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BMW i3 - Alternative zum TWIKE ?

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Geschrieben

Mit dem i3 bringt BMW ja jetzt vielbeachtet das erste echte Elektroauto der deutschen "Volumenhersteller" auf den Markt - das Echo ist beachtlich, sogar die ZEIT machte sich auf S. 1 mächtig philosophische Gedanken zu diesem Sonderling.

( http://www.zeit.de/2013/32/bmw-i3-elektroauto-oekomobil )

 

Was meint Ihr zu diesem Geschoss - könnte man auf so etwas vom TWIKE umsteigen ?

 

Ich habe da eher Bedenken - sehr löblich zwar die Idee, ein echtes E-Auto zu bauen und nicht nur ein konventionelles Fahrzeug auf E-Antrieb umzupfriemeln, beachtlich auch die Bemühungen um Gewichtseinsparung (Karbon-Karosserie), andererseits ist dann aber doch ein eher plumpes Gefährt mit einer Masse von 1200 kg herausgekommen - und unter 170 PS tut man's bei BMW ja nun auch bei so einer Innovation nicht, es soll ja partout kein "Verzichtsauto" ein, auch wenn's primär als "Megacity vehicle" konzipiert sein soll.

 

Da wird wieder einmal eine pure PS-Zahl zum Maß des Vernügens gemacht, unwissend, welchen Fahrspaß auch schon 3 oder 5 kW verströmen können, wie wir wissen. Auch was ein Stadtauto wirklich ausmachen müsste - geringer Platzbedarf, Übersichtlichkeit, Fußgängerfreundlichkeit - ist hier eher Fehlanzeige. Also wohl eher eine Fortsetzung der unsinnigen Trends des Autobaus zu größer, stärker, schneller statt einen wirklich neuen Weg einzuschlagen....

 

Gut ist es allerdings, wenn BMW so einen deutlichen Kotrapunkt zu dem Abgesang setzt, zu dem sich inzwischen das allgemeine Geraune im Hinblick auf Elektromobilität eingestimmt hat. Audi setzt alle E-Auto-Aktivitäten aus, sogar den R8 e-tron, und zwar, weil man in diesem 150.000 - 200.000 EUR-Renner die 25.000 EUR für den aktuellen Akkusatz für zu teuer hält und so nicht den satten Schnitt machen zu können meint, den man sich wohl eigentlich erhofft hatte - Hasenfüße, kann ich da nur sagen !

 

Also weiter warten und weiter TWIKEn, auf die Pedal-Idee kommen die PS-Freaks sowieso N I E !!!

 

Sonnige Grüße, Bodo

Geschrieben

Hallo Bodo,

 

der i3 hat ein ganz anderes Konzept als ein Twike, der typische Twiker wird hier vermutlich nicht umsteigen, dennoch ist das Konzept des i3 gelungen und hat großes Potential, eine breite Masse die nicht auf den Komfort eines "normalen" Autos verzichten möchte an die Elektromobilität zu führen.

Die Reichweite wird für die meisten Pendler für den alltäglichen Weg zur Arbeit gut ausreichen und durch den geräumigen Innenraum ist er auch Familiengeeignet.

Das Gewicht fällt leider trotz Leichtbaumaßnahmen noch etwas schwer aus, bleibt zu hoffen das in den Köpfen nicht nur der Autobauer, sondern auch der Konsumenten, durch so ein Massenprodukt möglicherweise ein Umdenken ausgelöst wird, das von größer, schwerer, "sicherer" zu leichter, ressourcenschondender und trotzdem sicher geht.

 

Eins dürfen wir nicht vergessen, sollte dieses Massenelektroauto den erhofften Erfolg haben, wird sich hierdurch auch massiv etwas an der Ladeinfrastruktur bewegen und evtl. auch etwas an den Batteriepreisen.

  • 1 Jahr später...
Geschrieben

Hallo Bodo,

 

sicher kann man die Fahrzeuge kaum miteinander vergleichen. Die einzige Gemeinsamkeit ist wohl, dass sie beide elektrisch fahren... dennoch hat mich wie so oft die Neugierde gepackt und ich habe bei dem neuen Angebot von BMW, den i3 für einen Monat zu mieten (für 555 €), mitgemacht. Die Woche Twike leihen in 2012 war teurer! Aber was ist die Exklusivität des Twike schon gegen einen schnöden BMW ;)? Nächste Woche ist es so weit! Dann kann ich mehr berichten. Eines steht heute schon fest, der i3 braucht rund 3x soviel Strom für die gleiche Strecke, bei sportlicher Fahrweise sicher noch mehr. Meine Stromrechnung an der heimischen Dose beträgt rund 60 € im Jahr, das ist mit kaum einem anderen E-Auto zu schlagen. Höchstens noch vom City-El, da ist mir das Twike aber deutlich lieber, zumal ich zu zweit fahren kann :).

