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Weltreise

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Geschrieben

Guten Tag Liebe Twike-Freunde

 

Meine Frau und ich möchten eine längere Reise mit einem Twike unternehmen. Wir haben noch kein Twike angeschafft, verfolgen aber die Informationen auf den Homepages seit einigen Jahren. Natürlich haben wir viele Fragen und beginnen mit den ersten paar jetzt.

 

Da das Höchstgewicht mit 450 Kg angegeben wird, stossen wir nach Leergewicht Twike, 2 Personen (135 Kg), Batterie, Gepäck und Ersatzteile schnell an diese Limit. Kann man das Höchstgewicht um ca 30 - 40 Kg überschreiten? Was wäre eine realistische Gesamtweite bei diesem Gewicht und sparsamer Fahrt (wir haben ja Zeit) und den besten Batterien?

 

Wir wissen, dass man für die Batterieladung rund 5m2 Solarzellen benötigt um sie aufzuladen. Kann man durch weniger Solarzellen (Flach/Biegsam) nicht wenigstens teilweise die Batterien laden, so dass die Gesamtweite vergrössert werden kann? Oder so dass wir bei einem Ruhetag nicht auf eine Stromtankstelle angewiesen sind?

 

Wir haben noch tausend andere Fragen, aber erstmal eines nach dem anderen.

 

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten

 

Liebe Grüsse

peperoni

 

Geschrieben

Hallo peperoni,

 

Weltreise mit dem TWIKE - Du machst einen ja richtig neidisch :-)

 

Mit 35.000 km in 16 Monaten konnte ich meine Weltreise bisher leider nur auf dem Weg zur Arbeit hin- und herpendeln - aber das hat schon toll Spass gemacht.

 

Bei meinem TWIKE sind 492 kg Gesamtgewicht eingetragen. Ich glaube dieses Maximalgewicht gilt zumindest für alle neuen TWIKEs. Jeder zweite Pkw, der vollgeladen in Urlaub fährt ist übrigens heutzutage überladen, weil die Hersteller nur einen Ecktyp wiegen und jede Zusatzausstattung Mehrgewicht bedeutet. In einem Rahmen von 10% ist das bei Prüfungen wohl auch akzeptabel.

 

Betreffend dem TWIKE empfehle ich wegen dem Gewicht und für lange Fahrten folgende Reifen:

 

Vorne statt 2,25 einen 2,5 Reifen, der bei neueren TWIKEs bereits alternativ eingetragen ist. Diese haben einen höheren Gewichtsindex (z.B. 41J statt 39J) und halten viel, viel länger. Aktuell fahre ich seit 8.000km vorne einen Pirelli 2,5 und der hat noch mindestens 50% Restprofil. 15.000km würde ich daher erwarten. Ein normaler 2,25 (z.B. Maloja) hält im Sommer nur 4.000km im Winter bis zu 6.000km. Kleiner Nachteil, das Lenken geht im Stand bei breiteren Reifen etwas schwerer.

 

Hinten sind 2,5 Standard oder 80x80 (entspricht 3,15 Zoll). Die 2,5 Reifen halten nach meiner Erfahrung kaum 5.000km, die breiteren 80x80 sind hingegen sehr laut. Aktuell fahre ich einen Heidenau K31 3,0 x 16 48P. Durch den deutlich höheren Lastindex (48 statt 46) und höheren Geschwindigkeitsindex (150km/h-P statt 100km/h-J) hat der Reifen große Reserven. Er fährt sehr leise, federt super, ist sehr robust und hält (voraussichtlich) sehr, sehr lange. Aktuell bin ich damit 3.000km gefahren und man sieht noch die kleinen Noppen wie beim Neureifen. Ich denke, dass der mindestens 10.000km halten wird. Der 3.0 muss allerdings eingetragen werden, was aber durch den eingetragenen 80x80 kein Problem ist.

 

Auf manches unnötiges Gewicht kann man auch verzichten (z.B. sind Radio und Lautsprecher unnötig; besser ist ein kleines Radio mit mp3-Player und Ohrstecker).

 

Mit meinem 24Ah-Akku plane ich bei langen Strecken maximal 120km, besser nur 100km ein. Die Reichweite ist bei Volladung und vollgeladenem TWIKE und normalen Temperaturen zwar mindestens 150km, aber für 100km fährt man über Land schon 2 Stunden, so dass eine Pause auch gut tut. Und Reserven schaden nicht bzw. lade ich bis 100km auch nur mit Normalladung, also 390V, so dass die Batterie geschont wird.

 

Mit einem Solarpanel am TWIKE habe ich keine Erfahrung. Meine PV-Anlage habe ich lieber auf dem Hausdach. Marcus Maier z.B. hat ein solches Panel am TWIKE.

 

Viel Erfolg bei der weiteren Planung.

