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Zunehmender Gegenwind für Tesla: Europas Märkte signalisieren Kurswechsel

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Während der europäische Automarkt insgesamt auf Wachstumskurs bleibt, gerät Tesla zunehmend ins Hintertreffen. Der US-Elektroautobauer verzeichnet im Juli zum siebten Mal in Folge rückläufige Zulassungszahlen in mehreren wichtigen Märkten, und das, obwohl die allgemeine Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen vielerorts steigt.

Europäischer Automarkt im Aufwind – ohne Tesla

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt ein klares Bild: In Dänemark legte der Gesamtmarkt im Juli um 20 Prozent zu, in Norwegen um 48 Prozent, in Spanien um 17 Prozent, in den Niederlanden um 9 Prozent und selbst Schweden konnte ein leichtes Plus von 6 Prozent vermelden. Lediglich Frankreich war mit einem Minus von 8 Prozent die Ausnahme.

Doch während andere Hersteller von dieser Dynamik profitieren, zeigt sich bei Tesla ein gegenteiliger Trend. Im ersten Halbjahr 2025 sanken die Tesla-Verkäufe europaweit um mehr als ein Drittel. Im Juli setzten sich die Einbußen fort, mit besonders drastischen Rückgängen in Schweden (-86 %), den Niederlanden (-62 %), Dänemark (-52 %) und Frankreich (-27 %).

Norwegen und Spanien: Positive Ausreißer

Es gibt allerdings auch Regionen, in denen Tesla zulegen konnte. In Norwegen, einem traditionell starken Markt für Elektrofahrzeuge, sorgte ein neues Finanzierungsmodell mit null Prozent Zinsen für einen echten Schub: 715 Tesla Model Y wurden dort im Juli neu zugelassen , ein Plus von 83 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch Spanien verzeichnete eine Steigerung um 27 % bei Tesla-Neuzulassungen. Allerdings liegt das Wachstum hier weit unter dem Branchentrend: Der spanische Markt für elektrifizierte Fahrzeuge insgesamt wuchs um 155 %.

Chinesische Anbieter setzen Tesla unter Druck

Besonders spürbar wird der Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller. In Spanien etwa konnte BYD im Juli rund 2150 Fahrzeuge absetzen, fast achtmal so viele wie im Vorjahr. Auch in Österreich haben chinesische Anbieter Tesla inzwischen deutlich überholt. Die Kombination aus niedrigeren Preisen und frischen Modellreihen macht ihnen in Europa zunehmend attraktiv.

Imageproblem durch Musk und fehlende Modellvielfalt

Neben dem Preisdruck leidet Tesla auch unter internen Herausforderungen. Die Modellpalette gilt als veraltet, neue Fahrzeuge lassen auf sich warten. Zwar wurden in diesem Jahr mehrere Varianten des Model Y eingeführt, darunter eine Allradversion im März und zwei Modelle mit Heckantrieb im Mai, doch echte Innovation oder günstige Einsteigermodelle fehlen weiterhin.

Hinzu kommen kommunikative Stolpersteine: Aussagen von CEO Elon Musk sorgen regelmäßig für öffentliche Irritation, und beschädigen zunehmend das Markenimage. Besonders in Europa, wo Vertrauen und Verlässlichkeit als zentrale Kaufkriterien gelten, ist das ein empfindlicher Nachteil.

Regulatorische Hürden bremsen den Absatz

Ein weiterer Stolperstein für Tesla ist technischer Natur. Die beliebten teilautonomen Fahrfunktionen des Model Y, die in den USA ein wichtiger Verkaufsfaktor sind, dürfen in vielen europäischen Ländern aufgrund regulatorischer Vorgaben nur eingeschränkt genutzt werden. Das reduziert den wahrgenommenen Mehrwert der Fahrzeuge erheblich, und damit auch ihre Attraktivität.

