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Reifenwechsel am Twike

Featured Replies

Geschrieben

Hallo beisammen,

da meine beiden Hinterreifen bald abgefahren sind, wollte ich hier mal nachfragen, ob mir jemand eine genauere Beschreibung zwecks "Drehmoment - Abstützpunkte" usw. geben kann.

Besten Dank im voraus.

Gruß Jörg

Geschrieben

 

Hallo Jörg,

bitte immer zuerst GOOGLEN und Bilder suchen. Auch die 2-Rad-Knalltöpfler haben viele Ratgeberseiten.

Ich hab nur

http://www.twikeklub.ch/archiv/a1999/Reifen99_1.htm

dies gefunden.

www.woick.de hat auch Tips.

 

Das erstemal hab ich es von einem "MopedFuzzi" machenlassen. Beim ersten Bremsen hat es das Ventil abgerissen, weil er durchrutschte. Deshalb Rutschmarkierung anbringen. Der nächste Reifen ging nur mit Gleitspray über die "Schulter" Ich hab mir aus festem Bambuss ein paar abgerundete Hebelspatel gebaut, mit denen ich den Wulzt über den Rand wuchte. Bei manchen Schäglagenreifen muß man den überflüssigen Außenwulzt mit na Flex vorsichtig wegschleifen. Dazu Aufgebockt lassen und Tempomat rein.

 

Wenn der Schutz ab ist, heb ich Twikee auf ein Stein, dann passt auch ein normaler Heber runter. Das Rad braucht dafür nicht runter. Talkum nicht vergessen, und Ventil abdichten (Zink-MS-Korusion!)

U.s.w.

 

Gruß

Nowar

Geschrieben

Hallo Jörg,

 

nach meiner Erfahrung ist mit richtigem Werkzeug der Reifenwechsel am TWIKE kein Problem, und das sogar für mich als nicht besonders handwerklich geschickten Akademiker. Ich habe es immer selbst gemacht und verwende dazu für die Hinterachse einen (bzw. zwei) Scherenwagenheber, die durch die geringe Eigenhöhe unters TWIKE gehen. Ein normaler Wagenheber ist hingegen nicht geeignet. Aufsatzpunkt ist für die Hinterachse die Metallquerverbindung. Prinzipiell muss die Bodenwanne dazu gar nicht weg, man sieht dann allerdings die Metallquerverbindung nicht bzw. nur schlecht. Daher beim erstem Mal: Bodenwanne weg um die Position der Metallquerverbindung zu sehen. Die Bodenwanne ist nur mit drei Schrauben hinten und an den beiden Rändelschrauben hinter den Sitzen befestigt.

 

Also in folgender Reihenfolge: Radabdeckung abschrauben. Dann Plastikkappe und Sicherungssplint entfernen und Radschraube noch am Boden lösen. Optional nun Bodenwanne entfernen. Hinterachse mit Scherenwagenhebern anheben (beidseitig oder eine Seite nach der anderen, beim ersten Mal vielleicht zur Übung erst mal einseitig). GANZ WICHTIG ist beim Entfernen der Felgen, dass der Distanzring nicht verloren geht. Wenn dieser Distanzring beim Abnehmen der Felge durch das Fett an der Felge "klebt" am besten gleich wieder auf die Achse aufstecken, damit er nicht vergessen bzw. verloren geht !!!! Luft rauslassen und mit zwei Alu-Montiereisen für Moped/Motorräder den Mantel entfernen (erst eine Seite, dann den Schlauch rausnehmen und dann die zweite Seite des Mantels). Neuen Mantel einseitig aufziehen (das war für mich am Anfang das Schwierigste, da braucht man auf jeden Fall das zweite Montiereisen, mit ein bischen Nachdenken kommt man aber schnell auf eine Technik, damit das Rad nicht davonrutscht). Dann den Schlauch beginnend mit dem Ventil einführen. Den Schlauch dazu ganz leicht aufblasen bzw. aufgeblasen lassen, damit sich keine Falten bilden. Dann die zweite Seite des Mantels. WICHTIG: Nie mit Gewalt. Der Reifen lässt sich mit wenig Kraft aufziehen. Insbesondere lässt sich das letzte Ende leicht nach und nach von den bereits aufgezogenen Stellen nachschieben also nicht mit Gewalt den Rest drüberziehen. Dann das Rad einmal hüpfen lassen, damit sich der Schlauch schon verteilt und vor der Montage bereits aufpumpen (z.B. an der Tanke). Den Rest umgekehrt wieder montieren.

