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Greenpeace Magazin - gnadenlos daneben

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Geschrieben

Da fische ich heute früh das neue Greenpeace-Magazin aus dem Briefkasten und das Titelthema E-Autos springt mir doch gleich ins Auge: Ich schlage das Heft auf, S. 22 "Welche Elektroautos gibt es ?" - und was sehe ich ?

Ei wei, nur das, was die klassische Automobilindustrie anzubieten hat, langweilige, traditionelle, schwere und vor allem total übermotorisierte Kisten.

 

Wenigstens von Greenpeace hätte ich erwartet, dass sie zu diesem Thema auch den Alternativen etwas mehr Aufmerksamkeit widmen und auch in den Fokus stellen, was da möglich ist und gemacht wird - aber leider ist das ziemlich zappenduster, City-EL und Tazzari Zero werden zwar noch beiläufig (ohne Bild) erwähnt, aber schon das TWIKE fällt völlig unter den Tisch - dies, obwohl TWIKE und City-EL die einzigen seit Jahren eingeführten, zuverlässigen und immerhin schon käuflich zu erwerbenden E-Autos aus deutscher Produktion sind, die zudem mit maximaler Effizienz gegenüber traditionellen Autos bei der Minimierung des Energieverbrauchs punkten.

gpm aber schreibt: "Deutsche E-Autos gibt es noch nicht zu kaufen"?!?! :evil:

 

Als alter Greenpeace-Förderer, TWIKEr und Greenpeace-Energy-Kunde finde ich es geradezu unsäglich, wenn die sich so von den Autokonzernen benebeln lassen, ohne mal nach links oder rechts zu schauen, das nervt mich enorm ! Das, was hier an Energie-Effizienz möglich ist und gemacht wird, ist ein Mehrfaches auch von dem, was die E-Kisten der Auto-Giganten jetzt bringen.

 

Unsäglich dann auch noch der Rat, doch lieber mit dem Stromobil noch ein wenig zu warten: Panik vor einem noch nicht existierenden Ladesäulen-Netz und schwere Zweifel, ob die Autofahrerschaft, die Tanken in Minuten gewohnt ist, bereit ist, einmal einen halbstündigen Ladestopp hinzunehmen - so einen Blödsinn verkünden die Autogiganten und ihre Adepten: Strom und Steckdosen gibt's doch wirklich überall, als ob man so ein Stromauto nur an einer speziellen Ladesäule laden könnte ! Nun, wem erzähle ich das....

 

Und nicht ein Wort darüber, dass E-Autos auch noch als Pufferspeicher für die Erneuerbaren dienen können, ebensowenig darüber, dass der Umweltnutzen des E-Mobils mit jedem Prozent zunimmt, um das die Energieversorgung auf Erneuerbare umgestellt wird: Jedes Benzin/Diesel- (und Hybrid-) Auto, das heute gekauft wird, wird im Laufe seines vielleicht 15-jährigen Lebens immer nur Benzin in gleichbleibender Menge verbrauchen und CO2 nebst weiterer Schadstoffe in ebenso gleichbleibender Menge ausstoßen, sei es so sparsam, wie es will - das Elektroauto aber läuft mit immer größeren Anteilen erneuerbarer Energie, je mehr davon im Netz ist !

 

Dann wird auch noch im Langstreckenverkehr das Benzinauto propagiert statt wenigstens die Bahn, auch etwas, was eines Umweltvereins wirklich nicht würdig ist.

