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Erfolglose Crowdfundings für neue Elektroautos

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Geschrieben

Von erfolgreichen Crowdfunding-Kampagnen hört man oft, auch im Automotive-Bereich. Lieferbare Fahrzeuge resultieren daraus jedoch kaum. Wie kommt das? Eine Analyse.
 

Dank Crowdfundings konnten in jüngerer Zeit Projekte verwirklicht werden die vor dem Internet-Zeitalter undenkbar gewesen wären. Eine Branche die sich mit dieser Finanzierungsart jedoch enorm schwer tut, ist die Fahrzeugbranche. Die Geschichte der letzten Jahre ist reich an gescheiterten Projekten. Gleichzeitig sind es auch Funding-Projekte mit vergleichsweise hohen Summen. Die Verlierer solcher Projekte sind vor allem die Investoren. Sie verlieren meist die komplette Summe. Investitionen in solche Projekte bergen also ein enorm hohes Risiko.  

Ein aktuell heiss diskutiertes Projekt ist die Finanzierung des Solar-Autos Sion von Sono Motors. Die lange Liste von nicht erfolgreichen Fundings ist ernüchternd. Braucht es für einen besseren Schutz der Investoren allenfalls neue Regeln? Wie viele Crowdfundings sollten vom gleichen Unternehmen gestartet werden dürfen und in welchem Zeitrahmen? Müssten die definierten Funding-Ziele allenfalls zuerst besser auf Umsetzbarkeit geprüft werden? 

Aktuelle Projekte auf der Kippe

2023 - Sion von Sono Motors - Das wohl bekannteste aktuelle Crowdfunding-Projekt. Die Community rund um den Sion ist stark und Sono Motors baut aktuell Validierungsfahrzeuge. Das Unternehmen beschäftigt bereits über 400 Mitarbeiter und hat dadurch eine relativ hohe Cash-Burn Rate. Ziel der aktuellen Community-Kampagne ist das Einsammeln von über 100 Mio. Euro um den Sion näher an die Serienproduktion zu führen. Waren die Preis- und Produktionsvorstellungen beim Projektstart noch unrealistisch, so hat sich diesbezüglich viel bewegt. https://sonomotors.com/de/financial-transparency/
Für den Produktionsstart werden jedoch zusätzliche Beträge in Millionenhöhe von grösseren Investoren nötig sein. Aktuell sieht es jedoch so aus, dass die aktuelle Kampagne das Finanzierungsziel verfehlen wird. Die Möglichkeiten der Community sind weitestgehend ausgeschöpft. Diskussionen dazu gibt es auch in unserem SION Forum

2023 - TWIKE 5 - Das TWIKE 5 sollte bereits 2014 auf den Markt kommen. Die Produktion musste aber immer wieder wegen mangelnder Finanzierung verschoben werden. 2019 konnte eine über längere Zeit geführte Sammelaktion immerhin 2 Mio Euro generieren und es wurde beim Erreichen dieser Schwelle der Produktionsbeginn in Aussicht gestellt. Das Fahrzeug war jedoch noch mitten in der Entwicklung und der Produktionsbeginn wurde einmal mehr verschoben. Mit der aktuellen Kampagne wurde zwar nochmals über eine Million Euro eingesammelt, für den Produktionssatrt sind jedoch weitere 5 Millionen nötig. Auch hier wurden die Möglichkeiten (und die Geduld) der Community bereits voll ausgeschöpft. 

2023/2024 - XBUS - Der XBUS, ein Kleinbus der L7e Kategorie, soll ab 2024 in Produktion gehen. Ein fahrbarer Prototyp existiert bereits. Durch ein Crowdinvesting konnten bislang 1.2 Mio Euro gesammelt werden. Produziert werden soll der XBUS durch einen Auftragsfertiger. 
https://investment.electricbrands.de/projects/973-xbus-made-in-germany-with-love/emissions/1247-xbus-endfaellig
Die angepeilten Funktionalitäten des Fahrzeuges sind sehr interessant, es wird viel in Aussicht gestellt. Die grosse Hürde wird die Machbarkeit und die Produktion sein. Der Auftragsfertiger wird eine Produktion allerdings erst starten wenn die nötigen Werkzeuge und Maschinen finanziert sind. 