 

German, TW900, 24Ah LiMn

Geschrieben

Hallo peperoni,

 

Willkommen im Forum :)

 

Die Weltreise im TWIKE habe ich mir auch schon mal überlegt. Inzwischen fehlt mir aber die Zeit. Aktuell ist ein TWIKE gerade auf Weltreise, Details findest du auf der Projekt Webseite: http://www.projet-icare.ch/home.html

 

Die Initianten laden ihr TWIKE ebenfalls mit einer mobilen Solaranlage auf, der Aufwand um dies zu realisieren ist jedoch nicht zu unterschätzen.

Ich denke es wäre einfacher den Strom auf z.B. dem Hausdach zu produzieren. Inzwischen verstehen diesen Vorgang auch die Meisten, der Bankomat lässt grüssen. :)

 

Das Mitführen von Solarzellen ist meistens nicht sinnvoll da das zusätzliche Gewicht die Effizienz verschlechtert und die extra gewonnene Energie meistens wieder zunichte macht. Für Projekt- und Oeffentlichkeitsarbeit eine interessante Sache, aber nicht alltagstauglich.

 

Wie von German schon erwähnt sind 100km mit neuen Lithium-Batterien kein Problem. Man hat sogar meistens noch Reserven. Sind die 100km gefahren ist sowieso eine Pause nötig, da TWIKE fahren auch müde machen kann.

Man muss schon voll bei der Sache sein (ähnlich wie beim Motorradfahren), da es doch einige Zeitgenossen gibt die eigentlich besser nicht am Verkehr teilnehmen sollten (gelinde ausgedrückt). Das macht natürlich müde. Und dann ist auch noch der Aspekt des reduzierten Komforts.

Eine Tagesetappe von über 200km ist mit einem neuen Twike zwar problemlos, aber bei normaler Verkehrsdichte auch genug. Will man täglich fahren, sind 100-150 km die obere Limite, werden Ruhetage eingeschaltet sind auch grössere Tagesetappen möglich...

 

Wohin genau solls denn gehen? Weiterhin viel Spass bei der Planung!

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Geschrieben

Hallo Twiker

 

Danke für die Informationen. Also das mit dem Gewicht scheint kein Problem zu sein. Wenn wir mit einem Gesamtgewicht von 500 - 520 kg noch rumfahren können, sollte uns das eigentlich reichen. Vollgepackt durchschnittlich 100 km sind auch schon mal nicht schlecht. Klar wären uns 200 km lieber, aber vielleicht kommt uns ja die Topographie, der Rückenwind und unsere Fitness entgegen, um mal eine längere Etappe ohne Stromzapfstelle zu überbrücken. Unser Problem wird nicht die einzulegenden Pausen sein, sondern die Distanz, wo keine Stromzapfstelle vorhanden sein wird.

Also das mit der Solarladung ist deshalb eher gedacht, weil wir vermutlich eben nicht alle 100-200 km eine Stromzapfstelle finden werden. Wenn wir wenigstens mit einer leichten biegsamen Solarzelle einige Kilometer laden könnten, hätten wir die Sicherheit, dass wir fast überall durchkommen würden. Zeit werden wir genug haben, um auch mal ein paar Tage in der Wildnis zu überleben und die Batterien so aufzuladen. Oder ist das schlicht weg nicht möglich?

 

 

Gruss peperoni

 

 

Geschrieben

Hallo,

 

wie schon geschrieben kann mann etwas Reichweitenerweiterung mit PV erwirken, eventuell so viel wie durch mittreten, also ca 200 Watt bei einem guten Modul. Die angesprochenen flexiblen Module wie für den Boostbereich sind zwar leichter aber wenn man z.B. damit das Dach beklebt gibt das max 50-80Wpeak. Dazu noch den DCDC-Wandler ums auf die Batt-Spannung zu bringen abzüglich Wirkunsgrad - das bringt nichts.

 

Für eine Volladung in der "Wildniss" bräuchte es je nach Akkuaustattung so ca. 10kWh, das generiert bei optimalen Bedingungen (supersonnig den ganzen Tag, unbewölkt/nicht verschattet) eine Anlage mit 2kWpeak, bei normaler Technologie sind das fast 20 Quadratmeter Generatorfläche, also mehr was für die Garage!

 

 

Schau Dir mal das Fahzeug mit PV/Batterieanhänger vom Lois Plamer an!

http://www.solartaxi.com/

 

Gruß Martin

Geschrieben

Hallo

 

Das mit den Solarzellen können wir also vergessen. Wäre ja zu schön gewesen und hätte uns so eine Unabhängigkeit gegeben. Da wir aber so leicht wie möglich reisen und keinen Solartrailer mitschleppen wollen, müssen wir die Lage neu überdenken. Never mind. Steine sind da um aus dem Weg geräumt zu werden. Der Etappenplan müsste also so gestaltet werden, dass die 100 bis 120 km von Stromzapfstelle zu Stromzapfstelle reichen. Vielleicht tut sich ja noch was mit den Akkus bis zu unserer geplanten Abreise im Jahre 2012/2013.

