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Sind gebrauchte Elektroautos schwierig zu verkaufen?

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Geschrieben

Ich beschäftige mich aktuell gerade wieder mit dem Verkauf eines Elektroautos. Bislang war dies eine recht problemlose Sache und meist war der Wagen nach ein paar Wochen verkauft. Etwas länger dauerte es vor vielen Jahren beim Twike, aber dies war ein Nischenfahrzeug. Danach war es ein Think City, dann ein Renault ZOE und zuletzt ein Tesla Model 3. Klar ist, wie schnell der Verkauf vonstatten geht, ist grundsätzlich vom Preis abhängig. Daneben spielt sicher auch die Beliebtheit der Marke eine Rolle. Je mehr Leute sich für ein Modell interessieren, desto einfacher dürfte es sein, zeitnah einen Käufer zu finden. 

Offenbar spielen aber auch andere Faktoren eine grosse Rolle. So z.B. die noch verfügbare Leistungsfähigkeit der Antriebsbatterie oder anders ausgedrückt, der State of Health Wert (SOH). Die allermeisten Fahrzeuge werden jedoch ohne diese Angabe verkauft, was wohl einige vom Kauf eines gebrauchten Elektroautos abschreckt. Etwas genauer hat sich das Thema die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) angeschaut. Gemäss ihrer Recherche, bejahten die Frage „Würde für Sie beim nächsten Autokauf ein gebrauchtes reines Elektrofahrzeug (BEV) grundsätzlich in Frage kommen?“, nur 10 Prozent der Neu- und 14 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer. https://www.elektroauto-news.net/2023/gebrauchtwagen-e-auto 

Wie sind eure Erfahrungen damit? Verlief der Verkauf eurer bisherigen Elektroautos gemäss euren Vorstellungen? Sind heutige Käufer kritischer geworden?
Sollte ein Batteriezertifikat Pflicht werden?

Photo: Zum Verkauf ausgeschriebener ID.3

VW-id3-100x750.JPG

 

 

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Geschrieben
vor 18 Stunden schrieb Stefan:

Ich beschäftige mich aktuell gerade wieder mit dem Verkauf eines Elektroautos. Bislang war dies eine recht problemlose Sache und meist war der Wagen nach ein paar Wochen verkauft. Etwas länger dauerte es vor vielen Jahren beim Twike, aber dies war ein Nischenfahrzeug. Danach war es ein Think City, dann ein Renault ZOE und zuletzt ein Tesla Model 3. Klar ist, wie schnell der Verkauf vonstatten geht, ist grundsätzlich vom Preis abhängig. Daneben spielt sicher auch die Beliebtheit der Marke eine Rolle. Je mehr Leute sich für ein Modell interessieren, desto einfacher dürfte es sein, zeitnah einen Käufer zu finden. 

Offenbar spielen aber auch andere Faktoren eine grosse Rolle. So z.B. die noch verfügbare Leistungsfähigkeit der Antriebsbatterie oder anders ausgedrückt, der State of Health Wert (SOH). Die allermeisten Fahrzeuge werden jedoch ohne diese Angabe verkauft, was wohl einige vom Kauf eines gebrauchten Elektroautos abschreckt. Etwas genauer hat sich das Thema die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) angeschaut. Gemäss ihrer Recherche, bejahten die Frage „Würde für Sie beim nächsten Autokauf ein gebrauchtes reines Elektrofahrzeug (BEV) grundsätzlich in Frage kommen?“, nur 10 Prozent der Neu- und 14 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer. https://www.elektroauto-news.net/2023/gebrauchtwagen-e-auto 

Wie sind eure Erfahrungen damit? Verlief der Verkauf eurer bisherigen Elektroautos gemäss euren Vorstellungen? Sind heutige Käufer kritischer geworden?
Sollte ein Batteriezertifikat Pflicht werden?

Photo: Zum Verkauf ausgeschriebener ID.3

VW-id3-100x750.JPG

 

 

Hi Stefan, ich bin der Neue. 

Wenn gebrauchte E-Cars schwer zu verkaufen wären, würde der Preis fallen. Aber so ist das nicht. Gerade der Tesla sinkt im Preis sehr langsam. 

MfG

Geschrieben

Ich habe letztes Jahr zwei Elektroautos verkauft, einen Zoe q210 aus 2013 und ein halbjähriges Tesla Model 3 long range.

Lief beides ohne Probleme, wobei beides wohl nicht die Normalverkäufe waren. Also bei dem Renault ging der Wagen an einen Freund. Er war schon länger auf der Suche nach einem Elektroauto, aber ihm erschienen die Preise so hoch. Als er sagte, was für gebrauchte Zoe verlangt würde, meinte ich das wäre völlig überzogen er kann meinen für weniger Geld haben und so ist es dann auch geschehen.

Ich wollte den Wagen wegen der akku-miete loswerden und auch weil der langsam anfing, einige Probleme zu haben. Also ich habe vor dem Verkauf noch die Stoßdämpfer mit Domlagern und Koppelstangen neu gemacht.

Ein paar Monate vorher gab es dank der Förderung Zoe ze50 Leasingangebote für 100 € im Monat inklusive Akku, während ich zu dem Zeitpunkt für meinen 8 Jahre alten Akku mit halber Größe alleine 79 € monatlich abgedrückt habe.

Mein Kumpel hat den Akku dann für 1300 € von der Renault Bank rausgekauft. Der ist mittlerweile über 10 Jahre alt und dümpelt so mit um die 80% SOH munter rum. Aber der Wagen fährt.