Teilweise erfolgreiche Projekte

2022 - Podbike - Das norwegische Start-Up hat sich 2016 zum Ziel gesetzt, ein modernes Velomobil zu konstruieren. 2022 hätte die Serienproduktion anlaufen sollen. Das tat sie, allerdings nur in einer Kleinserie und zu einem deutlich höheren Preis als ursprünglich angedacht. Das Projekt, das Fahrzeug in grösseren Stückzahlen zu produzieren, ist vorerst aufgeschoben. Dazu wären Produktionsanlagen in der Grössenordnung von ca. 10 Mio. Euro nötig. In der letzten Funding-Runde wurde über 1.3 Millionen Euro von über 400 Investoren eingesammelt. Ob es je zu einer Grossserie kommen wird ist unsicher. Die grösseren Investoren wollen zuerst eine Kleinserie sehen, bevor weitere grössere Investitionen in eine Produktionsanlge gemacht werden. Info-Link:
https://www.crowdcube.eu/companies/podbike/pitches/bk82aq?country=DE

2023 - Lightyear 0 - Das niederländische Unternehmen baut aktuell bei VALMET den Lightyear 0 in Kleinserie, ein mindestens 150'000 Euro teures Solarauto. Über Crowdfunding wurden über 5 Mio. Euro eingesammelt. Die Firma stellt mit dem Lightyear 2 ein günstigeres Nachfolgemodell in Aussicht. Um dieses in grösserer Stückzahl zu produzieren, müsstenallerdings ähnliche Summen wie bei Sono Motors aufgebracht werden. 

Gescheiterte Projekte

In den letzten gut 10 Jahren gab es eine Reihe von Fahrzeugentwicklungen die massgeblich durch die "Community" resp. Crowdfunding finanziert wurden.

2011 - Aptera Motors - Das amerikanische Start-up sammelte im Jahr 2008 24 Million von Google und anderen Investoren ein. Insgesamt 2000 Interessenten und kleine Investoren steuerten ingesamt eine Million USD bei. 2011 ging das Unternehmen pleite. 2019 wurde das Unternehmen von den gleichen Gründern nochmals neu gegründet. Zur Geschichte von Aptera Motors. https://de.wikibrief.org/wiki/Aptera_Motors

2020 - Uniti - Das schwedische Start-Up plante ein dreisitziges Leichtfahrzeug auf den Markt zu bringen. Ein ansprechendes Design gepaart mit innovativer Technik und attraktivem Preis sollten es richten. Crowdfunding Summe 4.3 Millionen. Quelle: https://www.crunchbase.com/organization/uniti-sweden-ab#:~:text=How much funding has Uniti,Sweden has raised %244.3M .

Weitere Projekte - Sondors EV - über 500'000 USD von über 700 Investoren gesammelt. Das war zuwenig um Vorserienfahrzeuge herzustellen. Gemäss  Hersteller wäre der Aufbau einer Produktion auf 15 Millionen USD zu stehen gekommen. 

Zitat

"Ein Prototyp bauen ist nicht schwer. Eine Produktion aufbauen hingegen sehr."
CEO eines bekannten Unternehmens in der Emobility Branche.


Fazit 

Um eine Serienfertigung im PKW Segment zu etablieren und um die Fahrzeuge danach zu marktüblichen Preisen verkaufen zu können, sind enorme Summen (> 500'000 Euro) und hohe Produktionszahlen nötig. Crowdfunding-Kampagnen die sich vor allem auf möglichst viele kleine Investitionen potentieller Endkunden abstützen sind im besten Falle nur eine Ergänzung zu den tatsächlichen Kosten die für den Aufbau und den Betrieb einer Serienfertigung nötig sind. 

Zwei Beispiele: Als Tesla 5000 Fahrzeuge/Monat produzieren konnte, war die entscheidende Hürde geschafft. Ein anderes Beispiel kommt aus China: Startup Leapmotor hat 2022 über 100'000 Elektroautos produziert und verkauft. Um profitabel zu werden, muss sich diese Zahl mindestens verdoppeln.   