 

Kein Wort davon, einmal ein Umdenken und Flexibilität zu befördern, statt vom E-Verkehr immer genau 1 : 1 das zu verlangen, was das Verbrenner-Auto macht - zB die täglichen Strecken mit dem E-mobil, wenn's weiter gehen soll, mit der Bahn oder - wenn's denn gar nicht passt - per CarSharing- oder Miet-Hybrid ? Nöö, wir brauchen DAS Auto, mit dem wir nicht nur unsre 30 - 60 km Tagesfahrleistung, sondern auch den einmaligen Jahresurlaub schaffen. E-Autos taugen nur für die Stadt. Punktum. Alles müsste so bleiben, wie es ist, nur halt elektrisch - und da das nicht so geht, ist eben der Hybrid die Wahl der Zukunft (und dann wird auch noch der Opel Ampera als Hybrid bezeichnet...). :bang:

 

Fazit: Gaaanz alte Denke, keine neue Idee, keine Vision einer ressourcenschonenderen und effizienteren Mobilität, der Redakteur hat sich scheinbar überhaupt nicht um das gekümmert, was dazu in einschlägigen Kreisen wie hier läuft, sondern sich wieder mal nur mit dem Mainstream abgegeben, und gerade das ist schon sehr enttäuschend und in geradezu sträflicher (leider nicht strafbarer) Weise einfach viel zu kurz gegriffen.

 

Jawohl, wir kaufen der Autoindustrie weiter ihre Brummer und Stinker ab, damit die weiter ihren Reibach machen, ohne sich anstrengen oder gar umstellen zu müssen, und für das, was die uns als E-Autos zumuten, zahlen wir jeden noch so absurden Abschreckungs-Preis, den sie aufrufen, ohne zu hinterfragen, wieso man eigentlich für eine Technik, die so enorm viel simpler ist als der Verbrennungsantrieb, das Mehrfache bezahlen soll, und ob das nicht vielleicht ein politischer Preis ist, den man den "Pionieren" halt einfach abnehmen zu können meint, so wie man sich jede Spritsparmaßnahme teuer bezahlen lässt, statt sie gleich in die Serie aufzunehmen.

 

Schade, schade, schade, aus der Ecke hätte ich wirklich _wesentlich_ Besseres erwartet ! Aber der Greenpeace-Autoexpädde Lohmann ist ja wohl auch schon länger bekannt für seine Vorliebe zum Brumm-Stink-Mobil....

 

Bodo

Geschrieben

Ach Bodo,

ich ärgere mich (obwohl ich nach wie vor Greenpeace-Förderer bin) auch jedesmal über die Mobilitätspolitik von Greenpeace. Es hängt wohl an der Person des Herrn Lohmann, der seinem SMILE nachtrauert. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die Zahlen aus einem der Beiträge von Herrn Lohmann analysiert, wo er zum Schluss kommt, dass der Verbrenner CO2-ärmer sei. Das Ergebnis war:

- Herr Lohmann hat beim Verbrenner den CO2-Anteil vom Bohrloch bis zur Tankstelle unterschlagen, also nur tank-to-wheel gerechnet.

- Beim Elektroauto hat er natürlich den well-to-tank-Anteil (CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung) verwendet - schließlich ist der tank-to-wheel-Anteil ja Null.

- Er hat dabei aber die schlechteste CO2-Bilanz der deutschen Energieriesen zugrunde gelegt (ich glaube, es war Vattenfall).

Ich habe ihm die Gegenrechnung aufgemacht und - damit er es nachvollziehen kann - einen smart cdi mit einem smart ed verglichen, beide jeweils well-to-wheel. Natürlich war da der Elektro-smart weitaus umweltfreundlicher. Ich habe ihn noch darauf hingewiesen, dass beim TWIKE die CO2-Bilanz nochmals günstiger aussieht. Und dass es viele Elektroauto-Fahrer gibt, die ihren Strom selber erzeugen - also anderen Stromkunden nicht den Ökostrom "wegnehmen".

 

Auf meine Mail hat er geanwortet, dass er dazu Stellung nehmen würde - versprochen! Seit über einem Jahr hat der werte Herr Lohmann noch nicht geantwortet.