Noch eine Frage in Sachen Service hätten wir. Können die nötigen Service-Arbeiten, welche wir nicht selber ausführen können, von irgendeinem Mechaniker/Elektriker unterwegs ausgeführt werden?

 

Besten Dank

Gruss peperoni

 

 

Geschrieben

Hallo,

 

ja wollte Euch da auch keinen Wind aus den Segeln nehmen, aber das mit der Sonne als Steckdosenersatz klappt so eben nicht direkt, vor allem wenn sie dann mal nicht scheint wo es keinen Ladehalt gibt!

Generell sollte man die eigenen Ruhepausen (ich fahre ungern nachts, erst recht in unbekannten Gebiet) mit den Ladepausen kombinieren, d.h. hier muß man sich schon einen Netzzugang suchen.

Apropo wer weiß das genau, gibts überall so ca. 230 Volt Wechselspannung?

 

Der Service beim TWIKE ist theoretisch selbst zu machen, was aber bei so langen Touren alles anfällt kann man nicht planen, außer Reifen. Das Gewicht spielt hier auch eine große Rolle, nicht nur für die Reichweite und das Handling, es belastet alle Komponenten und erhöht Verschleiß bzw. reduziert die Haltbarkeit.

 

Es gibt schon einigen Berichte über Fahrten ans schwarze Meer, Nordkapp usw., da wurde mit recht neuen TWIKES gefahren, wg. Service mal in Rostenhal nachfragen (auch wg. Gewährleistung wenns ein Neues werden soll).

 

Insgesamt würde ich empfehlen erst mal mit dem Twiken anzufangen um Gefühl dafür zu bekommen, auch für Reichweite und Erfahrungen bei kleinen Problemen oder der Wartung.

 

Gruß Martin

 

 

 

Geschrieben

ts, ts, tssss - ohne jede TWIKE-Erfahrung gleich auf Weltreise gehen ?

 

Das finde ich aber sehr mutig - ich würde euch jedenfalls dringend empfehlen, das TWIKE eine ganze Zeitlang vor dem geplanten Reiseantritt anzuschaffen und dann mal möglichst ein Jahr vorher im täglichen Gebrauch zu benutzen - es gibt da allerhand, woran man sich erst mal gewöhnen muss, was anders ist als in einem konventionellen Fahrzeug, und da ist Erfahrung m.E. ganz wichtig ! Gerade das Ladeverhalten ist ohne einige Erfahrung ziemlich schlecht einzuschätzen, da sind gerade am Anfang ziemliche Unsicherheiten zu erwarten, aber im täglichen Umgang mit dem Fahrzeug lernt man das ganz gut einzuschätzen.

 

Z.B. würde ich nie auf die Pedale hoffen, wenn's mit der Ladung mal ganz am Ende ist, schon gar nicht mit einem 500 kg-Gefährt - meiner Erfahrung nach ist es da besser, auszusteigen und zu schieben, das geht viel besser als strampeln.

 

Und mit den Ladestellen wäre ich doch mittlerweile auch viel optimistischer - ihr braucht doch nur eine Steckdose, und sowas sollte so ziemlich überall verfügbar sein, wo Menschen wohnen, also nur keine Panik.

 

Viel Erfolg!

Geschrieben

Hallo Twikers

 

Wir wissen schon, dass das Vorhaben nicht so einfach wird, aber wir leben nach folgendem Prinzip:

 

Das Wichtigste eines Vorhabens ist der Mut es anzufangen, dann der Mut Schwierigkeiten, die auftreten, zu meistern und schliesslich der Mut nicht aufzugeben egal was passiert. Die anderen sagen hinterher: „Du hast Glück gehabt!“

 

Wir waren schon auf mehreren monatelangen Reisen. Einmal mit einem Fahrrad, dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und letztesmal mit einem 4x4. Da wir immer wieder neue Herausforderungen suchen, sind wir bei der Suche nach einem Transportmittel auf das Twike gestossen. Wir werden demnächst mal eine Probefahrt machen, dann den "Führerschein" bei einer Twike-Station und später mal ein Twike mieten. Falls es mal eine günstige Gelegenheit gibt, werden wir auch ein Twike anschaffen und uns danach entscheiden, ob es als unser neues Transportmittel geeignet ist.

Die Reiseberichte haben wir übrigens alle gelesen. Auch die Gebrauchtfahrzeugeseite kennen wir. Wie gesagt, wir verfolgen die Twike-Szene seit etwa 2 Jahren.

Danke für all die guten Tips und Hinweise. Wir werden sicherlich demnächst mit weiteren Fragen im Forum erscheinen.

 

Gruss peperoni

 

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