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Landert Motor-Getriebe Einheit ölt

Featured Replies

Geschrieben

Hallo,

heute hatte ich mein TWIKE zum ersten Mal auf der Hebebühne eines Freundes und wir haben gemeinsam mal einen Blick unter die Abdeckungen geworfen. Ziel war, sich ein Bild zu verschaffen, wie der Antrieb abgebaut werden kann, um die Karosse oberhalb des Motors neu zu dämmen.

Dem Kollegen fiel sofort das viele Öl auf, das um und an der Motor/Getriebeeinheit von Landert klebt und tropft. Ich meine irgendwo in der Forumshistorie mal gelesen zu haben, das das "normal" ist, hoffe aber, man kann da was gegen tun?

Der Freund hat die Welle, auf der das Kettenritzel sitzt mal genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, das diese für seine Begriffe deutlich zu viel Spiel hat und seiner Meinung nach auch für den Ölverlust verantwortlich ist. Er vermutet Lagerschäden und defekte Simmeringe (wenn es da welche gibt?).

Da wir vorhaben, an einem der nächsten Wochenenden den Antrieb unter dem Twike weg zu bauen, würde es sich anbieten, diese Dichtungs- und Lagerungsarbeiten gleich mit zu erledigen. Hat dazu jemand Tips? Ist das Ölen Bauartbedingt, oder sind da tatsächlich defekte Simmeringe im Spiel?

 

Auch wenn einer etwas zum Thema der Schalldämmung und Entkopplung von Motor und Karosse anzumerken hat, bin ich dankbar.

 

 

Danke schon mal im Voraus,

der Toby

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

Hallo Toby

Das Spiel ist normal bei älteren Twike`s und die Simmeringe halten auf dauer nicht dicht,

die sind deswegen nicht kaputt, und da kommt auch nur Öl raus wenn du zu viel einfüllst.

Die Ölmenge im Getriebe ist nur ca 1,5 bis 2,5cm vom Boden aus gemessen, das sind

ca 150 bis 250ml, die sollten drin bleiben, einfach mal alles sauber machen, die richtige Menge

einfüllen und beobachten ob es wo tropf, wenn ja könnte der Getriebedeckel undicht sein, den

müßtest du dann abschrauben und neu abdichten

Grüße Johannes

 

 

 

 

 

Geschrieben
  • Autor

Ja, vom Twike Center habe ich auch die Info bekommen, das das Spiel normal ist.

Trotzdem würde ich das ganze gern mit neuen Dichtungen versehen, wenn ich die Antriebseinheit eh unter dem Twike weg nehme.

Ich habe vom TWIKE Händler die Info erhalten, das es nur auf einer Seite einen Simmerring gibt und auf der anderen eine Gummidichtung, aber noch habe ich keinen Preis dafür...

Danke aber für diese Info!

  • 4 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Ich versuchs halt noch mal,

diesen Thread ans "leben" zu bekommen.

Vor ein paar Tagen habe ich das Twike demontiert und mit meinen Umbauprojekten begonnen.

Dabei haben wir auch das Fahrwerk drunter weg genommen, es bei Seite gestellt und mit Öl befüllt.

Und siehe da, am nächsten Morgen gabe es unter dem Getriebe eine frische Öllache.

Leide rkann das Öl meines erachtens immer noch von überall kommen, mitunter natrülich auch durch einen zu hohen Füllstand.

Wenn wir aber das nächste mal daran gehen, das Fahrwerk zu demontieren, würde ich gern den Simmering am Motor, den an der Achse und den Gummiring an der anderen Achse tauschen, bzw. parat haben. Weiss evtl jemand, welche Teile das sind?

Ich habe mir sagen lassne, das es sich allesamt um Standard Industrieteile handelt, aber erst mit dem besorgen anfangen, wenn das Auto schon zerlegt ist, finde ich nciht so doll... Lieber vorab beschaffen und dann doch nciht brauchen.

Kann einer was dazu sagen?

Ich hatte übrigens nach wiedereinbau des Fahrwerks zunächst massive Ölverluste, gestern habe ich mal ein bisschen Suaber gemacht und warte nun ab, was ich noch alles verliere...

Gruß,

der Toby

Geschrieben

Hallo Toby

 

Das Landert Getriebe ist nicht einfach dauerhaft dicht zu bekommen. im Anhang findest Du die verwendeten Kugellager. Alle Lager und Dichtungen beim Twike sind

Standart industrie Artikel und leicht zu besorgen. Die Dichtungen habe ich leider nicht aufgeführt. Du kannst Sie aber von aussen messen.

Die Motorenwelle auf der Getriebeseite wird nur durch die Dichtleisten des Kugellagers abgedichtet. An dieser Stelle lohnt es sich einen Dichtsitz für einen zusätzlichen Dichtring getriebeseitig aufzusetzen.

 

Viel Erfolg

 

Gruss Dirk + TW 423

 

Geschrieben
  • Autor

Hallo Dirk,

danke erst mal für die Lagerliste.

