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Vorstellung und natürlich auch gleich viele Fragen

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Geschrieben

Hallo zusammen,

 

ich wandere seit nunmehr 47 Jahren auf diesem Planeten umher, wobei ich 40 Jahre davon Bayern unsicher machte und seit nunmehr sieben Jahren in Frankreich lebe.

 

In Deutschland fuhr ich ein Jahr lang ein City EL und gönnte mir während dieser Zeit auch eine Woche mit einem Miettwike. Durch die Auswanderung ist dann alles ein wenig eingeschlafen, denn das City EL verkaufte ich.

 

Nun ist das Feuer aber wieder erwacht und etwas elektrisches muss her. Ich habe mir ausgerechnet, dass ich ca. 20.000 Km pro Jahr alleine oder mit meiner Tochter unterwegs bin. (Zur Schule bringen und wieder abholen)

 

Ein City EL wäre zwar die günstigere Variante, aber wenn ich an meine unvergessliche Twikewoche zurückdenke, dann gibt es keinen anderen Gedanken mehr als "LET´S TWIKE".

 

Ich werde mir also im kommenden Frühjahr ein "günstiges" gebrauchtes Twike kaufen. Leider ist ein Neufahrzeug im Augenblick nicht möglich, da ich eine kleine Firma habe, die ich ständig weiter ausbaue und somit keine grossen Beträge frei habe.

 

Kommen wir nun zu meinen Fragen:

 

Ich denke, dass mein Twike entweder keine Akkus haben wird, oder aber welche, die bereits auf dem Weg in die ewigen Jagdgründe der Elektronik sein werden.

 

Somit steht eine Neubestückung an. Meine Maximalstrecke ist 84 Km, wobei ich in der mitte der Strecke nachladen kann. Somit ist eine Reichweite von 50 Km ok für mich.

 

Wenn ich davon ausgehe, was die Werbung verspricht, dann wären die 2x 4,8 Ah Lion das richtige für mich. Bei 20.000 Km pro Jahr hätte ich nach 5 Jahren 100.000 Km absolviert.

 

Wenn ich von durchschnittlich 50 Km Reichweite pro Zyklus ausgehe, dann käme ich auf 75.000 Km und könnte die 1500 Zyklen innerhalb 4 Jahren ausfahren. Ich müsste also keine Angst davor haben, dass die Alterung einsetzt, bevor ich die Akkus komplett genutzt habe.

 

Bei drei Akkus rechne ich mit 80 Km pro Zyklus und käme auf insgesamt 120.000 Km. Diese erreiche ich aber nicht und somit käme die Alterung vor dem erreichen der Gesamtkilometer. Das wäre dann wirklich Geld verschenkt und das ist sicherlich nicht Sinn der Sache.

 

Die ganze Rechnerei basiert aber nur auf geschätzten Reichweiten pro Zyklus und somit frage ich einmal in die Runde, ob ich da in etwa richtig liege.

 

Ich habe keine Nennenswerten Steigerungen zu absolvieren und fast alle Strecken sind ruhige Landstrassen, bei denen ich die Geschwindigkeit nach belieben wählen kann, ohne andere zu behindern.

 

Die zweite Frage betrifft folgenden Umstand:

 

Sollte ich einmal nicht nach den 42 Kilometern nachladen können, oder aber die Reichweite der Akkus unter 42 Km sinken - könnte man das Twike unterwegs auch als Notlösung mit einem mitgeführten Stromgenerator laden? Welche Leistung müsste dieser als minimum bringen. Ich glaube einmal gelesen zu haben, dass man über das Display die Ladeampere runterregeln kann.

 

Wenn ich meine Tochter zur Schule fahre und wieder nach Hause komme, bin ich ca. 25 Km gefahren. Das heisst für mich, dass ein Akku erst am "Ende" ist, wenn er diese Strecke nicht mehr schafft.

 

So, das wäre es erst einmal.

 

Herzliche Grüsse aus der Auvergne

 

Manfred

 

 

 

 

Geschrieben

Hallo Manfred,

 

willkommen im Forum und eventuell demnächst als TWIKER.

 

Zu den Li-Erfahrungen ließ Dich durch, gibt die Pakete aus Rosenthal, aber auch von den TWIKE-Entwicklern die dreifels Batteriepakete mit neuem Controller. Da ich noch NiCd fahre kann ich da nicht viel zu sagen, Li-Fahrer vor!

 

Die Sache mit dem Stromagregat ist keine praktikable Lösung um alternde Batterien noch eine Zeit lang zu fahren. Höchstens mal für eine außergewöhnliche Etappe in eine steckdosenlose Gegend. Der Ladestrom ist frei wählbar aber was nützt es z.b. auf 4 bis 5 Ampere zu begrenzen wenn es dann stundenlang brummt und stinkt, abgesehen davon dass das zusätzlich mitgeführte Gewicht ja auch Reichweite einfordert?

Da lieber einen 3. Block genommen, das schont auch durch kleinere Teilströme die Zellen und es gibt auch im Winter bei niedrigeren Temperaturen kein Kapazitätsproblem.

 

 

Gruß Martin

Geschrieben

Die Reichweitenrechnung hab ich mit meinen NiCd's auch mal aufgemacht... da gibt es ein paar Dinge, die man gerne vergisst (und das dürfte auch für Li-Akkus gelten).

 

1) Wenn's mal regnet, braucht man gerne mal 15% mehr.

2) Im Winter nimmt die Kapazität ab. Da gibt's einige Threads dazu, ich habe im Hinterkopf, daß sich das in der Größenordnung 20% bewegt hat.