 

Gruß, Roland

Geschrieben

Hallo Roland und Bodo,

 

ich muss auch sagen, dass ich von Greenpeace auch etwas mehr Weitblick erwartet hätte. Das muss auch gar nicht 100% meinen Vorstellungen und Wünschen entsprechen (dann müssten sich alle künftig elektrisch mit einem zusätzlichen Pedalantrieb fortbewegen -> also mit einem TWIKE oder etwas Ähnlichem :-) - Nein, das darf ja ruhig etwas realistischer sein. Und da hat aus meiner Sicht weder ein Verbrenner, noch ein normaler Hybrid, noch ein Gas-Fahrzeug, noch ein Brennstoffzellenfahrzeug eine Zukunft. Aus meiner Sicht wird das Thema "serieller Hybrid" (also E-Fahrzeug mit Range Extender) viel zu wenig wahrgenommen. Diese Technik ist so genial einfach und nahe liegend. Sie ermöglicht die Alltagstauglichkeit, so dass sich der Fahrer keine Gedanken machen muss wie voll oder wie schnell er die Batterie laden soll. Man kann neben den Stromtankstellen die normale Tankstelleninfrastruktur benutzen, also eine echte Brückentechnologie. Ja ich bin überzeugt, dass mit den ersten vernünftigen Fahrzeugen mit Range Extender sich diese Technik durchsetzen wird. Dann wird der Anteil der Batterien mit dem Preisverfall langsam zunehmen und so den Weg in Richtung reiner Elektromobilität leiten. Schade, dass Greenpeace und viele andere dies offenbar anders sehen - und Milliarden in andere Technologien investiert wird.

 

Schauen wir mal in 5 und vielleicht noch einmal in 10 Jahren wo wir stehen ....

 

Viele Grüße

German, TWIKE 900, 24 Ah LiMn, 55.000 TWIKE-Kilometer in 2 Jahren - und jeden Tag mehr vom TWIKE begeistert :-)

Geschrieben

Hallo zusammen,

Der Artikel ist leider nicht öffentlich zugänglich, aber die Einleitung dazu auf der Webseite von GP lässt nichts Gutes erahnen.

Allerdings ist diese Art Berichterstattung oder Kritik in Umweltkreisen stärker vertreten als man meint und Alternativfahrzeuge werden häufig ignoriert.

Festzustellen u.a. auch beim VCS (Verkehrsklub der Schweiz) der auf Nachhaltigkeit setzt. Er publiziert jährlich eine 'Auto-Umweltliste'. Da E-Autos darin gänzlich fehlten habe ich mich bei der Organisation gemeldet und auf den Mangel hingewiesen. Man werde dies prüfen...hiess es. Auch bei der Internetseite topten.ch welche umweltfreundliche Apparate führt, fehlen Alternativfahrzeuge. Es werden zwar E-Autos aufgelistet (sogar konvertierte), E-Fahrräder und Nutzfahrzeuge. City-El, Tazzari, Twike, SAM etc fehlen jedoch. Auf meine Anfrage hin bekam ich eine recht freundliche Antwort. Man prüft zurzeit die Einführung der Kategorie 'Alternativfahrzeuge'. Die beiden Beispiele zeigen auf, dass vieles in unserem Leben in starren Bahnen verläuft. Selbst bei Umweltorganisationen.

Es wäre sicher gut wenn man GP darauf aufmerksam machen würde, Lesermeinungen sollten der Redaktion wichtig sein. Schade dass der Artikel nicht online verfügbar ist und nicht kommentiert werden kann.

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Geschrieben

Hallo,

es ist schon klar, warum Leichtfahrzeuge in Kleinserie - und auch noch mit drei Rädern! nicht als "Auto" wahrgenommen werden. Egal ob es der Normalbürger oder Leute von Greenpeace oder dem VCD sind, irgendwie verstehe ich die schon. Auch wenn ich finde, dass die "Alternativfahrzeuge" ruhig erwähnt werden könnten.

Was ist ein "Auto"? Etwas, was die anderen auch haben, was überall rumfährt und rumsteht und überall zu kaufen ist. Twiker oder CityEler sind Individualisten, die bereit sind für ein reines Ökogewissen einiges an Nachteilen in Kauf zu nehmen: Komfort und Kaufpreis. Und da sind eben nur wenige dazu bereit. Und ich glaube nicht, dass es wesentlich mehr werden.

