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Umbau auf LiFePo4 unter Einsatz des Lithiumate-Lite Controllers

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Geschrieben

Hallo liebes Forum,

dieser Thread schließt sich inhaltlich an den Thread "LiFePO4 Lithiumakku selbst gebaut" an, soll aber vornehmlich den Einsatz des dort erwähnten Batterie-Management-Systems "Lithiumate-Lite" zum Ihnhalt haben.

Ich bin frisch gebackener Twiker. Mein Schätzchen hat noch alte NiCd-Akkus, die dem Tode schon sehr nahe sind. Mein Plan ist der Umbau auf LiFePO4 Zellen und der Einsatz des amerikanischen Lithiumate Lite controllers. Dieser ermöglicht ein echtes BMS mit allen Zellen, verlangt dafür aber die alleinige Kontrolle über den Lade- und den Entladevorgang. Beim allerersten Einsatz testet dieser Controller zwei Dinge. Erstens, ob er das Batterieladegerät ein- und ausschalten kann und zweitens, ob er bei Bedarf den Fahrtregler per Lastabwurf abschalten kann. Erst wenn beide Tests bestanden sind, geht der Controller in den normalen Modus über und kann verwendet werden. Beim Twike sind das Ladegerät und der Fahrtregler aber ein und dasselbe Gerät, was die Einbindung etwas schwieriger macht, als es der Schaltplan des Herstellers beschreibt. Hier könnte ich noch ein paar gute Ideen gebrauchen, wie man das am besten umsetzt, ohne die Twike Elektronik zu sehr zu stören.

 

Markus

Geschrieben
  • Autor

Also dann:

Vorab möchte ich sagen, dass ich das Energex Projekt kenne und auch schon mit Markus Walser Kontakt hatte. Die Realisierung diese Projekts erfordert aber fortgeschrittene Elektronikkenntnisse. Ich habe zwar schon einige Schaltungen gelötet, aber noch nie mit SMD Chips gearbeitet und auch noch keine Platine selbst geätzt. Daher habe ich mir ein Schema überlegt, dass die alten NiCd-Batterieprints weiter nutzt und mir einige Gedanken gemacht, wie man den Einbau des Lithiumate-Controllers realisieren könnte. Die beigefügten Schaltpläne möchte ich hier gerne zur Diskussion stellen.

 

Mein Akku soll aus 119, seriell verbundenen Zellen bestehen, wobei diese in 7 Blöcken zu je 17 Zellen zusammengefasst werden. Jeder Block ist von seinen Nachbarn trennbar und separat ausbaubar. Für den Lithiumate Controller erscheint jeder Block als sogenannte "bank", also als eine logische Kette von BMS chips. Für das Twike erscheint jeder Block als Teilspannung, die von zwei parallel geschalteten NiCd-Batterieprints überwacht werden. Das Twike glaubt also, es hätte nach wie vor zwei NiCd-Akkus. Nominell ergeben sich damit folgende Werte: Nennspannung=393 V, maximale Ladeschlussspannung=435 V und minimale Abschaltspannung=310 V. Ich habe die Twike Software Version 5.25 im Einsatz. Hierin möchte ich die Ladeschlussspannung auf 425 V und die minimale Abschaltspannung auf 315 V setzen, also "Luft" nach unten und oben lassen. Dann sollte der Twike Controller stets alleine werkeln dürfen, ohne dass ihm der Lithiummate Controller ins Handwerk pfuscht. Die Zeiten für die Ausgleichsladung und die Nachladung würde ich in der Twike Software auf Null setzen und die U-Ladung durch eine maximale Ladezeit beenden. Im Grunde ähnelt mein System also den ersten Prototypen von Dreifels. Auch dort wurden alte NiCd-Prints verwendet. Die Zellzahl beträgt bei Dreifels 120. Der Dreifels Controller kann aber kein Ballancing durchführen und die Zellen werden nicht einzeln überwacht. Das Ballancing geschieht bei Dreifels blockweise, mit einem externen Ballancer.