 

Viele Grüße

Gregor

Geschrieben

Hallo Gregor,

 

555 Euro für einen Monat i3 - das ergäbe in einem Jahr ja fast 7.000 Euro. Mein TWIKE fahre ich nun seit knapp 6 Jahren, das entspräche den rund 40.000 Euro die ich dafür bezahlt habe. Aber ich hoffe, dass ich es nun im Vergleich zum i3 noch ein paar Jahre "kostenlos" im Sinne "ohne Miete" weiterfahren kann :-)

 

Aber ein anderer Vergleich: Als Firmenangehöriger kann man einen Smart-ED mit 22kw-Lader für rund 220 Euro im Monat fahren. Das Angebot läuft, laut Gerüchteküche, recht gut - und steigert die Zulassungszahlen. Aber wie Du für den i3 schreibst, verbraucht auch der Smart-ED das 2 bis 3-fache an Strom wie das TWIKE. Das ist zwar immer noch umweltfreundlich, aber da ist das TWIKE einfach unschlagbar.

 

Ein günstiges Leih-Angebot ist aber in der jetzigen Zeit nicht unbedingt das Schlechteste und dass die Hersteller nicht Millionen solcher Fahrzeuge verkaufen wollen, die in wenigen Jahren vermutlich technisch veraltet sind (aber natürlich dennoch viele Jahre noch fahren), liegt auch auf der Hand. Der Preis der E-Fahrzeuge wird meiner Ansicht nach in dem Maße sinken, wie sich die Hersteller auch sicherer werden, dass man nicht in wenigen Jahren unzufriedene Kunden als "Werbeträger" damit "verkauft" hat.

 

Let's TWIKE

German, TW900

  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Hallo Gregor,

 

555 Euro für einen Monat i3 - das ergäbe in einem Jahr ja fast 7.000 Euro. Mein TWIKE fahre ich nun seit knapp 6 Jahren, das entspräche den rund 40.000 Euro die ich dafür bezahlt habe. Aber ich hoffe, dass ich es nun im Vergleich zum i3 noch ein paar Jahre "kostenlos" im Sinne "ohne Miete" weiterfahren kann :-)

 

Hallo German,

 

ja klar, ist schon einiges an Geld, aber dennoch OK für 30 Tage, finde ich. Die Probewoche Twike hatte mich mit Fahrertraining in 2012 sogar 600 € gekostet. Das wollte ich nur damit sagen...

 

Nun habe ich gerade die erste längere Strecke (2 x 100 km) hinter mir, und ich muss sagen, schön fährt sich der i3 schon, aber die Reichweitenanzeige spinnt total. Da ist mir die vom Twike schon viel lieber. Ok, die bin ich auch gewohnt, aber trotzdem. Selbst bei 100 km musste ich nachladen und das ist beim i3 eine langwierige Sache. Ladegeschwindigkeit liegt nur so um die 20 km/h bei 3,6 kWh - das ist für so ein Fahrzeug viel zu wenig! Das ist m.E. schlicht unverkäuflich! Einen Schnelllader (CCS) hat 'meiner' nicht. Dann gehen bei AC immerhin ca. 40 km/h und bei CCS 'rauchts' dann richtig: Akku voll in ca. 30 Minuten für weitere 100 km (im Winter).

 

Das Twike lässt sich serienmässig an 16A/230V ja immerhin schon mit etwa 60 km/h aufladen!

 

Morgen fahre ich mal wieder mein geliebtes Twike, freue mich schon drauf :)!

 

VG Gregor

Geschrieben

Kleiner Nachtrag: die Reichweitenanzeige des i3 berücksichtigt auf Grund der gewählten Strecke im Navi eine Geschwindigkeit von 120 od. 130 km/h auf der BAB (genau weiß ichs noch nicht, zumindest mehr, als ich normalerweise fahre). Das ergibt dann die geringere Reichweite... Ich benutze jetzt einfach meine eigene Navi und beachte zusätzlich zu den km die SOC-Anzeige.

 

Hat heute wieder viel Spaß gemacht, mal wieder Twike zu fahren :D.