Und: Eine wirklich sehr häufige Alternative zum Auto ist das Fahrrad!

Liebe Grüsse an die Elektroauto Fahrer!

 

Geschrieben
  • Autor

Oh Mann !

 

Ich kapier's immer noch nicht - dieser Greenpeace-Audo-Expädde Lohbeck (sorry, heißt nicht Lohmann...) will doch eigentlich genau das, was wir praktizieren - Gewicht runter, Leichtbau, auf unsinnige Übermotorisierung verzichten, um die Vorteile des Autos, wenn auch verändert, ohne größere Schäden für die Allgemeinheit überhaupt weiter nutzen zu können. So jedenfalls verstehe ich die Aussagen, die er zB bei Greenpeace im Blog trifft. Und er hat ja auch sicher recht, dass momentan sofort Einsparungsmaßnahmen am konventionellen Fahrzeug möglich wären eine größere Entlastung der Umwelt bewirken könnten - bis E-mobile in nennenswerter Zahl fahren, werden noch viele Jahre vergehen, als "Sofortmaßnahme" sind daher seine Vorstellungen sicher korrekt.

 

Seine Kritik geht dann wohl auch weniger in Richtung des Leichtelektromobils, sondern in die Richtung der Autobauer, die meinen, sie könnten ihre derzeitigen Schwergewichte - einschließlich SUFFs (s. Porsche Cayenne Hybrid)- einfach auf E-Antrieb umrüsten und damit wäre für die nähere Zukunft alles geregelt - siehe zB den Opel Ampera, der mit (?) anderthalb Tonnen und 110 kw mehr in die Kategorie Rennwagen gehört als alltagstaugliches Fahrzeug - das ist aber auch sicher nicht unser Ding.

 

Was ich dabei nicht verstehe, ist seine komplette Ablehnung des E-Autos egal welcher Bauart, die er - wie Roland ja dargelegt hat - mit sehr fragwürdigen Aussagen untermauert.

 

Eigentlich müssten wir doch auf einer Linie liegen, denn auch uns geht's doch um hocheffiziente Fahrzeugtechnologie, die durch den E-Antrieb sozusagen noch das i-Tüpfelchen höchster Energieausnutzung erzielt.

 

Aber es ist zweifellos auch korrekt, dass die Leichtfahrzeuge vom Durchschnitts-Autofahrer einfach noch nicht als AUTO akzeptiert werden. Da bleibt uns halt nix anderes übrig, das müssen wir ändern - und dazu sollten Organisationen wie Greenpeace oder VCD doch eigentlich auch zu gewinnen sein, das müssen wir einfach hartnäckig betreiben. Ebenso wie es die Erneuerbaren Energien aus der Öko-Spinner-Ecke heraus geschafft haben und mittlerweile von breiter Übereinstimmung aller maßgeblichen Kräfte als DIE Energiequellen der Zukunft gesehen werden, genauso müssen wir aus dem Abseits heraus und das Leichtauto als nicht nur gleichwertige, sondern als die bessere Fahrzeugart etablieren !

 

Also - druff unn dewerrer !

 

Bodo

 

:lol:

  • 4 Wochen später...
Geschrieben

Hallo Bodo, hallo Roland,

 

ich hatte auch schonmal Kontakt zu der Redaktion des Kundenmagazins von Greenpeace-Energy aufgenommen. Dort gab es schon vor etwa einem Jahr einen ähnlichen Artikel. Ich habe darauf hingewiesen, dass er 2 Aspekte völlig unberücksichtigt gelassen hat.

1. Das Gewicht des Fahrzeugs hängt natürlich ganz wesentlich damit zusammen, ob nur die Energiequelle gewechselt oder aber wirklich Energie eingespart wird.