Im L7e Segment ist eine Produktion etwas günstiger zu erreichen, da die Fahrzeuge meist auch deutlich einfacher aufgebaut sind. Aber auch in dieser Sparte erreichen die Kosten von Fertigungslinien schnell 30-60 Millionen Euro. Für sehr kleine Serien reichen meist auch kleinere und günstigere Produktionsstätten. Allerdings gilt: je kleiner die Serie, desto teurer der Fahrzeugpreis.

Aufgrund der geringen Erfolgsquote der Projekte unterstützen private Investoren aus der Community im Endeffekt vor allem die Konzeptidee, Entwicklung, das Marketing sowie angestelltes Personal, ohne jedoch am Ende auch wirklich ein Fahrzeug zu erhalten. Mein Eindruck ist, diese Realität wird von Geldgebern aus der Community oft verdrängt. Vielleicht auch deshalb weil die Gründer und Initianten meist viel in Aussicht stellen? Braucht es bei Crowdfunding Projekten im Kfz-Bereich von Beginn weg mehr Transparenz? Wie seht ihr das?
 

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Geschrieben

Hätte Sono Motors bereits vor 6 - 9 Monaten mehr in ihr Marketing investiert, so hätte man nun eine höhere Anzahl an Reservierern, einen höheren Bekanntheitsgrad und eine bessere finanzielle Situation.

Mittlerweile ist der Sion zumindest in den Fachzeitschriften präsent. Der Normalbürger kennt jedoch weder das Unternehmen noch das Fahrzeug.
Bei den Events der Tour durch Deutschland sind nach wie vor praktisch keine Medien anwesend.

Sono Motors läuft die Zeit davon.

Ich bin jedoch überzeugt, dass sich hier bereits Investoren in Position bringen, um das Konzept zu übernehmen. Das Auto wird kommen. Allerdings dann nicht mehr zu diesem Preis, da diese eine höhere Rendite fordern werden.

Es wäre bei so einem weitentwickelten Produkt jetzt auch mal an der Zeit, dass hier unsere Politik mal unterstützt!

Heute kam die Meldung, dass China bei der Exportmenge im Automobilbereich Deutschland überholt hat - herzlichen Glückwunsch! Nicht die Elektromobilität kostet Arbeitsplätze in der Automobil- und deren Zulieferindustrie, sondern die Gier der Konzerne, welche nur noch margenoptimierte Premiumfahrzeuge bauen möchten und die unzureichende Förderung von StartUp-Unternehmen wie Sono Motors, welche die Lücke im mittleren Segment schließen möchten. Die chinesische Automobilindustrie nimmt das Angebot gerne an.

 

 

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb Sionic:

Hätte Sono Motors bereits vor 6 - 9 Monaten mehr in ihr Marketing investiert, so hätte man nun eine höhere Anzahl an Reservierern, einen höheren Bekanntheitsgrad und eine bessere finanzielle Situation

Meiner Ansicht nach hat es Sono Motors völlig verkackt. Sie haben eher zuviel in Marketing investiert als zu wenig. Sono Motors war bisher auch sehr erfolgreich in der Geldbeschaffung. Das Projekt hätte tatsächlich zum Laufen  kommen können. Warum ist es nicht? Ich sehe hier 2 Hauptgründe:

1. Wurde das Geld für den Sion gegeben. Sono Motors hat damit aber angefangen Solarpanels für andere Anwendungen zu entwickeln

2. Haben sie die Firma aufgebläht. 400 Mitarbeiter ohne Cash Flow? Das ist eine Geldverbrennmaschine. Sie werden dieses Jahr noch Konkurs gehen wenn nichts geschieht, denn sie verbrennen pro Monat rund 4 Millionen. Dabei hatten sie eigentlich recht geschickt schon 300 Millionen eingesammelt. Viel mehr wird nicht gehen, da müssten sie neue Märkte erschliessen. Darum waren sie in den USA - ob das den erhofften Erfolg gebracht hat mag ich bezweifeln, denn das ist nicht so einfach. Die Amis ticken anders.

Insgesamt einfach sehr schade.

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Danke @Karlsson, das waren zwei aussergewöhnlich spannende Projekte die ich auch verfolgte. Speziell der Loremo hatte sehr viel Aufmerksamkeit in der immer grösser werdenden EV Community. Das Projekt war leider sehr schwach finanziert was letztlich das Aus bedeutete. Insgesamt gab es ca. 4.3 Mio EUR an Förderung. 2.3 Mio kamen vom Land NRW, weitere 2 Mio. von einem Investor aus Malaysia. Gab es bei Loremo auch die Möglichkeit, sich als kleiner Privat-Investor sich zu beteiligen? 

