, weil es sehr leicht ist und deswegen bei Glätte nicht so leicht wegrutscht, und die schmalen Reifen spuren auch im Schnee recht gut. Weniger schön ist die Neigung der großen Frontscheibe zum Beschlagen, und wenn's arg kalt ist, friert das dann schon mal fest, da sollte man den Kratzer zur Hand haben ! 

4. Nichts ist einfacher als ein TWIKE zu laden - Schukostecker in jede beliebige Steckdose und nach gut 2 Stunden (bei Schnellladung knapp anderthalb Stunden) ist der Akku wieder voll, wenn er vorher fast leergefahren war. 

Also insgesamt ein sehr spezielles Auto für jemanden, der bereit ist, ein Enthusiast zu werden - auch die Parkplatzsuche ist viel einfacher als bei jedem anderen Auto; einfach irgendwo mit der Rückseite an die Wand stellen, sodass das  Kennzeichen nicht zu sehen ist, schon denkt jeder: Ah, ein Fahrrad - und stört sich nicht weiter dran - oder du kannst es auch mitten in die Fußgängerzone stellen und die Leute sagen: "Schau, wie drollig" statt sich aufzuregen wie bei jedem anderen Auto.

Ich schick dir noch ne pm m.w.N.

Geschrieben

Hallo Michael,

ich bin einige Jahre meinen Arbeitsweg immer mit dem Rad gefahren (zuerst ca 17km einfach, nach dem Umzug nur noch 8km einfach). Da ich Süd-Deutschland wohne (nahe Ulm) ist das nicht immer schneefrei zu bewältigen und auch was Regen angeht hatte ich irgendwann mal nicht mehr so die volle Motivation - man wird eben auch älter 😉

Deswegen hab ich mir vor 1,5 Jahren ein gebrauchtes Twike zugelegt mit damals ca 100tkm und auch so um die 20 Jahre alt - allerdings mit neuen Lion-Akkus (3 Packs).

Wie das eben mit einem älteren gebrauchten Fahrzeug so ist, bleiben Reparaturen nicht aus, aber wie schon beschrieben sind die reinen Ladekosten dafür sehr günstig.

Zu1: wenn es Dir nur ums Sparen geht, wirst Du mit einem alten Verbrenner vielleicht sogar besser wegkommen

Zu 2: das sollte sich jemand bei Dem Du später den Service machen lässt ansehen -> der Teufel steckt im Detail

Zu 3: ich habe eine Diesel-Standheizung mit eingebaut (auch wenn das vielleicht ein Stilbruch ist) die ich im Winter bei deutlichen Minusgraden auch nutze. Allerdings wird es einem beim pdealieren auch recht schnell warm und es geht oft mehr um eine freie Frontscheibe/Sicht

Zu 4: Laden ist extrem unkompliziert, wenn Du an eine 220V-Steckdose rankommst. Ich habe mein Twike auch schon umsonst an EBike-Stationen der Supermärkte geladen.

Etwas das ich übrigens beim Einstieg etwas unterschätzt hatte: die Lion-Akkus sollten nicht ständig von 100%->0% bewegt werden. Ich versuche aktuell nur das mittlere Drittel zu be/entladen, da dies meiner Info nach die Akkus schont. Mit den 3 Akkus komme ich bei Voll-ladung locker so ca 150km weit und im Alltag fahre ich meist ca 70-80km vor dem nächsten Laden. Zudem werden die Akkus nicht so stark belastet wenn man nicht nur einen drin hat (hohe Ströme...).

Weitere Punkte die Du aber auch beachten solltest:

  • es macht einfach Spaß mit dem Twike unterwegs zu sein - wie schon beschrieben wird man von groß und klein meist positiv wahrgenommen
  • im Sommer bei offenem Verdeck macht es nochmals mehr Spaß
  • die Bewegung tut einem einfach gut
  • der Umwelt-Gesichtspunkt
  • allerdings auch wenig/kein Komfort

Ich lasse den Service im Twike-Center Schwarzwald bei Felix machen bzw bekomme von dort jederzeit Unterstützung. Das ist wirklich viel wert.

Gruß Andi

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