2. Da sich das Magazin an Kunden richtet, kann man natürlich davon ausgehen, dass die ihr E-Auto mit sauberem Strom füttern würden. In diesem Fall sieht die Bilanz natürlich ganz anders aus.

 

Leider hat es nie eine Reaktion darauf gegeben. Komische Leute.

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Heute, zur Präsentation des Berichts der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) ist von Herrn Lohbeck natürlich wieder Schelte über die Elektromobilität zu hören:

 

"Die Energiewende im Verkehr muss eingeleitet werden durch eine drastische Verringerung des Spritverbrauchs der normalen Autos und durch Einführung der Elektromobilität dort, wo es Sinn macht: in kleinen, leichten und dann auch erschwinglichen Fahrzeugen. Elektro-Autos hingegen, wie sie von der NPE gefördert werden, tragen weder zum Klimaschutz noch zur Abkehr vom Öl bei. Im Gegenteil, sie sorgen dafür, die Dominanz des schweren, gefährlichen und Platz vergeudenden Autos von gestern weiter zu zementieren."

Dem kann ich nun zustimmen.

 

"klein, leicht" - damit sind wir gemeint (nur "erschwinglich" passt noch nicht so recht).

Gruß, Roland

Geschrieben

Alles hat zwei Seiten, so auch die Elektromobilität. Würden wir kleinere, effizientere Autos mit Verbrenner fahren, und würden wir unnötige Fahrten reduzieren, dann hätten wir schon sehr viel erreicht. Ersetzen wir das Ganze dann noch durch Elektroautos dann wäre es schon fast wie im Paradies :)

Aber wem erzähl ich das...

 

Die Realität sieht aber womöglich etwas anders aus. Darum auch die kritischen Aeusserungen einiger Organisationen. Es wird immer welche geben die das Grössere, das Stärkere, das Schnellere wollen. Das war schon früher so...z.B. bei den Pferden...Es kann also schon sein dass sich - wenn es die Technik erlaubt - schon bald ein paar Elektro SUVs durch die Strassen wälzen. :bang:

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Geschrieben

Herr Lohbeck von Greenpeace hat doch in seinem Interview absolut recht und spricht eigentlich für die Twikegemeinde mit ihren "leichten und effizienten" Antrieben. Die ehrgeizigen Pläne der Bundesregierung gehen aber dennoch derzeit voll am Käuferinteresse vorbei - es findet jeder ein E-Auto irgendwie zwar öko und toll, aber kaufen will es keiner. Da müssen schon massive Anreize kommen. Die Grünen sprechen schon von 5000 Eur Bonus beim Kauf, ähnlich wie in Frankreich. Damit kostet ein neues Twike aber immer noch gute 20.000 Euro, dafür kauft der Normalbürger eben seinen bekannten und zuverlässigen Audi oder Opel - und das auch noch in den nächsten 5 bis 10 jahren!!

 

Elektro-Eugen

begeisterter Kalkhoff Pro Connect S Fahrer (ein schnelles Pedelec)

Geschrieben
  • Autor

Naja, von "absolut recht" würde ich da aber nicht sprechen - aber immerhin beginnt da bei Herrn Lohbeck offenbar inzwischen doch eine gewisse Differenzierung, wenn er jetzt schon unterscheidet zwischen

 

> dem Lobbyismus für Elektro-«Autos» und den Möglichkeiten leichter und vor

> allem bezahlbarer E-«Mobile».

 

...und als Lichtblick kann ich dann schon die Aussage verstehen:

 

> Natürlich wird die Mobilität langfristig elektrisch sein

 

Gegenüber der bisherigen unterschiedslosen Ablehnung jeglicher E-Mobilität (außer der auf Schienen) doch schon ein deutlicher Schritt voran !

 

..freut sich Bodo ...:D

Geschrieben

Hallo zusammen

 

im Artikel reitet Herr Lohbeck immer auf der Grösse und Effizienz der Elektromobile und dem Vergleich Leichtelektromobile und Autos (Äpfel und Birnen) rum.:o

Ich finde schon das er da recht hat und man ja beide Fahrzeugkategorien gar nicht miteinander vergleichen kann.