Beim Mindset kam das Geld vor allem von Lorenzo Schmid, einem Investor aus der Schweiz. Um die ersten 1500 Fahrzeuge zu produzieren gab es eine Investitionsvereinbarung in der Höche von über 180 Mio Dollar mit der US-amerikanischen Finanzierungsgruppe Global Emerging Markets (GEM). Schluessendlich klappte es jedoch doch nicht...Interessannte Infos zum Mindset:
https://www.land-der-erfinder.ch/tag/schweizer-elektroauto/

Bei beiden Projekten wurde die Community nur sehr begrenzt finanziell beteiligt. Die grossen Crowdsharing Plattformen wie Indiegogo gab es noch nicht oder standen erst am Anfang ihrer Blüte.
Sie sind der Hauptgewinner der vielen Crowdfundings im Automotive Bereich.  

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Geschrieben

Ach so Crowdfunding.... ich hatte das jetzt mehr allgemein als Startup verstanden. Wie es finanziert wird ist mir ja als Endkunde egal.

Da fällt mir noch gerade das Projekt von Dyson ein. Das war auch mal stark gestartet, der Chef hat dann aber auch frühzeitig die Reißleine gezogen.

Auch gab es immer wieder Spekulationen über ein Apple Auto (hab von der Firma jetzt ein iPhone... nee danke, nicht noch mehr Apple Produkte 😂). Da hörte ich, dass Foxcon wohl über eine Fertigung nachdenkt, muss aber nicht unter der Führung von Apple sein.

Wenn wir in den nächsten Jahren hier neue Modelle noch unbekannter Marken sehen, dann werden das wohl überwiegend bereits etablierte Marken aus Asien sein (zB BYD), für die sich hier aber bislang keiner interessierte, weil die bislang hier bekannten Marken einen hohen Standard setzten.

Bei Elektroautos sind die hier etablierten aber auch noch eher am Anfang ihrer Lernkurve (Software bei VW...der MEB Baukasten ist kaum da und schon wieder abgekündigt...) und dadurch gab es überhaupt eine Lücke für Tesla.

Aber die Lücke schließt sich langsam und Newcomer wie Tesla brauchen verdammt viel Geld. Also ich halte das sofern es nicht um teure Manufakturfahrzeuge (die im Straßenbild aber nie eine Rolle spielen werden) für sehr unwahrscheinlich, dass aus einem Crowdfunding nochmal etwas für die Massen relevantes wird.

BYD & Co sind da eine ganz andere Nummer.

Geschrieben

Ich würde mir hier von der deutschen und europäischen Politik deutlich mehr Engagement wünschen.

Von der Leyen, Habeck, Söder - alle sonnen sich in glorifizierenden Aussagen zum „Green Deal“ und ein Projekt wie der Sion, der nun bereits zu Zulassung hat bekommt 3 Mio (in Worten „drei“!!!) an Fördergelder!

https://www.br.de/mediathek/video/quer-02022023-krawall-auerhahn-schulprojekt-mit-handicap-bulldog-statt-buero-av:63972be3817bca0008b83f30

Ich kann mich als Bürger und Steuerzahler mittlerweile schon gar nicht mehr darüber aufregen, sondern nur noch fremdschämen. 🤦‍♂️ 
 

Besonders schade für die verlorenen Arbeitsplätze in der Automobilindustrie, da wir den Markt der Mittelklassewägen den ausländischen Produzenten förmlich aufdrängen.

Ich komm finanziell noch durch, aber nachfolgende Generationen dürfen diese Misswirtschaft ausbaden.

Unser örtlicher BMW-Händller vertreibt nun bereits BYD-Modelle, da BMW nichts Vergleichbares anbieten kann.

Herzlichen Glückwunsch Deutschland! 😔

Ich kann nur hoffen, und davon bin ich auch überzeugt, dass ein vernünftiger Investor bei SonoMotors einsteigt und sich mit den ersten Millionen nicht gleich ins Weltall schießt, sondern weitere nachhaltige Modelle produziert.