Geschrieben

Hallo Gregor,

 

ich kann Dich gut verstehen. Ist ja auch sehr wichtig, dass man den eigenen Standpunkt immer wieder hinterfragt. Ich hatte auch schon mehrfach den Smard ED zum Test. Das erste Mal noch im Angebot mit Leihbatterie und Schnarchladung. Dann mit Kaufbatterie aber immer noch Schnarchladung. Und schließlich dann mit Kaufbatterie und 22kw-Lader. Aber selbst der eigentlich attraktive Preis dieser Variante hat mich letztlich (noch) nicht überzeugt, weil: Zuhause brauche ich keine 22kw-Ladung und hätte auch nur einen 11kw Anschluss, der zudem im Worst-Case meine ganze Garage, Außenbeleuchtung, Gartenteich, etc. lahmlegen könnte, weil alles insgesamt nur mit 3 x 16A abgesichert ist. Unterwegs sind die 22kw-Lademöglichkeiten noch extrem spärlich und mit den häufiger vorhandenen 11kw braucht der Smart zum Laden immer noch etwa genauso lange wie das TWIKE an einem der milliardenfach vorhandenen einphasigen 3,6kw-Schuko-Steckdosen. Selbst wenn man aus Schuko-Sicherheitsgründen nur mit 10A lädt ist das immer noch ok.

 

Ich sehe es so: Auch wenn man sich im TWIKE manchmal als winzige Schnecke vorkommt die unbequem rumholpert und man sich nach einer bequemen Sänfte à la Tesla-S sehnt, das TWIKE ist und bleibt einfach etwas ganz Besonderes :-)

 

Viel leichter wäre es allerdings, wenn das TWIKE deutlich günstiger wäre und dadurch mehr TWIKEs unterwegs wären. Dann käme man sich manchmal nicht so als einsamer Kämpfer vor und käme weniger oft ins Grübeln, ob man wirklich richtig unterwegs ist ;-)

 

Let's TWIKE

German, TW900

Geschrieben

Danke für diese sehr gute Diskussion die mir aus dem Herzen spricht!

Ich kann mich grundsätzlich mit allen E-Autos/Fahrzeugen anfreunden. Mir scheint aber wichtig dass die Wegstrecke dem Fahrzeug auch entspricht resp. das Fahrzeug der Wegstrecke. Hier habe ich wegen Umzug aktuell ein bisschen ein Problem mit dem TWIKE und E-Auto da ich entweder durch einen langen stinkenden Tunnel muss (oft mit Stau) oder diesen umfahre was jedoch die Fahrzeit verdoppelt und auch dort ist oft reger Verkehr...So macht das TWIKEn wie auch Autofahren einfach nicht viel Spass!

Wäre noch der öffentliche Verkehr mit 3x Umsteigen zur Auswahl. Fahrzeit wie beim TWIKE aber ich kann noch mal was lesen, e-mail schreiben etc...

So überlege ich mir aktuell eine Alternative mit einem S-Pedelec. Würde heissen: 15-20km mit dem S-Pedelec zum nächsten grösseren Bahnhof, dann mit Direktzug zur Arbeit. Vorteil: Zum grossen Teil abseits der stinkenden Strassen, kein Stau, Fitness. Muss das aber erst mal noch etwas austesten :)

 

Mit macht das TWIKE vor allem Spass auf ruhigen Strassen mit wenig Verkehr. Etwas was sich leider in ballungsgebieten fast nicht mehr finden lässt.

Würden jedoch hauptsächlich E-Fahrzeuge unterwegs sein, so wäre zwar das Stauproblem nicht ganz weg, aber immerhin die Luft um einiges besser!

TWIKEige Grüsse,

Stefan

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  • 4 Wochen später...
Geschrieben

Hallo zusammen,

 

nachdem ich den i3 am Freitag wieder bei BWM auf den Hof gestellt habe, nun hier mein Fazit:

 

Schon ein tolles Auto, aber mit dem Twike nicht zu vergleichen. In den gut 4 Wochen bin ich knapp 1000 km gefahren und dabei haben mir viele Dinge gefallen, manche aber auch nicht. Hier im Detail (hier und da dennoch mit "Vergleichen" zum TWIKE gespickt):

 

Was mir am i3 sehr gefallen hat:

• sehr angenehmes, sehr leises und einfaches Fahren (fast) nur mit dem Fahrpedal bis zum Stand (in der Ebene und am Berg)!

• Anfahren am Berg kinderleicht, da der i3 nicht gegen die eingestellte Fahrtrichtung rollt.