In der heutigen Situation wo die elektrische Energie in der Regel aus zweifelhaften Quellen wie Atomkraft oder Braunkohlekraftwerke kommt, kann man kein gutes Gewissen haben wenn man ein normales Auto mit elektrischem Strom betreibt:(. Da kommt es wirklich darauf an jedes Watt so effizient wie möglich einzusetzen. D.h. Ich will von A nach B möglichst sparsam weil umweltfreundlich kommen. Dazu muss ich momentan ein kleines möglichst leichtes Fahrzeug einsetzen dessen Nachteile in Komfort und Handling ich in Kauf nehme. Das wird der Grossteil der Menschen nicht machen wollen, da Sie sich mit diesem Problem eigentlich gar nicht befassen wollen. Die wollen nur von A nach B ohne darüber nachdenken zu müssen. So sollte es eigentlich auch laufen, da Mobilität nicht der Sinn, sondern der Zweck ist.

Aus meiner Sicht muss nicht das Auto, elektrisch oder sonst wie angetrieben weiterentwickelt werden, sondern als erstes, oder parallel, sollte man sich auf die Energieproduktion konzentrieren.

Sobald der Strom aus Windkraft, Solarenergie usw. produziert wird, und nicht mehr die Umwelt belastet, wird sich die Nutzung des Stroms auch positiv auf die Mobilität auswirken. Ist der Strom erst mal sauber und in ausreichenden Mengen vorhanden, dann kann ich auch meinen 2.5 Tonnen Benz damit betreiben ohne ein schlechtes Gewissen zu haben:wink:.

Die Entwicklung von E-Mobilität wird dann auch richtig einsetzen weil, wieso sollte ich fossile Brennstoffe verbrennen und die Luft verpesten wenn ich mit Elektroenergie genauso gut, und gesellschaftlich akzeptiert zum Arbeitsplatz komme. Die Entwicklung der Energiespeicher wird dann auch vorwärts gehen weil das erst dann richtig interessant und lukrativ ist. Keiner wird seinen 2.5t Elektro-Benz nach 250 km Fahrt 2 Tage zum aufladen ans Netz hängen wollen. Das Problem der grossen schweren Autos regelt sich damit von selbst. Sind die Möglichkeiten seitens der Energiehersteller erst mal da, entwickelt sich der Rest von selbst auf ein gangbares zwischen Niveau. Die Fahrzeuge werden im Durchschnitt eine mittlere Reichweite bei einem mittleren Fahrzeuggewicht haben. Da wird noch genug Freiraum bleiben für diejenigen, die einen Panzer elektrisch betreiben wollen, was dann aber nur noch wenige sind, weil das wegen der Ladezeiten zu unpraktisch ist, auch wenn die Energiespeicher inzwischen viel besser geworden sind.

Unsereins wird es aber auch noch geben.

Diejenigen die meinen Sie müssten die Welt retten indem sie sich mit einem sündhaft teuren, nicht aus dem Prototypen Stadium heraus kommendem, Kunststoff verkleideten Allufahrwerk ohne jeden Komfort begnügen, weil recyclebar oder so. (Die Energie ist ja dann kein Thema mehr).

 

mit leichtelektrischen Grüssen:wink:

 

Dirk + TW 423

 

 

 

Geschrieben

In der heutigen Situation wo die elektrische Energie in der Regel aus zweifelhaften Quellen wie Atomkraft oder Braunkohlekraftwerke kommt, kann man kein gutes Gewissen haben wenn man ein normales Auto mit elektrischem Strom betreibt:(. Da kommt es wirklich darauf an jedes Watt so effizient wie möglich einzusetzen. D.h. Ich will von A nach B möglichst sparsam weil umweltfreundlich kommen. Dazu muss ich momentan ein kleines möglichst leichtes Fahrzeug einsetzen dessen Nachteile in Komfort und Handling ich in Kauf nehme. Das wird der Grossteil der Menschen nicht machen wollen, da Sie sich mit diesem Problem eigentlich gar nicht befassen wollen. Die wollen nur von A nach B ohne darüber nachdenken zu müssen. So sollte es eigentlich auch laufen, da Mobilität nicht der Sinn, sondern der Zweck ist.