 

Unterschied vorne: Eine Sprudelkiste mit Gummiauflage (z.B. Schaumstoffpolster) neben dran stellen. Vorne das TWIKE hochheben und auf der Sprudelkiste hinter der Vorderradaussparung absetzen. Ein verstärkter Boden ist dazu sicher vorteilhaft. Die einzige Schraube am Vorderrad lösen und z.B. mit einem längeren Bohrer oder Metallstift aus der Achse schieben. Die Scheibenbremse muss nicht entfernt werden.

 

Empfehlung für vorne: Ich habe mir angewöhnt, beim Reifenwechsel immer auch die Bremsbeläge rauszunehmen und wenn diese noch genügend Belag haben, hinten mit Kupferpaste (oder neuerdings so ein Bremsensprühkleber) gut bestreichen. Dann kleben die Bremsbeläge schön hinten am Kolben und Flattern nicht.

 

Viele Grüße

German, TW900, 24Ah LiMn, 35.000km in 16 Monaten.

Geschrieben

Hallo,

 

erst mal ein dickes Lob an alle, die an diesem genialen Forum teilnehmen - das schnelle Feedback mit den fachlichen Informationen ist hier einfach klasse :lol::lol:

 

@nowar-

Hab natürlich zuerst im Forum und im Internet danach gesurft, doch leider nichts das in die Tiefe geht, gefunden - den von Dir angegebenen Link kannte ich - dort wird allerdings nur beschrieben, dass es einmal einen Lehrgang gab ... trotzdem danke für die Antwort.

 

@tw900

Vielen Dank für die super ausführliche Info - genau so was hab ich gesucht 8)

 

let's twike

so long Jörg

 

 

Geschrieben

Hallo,

 

German macht das ein bisschen kompliziert.

 

Vorallem unterwegs, wenn man einen Platten hat läuft das so nicht.

Ich habe zwei kleine Holzklötze, mit dem Einen Hebel ich das Twike an der Felge hoch, den

Anderen schiebe ich dann unter die Radaufnahme. Dann habe ich ca. 5mmm Platz bis zum Boden.

 

Dann einfach mit zwei Hebern den Reifen runter, ein bisschen Seife drauf und den neuen drauf.

Bzw. zwischendurch den Schlauch reparieren und den alten Mantel wieder drauf.

 

Eine neue interessante Variante habe ich beim anderen Matthias (tw540) gesehen.

Ein Holzklotz unter den Sitz (damit der Boden sich nicht eindrücken kann) und dann einfach

eine Plastikkiste drunterschieben. Dann ist das Rad auch auf einer Seite hochgebockt.

 

Viel Spass,

 

Matthias (tw514)

 

Geschrieben

Hallo die Mitstreiter auf drei Rädern,

 

nun möchte ich zu der ganzen Reifenwechsel-Diskussion auch noch meinen Senf dazugeben - ich habe nämlich den Eindruck, mit der Demontage des ganzen Rades macht Ihr es Euch viel zu kompliziert mit dieser Übung. Reifen runter und Neuen drauf dauert bei mir keine 30 Minuten (plus 5 Minuten zum Lesen meiner Anleitung ;-) ) Und so geht's für die Finken hinten:

 