Die Dichtungsgeschichte muß ich vielleich mal mit einem Werzeugmacher durchsprechen.

Was Elektrik angeht bin ich ja Firm und auch mit allen Mitteln ausgestattet, aber Mechanisch hapert es dann schon ein wenig. Wenn es dann auch noch in den Metallbau geht, bin ich einfach überfordert. Glücklicherweise habe ich Zeit und für fast alles Spezialisten... mal schauen, ob wir das Teil über die Jahre nicht doch irgendwie dicht kriegen.

eine neue Antriebseinheit mit dem 3x3 Motor und dem neuen Getriebe kann ich mir leider net leisten...sonst wärs auch direkt schön leise...

Gruß,

der Toby

  • 8 Jahre später...
Geschrieben

Hallo zusammen

 

ich weiss, ist ein uralter Thread. Warum ich ihn aufwärme: es wird hier von einem Anhang geschrieben, in welchem alle Lager des Getriebes aufgelistet sind. Leider kann ich aber keinen Anhang sehen. Hat eventuell jemand noch diese Datei?

 

Gruss

  • 4 Wochen später...
Geschrieben

Hallo Ueli,

die originalen Listen von Dirk habe ich nicht gefunden, aber ich kann hier mal reinstellen, was ich so üblicherweise verbaue:

Kugellager Motorenachse beide Seiten: 6004-2RSH (abgedichtet, FKM) ID=20mm AD=42mm h=12mm (SKF Explorer)
Kugellager Zwischenzahnrad beide Seiten: 6003 2Z (Deckscheiben) ID=17mm AD=35mm h=10mm
Kugellager Differential - Freilauf links 6007-2RS1 (abgedichtet) ID=35mm AD=62mm, h=14mm
Kugellager Differential - Gelenkwelle rechts: 16007 (offen) ID=35mm, AD=62mm, h=9mm

Ausgleichsscheiben Motorenachse Lager Innenring: ID=20mm, AD=28mm d=0.1/0.3/0.5mm
Ausgleichsscheiben Motorenachse Lagersitz DIN988: ID=30mm, AD=42mm d=0.1/0.3/0.5/1.0mm
Ausgleichsscheiben Zwischenzahnrad Lagersitz DIN988: ID=25mm, AD=35mm d=0.1/0.3/0.5mm
Ausgleichsscheiben Differential Kegelradbolzen DIN988: ID=18mm AD=25mm d=0.1/0.2/0.5mm

Wellendichtring Viton mit Staublippe Motorenachse zu Getriebe*: ID=24mm AD=35mm h=7mm (SKF HMSA10 Typ AS, FKM)
Wellendichtring Differential - Freilauf links*: ID=40mm OD=52mm h=7mm
Wellendichtring Differential - Gelenkwelle rechts: ID=22mm OD=35mm h=7mm
* = nicht serienmässig, braucht zusätzliche Teile, s.u.

So, und jetzt die Bemerkungen, weil ich das alles schon vorwärts und rückwärts durchexerziert habe:

Die Landert-Getriebe haben keine Wellendichtung zwischen Motor und Getriebe. Da ist nur das 6004-2RS Kugellager mit seinen Dichtscheiben, und das war's. Und weil konstruktiv das Festlager nur lausig aussen am Lagerschild definiert wurde, rutscht das getriebeseitige Lager bei jedem Lastwechsel hin und her und "pumpt" dabei Öl in Richtung Statorgehäuse. Um das besser abzudichten, habe ich folgendes schon probiert:

  1. Die einfache aber nicht so gute Lösung: Das Kugellager im Lagerschild mit Passcheiben so gut es geht festsetzen, ebenso das Lager auf der Achse selbst. Wichtig ist hierbei, dass die Achse getriebeseitig nicht auf das Kugellager drückt, d.h. das getriebeseitige Kugellager genügend Spiel hat, sich bei der Ausdehnung der Achse im Betrieb verschieben zu können. Beim getriebeseitigen Kugellager nimmt man ein SKF 6004-2RSNR, welches im Aussenring eine Nut mit Sprengring hat, entfernt den Sprengring und legt stattdessen einen passenden O-Ring ein (siehe IMG_1702). Hiermit dichtet dieser das Lager gegen den Lagersitz ab. Ganz dicht wird das aber nie werden, weil die Lager-Dichtscheiben nicht dafür gebaut sind, das Öl bei den hohen Drehzahlen der Motorenachse von rund 10'000rpm zurückzuhalten. Statorseitig macht man deshalb am tiefsten Punkt noch ein 3mm oder 4mm Loch ins Gehäuse (IMG_1624), damit das durchgesickerte Öl abfliessen kann, bevor es in die Windungen drückt.
     