Ich finde, wir sind doch alle sehr verwöhnt, was unseren Anspruch an Mobilität angeht. Aufgrund der Energieproblematik wäre es aber doch angebracht, etwas darüber nachzudenken, wie ich effizient von A nach B komme und ob es überhaupt notwendig ist, den Weg zurück zu legen. Stichwort: Mobilitätsvermeidung.

Da ist meiner Meinung nach ein Umdenken in weiten Teilen der Bevölkerung nötig.

 

Sobald der Strom aus Windkraft' date=' Solarenergie usw. produziert wird, und nicht mehr die Umwelt belastet, wird sich die Nutzung des Stroms auch positiv auf die Mobilität auswirken. Ist der Strom erst mal sauber und in ausreichenden Mengen vorhanden, dann kann ich auch meinen 2.5 Tonnen Benz damit betreiben ohne ein schlechtes Gewissen zu haben:wink:. [/quote']

Auch wenn der Strom aus regenerativen Energiequellen gewonnen wird, muss er ja nicht gerade verschleudert werden. Die heutigen Autos sind viel zu schwer, um sinnvoll elektrisch betrieben zu werden. Da gibt es vernünftigere Möglichkeiten, den Solarstrom zu nutzen. Es muss in Zukunft nicht nur darum gehen, die Energie umweltfreundlicher zu gewinnen, sondern auch darum, weniger zu verbrauchen. Warum sollte dann noch 1 Person in einem 2,5-Tonnen-Auto rumfahren?

 

Da wird noch genug Freiraum bleiben für diejenigen' date=' die einen Panzer elektrisch betreiben wollen, was dann aber nur noch wenige sind, weil das wegen der Ladezeiten zu unpraktisch ist, auch wenn die Energiespeicher inzwischen viel besser geworden sind.[/quote']

Ich mag von einem Elektropanzer ebenso wenig überrollt werden wie von einem Benzin- oder Dieselpanzer. Panzer stellen ein viel zu grosses Sicherheitsrisiko für die übrigen VerkehrsteilnehmerInnen dar.

 

Unsereins wird es aber auch noch geben.

Diejenigen die meinen Sie müssten die Welt retten indem sie sich mit einem sündhaft teuren, nicht aus dem Prototypen Stadium heraus kommendem, Kunststoff verkleideten Allufahrwerk ohne jeden Komfort begnügen, weil recyclebar oder so. (Die Energie ist ja dann kein Thema mehr).

Was ich doch sehr hoffe. :)

Geschrieben
  • Autor

In der heutigen Situation wo die elektrische Energie in der Regel aus zweifelhaften Quellen wie Atomkraft oder Braunkohlekraftwerke kommt, kann man kein gutes Gewissen haben wenn man ein normales Auto mit elektrischem Strom betreibt

 

Na ja, auch jetzt hat es eigentlich schon jeder selbst in der Hand, welchen Strom er "tankt" - bei RWE Atom-/Kohlestrom, bei Lichtblick Ökostrom. Da kann man doch nicht derart generell argumentieren ?!

 

Dazu muss ich momentan ein kleines möglichst leichtes Fahrzeug einsetzen ....

 

...und das werden wir auch müssen, wenn einmal alle oder wenigstens sehr viele Fahrzeuge elektrisch betrieben werden - Energie umsonst im Überfluss, das halte ich für eine Utopie, die wohl nie kommen wird.

 

Das wird der Grossteil der Menschen nicht machen wollen, da Sie sich mit diesem Problem eigentlich gar nicht befassen wollen. Die wollen nur von A nach B ohne darüber nachdenken zu müssen. So sollte es eigentlich auch laufen, da Mobilität nicht der Sinn, sondern der Zweck ist.

