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Elektroautos: Die besten Verzeichnisse für Ladesäulen und Stromtankstellen


Stefan

2.908 Aufrufe

Wir stellen dir die wichtigsten Ladesäulekarten, Apps und Ladeverzeichnisse vor.

Wer sein Elektroauto auch mal unterwegs laden möchte, sucht sich die passende Ladestation in den meisten Fällen aus einem Ladeverzeichnis für Elektroautos heraus. Solche Verzeichnisse können von der Community gepflegt sein, oder es sind Verzeichnisse von z.B. Fahrstrom-Ambietern resp. E-Mobility Providern (EMPs). Manche Verzeichnisse sind auch eine Kombination aus beidem. Im vorliegenden Test haben wir uns Verzeichnisse angeschaut, welche eine Beteiligung der Community zulassen resp. dazu einladen. Ein weiteres Kriterium war, dass Ladeinformationen möglichst vollständig und unabhängig vom jeweiligen Anbieter angegeben werden. In Teil 1 listen wir die wichtigsten Applikationen auf und gehen auf dessen Vor- und Nachteile ein. In Teil 2 präsentieren wir einige weitere alternative Informationsquellen. Bewertungsskala: 1 Stern (min.) bis 5 Sterne (max.)

Teil 1: Offene Stromtankstellenverzeichnisse (alle Netze, mit Beteiligung der Community)

chargemap.com 

Die Geschichte von Chargemap begann 2009 in Frankreich. Heute sind 13 Mitarbeiter dafür besorgt, dass die Angebote von Chargemap stets weiterentwickelt werden. Auch die Community kann zum Verzeichnis beitragen indem Mitglieder neue Stationen melden oder hinzufügen. Insgesamt sind über 320‘000 Ladepunkte eingezeichnet. Die meisten davon in Europa. Die Benutzung von Chargemap ist inuitiv und läuft auf Desktop wie auch auch Mobilgeräten flüssig. Für die Suche nach Stationen stellt Chargemap auch eine kostenlose App für iOS und Android zur Verfügung. Neben dem Ladeverzeichnis ist es Mitgliedern mit dem „Chargemap Pass“ auch möglich Ladesäulen freizuschalten und den Ladevorgang abzurechnen. Voraussetzung um das Ladeverzeichnis zu nutzen, ist eine kostenlose Anmeldung. Das Chargemap Verzeichnis ist akkurat nachgeführt und Feedbacks aus der Community fliessen kontinuierlich in die Datenpflege ein. Praktisch: Die App zeigt an mit welchen Ladekarten die jeweilige Säule freigeschaltet werden kann und ob der Anschluss frei oder besetzt ist. Chargemap.com benutzt Karten von Google.

Positiv:stromtankstelle-verzeichnis-test-chargemap-600x315.jpg

  • Hohe Datendichte, Einträge stets aktualisiert
  • Kostenloses Verzeichnis, werbefrei
  • Kommerziell geführt, Inhalte z.T. bereitgestellt durch EV-Community
  • Mehrsprachig

Hinweis: Ladestationenkarte nur mit Login nutzbar

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ (4 Sterne)
Datenqualität & Umfang: 4 / Benutzerfreundlichkeit: 5 / Funktionsumfang: 4

plugshare.com

Die Wurzeln der Angebote von PlugShare sind in Kaliforniern zu suchen. PlugShare ist ein Verzeichnis welches von der Firma Recargo Inc. unterhalten und aktiv weiterentwickelt wird. 2018 ging das Unternehmen an innogy über. Innogy wiederum wird in diesen Tagen Teil des E.ON Konzerns. Neben dem Stromtankstellenverzeichnis welches kostenlos genutzt werden kann, bietet Recargo Inc. auch weitere Dienstleistungen an. So werden die Daten z.B. auch an Autohersteller verkauft. Auch Tesla weist auf ihrer Webseite auf PlugShare hin wenn es sich um Ladepunkte ausserhalb des Tesla-Netzwerks handelt. PlugShare ist längst nicht mehr nur auf den amerikanischen Markt ausgerichtet. Auch in Europa ist die Datendichte hoch und recht akkurat, wenn auch nicht ganz so umfangreich wie z.B. auf chargemap.com. PlugShare läuft auf dem Desktop und Apps für Android und das iPhone sind ebenfalls verfügbar. Mit PlugShare ist es auch möglich den Strombezug abzurechnen. Allerdings ist dies vorerst erst mit einigen wenigen Ladenetzwerken in den USA möglich. Zudem setzt PlugShare voll auf das Smartphone, eine RFID Karte gibt es nicht. Bonus: Neu gibt es auf PlugShare auch einen praktischen Reiseplaner. Genuzt werden Karten von Google.