• toller Anzug, wenn man mal etwas mehr ‚Strom‘ gibt! Lässt jeden Stinker stehen, wenn man will, sehr gute Elastizität, nie der falsche Gang (da es keine gibt ;)! Etwas mehr Leistung wünsche ich mir manchmal auch beim TWIKE, aber 115 kW müssen es nicht gleich sein ;)

• „Kriecht“ zwar nicht wie andere E- oder Automatikfahrzeuge wenn man ohne „Gas“ den Gang eingelegt hat, ist dafür aber im niedrigen Leistungsbereich sehr gut mit dem Fahrpedal dosierbar! Nur so ist Fahren mit 1 Pedal möglich. Das gleicht es mehr als aus

• viele Naturmaterialien im Innenraum, dadurch m.E. angenehmes Raumklima

• kein Zündschloss-Gefummel, Komfort-Zugang hatte mein i3 aber nicht

• gute Übersicht im Verkehr durch etwas höhere Sitzposition

• SOC-Anzeige (Balken) ist zuverlässig (der km-Anzeige habe ich nicht ganz so über den Weg getraut)

• Vorklimatisierung und Heizen beim Laden möglich

• Über App am Handy steuerbar (klappte leider bei mir nicht, auch nach 4 Wochen noch ungelöstes Problem :( ). Für's TWIKE soll's ja auch eine SMS-Steuerung geben, aber leider m.W. nur für dreifels-Controller?!

• Supergutmütiges und leichtes Fahren auf angefrorenen Straßen, man merkt kaum, dass es glatt ist - kann das TWIKE aber auch, wenngleich es bei gefrorenen Schneespuren wegen des geringen Gewichts doch so seine Probleme hat, die Spur zu halten.

 

Das fand ich eher mittelprächtig:

• Verbrauch ist trotz moderater Fahrweise etwas höher als erwartet, könnte aber an den Winterreifen, der aktuellen Witterung (mäßiger Gebrauch der Heizung notwendig) und geringer Erfahrung mit dem i3 liegen (Nachtrag: mit etwas mehr Übung weniger geworden,von 18 auf ca. 15 kWh/100 km). Verbrauch ab Netz overall: 20,5 kWh. Hier ist das TWIKE einfach unschlagbar!

• für meinen Geschmack etwas arg harte Federung (fast wie beim TWIKE ;) )

• Startknopf und Schaltung je nach Lenkradstellung nicht gut zu sehen

• Eingelegter Modus (‚Gang‘) wird im Display nicht angezeigt, nur auf Schalthebel bei entsprechender Lenkradstellung sichtbar. Kopfverrenkungen teilweise nötig

 

und das fand ich nicht so toll:

• Eingebaute Navi eigenwillig, wirkt sich auf Reichweitenanzeige aus, verwirrt mich (vielleicht auch einfach noch ungewohnt)

• etwas klobige Fahrzeugform, eigenwilliges Design (wenn schon eigenwillig, dann richtig, wie beim TWIKE :) !)

• geringes Platzangebot auf der Rückbank, Gefahr des Kopfanstoßens am Schloss der hinteren Türen beim Ein-/Austeigen

• keine AHK möglich

• schwache Basisaustattung (kein Tempomat, keine Sitzheizung, keine Schnellladung), kein autom. Einklappen der Spiegel, dafür hoher Einstiegspreis (> 35 k€)

• umständliches Handling beim vorzeitigen Ladeende (Stecker blockiert). Warum ist das nicht über das Menü oder den Schlüssel machbar?

• Technik: Permanentmagnet-Synchronmotor (benötigt Neodym)

• dass die hinteren Türen andersrum aufgehen ist v.a. dann unpraktisch, wenn wenig Platz vorhanden ist. Nach 4 Wochen haben wir uns etwas dran gewöhnt. OK, wenn genug Platz. Daher verschoben von „Geht gar nicht“ in nicht so toll. Das Problem hat man beim TWIKE ja nicht, dafür suboptimal bei starkem Regen (war aber bei mir in 1,5 a noch nie ein Problem)

 

und das ging (für mich) gar nicht:

• in meiner Ausstattung AC-Ladung mit nur 3,6 kW (sonst auch nur max. 7,4 kW üb. 1 Phase!), dadurch sind Strecken über 150 km am Stück (im Winter) nicht in annehmbarer Zeit machbar

(Zusatzausstattung CCS wegen geringer Verbreitung auch nur wenig besser. Käme dann sehr auf die Strecke an, ob machbar. Aktuell m.E. nur CCS & Rex praktikabel für längere Strecken. Dass es besser geht, zeigt der ZOE mit AC bis 43 kW, ohne Rex! Und natürlich das Twike mit etwa 60 km/h Ladegeschwindigkeit, sogar noch ausbaufähig mit Zusatzladern!)

 

Ab jetzt fahre ich wieder Twike und freue mich drauf :).

 

Viele Grüße

Gregor

Geschrieben

in der aktuelle "Fachzeitschrift für Elektromobile und solare Mobilität" vom BSM ist ein recht kritischer aber durchaus lesenswerter Leserartikel zum I3. Darin wird vor allem der schlechte Service/die schlechte Kommunikation BMWs und der mangelhaften Software eingegangen.

 

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