Der Tesla war nie zum Behalten gedacht, dafür steckt er einfach zu viel Geld drin. Das Modell, dass man den Wagen nach 6 Monaten ohne Wertverlust wieder los wird lief bei Freunden von mir schon eine Weile gut. Bei mir ist das letztlich auch gut gegangen, allerdings gab es zum Ende einen dramatischen Showdown.

Zwei Monate vor dem Verkauf sah es noch so aus, als könnte ich fast 9000 € Gewinn machen, aber bevor ich den Wagen nach 6 Monaten wieder abgeben konnte, brach der Markt für gebrauchte Tesla zusammen.

Der Kunde von dem Händler aus Dänemark ist abgesprungen und das Angebot von wir kaufen dein auto.de, bei dem ich immerhin noch 6000 € Gewinn gemacht hätte, war dann verstrichen.

Das ist natürlich schade, aber auf der anderen Seite hatte ich eigentlich nie vor, damit Gewinn zu machen, sondern wollte nur einmal einen Tesla probefahren und das hat auch zum Nulltarif geklappt. Und das waren wunderbare 7 Monate, in denen wir zweimal mit dem Wagen im Urlaub fahren und beeindruckt gesehen haben wie gut das alles funktionieren kann, wenn man das entsprechende Geld hat.

Der Verkauf lief dann völlig problemlos., der Ankäufer hat den Wagen bei mir vor Ort am Bahnhof abgeholt und bei Übergabe per Sofortüberweisung bezahlt.

Ein Batterie Zertifikat ist sicherlich für den gebraucht Käufer eine tolle Sache, aber ich würde das auf gar keinen Fall vorschreiben, weil jede Bürokratie letztlich den Verkauf schwieriger macht.

Ich denke wenn der Käufer auf so etwas wert legt, dann kann man sich auch anders einigen. Bei dem Verkauf von gebrauchten Gleitschirmen ist es z.B üblich, dass der Verkäufer den Schirm auf Wunsch noch einmal gegen Kostenübernahme frisch prüfen lässt und sollte der Schirm nicht durchkommen, kann der Käufer zurücktreten. Wer in dem Fall die Kosten der Prüfung trägt ist natürlich vorab zu klären.

Es gibt ja auch verschiedene Möglichkeiten, den Gesundheitszustand eines Akkus zu prüfen. Die einfachste wäre per OBD Diagnose, das kann der Käufer einfach bei der Besichtigung selbst machen.

Oder besser noch der Verkäufer macht das direkt vorab.

Prüfungen mit einem Datenlogger sind natürlich aufwendiger.

Geschrieben
  • Autor
Am 12.4.2023 um 16:50 schrieb TomTom:

Hi Stefan, ich bin der Neue. 

Wenn gebrauchte E-Cars schwer zu verkaufen wären, würde der Preis fallen. Aber so ist das nicht. Gerade der Tesla sinkt im Preis sehr langsam. 

 

Hallo @TomTom - willkommen hier in der EV Community :)

Ja, das mag bei Tesla der Fall sein. War zumindest einige Zeit so. Jetzt da der Hersteller drastische Preissenkungen angekündigt hat, werden auch die Gebrauchtwagenpreise wieder sinken. 

Ich meine zu beobachten, dass die Preise wieder stärker unter Druck gekommen sind. Ich denke auch, dass viele Anbieter ihre Wgen noch vor dem Sommer verkaufen möchten. Zumindest sind die Preise für einen e-up! schon deutlich tiefer als sie noch vor 2-3 Monaten waren. Ist zumindest meine Wahrnehmung. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass vermehrt Wagen auf den Markt kommen. 

 

Am 16.4.2023 um 01:06 schrieb Karlsson:

Der Tesla war nie zum Behalten gedacht, dafür steckt er einfach zu viel Geld drin. Das Modell, dass man den Wagen nach 6 Monaten ohne Wertverlust wieder los wird lief bei Freunden von mir schon eine Weile gut. Bei mir ist das letztlich auch gut gegangen, allerdings gab es zum Ende einen dramatischen Showdown.

Mein Verkauf lief auch recht gut, mit Wertverlust, allerdings deutlich unter dem was ich aktuell beim e-C4 oder Skoda citigo-e erlebe. Schlussendlich waren es tolle Tesla-km zu Kosten wie bei einem Renault Twingo. :)

 

Am 16.4.2023 um 01:06 schrieb Karlsson:

Ein Batterie Zertifikat ist sicherlich für den gebraucht Käufer eine tolle Sache, aber ich würde das auf gar keinen Fall vorschreiben, weil jede Bürokratie letztlich den Verkauf schwieriger macht.

Bin gespannt wie es diesbezüglich weitergeht. Sofern man den Wagen nur ein paar Jahre fährt ist es wohl weniger ein Problem da man durch die Garantie abgedeckt ist. Aber es dürfte wohl bei älteren EVs in Thema sein. davon gibt es aber noch nicht so viele. 

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Geschrieben
Am 17.4.2023 um 20:29 schrieb Stefan:

Zumindest sind die Preise für einen e-up! schon deutlich tiefer als sie noch vor 2-3 Monaten waren. Ist zumindest meine Wahrnehmung.

Den Eindruck habe ich auch, zu der Zeit hat einen Freund von mir seinen e-Up verkauft und an die 7000€ Plus gemacht. Er hatte den allerdings auch sehr günstig bekommen. Ende 21 hatte VW als Weihnachtsgeschenk nochmal die Bestellbücher für den e-Up für Mitarbeiter geöffnet. Mit dem Wagen ist er ca ein Jahr gefahren.

Ich denke der Markt ist zurzeit sehr dynamisch.

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