 

Im Folgenden habe ich verschiedene Zustände beschrieben, in denen der Lithiumate-Controller und der Twike Controller zusammenarbeiten müssen.

 

 

Fahren:

Der Not-Aus-Schalter hat ausgedient. Er bleibt immer an, wie bei der Dreifels Lösung. Er dient lediglich noch als echter Not-Aus für den Twike Wechselrichter. In Serie mit dem Not-Aus-Schalter sitzt ein Relais, das vom Lithiumate-Contoller gesteuert wird. Ergänzt wird das System um ein Zündschloß, dass den Lithiumate-Controller mit einer separaten 12 V Batterie verbindet und damit einschaltet. Sobald der Lithiumate-Controller also 12 V bekommt, geht er davon aus, dass man fahren möchte. Er gibt 12 V auf einen Ausgang, der bei diesem Controller als "Discharge OK" bezeichnet wird. Damit aktiviert er zwei Relais. Relais 1 schließt die Batterie wieder an den Twike Ladeprint an. Das zweite Relais hat eine Anzugverzögerung und schließt einige Sekunden später den Not-Aus Kreis und der Twike Bordcomputer fährt hoch.

 

 

Laden:

Der 220 V Stecker wird zuerst mit dem Lithiumate-Controller verbunden. Sobald dieser 220 V sieht, geht er davon aus, dass man laden möchte. Er fragt den Ladezustand der Batterie ab und aktiviert einen 12 V Ausgang, der "Charge OK" genannt wird. Dieser aktiviert über drei Relais das "Ladegerät". Relais 1 sitzt direkt vor dem Wechselrichter im 220 V Kabel, aber hinter dem Abzweig zum Lithiumate Controller. Der Lithiumate Controller hat also immer Netzspannung sobald der Stecker in der Steckdose steckt. Der Wechselrichter bekommt aber erst 220 V, sobald der Lithiumate Controller das Relais anzieht. Dadurch kann der Lithiumate Controller je nach Ladezustand der Batterie nachladen, wenn er es für gegeben hält. Der Stecker kann in der Steckdose bleiben. Relais 2 sitzt in der Leitung zwischen dem Twike Ladeprint und dem Ladeeingang des Lithiumate Controllers. Es wird zusammen mit Relais 1 aktiviert, wobei Relais 1 aber eine Anzugverzögerung hat. Sobald der Lithiumate-Controller den Ladevorgang starten möchte, verbindet er zuerst die Batterien mit dem Twike-Ladeprint. Nach einigen Sekunden zieht dann Relais 2 an und aktiviert die 220 V Versorgung des Wechselrichters. Relais 3 schließt derweil den Not-Aus-Kreis. Der gesamte Ladestrom fließt jetzt vom Wechselrichter zur Batterie durch den Lithiumate-Controller hindurch. Dadurch kann dieser den Ladezustand berechnen. Natürlich muss der Strom danach noch durch die zwei alten NiCd-Batterieprints hindurch.

 

 

Ballancing:

Wie der Lithiumate-Lite Contoller das Balancing wirklich macht, steht in der online Dokumentation leider nicht drin. Aber in einem Video (http://liionbms.com/php/tutorials.php# , Three charging stages) beschreibt ein Mitarbeiter, dass das Ballancing nach der I-Ladung und vor der U-Ladung erfolgt. Dazu wird das Ladegerät mehrfach an- und ausgeschaltet und erst wenn die Zellen ausballanciert sind, erfolgt die U-Ladung. Soll der Akku also gebalanced werden, würde ich die Ladeschlussspannung in der Twike-Software manuell wieder auf 435 V hoch setzen und eine lange U-Ladezeit einstellen. Danach übernimmt der Lithumate die Kontrolle. Schlimmstenfalls könnte sogar jeder Teilblock des Akkus separat mit einem 65 V Netzteil gebalanced werden, ähnlich wie bei Dreifels. Nach dem externen Ballancen würden die Blöcke dann wieder seriell verschaltet und an den Twike Batterieprint angeschlossen. Dieser hätte inzwischen natürlich inzwischen sein Programm vergessen und müsste es vom Wechselrichter erst wieder bekommen.

