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Standlicht unabschaltbar

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Geschrieben

Hallo,

ich habe nach langem Kampf um etwas Zeit mein Twike endlich in halbwegs tüvfähigem Zustand und heute dann leider eine böse Überraschung erlebt.

Beim Wechseln der Rücklichtbirne hinten habe ich die Birne mit eingeschalteter Beleuchtung gewechselt, man will ja sehen ob es funktioniert. Leider bekommt die Birnenfassung kurz Kontakt mit der Masse wenn man sie rein drückt und dreht.(Zumindest bei meinem Twike 328 ist die Polarität der Lampenfassung noch vertauscht) Die andere Lampe und die Nummernschildbeleuchtung ging für einen Sekundenbruchteil aus aber dann leuchtete alles wunschgemäß. Der kurze Moment reichte wohl nicht zum Ansprechen der Sicherung.

Dann allerdings das Licht abgeschaltet, es ging aber nicht aus. Twike abgeschaltet, Not-Aus gedrückt, Standlicht bleibt an. Dafür lässt sich das Abblendlicht nicht mehr einschalten. Da dies wohl eines der wenigen Dinge ist die ein Tüvprüfer am Twike prüfen kann ist der Termin erst mal gestorben.

Wenn ich es richtig sehe dann hat auf dem Ladeprint VM3 durchgeschaltet und fällt nicht mehr ab. Kann es sein, daß der Print dermaßen empfindlich ist? Der Ladeprint ist erst zwei Jahre alt. Ich geh jetzt mal in den Keller und schraube alles wieder auseinander um direkt auf dem Print zu messen und dann die Akkublöcke abzuziehen. Hat jemand eine Idee was ich machen kann? Löten trau ich mir schon zu aber Bauteile haben für mich nur kryptische Nummern.

 

 

Geschrieben

Hallo Christian

 

Dumme Sache. Die Bauteile der Prints sind teilweise etwas empfindlich. Ich habe auch schon eines dieser Bauteile (BUZ71FI) tauschen müssen nachdem ich ein Kabel für einen Sekundenbruchteil an Masse gehalten habe. Beim Twike wird übrigens nicht + geschaltet wie bei einem Auto, sondern Masse wird geschaltet. + liegt also permanent am Verbraucher an. Ich habe Dir hier mal das Schaltschema vom Anschluss Print angehängt. Darauf findest Du auch die Werte. Gib einfach die Bezeichnung in Google ein und du findest Dein Bauteil.

 

Gruss aus der Schweiz

 

Dirk + TW 423

Geschrieben

Hallo,

vor ein paar Jahren hatte ich auch einen Kurzen, und wenig Zeit alles auszubauen. So hab ich die alten Beinchen dicht am BUZ aufgetrennt und den neuen einfach draufgelötet. Hat prima funktioniert.

Gruß

Nowar

Geschrieben

Hallo Christian,

 

ich teile Deine Vermutung, dass durch den Kurzschluss VM3 frittiert wurde. Bei dieser Gelegenheit geht auch gerne der Gatterbaustein D2 (CD4081) über den Jordan - so geschehen mit einem AK-Print eines Leidensgenossen, welchen ich kürzlich mit gleicher Vorgeschichte und gleichen Symptomen hier auf dem Tisch hatte. Das Gatter steuert das Abblendlicht (und die Nebellampe). Auf keinen Fall würde ich versuchen, den Print mit angesteckten Leitungen oder Akkus auszubauen, weil selbst bei gedrücktem Not-Aus Saft drauf ist!

 

Weil sich die BUZ71FI nicht mehr so einfach beschaffen lassen, kannst Du einen IRFI540N nehmen. Der ist auch isoliert und hat etwas bessere Leistungsdaten als der BUZ. Alternativ passt auch ein STP36NF06FP oder ein STP36NF06 mit Isolierkit (Glimmerscheibe und Schraubenhülse); der kann 30A - was aber nicht heisst, dass er einen Kurzschluss einfach so wegsteckt! Der CD4081 ist ein Feld-Wald-Wiesenteil und überall erhältlich.

 

Wenn Du es selber reparieren willst, schau zu, dass Du vernünftiges Werkzeug zur Hand hast! Das Löteisen muss eine feine Spitze haben und mindestens 60W bringen, sonst kriegst Du die Teilchen nicht raus. Am Besten geht es, die Beinchen mit einer sehr feinen Zange direkt am Gehäuse abzuknipsen und sie dann einzeln auszulöten. Die meisten Prints sind zudem so dick in Lack gebadet, dass Du zur Entfernung des CD4081 auch den Heissluftföhn (massvoll! viiieel Geduld!) zu Hilfe nehmen musst; Lackreste gehen mit Reinbenzin weg. Eingelötet ist nachher schnell. Wenn beim Test im TWIKE alles OK ist, eine dünne Schicht Lack drüber, damit die Elektronik bei feuchtem Wetter nicht spinnt.

