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Kein Kaltstart - Warum Elektroautos die Nase vorn haben

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Geschrieben

"Bei Minus-Temperaturen stösst ein Fahrzeug in den ersten drei Minuten nach dem Kaltstart mehr Schadstoffe aus als bei einer 1000 Kilometer langen Fahrt mit betriebswarmem Motor.", so ein Artikel auf Infosperber. Aber alles der Reihe nach.
Wer die die Vorteile eines Elektroautos aufzählt wird richtigerweise u.a. das emissionsfreie Fahren, die bessere Umweltbilanz, den Fahrkomfort und tiefere Betriebskosten erwähnen. Das emissionsfreie Fahren ist einer der Hauptvorteile. Dass dies vor allem auf Kurzstrecke, und das sind die meisten Fahrten, von grosser Relevanz ist, zeigen Messresultate nach Kaltstarts von Fahrzeugen mit einem Verbrennungsmotor. Dabei treten Schadstoffspitzen auf die das Zwanzigfache der Durchschnittswerte betragen. Gemessen hat dies Marc Gonin, Fahrradfahrer, Physiker und Chef der Thuner Firma Tofwerk. Das Unternehmen stellt Geräte her, die Luftverschmutzungswerte messen. Ihm ist aufgefallen, dass die Luft in seinem Wohnquartier oft schlechter ist als in der Innenstadt. 

Ich erlebe im Alltag ähnliches. Von meinem Zuhause bis zur Bushaltestelle sind es 700m. Da fahren schon mal ein paar Autos aus dem Quartier zur Hauptstrasse. Der Gestank von Abgasen ist dabei oft deutlich unangenehmer als wenn man an einer Hauptstrasse mit deutlich mehr Verkehr steht. Sicher kennt ihr auch noch weitere Beispiele: In der Tiefgarage, auf dem Firmenparkplatz, usw. 

Das Problem ist der beim Start noch kalte Katalysator. Denn dieser arbeitet nur effizient wenn er auf Betriebstemperatur ist. Die Messungen zeigen, je tiefer die Aussentemperaturen, desto schädlicher die Abgase. 

Keine guten Resultate für Hybrid Autos

Die als umweltfreundlich geltenden Hybridfahrzeuge können jenach Einsatzprofil besonders viele Emissionen absondern. Nämlich dann wenn der Verbrennungsmotor z.B. in der Innenstadt zugunsten des Elektromotors abgestellt wird. So kühlt der Katalysator etwas aus was beim Neustart des Verbrennungsmotors zu zusätzlichen Emissionen führt. 

Es gäbe ein Lösung

Emissionen könnten drastisch reduziert werden, wenn der Katalysator vorgeheizt würde. Dass dies problemlos machbar ist, beweist ein Forschungsteam der EMPA. Sie haben ein System entwickelt, das den Katalysator vorheizt sobald die Autotür geöffnet wird. Geschätzte Kosten: ca. 80-180 Euro. Organisationen, wie der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA), haben jedoch bereits Opposition angekündigt. Dies würde zu signifikaten Preiserhöhungen führen, so der VDA.

Auch eine Lösung: Der Umstieg auf ein Elektroauto. Die täglich millionenfachen Kaltstarts für den kurzen Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Bäcker zeigen das enorme Potential der im Betrieb emissionsfreien Mobilität auf. Denn dieses übersteigt das "gerechnete Potential" deutlich da die gesetzlichen Vorgaben "Kaltstarts" für Abgastests bei Temperaturen von 23 Grad erlauben. Insofern liegen die effektiven Emissionen wohl deutlich höher als ausgewiesen.

Was sind eure Erfahrungen betreffend hoher Abgasemissionen durch Kaltstarts?

Foto: Webandi, Pixabay

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  • 3 Wochen später...
Geschrieben

In meinem Wohngebiet ( Neubaugebiet mit Einfamilienhäusern) kann ich das ehrlich gesagt nicht als Problem erkennen. Wenn hier mal schlechte Luft durch Verbrenner ist, dann sind es alte Diesel von Zustellerfahrzeugen, die auch ohne Kaltstart richtig was raushauen.

Dazu muss man natürlich auch erwähnen, dass die Leute in diesem Neubaugebiet jetzt meist den Euro nicht zweimal umdrehen müssen und nicht die ältesten Autos haben und die Bevölkerungsdichte ist natürlich auch längst nicht so hoch wie in der Großstadt.

Für mich geht es bei der Elektromobilität primär darum, Mobilität zu erhalten, was mit dem Erdöl einfach nicht möglich ist. Früher dachte ich, weil das Erdöl endlich ist, mittlerweile sehe ich mehr den Klimawandel als die Endlichkeit des Öls als Problem, am Erdöl festzuhalten.

Mit Mobilität erhalten meine ich aber ausdrücklich nicht diese modern gewordenen SUV Panzer, sondern Autos einer vernünftigen Größe. Und dem ist meiner Meinung auch langsam einen Passat entwachsen mit 4,80 m Länge. Wer früher mit dem Passat Kombi glücklich war, kam heute bestens mit dem Golf Variant glücklich werden.

Wenn es das als Golf 9 dann endlich in elektrisch gibt, ist der Vorteil der nicht vorhandenen Abgase beim Kaltstart für mich ein angenehmer Nebenaspekt, den man gerne mitnimmt. Wie auch die Automatik. Ich habe auch mit Handschaltern nichts vermisst.

Ich denke nicht, dass es Sinn macht, bei Verbrennern die Emissionen beim Kaltstart noch groß zu senken, die Aufwände für das Engineering kann man doch besser in Elektromobilität stecken. Ingenieure haben wir auch nicht über und der Verbrenner stirbt beim PKW ohnehin aus.

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