 

 

 

Lastabwurf:

Den Lastabwurf würde ich in zwei Stufen realisieren. Stufe eins: Batterie ist ziemlich leer: ein Relais überbrückt den Bremslichtschalter und das Twike geht in den Humpelmodus, wie beim Anfahren mit angezogener Bremse. Stufe zwei: Die Batterie ist völlig leer: Ein Relais trennt den Not-Aus-Kreis und ein zweites Relais mit Abfallverzögerung trennt nach einigen Sekunden die Batterien ab, nachdem der Twike Bordcomputer heruntergefahren ist. Wobei hoffentlich weder Stufe 1 noch Stufe 2 jemals gebraucht würden, da der Twike Bordcomputer ja vorher eingreifen soll. Die Stufe 2 ist auch gleichzeitig das Verfahren, das nach jeder Fahrt durchlaufen wird, um die Batterien vom Twike zu trennen und das Twike abzuschalten, nur halt nicht unter Last. Die Stufe 2 könnte jedoch unter Umständen aktiviert werden, wenn die Batterien randvoll sind und das Twike rekuperieren will. Dies wiederum kann aber nur nach einer Ballancing-Ladung passieren, da ansonsten die Batterien niemals ganz voll werden.

 

 

Aus:

Die Traktionsbatterie wird von allen Verbrauchern getrennt, außer von den NiCd-Batterieprints. Diese Kröte werde ich wohl schlucken müssen. Man könnte sie natürlich auch abtrennen, aber dann müsste vor jeder Fahrt zuerst das Programm wieder neu vom Wechselrichter in die Batterieprints geladen werden. Das macht wahrscheinlich wenig Spaß. Dieses Problem könnte man durch eine kleine Stützbatterie auf dem NiCd-Print beseitigen, die den Microcontroller permanent mit Spannung versorgt, aber wo schließt man die an? Das Board braucht intern offenbar sowohl 12 V als auch 5 V, die von einem eigenen DC/DC Wandler geliefert werden. Weiß jemand von euch mehr darüber?

 

 

Anbei habe ich mal drei Skizzen zu den drei Zuständen (Laden, Fahren, Lastabwurf) gemacht.

 

http://www.123upload.de/image.php?id=38f1bcc76826d558051b094c0ec98bb1

http://www.123upload.de/image.php?id=6b13b09091d6af5fd7d9a8eca3ba9030

http://www.123upload.de/image.php?id=dc76495bd9eb1272a2c473c32b93e0c1

 

 

Geschrieben

Hallo Markus,

 

so ähnlich hät ich´s auch gemacht. Aber ich hatte nicht die Muße alles zu lesen und zu überdenken. Vergess nicht die Dioden und Entstöhrdrosseln.

Gruß

Nowar

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Hallo Zusammen

 

Also wenn ich das Umbauvorhaben lese dann wird es mir Schwarz vor Augen.......

Also ich habe auch auf LIFEPO4 umgebaut, genauer die A123 20ah Zellen. Eine schicke Sache. Aber so einen Aufwand wie TW 174 betreiben will habe ich nicht gemacht, und habe ein super Ergebnis. Mal abgesehen davon dass ich bezwifle dass dies so funktioniert. Wenn ich mir anschaue wir heikel die Ansteuerung des TW-Umrichter ist, glaube ich nicht, dass das dauernde ein- und Ausschalten des Umrichters mittels Trennung des Netzstroms zum Erfolg führt. Erstens ist es nicht optimal für den Umrichter und zweitens "hängen sich der Umrichter und die Batterieprints auf". Spätestens nach dem 5 Schaltvorgang. Zudem ist das eine nicht unerhebleiche Last die da geschalten werden muss, welches eine enorme Belastung für das Relais darstellt.

 

Nur so als Idee erkläre ich wie ich das gestrickt habe. Ich habe den Akku (120 Zellen a 3.3V (a123 lifenanophosphat)) mit einem BMS verbunden welches 120 Zellen balancen kann mit einem Strom von 1A. Daür waren 240 Adern erforderlich je 2 pro Zelle. Eine Sense und eine Resistor Leitung.

