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Bringt Honda den Kei Car nach Europa?

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Kei-Cars gehören in Japan zu einer speziellen Fahrzeugklasse mit klar definierten Maximalmaßen und Leistungsgrenzen und sie erfreuen sich dort grosser Beliebtheit. Denn sie erfüllen die allermeisten Anforderungen welche von den Nutzern an ein Auto gestellt werden. Zusätzlich sind sie im Vergleich zu einem regulären PKW günstiger in der Anschaffung und profitieren zusätzlich im Betrieb von weiteren Anreizen.

Nun hat Honda relativ kurzfristig und überraschend bekanntgegeben, anlässlich des Goodwood Festival of Speed (10. Juli 2025) , den Honda Super EV (Konzeptname) vorzustellen. Das Fahrzeug ist bereits sehr nahe an der Serienversion und dürfte bereits 2026 in Europa in den Verkauf gelangen. Bislang gibt es dazu nur folgendes Bild:

Honda-Super-EV-Concept-fm-OEM.jpg

Photo: Honda Motors Europe

Das Auto basiert vermutlich auf der Platform des Honda N-One, ein Kei Car der in Japan bereits seit 2012, und seit 2020 in der zweiten Generation, angeboten wird.

Doch auch wenn noch keine Daten bekannt sind, wage ich eine Vorhersage:

  • Es wurden bereits in Vergangenheit Kei Cars nach Europa importiert nachdem sie an die hiesigen Anforderungen angepasst wurden. Z.B. Suzuki Jimny, Daihatsu Cuore oder der elektrische Mitsubishi i-MiEV. Ähnliches ist wohl auch für den Honda Super EV geplant.

  • Da die 2. Generation des Honda N-One bereits seit 2020 gebaut wird, dürfte es ich beim Super EV um dessen Nachfolger handeln. Es wird zwar gemunkelt, dass der Super EV der Nachfolger des Honda e darstellen könnte, das ist aber sehr unwahrscheinlich, da der Honda e deutlich größer ist.

Die Ähnlichkeiten mit dem N-One sind unübersehbar, daher die Annahme, dass der Super EV resp. der neue N-One:

  • ebenfalls Frontantrieb hat, den N-One gibt es sogar auch mit 4WD...

  • Die Länge vermutlich unter 3.60m oder gar 3.40m bleiben wird

  • Die europäische Version evtl. auf ca. 1.60m verbreitert wird

  • Die Akkukapazität bei rund 25-30 kWh zu liegen kommt

  • Honda "Magic Seats" (erlauben flaches Umklappen und Hochklappen nach hinten) auf der Rückbank verbaut sein werden

  • Die Rückleuchte Ähnlichkeiten mit dem N-One haben dürfte (zumindest ansatzweise...)

  • Zusammengefasst: das Fahrzeug in Japan weiterhin ein Kei Car bleibt, und für Europa leicht angepasst wird.

Honda_N-One_frm_wikip.jpg

Honda N-One der aktuellen Generation (2020 - 20xx)

Europa hat ein Problem - uns fehlt die Kei Car Klasse!

Im Automobilbereich fühlt man sich hier manchmal wie in einem Entwicklungsland. Innovationen kommen meist aus Fernost oder den USA. Und Fahrzeuge, die dort längst auf dem Markt sind, erreichen Europa oft erst Jahre später. Hinzu kommt, dass europäische Regularien falsche Anreize setzen, wenn es darum geht, effiziente, kostengünstige und dennoch sichere Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Zulassungsanforderungen in Europa sind hoch – was grundsätzlich gut ist –, aber sie erschweren die Einführung neuer Fahrzeugkonzepte.

Unser Kontinent kennt bei vierrädrigen Fahrzeugen das übliche PKW Segment der sogenannten M1 Klasse. Die nächste Klasse ist das Segment der Leichtfahrzeuge (L7e) welche allerdings ein Nischendasein fristet. Hauptgrund sind die engen technischen Grenzen welche der europäischen Klasse der Leichtfahrzeuge dem Durchbruch verunmöglichen, da Sicherheits- und Komfortanforderungen der Kundschaft unerfüllt bleiben. Was den Europäern bleibt, sind teurere und weniger effiziente Fahrzeuge oder Fahrzeuge wie der Microlino, Silence S04 oder Mobilize Duo. Letztere werden teilweise als Sharing-Fahrzeuge in Städten genutzt oder sprechen Liebhaber und Minimalisten an.

Anderswo, ist man deutlich weiter und die Lücke wird durch eine Fahrzeugklasse ergänzt, welche auch kommerziell grosse Erfolge feiert.
Japan kennt die "Kei Car" Kategorie und in Südkorea die Kategorie "Light Cars". Wobei die Kategorie in Südkorea etwas mehr Freiraum zulässt:

Kei Car (Japan)

Gyeongcha, Light Car (Korea)

Max. Hubraum, max. Leistung

660 cc / 47 kW

1000 cc / 47 kW

Max. Länge

3.4 m

3.6 m

Max. Breite

1.48 m

1.6 m

Vorteile

Steuern, Maut, Versicherung, Parkgebühren

dito

Vor allem die Seitenansicht des neuen Modells weist viele Ähnlichkeiten mit dem Honda N-One auf. Die Silhouette scheint nahezu identisch, lediglich die Radhäuser wirken etwas breiter, und die Front wurde überarbeitet. Auch die Rückleuchten und deren Gestaltung erinnern stark an das bisherige Modell. Die Räder dürften weiterhin mit 15 Zoll bemessen sein. Insgesamt scheint mir die "neue Version" etwas breiter zu sein, aber nicht länger.

Honda steht für hohe Verarbeitungsqualität, und es ist davon auszugehen, dass sich dies auch im Super EV widerspiegeln wird. In Japan gibt es bereits elektrische Kei-Cars wie den sehr erfolgreichen Nissan Sakura, der 2023 das meistverkaufte EV in Japan war (Marktanteil 42%) . Der Sakura bietet ein vollwertiges Infotainmentsystem, hochwertige Materialien und ein komfortables Interieur. Ähnliches darf man auch von Honda erwarten.

Japanische Elektro-Kei-Cars haben in der Regel Akkus mit etwa 20 kWh Kapazität. Es ist gut möglich, dass Honda eine etwas größere Batterie verbaut – vermutlich zwischen 25 und 35 kWh.

Fazit: Auch wenn die offizielle Präsentation noch bevorsteht, lässt sich bereits einiges zum Honda Super EV sagen. Er dürfte – ähnlich wie der erfolgreiche Nissan Sakura – gut ausgestattet sein und über ein hochwertiges Interieur verfügen. Preislich wird er sich wohl etwas günstiger als ein Hyundai Inster positionieren müssen um Marktanteil zu gewinnen.

Mit dem Marktstart in Europa füllt Honda eine echte Lücke: Fahrzeuge wie der Hyundai Inster sind mit 3,85 Metern bereits zu groß für klassische Kei-Car-Maße. Selbst in Korea fällt der Inster wegen seiner Länge nicht mehr in die Kategorie der "Light Cars". Sein Zwillingsbruder, der Hyundai Casper, erfüllt diese Kriterien in Korea mit einer Länge von knapp 3,60 Metern noch.

Der Honda Super EV scheint sich also unterhalb von Modellen wie dem Hyundai Inster oder dem BYD Dolphin Mini positionieren zu wollen. Schön, dass Honda diesen mutigen Schritt wagt. Japan scheint im EV Bereich die aufgehende Sonne zu spüren und bringt neue innovative Fahrzeuge. Danke Honda!

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