Model Y als Gradmesser der Krise

Gerade das Model Y steht im Zentrum der aktuellen Entwicklung. Während es in Norwegen stark zulegen konnte, brachen die Zulassungen in Schweden und Dänemark massiv ein , um 88 % bzw. 49 %. Damit wird deutlich: Ohne technische Freigaben und angepasste Finanzierung bleibt das Modell in vielen Märkten unter seinen Möglichkeiten.

Zukunft mit Fragezeichen

Tesla selbst zeigt sich zwar kämpferisch, doch Elon Musk räumte bereits im Juli ein, dass das Unternehmen in den kommenden Monaten mit einer „anspruchsvollen Phase“ rechne. Neben den bereits genannten Problemen drohen auch in den USA neue Hürden: Dort laufen Steuervergünstigungen von 7500 Dollar für E-Auto-Käufe aus, was ebenfalls auf die Nachfrage drücken dürfte.

Ob neue, günstigere Modelle und flexible Finanzierungsangebote die Wende bringen können, bleibt abzuwarten. Klar ist: Ohne technologische Freigaben in Europa, eine verjüngte Modellpalette und gezielte Marktanpassung wird es Tesla schwer haben, zur alten Stärke zurückzufinden.

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  • 1 Monat später...
Geschrieben

Ich finde das Model 3 schon weiterhin technisch gesehen sehr attraktiv, der Wagen ist extrem effizient und bietet im Vergleich viel Reichweite für das Geld.

Aber ein Auto kaufen, wo der CEO zur Wahl von Rechtsextremisten in meinem Land aufruft.... äh, nein, wirklich nicht. Dann lieber irgendein anderes Elektroauto.

Geschrieben
  • Autor

Ich denke es gibt eine Nutzergruppe die keinen Tesla mehr kaufen wird solange Elon Musk als CEO am Steuer sitzt. Einer zweiten Gruppe die nur auf technische/monetäre Aspekte schaut, wird dies egal sein. Unklar bleibt m.E., welche Gruppe den grösseren Einfluss hat.

Momentan fahren noch sehr viele Teslas auf den Strassen, aber das für Tesla positive Bild könnte trügen. Mein Kaffeesatz sagt mir: es wird schwierig werden für Tesla. Es sei denn, es kommen neue, auch kleinere Modelle, in guter Fertigungsqualität. Software technisch scheint mit Tesla immer noch sehr gut aufgestellt, aber die Konkurrenz holt auf, resp. ist je nach Marke bereits gleichauf.

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Geschrieben
  • Autor

Zum Thema vielleicht noch interessant: Der Aktienkurs von Tesla hat sich seit dem Frühling, als Musk sich wieder vermehrt seinen Unternehmen zuwandte, sehr gut erholt. Seit April 2025 ist er um 100% gestiegen.
Und damit einhergehend ist Tesla an der Börse mehr wert als viele der Konkurrenten zusammen.

Allerdings basiert dies alles nur auf der Hoffnung und der Annahme, dass Tesla die Transformation von einer führenden Firma im Bereich der EVs hin zu einem Leader in KI und Robotik schafft, z.B. mit Robotaxis oder dem humanoiden Tesla-Roboter "Optimus". Dieser kann momentan jedoch noch nicht in "paid deployments" eingesetzt werden. Auch hier ist die Konkurrenz (Agility Robotics) schon etwas weiter. Falls Tesla es schafft, Optimus in seinen Werken einzusetzen, dann sieht es für Tesla wieder besser aus. Bei den Robotaxis scheint der Rückstand zur Konkurrenz (Waymo/Google) und Xoox (Amazon) bereits etwas größer.

Falls es Tesla schafft führend in Robotik zu werden, dann ist der Börsenwert besser zu erklären. Aber da bleibt noch einiges zu tun und schnelle Lösungen sind nicht zu erwarten. Ob die Geduld der Aktionäre ausreicht?

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Hier geht es zum Bericht auf srf.ch
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/aktien-hoehenflug-fuer-musk-ist-tesla-wirklich-mehr-wert-als-alle-anderen-autokonzerne

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