Karo Isetta und Microlino treten gegeneinander an
Artega und Micro Mobility Systems einigen sich
Wie die beiden Unternehmen zum Jahresanfang berichteten, ist der Streit um die Produktionsrechte aussergerichtlich beigelegt worden. Beide Unternehmen gehen demnach von nun an getrennte Wege und planen den elektrischen Kabinenroller unabhängig voneinander auf den Markt zu bringen. Der Markt würde dafür genügend Nachfrage bieten, so die Meinung. Es darf angenommen werden, dass sich trotz sehr ähnlichem Fahrzeug, sich beide Unternehmen sehr bemühen werden, die Fahrzeuge voneinander genügend abzugrenzen. Eine Vorschau voraus dies hinausläuft, liefern die bereits bestehenden Bilder von serienähnlichen Fahrzeugen. Der Karo wird sich eher am klassischen Isetta-Design orientieren wollen, der Microlino steht eher für die moderne, pfiffige Version des Kult-Kabinenrollers. Wie stehen die Chancen der beiden Unternehmen, ihr Produkt erfolgreich auf den Markt zu bringen?
Der Karo
Gemäss Webseite des Karo-Hersteller Artega, sollen ersten Fahrzeuge bereits ab Januar 2020 in den Verkauf gehen und danach kurzfristig verfügbar werden. Bezüglich Verkaufsstart wird der Karo also ca. ein Jahr früher als der Microlino ins Rennen steigen. Möglich macht dies die bereits Ende 2018 übersiedelte Produktion zu Artega. Aktuell sucht der Hersteller auf seiner Webseite auch bereits aktiv nach neuem Personal für die Produktion. Dass man an die klassische und damals erfolgreiche Erscheinungsweise des Kabinenrollers anknüpfen möchte, zeigt auch ein Blick in den aktuellsten Newsletter. Mehrmals wird erwähnt, dass die Karo-Isetta mit seiner Authentizität bis ins Detail direkt an die visuelle Identität der ISO bzw. BMW Isetta anknüpfen soll. Artega, welches den Karo als Gemeinschaftsprojekt mit Autozulieferer paragon und Batteriehersteller Voltabox angeht, möchte den Karo auch hinsichtlich Qualität noch verbessern. Klaus Dieter Frers, Geschäftsführer der Artega GmbH sagt dazu: „Am Ende hat sich bestätigt, was wir immer gesagt haben: Die Auflösung der Vertriebsvereinbarung ermöglicht es Artega, höhere Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen nach eigenen Vorstellungen zu realisieren. Artega kann nach Aufhebung der Wettbewerbsbeschränkungen endlich sein ganzes Potential ausschöpfen und schnell skalieren“. Der Karo soll mit einem am Heck angebrachten Typ 2 Ladebuchse mit einer Abdeckung im Retro-Stil kommen. Die LED-Scheinwerfer sind in die Karosserie integriert. Interessant wird sein, wie sich das Interieur vom ursprünglichen Tazzari-Microlino unterscheidet. Gemäss den von Artega veröffentlichten Bildern, scheint die Ausstattung des Cockpits in etwa gleich. Weitere technische Details dazu sollten demnächst publiziert werden, so der Hersteller. Das Einsteiger-Modell "Edition" wird für 17'995 Euro (inkl. MwSt.) angeboten. Die limitierte "Intro" Version gibt es für 21'995 Euro inkl. MwSt.zu kaufen.
Der Microlino
Microlino hat angekündigt, dass ihr Fahrzeug erst 2021 in Serie gehen wird. Als neuen Produktionspartner wurde das Turiner Traditionsunternehmen CECOMP gewählt. Bis die Produktion startet möchte man die Zeit nutzen, um den Microlino technisch noch besser zu machen. «Das intensive Testen unserer 22 Vorserienfahrzeuge hat gezeigt, dass der aktuelle Entwicklungsstand noch nicht unsere Ansprüche hinsichtlich des Fahrverhaltens, Qualität und der Sicherheit erfüllt und wir technisch Einiges abändern müssen», sagt Wim Ouboter von der Micro Mobility Systems AG. Insbesondere beim Chassis möchte man Veränderungen anbringen, um so das Fahrverhalten des Microlino noch zu verbessern. Der Antrieb soll zudem mit einem neuen Motor und einer angepassten Software noch effizienter werden. Auch die Federung sowie das Tür-Konzept soll überarbeitet werden. Ebenfalls überarbeitet werden soll das äussere und innere Design. Merlin Ouboter von Microlino sagt dazu: «Der Microlino 2.0, wie wir ihn intern nennen, wird um ein Vielfaches besser sein als die aktuelle Version. Um Welten besseres Fahrverhalten, bessere Ergonomie, bessere Reparierbarkeit und auch in hohen Stückzahlen produzierbar. Die Geduld wird sich also lohnen, auch wenn wir es auch kaum erwarten können, den Microlino endlich in Serie zu bringen.» Konfiguriert man sich aktuell einen Microlino in der günstigsten Ausführung, so kommt er inkl. MwSt. auf 12'000 Euro zu stehen. Ob dieser Preis nach den erfolgten Anpassungen auch weiterhin gilt, ist noch nicht bekannt.
Fazit
Der grösste Vorteil des Karo ist wohl sein bevorstehender Marktstart. Er wird es aber auch sein, der sich als erster dem Markt stellen muss. Verläuft der Start gut und überzeugt das Fahrzeug, so sind die Chancen intkat, dass er seinen Platz im Markt findet. Der Preis von knapp 18'00 Euro ist allerdings als nicht mehr ganz günstig einzustufen. Es wird sich zeigen, ob sich damit die angepeilten Stückzahlen realisieren lassen.
Der verspätete Markteintritt von Microlino mag schmerzhaft sein, aber die Macher haben einige Vorteile auf Ihrer Seite. Die meisten Fans des Kabinenrollers sehen das heutige Original im Microlino. Auch wenn die Verspätungen für viele enttäuschend sind, so kann das Schweizer Familienunternehmen mit Image & Sympathie punkten. Profitieren dürften schlussendlich die Kunden. Die direkte Konkurrenz wird den Wettbewerb verstärken und so womöglich auch für die Endkunden zu positiven Effekten führen.
Wir freuen uns auf deinen Kommentar. Welches ist dein Favorit? Der Karo oder der Microlino?
Weitere Links zum Thema:
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