Positiv:plugshare Stromtankstellen Verzeichnis

  • Gute Abdeckung und Dichte, aktuelle Einträge
  • Kostenlos nutzbar, werbefrei
  • Kommerzielle Basis, Inhalte z.T. bereitgestellt durch EV-Community
  • Mehrsprachig

Hinweis: Ladesäulen Freischaltung/Abrechnung bisher erst in USA möglich

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ (4 Sterne)
Datenqualität & Umfang: 4 / Benutzerfreundlichkeit: 5 / Funktionsumfang: 5

goingelectric.de

Das Verzeichnis ist im deutschsprachigen Bereich eines der meistfrequentierten. Zahlreiche Apps und Dienste basieren auf den Daten des Verzeichnisses. GoingElectric ist vor allem „community-driven“ und das Projekt wurde 2012 von Guy Weemaes ins Leben gerufen. Es ist vor allem werbefinanziert, und deshalb werden bei der Benutzung auf dem Desktop auch immer wieder Werbebanner eingeblendet. Betreffend Benutzerfreundlichkeit, kommt das Verzeichnis im Desktop-Betrieb nicht ganz so gut weg wie die grösseren kommerziellen Konkurrenten. Dies vor allem wegen der weniger intuitiven Gestaltung und den Werbeeinblendungen. Auch diverse Apps welche auf dem Verzeichnis basieren, sowie die Mobilansicht des Ladeverzeichnisses, sind zwischenzeitlich etwas altbacken. Dafür glänzt das Verzeichnis mit vielen Detailangaben und die Daten sind dank reger Beteiligung der Community aktuell. Ein Login ist nur nötig, falls man auch aktiv Inhalte beisteuern möchte. Das Stromtankstellenverzeichnis basiert auf Karten von OpenStreetMap.

Positiv:

  • Stets aktuelle Daten, sehr gute Unterstützung durch die Community
  • Kostenlos nutzbar
  • Detaillierte Daten und Filterfunktionen
     

Hinweis: Für die Nutzung auf Android und iPhone gibt es verschiedene Anbieter von Apps:
https://www.goingelectric.de/wiki/Uebersicht-Stromtankstellen-Verzeichnisse-und-Apps/

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ (4 Sterne)
Datenqualität & Umfang: 5 / Benutzerfreundlichkeit: 3 / Funktionsumfang: 5

Weitere Verzeichnissse

e-stations.de ⭐⭐⭐
Ein Ladeverzeichnis von Markus Bach mit über 60‘000 eingetragenen europäischen Ladepunkten. Funktionsreiche Ausstattung auf Desktop, keine App verfügbar, Sprache: Deutsch, Kartenmaterial: Google

lemnet.org ⭐⭐⭐
Das Ladeverzeichnis wird von LEMNET Europe e.V. unterhalten. Es war eines der ersten Verzeichnisse das umfangreiche Information zum Laden von Elektrofahrzeugen bereitstellte. Zwischenzeitlich ist die Datenaktualität etwas gesunken. Auch das Design ist etwas klassischer als bei neueren Konkurrenzprodukten. Dafür wartet lemnet.org mit z.T. recht detaillierten Informationen zu Ladepunkten auf. lemnet-Daten können auch von Android- oder iPhone Apps aufgerufen oder gepflegt werden. lemnet.org ist mehrsprachig und das Kartenmaterial basiert auf OpenStreetMap.

bundesnetzagentur.de ⭐
Das offizielle behördliche Verzeichnis aller Ladestationen in Deutschland die nach der geltenden Ladesäulenverordnung errichtet wurden.

smarttanken.de ⭐⭐
Dieses Angebot wird vom ADAC in Koperation und der Yellow Map AG zur Verfügung gestellt. Der Webauftritt ist leider nicht mehr ganz zeitgemäss und nicht für Mobilgeräte optimiert. Für die mobile Nutzung stellt der Anbieter jedoch Apps zur Verfügung. Kartenmaterial: OpenStreetMap

e-tankstellen-finder.com ⭐⭐⭐
Das Verzeichnis ist ein Angebot des österreichischen Energieversorgers Kelag. Die Web-Version schaltet auch Werbebanner ein.

goelectricstations.it – nextcharge ⭐⭐
Ein italienischer Anbieter für Ladezugänge. Die Karten sind mehrsprachig als Web-, Android-, iPhone Version verfügbar. Das Login über Web-Version schlug leider mehrfach fehl. Kartenmaterial von Google.