Aufbocken: Für's Werkzeug und diversen TWIKE-Kram habe ich auf der Gepäckablage immer eine dieser stabilen grauen Rako-Stapelkisten aus Kunststoff dabei. Die sind ein kleines bisschen höher als die TWIKE-Bodenfreiheit grad unter dem Ende des vorderen Teils der Bodenwanne. Ganz hinten unter dem Sitz schiebe ich zwischen Rahmenrohr und Bodenwanne ein passendes Stück Vierkantholz. Dann ziehe ich die Handbremse an und hebe ich das TWIKE vorne an; die leere Rako-Kiste kommt mit der Öffnung nach unten und der Hinterkante genau dort wo der Holzklotz sitzt unters TWIKE drunter. Wenn ich das TWIKE dann vorne wieder runterlasse, hebelt es mir das Fahrzeug hinten hoch. So habe ich unter dem Hinterrad mindestens 10cm Raum. Presto.

 

Alter Reifen: Radkastenabdeckung wegnehmen. Luft rauslassen, Reifenflanken rundum die Mitte der Felge drücken, und den Reifen mit einem guten Montiereisen beginnend von der dem Ventil gegenüberliegenden Seite von der Felge runterhebeln. Um die Emaillierung der Felge zu schützen, kann man zwischen Montiereisen und Felge ein Stück Karton klemmen. Die Emaillierung ist bekanntermassen ein Mist – man muss immer darauf achten, dass man keine Krümel davon im Reifen drin hat, sonst gibts Löcher im Schlauch.

 

Neuer Reifen: Beim Aufziehen muss man bei manchen Reifen die Drehrichtung "Drive" beachten! Zuerst innen gut mit Talkum einpudern. Dann die dem Fahrzeug zugewandte Flanke aufziehen; meist geht dies ganz ohne Werkzeug. Dann den Schlauch ein kleines Bisschen aufpumpen, so dass er grad keine Falten mehr wirft und ihn einlegen. Ventil durchs Loch stecken und locker mit dem Hütchen gegen Rausrutschen sichern. Dann kommt die zweite Seite vom Reifen aufgezogen, wieder beginnend beim Ventil. Manchmal muss man die Reifenflanken ringsherum immer wieder in die Mitte der Felge drücken, damit man genug Material hat, ihn über die Felgenflanke zu drücken. Bei Murkser-Reifen wie dem Kenda braucht’s starke Hände, Reifenpaste, und zwei Montiereisen. Bei anderen Marken geht es eher lockerer von der Hand. Und wieder aufpassen auf Emailsplitter.

 

Aufpumpen: Erst nur leicht aufpumpen und alles einmal richtig durchkneten. Das Ventil sollte grade sitzen und nicht verkantet sein. Dann voll Druck drauf. Hat man vorher etwas Reifen-Montierpaste benutzt, flutscht die Reifenflanke ganz von alleine auf die Felgenschulter drauf. Rad drehen um zu sehen ob alles rund läuft, dann kann das TWIKE wieder runter von der Rako-Kiste. Nach ein paar Tagen nachpumpen.

 

Vorne kommt man nicht darum herum, das Rad rauszunehmen. Aber der ist ja nicht so oft fällig wie die beiden Hinterreifen. Zum Aufbocken nehm ich wieder meine Rako-Kiste; der Auflagepunkt ist diemal das vordere Ende des Kettenkastens (mit Holzklotz zwischen Chassis und Luran-Hülle). Bei den Scheibenbremsen empfiehlt es sich, einen gefalteten Karton zwischen die Bremsbacken zu klemmen, sobald das Rad draussen ist, damit sie nicht aus Versehen zuklemmen. Die Prozedur ist sonst dieselbe wie beim Hinterrad. Bei der Montage des Rades sollte man dann jeweils eine neue Sicherungsmutter verwenden.

 

 

Viel Erfolg!