 

 

Viel Erfolg & Gruss,

Florian, TW-448

 

  • 3 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Danke für die umfangreiche Hilfestellung. Dank eines Kollegen und seines Schnellkurses Löten habe ich die Platine wieder zum laufen bekommen. Ich habe alle 6 Transistoren am Kühlkörper ersetzt, 5 waren tatsächlich hin. Die Gatterbausteine haben anscheinend nichts abbekommen, jedenfalls lief gerade eben alles wieder. Wer ein solches Problem hat kann sich gerne bei mir melden. Besonders hilfreich war das Elektronikschema da ich einen Lötpunkt (den ersten) zerstört habe und die entsprechende Bahn durch einen Draht ersetzen mußte.

Ich habe wesentlich leistungsfähigere Transistoren (53A) verwendet und manuell gegen den Kühlkörper isoliert. Der Kollege hat fast einen Tobsuchtsanfall bekommen als er begriffen hat, daß damit Kaltleiter geschaltet werden. Nach seiner Aussage fließen da in den ersten Millisekunden Ströme im Bereich von 40-50A. Jetzt sollte auch die Sicherung ansprechen bevor der Halbleiter hops geht, aber ausprobieren werde ich das nicht.

Ich schraube die Kiste jetzt zusammen und der Tüvtermin rückt wieder in greifbare Nähe.

Was mir einfällt, könnte man nicht irgendwo eine Art Liste einrichten wer welches Ersatzteil (Platine/DCDC u.ä.) besitzt und verleihen würde bis das Original repariert ist? Dann könnte man erst mal weiterfahren.

Geschrieben

Hallo Christian,

 

Glückwunsch zur erfoglreichen Reparatur. Mein Posting im elweb war eben der Natur dass ich gedacht habe Du wärst längst flott. Ich brauche mein TWIKE täglich, für so eine "Kleinigkeit" dürfen da nicht zwei drei Wochen vergehen! Mein "TWIKE-Partner in meiner Nähe" hat ein "Schlacht-TWIKE" rumstehen, da lassen sich bei Bedarf "Organe" entnehmen um die Rep-Zeit zu überbrücken.

Denke ich an letztes Jahr um die Zeit (kurz vor Sinsheim)- ging mir doch der Umrichter/Lader hops.....

 

Gruß Martin

PS der Matthias Rau hatte so eine kleine Ansammlung an Teilen, denke aber dass er das nicht hält da er jetzt SAM fährt, oder?

  • 2 Jahre später...
Geschrieben

So, da mir hier beim Lesen so einiges bekannt vorkommt klinke ich mich mal ein anstatt ein neues Thema zu eröffnen...

 

Bei mir fing das Problem schon etwa um 2000 a.d. an. Ich hatte beim Einschalten des Abblendlichts wohl einen Spannungsabfall im linken 12V-Stromkreis so das Blinker links, Hupe und Wischer gar nicht gingen und das Licht grob die Leuchtstärke vom Standlicht hatte. Zum Ausgleich gingen im Display die Kontrollleuchten für Fernlicht, Nebelleuchte und Blinker an. Mein damaliger Servicepartner hat so lange an Verkabelung und Sicherung gefummelt bis sich der Fehler in Wohlgefallen aufgelöst hat.

 

Vor ein paar Wochen hatte ich dann wieder das selbe Problem nachdem mir bei Starkregen wohl wieder etwas Wasser in die Elektronik gekommen ist. Auch der Fehler ist nach einigem Kabelwackeln wieder "verdunstet", tauchte aber später immer öfter und schließlich auch bei trockenem Wetter permanent auf. Nachdem ich einmal den Stecker 500 bzw. X2 abgezogen und wohl erst nicht wieder richtig eingesteckt hatte, ging erstmal gar nichts. Sobald ich den Not-Aus rausdrehte gingen besagte drei Kontrollleuchten an und sonst nichts (auch nicht bei Betätigung des Hauptschalters). Ich vermute daher stark einen Wackelkontakt/Kurzschluß im entsprechenden Kabel für die 12V vorne. Ich muss dabei anmerken, dass mein AK-Print ohnehin schon an mehreren Stellen politisch inkorrekte Verfärbungen von Grün zu Braun aufwies, darunter auch beim Stecker 250/X7 und bei 500/X2 der Pin für's Abblendlicht (VM4 und VM5).