Das ist was die Welt wirklich braucht!

Geschrieben
  • Autor
Am 4.2.2023 um 09:20 schrieb Sionic:

Unser örtlicher BMW-Händller vertreibt nun bereits BYD-Modelle, da BMW nichts Vergleichbares anbieten kann.

Ja, da ist tatsächlich etwas schiefgelaufen. Im Kleinwagen-Segment sieht es noch verheerender aus. Da gibt es kaum noch attraktive und günstige E-Modelle. Einzige Lichtblicke aus Europa sind da der Renault 5. Der ID.2 wird wohl fast schon etwas gross. Ein Teil dieser Lücke wird wohl von Fahrzeugen aus China gefüllt werden. 

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Geschrieben
Am 4.2.2023 um 09:20 schrieb Sionic:

esonders schade für die verlorenen Arbeitsplätze in der Automobilindustrie, da wir den Markt der Mittelklassewägen den ausländischen Produzenten förmlich aufdrängen.

Welche Modelle meinst Du denn? Unsre Autoindustrie verkauft doch gerade wie blöde. Von großen Entlassungen hab ich da jetzt nichts gehört.

Klar fehlen Kleinwagen und vernünftigere Modelle. Stattdessen sehe ich vor allem diese SUV Schwemme von Stadt-Radpanzern. Aber das ist bei dem ausländischen Marken nicht anders. Mitsubishi hat fast nur noch SUV. Toyota, Mazda, Suzuki haben Elektro komplett verpennt.

Der einzige derzeit für mich interessante Kombi ist der Opel Astra. Irgendwie schon deutsch....weiß nicht wo der gebaut wird. Mein französisches Auto kommt aber auch aus Spanien. Dafür will BYD Elektroautos in Deutschland bauen, finde ich auch okay. Teslas kommen ja mittlerweile auch aus Deutschland (leider nur SUV. Mein Model 3 kam aus China).

Aber wenn man sich unseren Markt so ansieht ist VW mitsamt seinen ganzen Marken doch ziemlich gut vertreten.

Peinlich finde ich dagegen langsam Nissan, die waren mal vorne und haben dann so extrem nachgelassen. Auch Renault hat lange die Füße hochgelegt. Der Megane kam total spät und R4 ,R5 lassen weiter auf sich warten, auch wenn es wenigstens endlich mal um kleine Fahrzeuge geht.

Also ich werfe dem gesamten Markt seine Fokussierung auf SUV, die ich total schwachsinnig finde und die als Elektroauto noch weniger Sinn machen,  vor. Aber dass das ein speziell deutsches Phänomen wöre, kann ich nicht erkennen.

Auch sehe ich gerade keinen Verlust von Arbeitsplätzen. Ich arbeite zwar bei keinem Automobilhersteller, aber Produkte meiner Firma verbauen wohl quasi alle Hersteller weltweit und wir haben schon eher ganz gut zu tun und es verdienen viele Leute viel Geld. Kenne auch divese Leute bei verschiedenen deutschen Autoherstellern, denen ist auch nicht langweilig.

Würde mich natürlich auch freuen wenn Sion auch mal ein paar Teile abnehmen würde, aber auch wenn es besser gelaufen wöre ginge es da ja nicht um wirklich Masse.

Geschrieben

Im Moment macht sich der Arbeitsplatzabbau auch noch gar nicht bemerkbar, da aktuell der Verbrenneranteil ja noch deutlich höher ist.

Wenn sich die deutschen Automobilbauer aber nur noch auf wenige margenträchtige Premium-SUV-Modelle konzentrieren machen sie zwar mehr Gewinn, aber es braucht immer weniger Arbeiter welche die wenigen Fahrzeuge fertigen. Auch bei den Zulieferern müssen die Mengen zwangsläufig geringer werden.

Ich kenne aktuell keinen bezahlbaren (<40.000€) vollelektrischen Mittelklasse-Kombi von einem deutschen Automobilhersteller. Ein leichtes Auto ohne viel Schnick-Schnack und tausende von Assistenten. Für Außendienstmitarbeiter mag das Sinn machen, nicht aber für mich. Opel hatte ich allerdings bisher nicht auf dem Schirm. Die Verarbeitung und die Materialien waren in der Vergangenheit aber auch eher mittelmäßig. Bei Skoda hatte ich in der Vergangenheit immer ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die haben aber auch nur SUVs mit viel zu viel Assistenten als vollelektrische Fahrzeuge. 