Florian, TW448

 

Geschrieben

Vielen Dank an Florian und Matthias,

 

ich werde meine zwar gut funktionierende, aber umständliche akademische Lösung beim nächsten Mal mit Euren Tipps versuchen zu optimieren :-) Das liegt sicher auch an Eurer jahrelangen Erfahrung mit dem TWIKE.

 

Ein paar Fragen aber dazu:

 

1) Was ist eine Rako-Kiste bzw. wie sind die Ausmaße? Ich habe das Werkzeug, Kabel, etc bisher in einer flexiblen Filztasche, die mit Klettband hinter dem Beifahrersitz befestigt ist. Dadurch wird der Gepäckraum bis zur Lehne des Beifahrers auch eben. Zum Aufbocken ist das allerdings nicht geeignet. Aber der Scherenwagenheber passt auch gut in die Tasche.

 

2) Wie pumpt ihr das Rad nach dem Reifenwechsel auf dem TWIKE auf. Ich habe keinen Kompressor und per Hand muss ich ganz schön pumpen, damit es sich wenigstens bis zur Tanke fahren lässt.

 

3) Braucht man den Holzklotz auch bei verstärktem Boden?

 

Viele Grüße

German, TWIKE

Geschrieben

Hallo German,

 

ich denke die Beschreibungen geben nicht die Pannenhilfeversion aus, sondern dass geplante Mantel- Wechseln.

Das heißt die Kiste führt man nicht mit und auch Luft sollte es daheim oder an der Tanke dann geben.

 

Der verstärkte Boden hilft gegen "versehentliches Durchtreten" das TWIKE-Gewicht wird er nicht schadlos halten.

Einfach ein Stück Dachlatte in der Stärke zwischen Boden und Querträger der Gurthalter klemmen, meine sind beide ganzjährig an Bord, ist ja "kein" Gewicht!

 

@Florian, wer schiebt die Kiste hinten unters TWIKE wenn Du vorne hochhebst?

Ich stelle mich mit dem Rücken zum Radkasten und hebe mit beiden Händen an, mit dem Fuß wird der Klotz runtergeschoben, geht manchmal nicht auf Anhieb:roll:

 

Gruß Martin

Geschrieben

Hallo miteinander,

 

@German:

 

Die Kiste (http://www.georgutz.com/de/1/Produkte/Stapelbehaelter/RAKO) hat BxTxH 40x30x27cm und passt perfekt auf die Hutablage, weil ich die Schnyder-Röhrenbatterien drin hab. Die Kiste ist voll mit all dem "Hausrat", den ich nunmal immer dabeihaben möchte - Zusatzgewicht hin oder her.

 

Nachdem ich mich lange Jahre bei einer Panne jeweils mit einer kleinen Fahrradpumpe abgemüht habe, um mich dann mit lausigen 3 bis max 4 bar in den Reifen an die nächste Tanke zu quälen (auf dass die Luftpumpe dort spätnachts ausgeschaltet war), hab ich mir auch einen billigen Kompressor gekauft. Macht Lärm, wird heiss, aber erfüllt den Zweck und ist klein genug um ihn fortan immer dabei zu haben - in besagter RAKO-Kiste eben.

 

Wie das mit dem verstärkten Boden aussieht kann ich mangels Studienobjekt so vom Schiff aus nicht sagen.

 

@Martin:

 

Ich heb das TWIKE vorne hoch, halte es mit einer Hand fest und mit der anderen schieb ich die Kist' drunter. Man kann das TWIKE bis fast zum Kipppunkt hochheben, dann braucht es nicht soviel Kraft um es in dieser Position festzuhalten. Anfangs hab ich mir noch mit einer Schnur beholfen, um die Kiste drunter zu ziehen oder um sie wegzukriegen; das Geleier hab ich mir dann aber bald mal gespart. Ein Scherenwagenheber mit Holzbrettchen drauf ist aber sicher eine gute und vor allem bequemere Alternative.

 

 

Gruss aus der Schweiz,

Florian, TW-448

 

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