 

Das Problem ist nicht nur, dass die Leute sich mit diesen Implikationen ihres Handelns nicht im Geringsten beschäftigen, sondern dass sie sich durch alle möglichen Anreize dazu verleiten lassen, sich auf diesem Gebiet so idiotisch zu verhalten wie nur irgend möglich - immer größere, immer stärkere, immer fettere Autos zu kaufen, die derart unsäglich mit allen möglichen Ressourcen umgehen, Materialien, Platz und schließlich der kostbaren (fossilen) Energie , dass es eine schlichte Schande ist - halt einfach weil's geil ist, so ein SUV oder einen VAN zu fahren und man sich dabei großartig fühlt und der Nachbar eh schon lange einen hat...derweil man von den Städten vor lauter rumstehenden Riesen-Kisten kaum noch was sieht und Leute, die dazwischen auf die Straße gehen, sofortiges Überfahrenwerden riskieren.

 

... als erstes, oder parallel, sollte man sich auf die Energieproduktion konzentrieren. Sobald der Strom aus Windkraft, Solarenergie usw. produziert wird, und nicht mehr die Umwelt belastet, wird sich die Nutzung des Stroms auch positiv auf die Mobilität auswirken.

 

Ja - vordringlich ist der Umstieg auf Erneuerbare ! Aber der ist in vollem Gange, es müssen halt möglichst viele Leute möglichst schnell von ihrem Atomstromvertreiber ("Grundversorger") zu einem Ökostromanbieter wechseln, und: Auch bei deren Nutzung wird immer eine Umweltbelastung bleiben - die Anlagen müssen produziert werden, Strom muss verteilt werden, also die absolut umweltverträgliche Energie wird's wohl nie geben...

 

Ist der Strom erst mal sauber und in ausreichenden Mengen vorhanden, dann kann ich auch meinen 2.5 Tonnen Benz damit betreiben ohne ein schlechtes Gewissen zu haben:wink:. Die Entwicklung von E-Mobilität wird dann auch richtig einsetzen weil, wieso sollte ich fossile Brennstoffe verbrennen und die Luft verpesten wenn ich mit Elektroenergie genauso gut, und gesellschaftlich akzeptiert zum Arbeitsplatz komme.

 

Ich denke, da kann man nicht sagen, erstmal machen wir den Strom sauber und dann steigen wir auf E-Fahrzeuge um - das muss parallel zueinander laufen: Wollen wir wirklich, dass in den nächsten 15 Jahren, bis vielleicht die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommt, die Brumm- und Stinkautos unangefochten weiter die Herrschaft auf den Straßen ausüben ? Immer weiter unsinnig wertvolles Öl verfackeln und CO2 verblasen ? Ich will das nicht hoffen, ich finde, dass hier vermehrt Fahrzeuge wie Leicht-E-Monbile zum Einsatz kommen und auch das Denken bei der Mobilität wieder etwas mehr zum Zuge kommt - nicht für jede 200m-Strecke blind ins Auto hocken, sondern erst mal überlegen, wie's denn am besten geht: Zu Fuß, mit dem Rad, mit dem LEM, evtl. Bus oder Bahn ? Man könnte ja auch für eine Strecke, die schlecht per Zug zu fahren ist, einen Hybrid-PKW mieten oder Car-sharen. Angepasste Mobilität eben, unsinnigen Einsatz von Energie durch Einsatz von Intelligenz ersetzen.

 

Und natürlich geht GAR NICHTS ohne

Diejenigen die meinen Sie müssten die Welt retten indem sie sich mit einem sündhaft teuren, nicht aus dem Prototypen Stadium heraus kommendem, Kunststoff verkleideten Allufahrwerk ohne jeden Komfort begnügen, weil recyclebar oder so.

 

Sonnigen Gruß , Bodo

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