map.openchargemap.io ⭐⭐⭐
Das Verzeichnis von openchargemap.io versteht sich als weltweites gemeinnütziges Verzeichnis ohne kommerzielle Absichten. Die Web-Version, Android- und iPhone App ist mehrsprachig.

tesla.com/de_DE/destination-charging
Ladeverzeichnis der Tesla Destination Charger

Teil 2 – Alternativen

Ladeverzeichnisse von EMP (E-Mobility Provider), ohne Community Beteiligung

Aufgrund der Vielfalt wäre diese Liste ist recht lang. Namhafte Anbieter mit umfangreichen Kartenverzeichnissen sind z.B. EinfachStromLaden (ESL), PlugSurfing, newmotion (Shell) oder EnBW (hat nur mobile App). Verzeichnisse dieser Anbieter sind vor allem für eigene Zwecke optimiert und die Apps eignen sich primär um die Stationen freizuschalten. Hinweise von Benutzern fehlen in der Regel auf diesen Verzeichnissen.

Elektroauto

Das Navi aktueller Elektrofahrzeuge bietet oftmals ebenfalls eine entsprechende Liste mit Ladestationen an. Je nach Fahrzeugmodell sind diese Verzeichnisse aber oftmals wenig benutzerfreundlich, es fehlen praxistaugliche Angaben oder sie sind veraltet. Wer Tesla fährt hat es etwas besser, denn das Navi der Teslas zeigen die Tesla-eigenen Supercharger auf dem Navi (inkl. Routenplanung) an. Auch neue Modelle in der Oberklasse (Porsche Taycan oder Mercedes EQC) gehen ähnliche Wege und und binden Ladestationen aus Partnernetzen ein.

Google MapsGoogle Maps Ladestationen Karte

Eine weitere Datenquelle für Ladestationen bietet Google Maps. Dazu muss lediglich im Suchfeld der gewünschte Ort und „Ladestationen“ o.ä. eingegeben werden. Auch wenn noch nicht alle Stationen angezeigt werden, die Datenqualität hat sich weiter verbessert. Sogar die Verfügbarkeit wird teilweise bereits angezeigt.

Möchte man sich jedoch sämtliche verfügbaren Ladestationen oder weitergehende Informationen anzeigen lassen, so bleibt einem bislang meistens nichts anders übrig, als auf entsprechende online Verzeichnisse zurückzugreifen.

Fazit

Bei Design und Funktionalität haben heute die grossen Verzeichnisse PlugShare und Chargemap die Nase vorn. Das Verzeichnis von GoingElectric profitiert vor allem von einer regen Beteiligung der deutschsprachigen Community.
Noch sind die heutigen Ladeverzeichnisse wichtige Informationsquellen wenn man mit einem Elektroauto eine längere Reise antritt. Auch in den kommenden Jahren dürften die Verzeichnisse während dem Ladenetzausbau weiterhin gute Dienste leisten. Und selbst wenn die Ladesäulen-Dichte in Zukunft sehr hoch sein wird, so werden entsprechend ausgerüstete Ladeverzeichnisse vor allem gute Dienste bei der Auswahl des passenden Ladepunktes (z.B. Stromkosten-Vergleich, Roaming-Partner) bieten. Wahrscheinlich ist auch, dass zukünftig Daten zu Ladestationen & Co. noch verstärkt den Weg direkt ins Infotainment-System des Autos finden werden, inklusive ausgefeilter Routenplanung. Wie das geht macht Tesla seit längerem vor, zumindest was Angaben zu Superchargern betriffft. Auch andere EVs wie der Mercedes EQC und Porsche Taycan bieten zwischenzeitlich ähnliche Systeme an. Spannend wird auch sein, welche Rolle Google bei diesem Thema übernimmt. Werden zukünftig Informationen zu Ladestationen auf Google Maps ausreichen um die nächste Ladestation zu finden?

Welches Verzeichnis oder welche Apps benutzt du auf längeren Strecken und wieso? Wir freuen uns auf deine Meinung und Erfahrungen.

3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

ABetterRoutePlanner

+ sehr detaillierte Planung möglich

- derzeit nur in Englisch

- keine App Version

 

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Hallo, danke für den Hinweis! Ich habe mich im obigen Beitrag primär auf Verzeichnisse konzentriert. Routenplaner plane ich in einem separaten Beitrag zu beleuchten (stay tuned!). ABRP ist ein wirklich toller Routenplaner. Apps für Android und iOS sind zwischenzeitlich erhältlich. 

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