Als der Akku fertig gebaut war habe ich mit einem kleinen externen Ladegerät ( für wenig Geld in Fernost zu erhalten (300-460V regelbar)) sauber gebalanced. Den Akku habe ich ins Twike eingebaut und die Ladespannung des Umrichters auf 425V eingestellt. Das heisst die Akkus werden zu 95% durch den Umrichter geladen. Nach erreichen der Ladespannung durch den Umrichter wird dieser abgeworfen und der Zusatzlader kick rein. Dieser ladet den Akku bis 438V dies sind 3.65V pro Zelle. Das BMS kann den Zusatzlader steuern, das heisst er kann den Ladestrom von 2A auf 0.6A reduzieren wenn die kritische Spannung von 3.65V bei der Ersten Zelle erreicht wird. Wenn alle Zellen auf 3.65V sind, sprich alle Wiederstände einmal kurz angesprungen sind wirft das BMS auch den Zusatzlader ab.

Meine Zellen verhalten sich so gutmütig, dass im Ladevorgang mit dem Umrichter keine Zelle 3.65V übersteigt. Und der Ausgleichvorgang dauert max. 5 min bei einem Strom von 0.6A.

Was will uch damit sagen? Es geht ganz einfach und ohne viel Kaubelverhau. Nur eine Sache ist der Schlüssel zum Erfolg. Setzt auf hochwertige Zellen.....

 

Gruss Phil

Geschrieben
  • Autor

> Also ich habe auch auf LIFEPO4 umgebaut, genauer die A123 20ah Zellen.

> Eine schicke Sache... Setzt auf hochwertige Zellen.....

 

 

Hallo Phil,

Hut ab! Die A123-Zellen sind wahrscheinlich das Beste was man an LiFePO4 Zellen kaufen kann. Hätte ich einen Modellhubschrauber, würde ich mir sicher auch welche kaufen. Diese Zellen sind sehr hochstromfest, was angeblich an einem patentierten Nanomaterial liegt. Aber im Twike sind die Ströme doch lange nicht so hoch wie im Modellbaubereich. Bei einem 15 Ah Akku sind das selbst beim Beschleunigen gerade mal 1,3 C. Im Dauerbetrieb liegt bei mir der Strom bei etwa 8-9 A, das wären dann etwa 0,6 C. Das ist für LiFePo4 Zellen nicht gerade eine Herausforderung. Ich habe verschiedene Zellentypen gegeneinander getestet (A123 waren aber nicht dabei) und habe bei Headwayzellen bei 1,4 C Dauerlast konstante Spannungen von etwa 3,1 V pro Zelle über gut 80% der Entladezeit gemessen. Wieviele Ladezyklen eine Headwayzelle gegenüber einer A123 Zelle überlebt, darüber kann wohl nur die Zeit entscheiden.

 

> Wenn ich mir anschaue wir heikel die Ansteuerung des TW-Umrichter ist,

> glaube ich nicht, dass das dauernde ein- und Ausschalten des Umrichters

> mittels Trennung des Netzstroms zum Erfolg führt...

 

Warum heikel? Zwischen Stecker und Wechselrichter sitzt im Twike nur ein Relais auf dem Ladeprint und das Herausziehen des Steckers beim Ladebetrieb ist laut Twike-Bedienungsanleitung nicht schädlich, sondern der normale Weg vorzeitig einen Ladevorgang zu beenden.

 

> zweitens "hängen sich der Umrichter und die Batterieprints auf".

 

Warum? Der "Wechselrichter" ist ein Computer, wenn man den einschaltet, bootet er (falls alles o. k. ist). Was allerdings interessant wäre, ist die Frage, wie oft der LithiumamteLight Controller wirklich so einen Ein- und Ausschaltvorgang initiiert. Ich habe beim Hersteller genau danach gefragt und nur die Information bekommen, dass es kein minimales oder maximales Intervall gibt. Das hängt wohl sehr von der Batterie, bzw. deren Asymetrie ab wie lange es dauert, bis der Balancer alle Zellen auf einem Niveau hat. Aber Du hast recht, zu kurz hintereinander sollte das Ein- und Ausschalten nicht passieren.