  2. Verbesserte Version von 1): Auf der Seite des Getriebes schraubt man ein Drehteil an, welches einen Wellendichtring hält (siehe IMG_1703). Ist etwas besser dicht, aber immer noch nicht der Brüller. Dass sich die Motorenachse an der Stelle des Wellendichtrings Richtung Ritzel bereits verjüngt kommt erschwerend dazu. Leider habe ich keine Zeichnung von diesem Drehteil - bei den Produktionstoleranzen der Getriebe misst man das sowieso ab gescheitesten in situ aus und dreht das Teil nach den eigenen Massen.
     
  3. Die kompliziertere aber bessere Lösung, wurde damals im alten Forum am 03.04.2011 [18:39] von Dirk "Haegar" für sein TW423 beschrieben; die hier gezeigten Bilder sind von meiner weiterentwickelten Version. Der Aufwand ist relativ hoch, aber es hält dann einigermassen dicht. Das getriebeseitige Kugellager wird festgesetzt und auf der Statorseite kommt ein Flansch (Drehteil siehe TW Landert Rotorenflansch v1.0.jpg) drauf, welcher einen Wellendichtring enthält. In IMG_4417 und IMG_4431 sieht man die Reihenfolge der Teile auf der Motorenachse: Rotor, Dichtflansch, Kugellager, evtl. die eine oder andere Passcheibe, Kupferring, Stützhülse aus Stahl, Motorenritzel, Ritzelmutter. Bei mir hat es zusätzlich noch einen Keil im Ritzel, aber das ist ein anderes Thema (führe ich bei anderer Gelegenheit gerne mal aus). Die Stützhülse ist nach Mass gefertigt, aber ich habe leider verpennt, die Daten aufzuschreiben; der Kupferring dient zum Ausgleich von letzten Toleranzen und wird beim Anziehen der Ritzelmutter etwas verformt. Weil sich die Stützhülse und Achse bei Erwärmung in gleichem Masse ausdehnen, bleibt das im Betrieb immer gleich fest. Zum Einbau wird der Dichtflansch dann wie in IMG_5318 gezeigt von der Getriebeseite her festgeschraubt. Auch wenn ich im Dichtflansch eine Rille + O-Ring zur Abdichtung vorgesehen hatte, musste ich den Flansch trotzdem zusätzlich mit Silikon gegen das Getriebegehäuse abdichten (IMG_5300).
     
  4. Und als Ergänzung der Lösung 3) bohrt man am tiefsten Punkt noch ein kleines Entlastungsloch (IMG_8990 roter Kringel), damit rübergesickertes Öl nicht durch die sich im Flansch erwärmende Luft via Wellendichtung rausgedrückt wird.

Beim Zwischenzahnrad sind in den Lagersitzen üblicherweise Wellenringe verbaut. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, v.a. weil diese Wellenringe schlecht zu bekommen sind und bei schräg verzahnten Zwischenrädern sowieso plattgedrückt werden. Ich habe stattdessen mit Passscheiben das axiale Spiel bis auf 1/10 - 2/10mm reduziert und eines der Lager mit Loctite 2701 eingeklebt.

Serienmässig ist der Gelenkwellenabgang links beim Freilauf auch nur durch das Kugellager abgedichtet - derselbe Designfehler wie bei der Motorenachse gleich nochmals. Hier ist die Einbauhöhe für einen Flansch zu knapp. Ich habe deshalb das Loch im Getriebedeckel auf fast 52mm aufgezogen und den Wellendichtring dort mit Gyso Polyflex 444 eingeklebt (IMG_1651). Die Achse muss man je nachdem zwischen Freilauf und Kugellager mit einer passenden Stahlhülse dicker machen (leider keine Daten hierzu - wurde auch "in situ" massgeschneidert, IMG_9011), weil der original verbaute Alu-Distanzring hierfür nichts taugt.

Soweit meine Erfahrungen mit diesem Bastelbogen namens "Twike Getriebe" - bin gespannt auf Eure Kommentare.
 

Gruss,
Florian + TW415 + TW713

IMG_1702.jpg

IMG_1624.jpg

IMG_1703.jpg

TW Landert Rotorenflansch v1.0.jpg

IMG_4417.jpg

IMG_4431.jpg

IMG_5318.JPG

IMG_5300.JPG

IMG_8990.JPG

IMG_1651.jpg

IMG_9011.JPG

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Danke Florian für dieses, wie immer, sehr komplette Antwort. Kann auch spaeter benütz werden.

Nicht gerade das gleiche Thema aber trotzdem…

Gestern habe ich den Öl Stufe in meinem Twike für das erstesmal geschaut (nach etwa 6000 km).

Muss sagen das bei mir den Dreifels T2 auf den Öl Deckel gebaut ist. So muss ich dieses Ding abmontieren bis als ich auf den Öl Deckel komme. Natürlich war fast kein Öl mehr drin (oder keinemehr). Habe schon gefunden das mein Twike noch lauter war.

Habe 1,5 Dl Minerale W90 für klassiche Wagen reingemacht und Heute war mein Twike VIEL leiser.

Nachdem habe ich den T2 Stecker irgendwo anders gebaut das ich einfacher mein Öl Stufe kontrollieren kann.

bearbeitet von Twikeur

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