 

Soweit die Vorgeschichte. Beim letzten Bkk bin ich dann mit Beifahrer über eine Bodenwelle und dann ging der Spaß richtig los. Erstmal ging wieder das Display unten aus und oben die drei Kontrolllampen an. Der Smart-Pilot hinter mir sagte nachher, das direkt die gesamte Beleuchtung hinten angegangen wäre. Nach ein paar Sekunden gesellte sich auch noch die Hupe hinzu und war selbst durch Drücken des Not-Aus nur vorübergehend zum Schweigen zu bringen. Zum Glück war die Abdeckung nicht festgeschraubt und die beiden Akkustecker entsprechend schnell abgezogen, aber es roch stark nach "Strom" und von VM11 aus Richtung rechts/Kühlkörper wurde es immer brauner mit entsprechend deformierten Kunststoffteilen. VM3 bis VM8 scheinen optisch nichts abbekommen zu haben, nur die Zuleitung vom RN7 zum VM4 schien durch und ich habe sie durch eine Kabelverbindung überbrückt. Die vier eindeutig defekten BUZ71 habe ich getauscht, den Stecker 250 ebenfalls. Dennoch ließ sich das Twike beim letzten Versuch nicht aktivieren. Vorne habe ich alles abgezogen, hinten ist "Christbaum" sobald ich den Akku anschließe und im Display gibt's nur die obligatorische Farbfolge blau-gelb-grün. Ich hab dann notgedrungen ein neues 500/700-Kabel (Autsch! Teuer! Aber bereits hier) und einen neuen AK-Print (Super-Autsch! Steckt noch in der Post) geordert und werde mich damit wohl in den nächsten Tagen wieder nach Leverkusen aufmachen wo mein Twike nach der abenteuerlichen Abschlepp-Aktion steht und dort nochmal mein Glück versuchen.

 

So, ich hab' jetzt zum einen meinen alten AK-Print noch nicht aufgegeben und würde gern im Vorfeld wissen, ob und welche weiteren Bauteile noch kaputt sein könnten und wie ich dies prüfen kann. Ferner mache ich mir noch etwas Sorgen dass vielleicht noch weitere Komponenten (Display, Wechselrichter, DC-DC) was abbekommen haben könnten und/oder das der Fehlerverursacher woanders liegt und ich mir den neuen Print auch gleich wieder schrotte. Hat da jemand hilfreiche Hinweise oder sieht ein Risiko, wenn ich zuerst das neue Kabel mit dem alten Print und dann erst mit dem neuen ausprobiere?

Geschrieben

Hallo Natascha,

 

ich hatte mal die ähnlichen Symptome. Ursache war beim mir ein teilweise durchgescheuertes Kabel vorne auf der Fahrereseite.

Das verursachte einen Kriechstrom, der zu den bekannten Effekten führte.

Allerdings habe ich den Fehler gefunden, bevor größerer Schaden entstanden ist.

Daher mein Tip: auch mal die Kabel überprüfen.

 

Gruß

Heinz-Peter

TW894

 

Geschrieben

Hallo Natascha,

 

ich hatte mal die ähnlichen Symptome. Ursache war beim mir ein teilweise durchgescheuertes Kabel vorne auf der Fahrereseite.

Das verursachte einen Kriechstrom, der zu den bekannten Effekten führte.

Allerdings habe ich den Fehler gefunden, bevor größerer Schaden entstanden ist.

Daher mein Tip: auch mal die Kabel überprüfen...

 

Das war auch meine Vermutung da der Fehler ja nur bei eingeschaltetem Abblend- oder Fernlicht bzw. Lichthupe auftrat und ich zwischendurch auch mal die Situation hatte, das vorne nur das Standlicht anging aber sonst alles funktionierte.

 

Ich habe eben die komplette Verkabelung nach vorne und den AK-Print ausgetauscht und es funktioniert wieder alles bis auf den Rückfahrscheinwerfer (der Wackler war mir bekannt) und die Hupe die ich noch nicht wieder angeklemmt habe. Ach so, und die Kontrolllampe vom Warnblinker ist auch noch nicht angeschlossen...

 

Tja, ich hätte mir zwar eine kostengünstigere Lösung gewünscht, aber wenigstens habe ich wieder was dazugelernt und mein AK-Print hatte ja auch noch andere "Problemzonen". So macht der TÜV-Prüfer wenigstens keine Rolle rückwärts falls er bei der Abnahme doch mal todesmutig einen Blick in die Elektronik wirft...

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