 

> und zweitens "hängen sich der Umrichter und die Batterieprints auf"

 

Der Umrichter kann sich nicht großartig aufhängen. Sobald der stromlos ist, ist das Programm weg. Jedenfalls, wenn das Wiedereinschalten so lange dauert, bis er heruntergefahren ist. Aber genau danach hatte ich den Hersteller ja gefragt.

Auch die Batterieprints müssen sich nicht aufhängen. Ich weiß mittlerweile, wie man die Dinger extern mit 5 V versorgen kann, sodass sie sogar komplett von der Hauptbatterie abgeklemmt werden könnten und nie mehr Booten müssen. Während des (Dauer)-Ladevorgangs im Winter könnte also ein mini-DC/DC Wandler die Dinger vom Netz aus versorgen. Nachteil beim Fahrbetrieb: die Batterieprints ziehen pro Stück etwa 40 mA, da ist eine Stützbatterie schnell leer wenn das Twike mal für 2 Wochen stillsteht, ohne in der Steckdose zu stecken.

 

> Zudem ist das eine nicht unerhebleiche Last die da geschalten werden muss,

> welches eine enorme Belastung für das Relais darstellt.

 

Was für eine erhebliche Last? Mein Wechselrichter zieht im Normalbetrieb 6,5A aus dem Netz. Das ist für ein Wechselstromrelais ein Klacks. Ich habe neulich erst ein Relais gesehen, das die doppelte Last alle 5 Minute geschaltet hat und selbst nach 15 Jahren noch tadellos funktionierte (o.k. ich geb' zu, es sah schon ziemlich schwarz von innen aus). Aber bei Wechselstrom gibt es wegen des Nulldurchgangs der Spannung keinen großen Abreißfunken. Das sollte kein Problem sein.

Ganz anders verhält es sich natürlich mit den Gleichspannungs-Lastrelais. Aber die wiederum würden bei meiner Schaltung fast immer nur stromlos geschaltet werden. Nur im Falle eines Lastabwurfs bei nicht gewollter Rekuperation müsste das Relais unter Last öffnen.

 

> Nur so als Idee erkläre ich wie ich das gestrickt habe.

> Ich habe den Akku (120 Zellen a 3.3V (a123 lifenanophosphat))

> mit einem BMS verbunden welches 120 Zellen balancen kann mit

> einem Strom von 1A. Dafür waren 240 Adern erforderlich je 2 pro Zelle.

> Eine Sense und eine Resistor Leitung.

> Als der Akku fertig gebaut war habe ich mit einem kleinen externen Ladegerät

> ( für wenig Geld in Fernost zu erhalten (300-460V regelbar)) sauber gebalanced.

 

 

Bingo! Das klingt doch wirklich gut. Das Bessere ist der Feind des Guten. Könntest Du vom BMS und vom Ladegerät bitte Typ und Bezugsquelle nennen? Das würde sicher viele hier interessieren. Aber warum hast Du 240 Adern verwendet? Hätten 121 nicht auch gereicht? Die (zentralen) BMS-Systeme, die ich kenne, verwenden immer nur eine Leitung pro Zellverbindung. Der Pluspol der einen Zelle ist ja mit dem Minuspol der nächsten Zelle sowieso verbunden. Vielleicht könnte man bei deinem System ja jeweils oben am BMS eine Brücke legen, dann spart man die Hälfte der Spaghetti.

 

> Was will uch damit sagen? Es geht ganz einfach und ohne viel Kaubelverhau...

 

Na ja, 240 Kabel sind schon eine ganze Menge. Übrigens ist genau das der Punkt, der das Lithiummate System einfacher macht. Dort sind die Module dezentral ausgelegt. Also an jeder Zelle sitzt ein Modul und nur ein einziges Kabel verbindet die Module mit ihren Nachbarn. Bei meinem Vorschlag wären das also immer 17 Module in Reihe und daher nur 14 Kabel für 119 Zellen.