Na ja, wenn der Sion nicht kommt, werden sicherlich irgendwann noch sinnvolle Modelle kommen. Dann aber sicherlich nicht von den deutschen Automobilbauern. Wobei der Stammsitz eines Unternehmens auch schon lange nichts mehr damit zu tun hat wo produziert wird und ob man sich den Bürgern gegenüber verpflichtet fühlt.

Geschrieben
Am 7.2.2023 um 21:35 schrieb Sionic:

Im Moment macht sich der Arbeitsplatzabbau auch noch gar nicht bemerkbar, da aktuell der Verbrenneranteil ja noch deutlich höher ist.

Das macht inhaltlich ja nur Sinn wenn dahinter die These steht, dass beim Wechsel zum Elektroauto hin die Kunden keine deutschen Elektroautos kaufen, weil sie

a) stattdessen Elektroautos ausländischer Hersteller kaufen oder

b) gar keine Autos mehr kaufen und an ihren alten Verbrennern festhalten (Kuba-Effekt)

Wenn Du Dir die Zulassungen ansiehst, dann ist beides aber nicht der Fall. Die Menge der zugelassenen Autos wird derzeit nur durch die Lieferfähigkeit begrenzt und die deutschen Hersteller sind anteilig auch gut vertreten. Natürlich nicht Mercedes bei billigen Kleinwagen, Mercedes baut halt nur Fahrzeuge mit Premiumanspruch, das war beim Verbrenner auch immer so.

Am 7.2.2023 um 21:35 schrieb Sionic:

Ich kenne aktuell keinen bezahlbaren (<40.000€) vollelektrischen Mittelklasse-Kombi von einem deutschen Automobilhersteller. Ein leichtes Auto ohne viel Schnick-Schnack und tausende von Assistenten. Für Außendienstmitarbeiter mag das Sinn machen, nicht aber für mich. Opel hatte ich allerdings bisher nicht auf dem Schirm. Die Verarbeitung und die Materialien waren in der Vergangenheit aber auch eher mittelmäßig.

Und wie vieler Kombis ausländischer Hersteller kennst Du? Ich sehe da nur den MG5, der mich nach den bisherigen Tests ehrlich gesagt nicht überzeugt hat. Dazu machst Du ja auch gleich Deine Ansprüche ans Interieur klar. Meine Frau und ich sind in Summe 18 Jahre Corsa C gefahren, wir waren da rundum zufrieden und unser 2017er Ford Ford Focus ist auch alles andere als ein Billigheimer mit seiner Titaniumausstattung. Wenn Dir das nicht reicht musst Du halt BMW und Mercedes kaufen. Aber auch BMW und Mercedes bezahlen. Beide haben übrigens sehr effiziente Limousinen im Angebot und nicht nur SUV Radpanzer. Sind halt leider Premiummarken und ich zahle lieber mein Haus ab als Premiummarken zu fahren.

Der von Dir gewünschte Skoda Kombi ist aber ja ebenfalls auch elektrisch in Planung. Von Toyota, Hyundai, Mazda etc wüsste ich aber nichts dergleichen. 

Am 7.2.2023 um 21:35 schrieb Sionic:

Wenn sich die deutschen Automobilbauer aber nur noch auf wenige margenträchtige Premium-SUV-Modelle konzentrieren machen sie zwar mehr Gewinn, aber es braucht immer weniger Arbeiter welche die wenigen Fahrzeuge fertigen. Auch bei den Zulieferern müssen die Mengen zwangsläufig geringer werden.

Die Panzer sind ja leider nicht wenige. Ein VW Tiguan /Tiguan Allspace (das ist quasi der Tiguan Kombi) ist mittlerweile ein absolutes Massenauto. Und dasselbe sieht Du bei weltweit anderen Marken.

Das kritisiere ich ja auch - alle in einen großen Sack und Knüppel drauf, triffst Du immer den richtigen 😄🙄

Und Zulieferer.... wie gesagt, wir beliefern ALLE Hersteller weltweit. Auch chinesische, da halt etwas weniger. Aber auch Tesla oder Hyundai.