 

Ich würde mich sehr freuen mehr Details Deines Systems zu erfahren.

 

Gruß,

 

Markus

Geschrieben

Hallo Markus

 

Mich interessiert der Punkt an dem Du die Controller mit 5 V Stützspannung speist.

Ich habe bei meinem Twike einen Hauptschalter installiert der die Stromversorgung ab Akku direkt kappt.

Nachteil, beim erneuten Aufstarten muss der Umrichter die Software in die Controller laden, da deren Speicher

stromlos flüchtig ist.

Bei deiner Lösung mit einer kleinen Stützbatterie für die Controller, würden Diese die Software behalten.

Damit liesse sich das komplette stromlos schalten des Fahrzeuges beim Parken realisieren.

Beim Fahren werden Sie dann wieder aus dem Umrichter gespiesen, und der Stützakku nachgeladen.

 

Ich wäre froh wenn Du ein Schaltbild, oder Fotos auf denen man die betreffenden Kontakte erkennt senden könntest.

 

Besten Dank im Voraus

 

Dirk

Geschrieben
  • Autor

Hallo Haegar,

etwa in der Mitte des Batterieprints sitzt an der unteren Kante ein DC/DC-Wandlerchip vom Typ LM78L05. Der macht aus 12 V am Eingang 5 V am Ausgang. Die 12 V stammen von dem DC/DC Wandler in der Mitte, der aus 400 V Batteriespannung 12 V macht. Der Eingang des LM78L05 Chips liegt rechts, der Ausgang liegt links. Der Pluspol ist jeweils der obere Pin, die Masse liegt auf den beiden mittleren Pins, die gebrückt sind. Die beiden unteren Pins sind nicht belegt. Das Datenblatt gibt's hier: [url=]http://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/9035/NSC/LM78L05.html[/url].

Da man aber an die linken Beinchen des Chips nicht so gut ran kommt, eignen sich die hier angegebenen Punkte besser zum Löten:

 

http://www.123upload.de/image.php?id=3c65f274b9d772237a3280e8db73ad8b

 

Ich habe dan die bezeichneten Stellen +5 V und Masse gelegt und dann die Batteriespannung abgetrennt. Nach dem Wiederanklemmen der Batteriespannung war das Programm noch aktiv und die Kommunikation mit dem PC lief wieder.

 

Der LM78L05 Chip in der Mitte versorgt den ganzen Logikteil des Batterieprints mit Spannung. Außerdem legt er jeweils ein Beinchen der Temperatursensoren auf +5V. Deshalb ist es auch so gefährlich, wenn man an denen einen Kurzschluss verursacht. Wenn man beim Aus- und Einbau des Prints aus der Batterie mit den Beinchen der Temperatursensoren eine Teilspannung der Batterie berührt, dann fließt die höhere Spannung über die +5 V Leitung in alle Chips und die brennen alle miteinander durch.

Auf dem Batterieprint gibt es noch einen zweiten LM78L05 Chip. Der sitzt links unten und versorgt den RS485 Bus-Chip und die Optokoppler, die den RS485 Bus vom Rest des Batterieprints trennen.

 

Viele Grüße,

 

Markus

 

 

  • 11 Monate später...
Geschrieben

Hallo zusammen,

 

meine LI-Umbau ist nach lager Zeit endlich auch soweit, dass es an die Integration ins Twike geht. Ich habe das Elithion Lithiumate Pro BMS und die Lösung von Markus mit den vielen Relais scheint auch mir zu kompliziert. Eigentlich möchte ich die Batterie mit den Spannungsgrenzen der Twike-Einstellung zwischen 20% und 80% Ladung betreiben und gehe davon aus, dass gewisses Balancing auch in diesem Bereich funktioniert ohne in die benannte Volladung zu müssen.