 

Am 7.2.2023 um 21:35 schrieb Sionic:

Die haben aber auch nur SUVs mit viel zu viel Assistenten

Welche Assistenten meinst Du? Meine Frau hat eigentlich keine hohen Ansprüche außer einer Sitzheizung. Aber als wir den Kombi 2018 kauften hat sie auf einmal bemerkt, mit wie viel weniger Stress sie in der Großstadt den Wagen einparken kann mit den Sensoren rundum und der Rückfahrkamera. Unserer kann auch selber einparken und macht das auch richtig gut.

Jetzt mit dem e-C4 wollte ich als Autobahnpendler auch unbedingt noch ACC haben. Das ist gerade im dichten Verkehr extrem angenehm. Spurhaltung auch. Keyless go.... klar, ich wollte doch 2023 da nicht mehr nen Schlüssel ins Auto stecken und umdrehen. Auch die Totwinkelsensoren bringen eine Erhöhung der Sicherheit. Das Head Up Display hielt ich erst für Spielerei, finde es inzwischen aber super.

Und wie oft hab ich mich schon gerade in unbekanntem Gebiet gefragt, wie schnell man da jetzt gerade fahren darf.... jetzt habe ich eine funktionierende Verkehrszeichenerkennung.

Du musst das ja nicht nehmen, gerade die deutschen Hersteller sind ja bekannt dafür, sich alles extra bezahlen zu lassen. Im Gegensatz zu Tesla..... elektrisch öffnende Ladeklappe, Lenkradverstellung in 2 Achsen, Kofferraum, elektrisch öffnendes Handschuhfach, alle Türen öffnen elektrisch, die Sitze verfahren elektrisch, Sitzheizung gibt es auch hinten..... alles serienmäßig. Davon war für mich auch vieles Blödsinn. Auch dass es den großen Akku nur mit 441PS Allradantrieb gibt.

Aber keine Sorge, wenn dann Dein Skoda Kombi kommt hat der in der Holz- und Bretter Klasse garantiert nix davon 😄
Nur Fenster zum Kurbeln wirst Du wohl nicht mehr finden. Aber mal ehrlich, das Zeug ist dermaßen billig..... fast der ganze Extrakram in meinem e-C4 war in einem 1000€ Paket drin, das geht in der Gesamtsumme absolut unter. Okay, Sitzheizung kostete noch extra und Keyless. War aber überschaubar. Die LED Leuchten sind Serie - und nach den Funzeln beim Zoe wollte ich die auch. Und 18'' Alu in Serie war noch nett fürs Auge.

  • 3 Monate später...
Geschrieben
Am 11.1.2023 um 19:58 schrieb Stefan:

2011 - Aptera Motors - Das amerikanische Start-up sammelte im Jahr 2008 24 Million von Google und anderen Investoren ein. Insgesamt 2000 Interessenten und kleine Investoren steuerten ingesamt eine Million USD bei. 2011 ging das Unternehmen pleite. 2019 wurde das Unternehmen von den gleichen Gründern nochmals neu gegründet. Zur Geschichte von Aptera Motors. https://de.wikibrief.org/wiki/Aptera_Motors

Hallo Stefan, diesen Absatz solltest Du doch besser aktuell unter teilweise gescheitert eingruppieren. Oder? Denn es geht ja weiter. 

Geschrieben

Von dem amerikanischen Autobauer Fisker soll 2024 der Fisker Pear auf dem Markt kommen

https://www.fiskerinc.com/de-de/pear

Hierzu gibt es aber noch zu wenig Informationen. Aber wenn dies ein reduzierter Fisker Ocean in Kombiformat wird könnte es passen. Den soll‘s dann für <30.000$ mit Solardach geben.

Wie so viele warte auch ich noch auf das richtige Konzept.

Von meinem nächsten Auto muss ich in puncto Nachhaltigkeit und Funktionalität überzeugt sein. Bis dahin fahr ich noch meinen Verbrenner. Der hat eh schon einen CO2-Abdruck.

 

Geschrieben

Ja, das ist auch interessant, aber mich begeistert die Effizienz des aptera. Zum Transportieren haben wir einen EQV, einen IONIQ 5 und ein Tesla Model X.

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