Das BMS wird an die 12V-Versorgung vom Twike angeschlossen und soll nur Notfälle durch Abschaltung verhindern. Dazu müsste doch eigentlich ein 3-poliges (schaltet L,N,PE) Relais reichen, dass zwischen den Ladestecker gesteckt wird:

a) Überladung verhindern

Wenn das BMS Ladungsende signalisiert öffnet das Relais. Das hat den gleichen Effekt als wenn der Stecker gezogen wird. Ansonsten bleibt alles eingeschaltet. Selbst wenn das BMS dann wieder einschalten sollte geht die Ladung weiter mit der Twike-Meldung "Ladung wurde unterbrochen" o.ä.

b) Tiefentladung verhindern

Wenn beim Fahren der Stecker aus der Ladeanschlusskupplung rutscht (Erdkontakt getrennt) gibt es eine Fehlermeldung und man kann nicht weiter fahren (meine ich mich zu erinnern). Damit ist der Hauptverbraucher "Motor" sofort abgeschaltet. Ansonsten ist man ja anwesend und kann den Rest manuell abschalten.

Ok, ist vielleicht nicht Laien-sicher, aber letzlich fahre nur ich mit dem Twike. Was meint ihr dazu?

 

Schöner wäre es natürlich, wenn man einen Steuereingang des Wechselrichters verwenden könnte um abzuschalten. Aus der beigefügten Beschreibung bin ich aber nicht schlau geworden.

 

Gruß, Hendrik

 

Geschrieben

Hallo

 

Ich bin nicht so ein Freund von vielen Relais, die doch eine nicht unerhebliche Last schalten und eine Fehlerquelle darstellen.

Wieso nicht das BMS in den Sicherheitskreis einschlafen und mit dem Notaus verbinden? Beim Laden fährt dann der Umrichter herunter und wenn das LI-BMS wieder freigibt, dann fährt der Lader wieder hoch.

Und beim Fahren einfach eine Statusled, die angeht (evtl. mit einem Summer gekoppelt) die dir anzeigt dass eine Zelle in die Knie gegangen ist. Das mit dem Sicherheitsleiter im Ladekabel finde ich persönlich super gefährlich. Wenn du irgendwo auf einer Kreuzung oder einem Bahnübergang stehst, kann dich das gehörig äppeln. Und bis der Umrichter wieder hochgefahren ist können schon mal 10-15 Sekunden vergehen.

Wenn die Zelle die Spannung unterschreitet isch sie ja noch nicht leer, sondern unterschreitet nur bei dem aktuellen Energiebezug die Spannungsschwelle. Wenn du dann mit weniger Strom weiter fährst, dann ist alles im Grünen bereich. Und zu dem Die Zellen sich nicht kapputt, wenn sie 2.5V unterschreiten......

 

Phil

Geschrieben

Hallo Phil,

 

äppeln werde ich mich nicht lassen. Man ist ja ruckzuck aus dem Twike ausgestiegen und hat es weiter geschoben im Falle des Gaus. Normalerweise hat vorher die Twike-Unterspannungseinstellung schon Schluss gemacht. (Ich will mit dieser ja nur bis 10-20% entladen um die Lebensdauer zu maximieren.) Außerdem hat das PRO-BMS noch einen Füllstandsanzeiger und die Möglichkeit einen Vorab-Warnton anzuschließen.

Den Vorschlag mit dem Notauskreis finde ich nicht optimal, weil dann auch die 12V des Twike weg fallen, die das BMS versorgen sollen solange das Twike eingeschaltet ist. Wer soll dann wieder einschalten? Oder ich bekomme eine Endlosschleife: Relais öffnet - 12V-Spannung weg - BMS aus - Relais schließt - 12V da - BMS an - Ladeende - Relais öffnet .... und so weiter.

Den Ladestrom per Relais zu schalten sollte kein Problem sein - ist ja nur schnöder Wechselstrom.

 

Interessiert wäre ich an einer eleganteren Lösung, die z.B. an den Wechselrichter des Twike anschließt. Wie wird denn dort die Konstandspannungsladung mit abnehmendem Strom geregelt? Das Elithion PRO BMS bietet einen 0-5V Ausgang, der den Ladestrom runter fahren kann. Wenn man den irgendwo sinnvoll anschließen könnte wäre das prima.

 

Gruß, Hendrik

 

Geschrieben

Sorry, ich hatte das falsche Handbuch zum Wechselrichter erwischt.

Dieses scheint mir das richtige zu sein.

 

Gruß, Hendrik

Geschrieben

So Leute,

 

jetzt habe ich genug über dem Manual gebrütet. Für mich sieht es so aus, dass der Umrichter bezüglich der I- und U-Ladung rein von der Software gesteuert wird (Anschlüsse SIO+ und SIO-). Da gibt es keinen analogen Eingang, der nutzbar wäre um den Lade- oder Entladestrom zu beeinflussen.

 

Gruß, Hendrik

 

PS.: Anbei übrigens noch der Schaltplan der Hauptplatine...

Geschrieben

Den Vorschlag mit dem Notauskreis finde ich nicht optimal, weil dann auch die 12V des Twike weg fallen, die das BMS versorgen sollen solange das Twike eingeschaltet ist. Wer soll dann wieder einschalten? Oder ich bekomme eine Endlosschleife: Relais öffnet - 12V-Spannung weg - BMS aus - Relais schließt - 12V da - BMS an - Ladeende - Relais öffnet .... und so weiter.

Den Ladestrom per Relais zu schalten sollte kein Problem sein - ist ja nur schnöder Wechselstrom.

Gruß, Hendrik

 

Hallo Hendirk,

also bei meinem TWIKE sind die 12V immer da, auch beim Betätigen des Notaus.

 

Ich baue mir auch gerade einen neuen Akku mit Überwachung auf. Geplant ist dann eine Akkustische Warnung bei Über / Unterspannung mit einer 10sec. verzögerter Notausabschaltung.

Gruß

Christian

Geschrieben

Hallo Hendrik,

 

Sorry, ich hatte das falsche Handbuch zum Wechselrichter erwischt.

Dieses scheint mir das richtige zu sein.

 

Das Handbuch beschreibt die Original-Version des Umrichters, wie er "ab Stange" von TB Wood's verkauft wurde. Im Twike befindet sich jedoch eine Variante dieses Umrichters, bei welcher sowohl die Hardware als auch die Software modifiziert wurde.

 

Beim Twike wird ein Teil der Steuerung des Ladevorgangs durch den Umrichter erledigt, gewisse Aufgaben sind an den Akkuprint ausgelagert. Der Ladestrom kann via RS485-Bus geregelt werden, indem der Akkuprint (bzw ein BMS) entsprechende "Telegramme" an den Umrichter schickt. Verschiedene Akkucontroller-Lösungen (z.B. Dreifels DFC10, evtl auch das Energex Projekt) nutzen diesen Weg. Etwas Triviales wie einen Analog-Eingang zur Ladestrommessung am Umrichter gibt es leider nicht.

 

 

Gruss,

Florian + TW415

Geschrieben

Eine Variante wäre es, mit dem Relais bei Unterspannung die Bremsleuchte anzusteuern. So stoppt die Beschleunigung des Twikes. Trotzdem bleibt die Elektronik hochgefahren.

 

Geschrieben

Noch was

 

Hat jemand eine Liste der Telegramme auf der RS485 Schnittstelle. Damit könnte man gewisse werte Auslesen bzw. auch beeinflussen mit einem simplen RS485 I/O Modul...

 

Liebe Grüsse

Josef

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Hallo Josef,

eine ganze Reihe der Telegramme (alle?) findest Du im Energex Projekt. Schau zum Beispiel mal in die Datei boot-sequence.odt im Ordner \trunk\mediator\doc. Im Energex Projekt gibt es auch ein Programm namens QTwikeAnalyzer, das macht ganz genau das, was Du suchst. Es klinkt sich über einen RS485 Adapter in den Twike-Bus ein und protokolliert den Bus-Verkehr mit.

 

Viele Grüße,

 

Markus

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