3) Die kalendarische Akku-Alterung beginnt - insbesondere bei Li_Akkus - am ersten Tag.

4) Mit 2 Lions ist man dazu verdammt, mit max. 16A zu beschleunigen. Zumindest sollte man nicht die üblichen 20A nehmen, da der Akku sonst mit mehr als 1C entladen wird und das wiederum auf die Zyklenzahl geht.

5) Li-Akkus sollten nicht ganz leergefahren werden, sonst geht das auf die Lebensdauer. Das heisst, man muss sich mal überlegen, wie viel man von den gesammelten Ah tatsächlich entnehmen kann, um ein langes Akku-Leben zu ermöglichen.

 

Ich habe ähnliche Strecken wie Du zu fahren (60km pendeln, Zwischenladung möglich, max. Tagesstrecke 100km) und bin mit meinen NiCds auch nach 2.5 Jahren immer noch sehr zufrieden. Klar, etwas mehr Handling, aber dafür auch ein Stück billiger.

 

Und solange da immer noch mit LiMn rumgemacht wird und nicht mit LiFe, kommen mir keine Li-Akkus ins Twike.

 

Servus,

Carsten

Geschrieben

Hallo Manfred,

 

Deine Situation erinnert mich sehr an meine eigene vor einem Jahr und ich will daher gerne meine Erfahrungen seither schildern.

 

Zum Ausgangspunkt: Vor einem Jahr war ich auch noch 47 und hatte auch noch kein TWIKE. Meine einfache Strecke zur Arbeit ist mit 50km etwas länger, aber ähnlich wie bei Dir, fast ausschließlich über wenig befahrene Nebenstraßen. Meine Tochter nehme ich auch häufig mit auf dem Weg zur Schule, Sport, Tanzkurs, etc. Im Unterschied zu Dir ist meine Strecke allerdings recht hügelig und der eigenen kleinen Firma im Ort habe ich vor 10 Jahren den Rücken gekehrt und pendele seither diese Strecke.

 

Dann habe ich mich letzten Herbst auch an das TWIKE erinnert, das ich vor einigen Jahren mal gesehen hatte. An ein gutes Gebrauchtes zu kommen versuchte ich bis Jahresende aber es fand sich nichts Passendes. Über Weihnachten stellte ich mir einen "Business Case" auf und stellte fest, dass sich ein neues TWIKE sehr wohl "rechnet". Hier nur ein paar Stichpunkte: 25.000km/Jahr ersparen bei einer Gesamtkostenrechnung mindestens den doppelten Benzinpreis pro Jahr, bei aktuellen Preisen also mindestens 3.000 Euro (bezogen auf meinen smart) und das wird in den nächsten Jahren bestimmt nicht weniger. In meinem Business Case habe ich 8-10 Jahre betrachtet und habe mir als Ziel gesetzt mit einem LiMg-Akku diese Zeit wie folgt zu bestreiten: Die 24Ah reichen auch im Winter die ersten vier Jahre für die Hin- und Rückfahrt (ca. 1000 Ladezyklen) und für weitere 4-6 Jahre für die einfache Strecke (weitere 1500 Ladezyklen) mit Zwischenladung während der Arbeit. Eine ähnliche Aufstellung hast Du auch mit der Mindestrestreichweite von 25km aufgestellt. Neben diesen harten, finanziellen Faktoren müssen bei einem TWIKE-Business Case aber auch viele "weiche" Faktoren bedacht werden: Die zwei eingesparte Stunden Fitnesstraining (TWIKE active) auf dem Weg zur Arbeit ersparen eventuell auch Kosten (z.B. Fitnessstudio) vorallem aber Zeit für andere Dinge.

 

Bisher habe ich den selbst aufgestellten Business Case bei weitem übertroffen:

 

In 8 Monaten ca. 17.000km liegt gut im Plan.

Das tägliche Gefühl, umweltgerecht unterwegs zu sein, hat sich sehr positiv auf mein Gemüt ausgewirkt, vielleicht sogar aus mir einen anderen Menschen gemacht.

Das tägliche Zuwinken der Kinder und Passanten auf dem Arbeitsweg ist phänomenal.

Das Fahren mit 85 ist auf diesem Weg (fast) genauso schnell aber viel viel entspannender.

Der Weg zur Arbeit macht plötzlich riesig Spass, noch viel mehr als Motorradfahren, das ich auch 10 Jahre lang betrieben hatte.

Die tolle TWIKE-Community hätte ich sonst nie kennengelernt. Obwohl ich bisher nur für ein TWIKE-Treffen in Horb die Zeit fand, habe ich das sichere Gefühl: Die TWIKE-Kollegen ticken auf der gleichen Wellenlänge.

 

Ich würde mich zweifellos heute wieder ganz genau so entscheiden.

 

Vielleicht noch ein paar Punkte zum LiMg-Akku und warum ich begründet glaube, damit sogar 3000 Ladezyklen zu erreichen: Einen LiMg-Akku sollte man

 

- möglichst nicht leer fahren -> Akku größer als nötig auslegen, rechtzeitig nachladen, Winter + 10%!!

- nicht lange vollgeladen stehen lassen -> Option Ladelogik für autom. Ladung vor Fahrtbeginn

- nicht voll ausnützen, optimal 50% Zyklen -> Akku für doppelte Reichweite auslegen und idealerweise zwischen 90% und 40% Ladezustand pendeln.

 

Aber selbst wenn sich der LiMg-Akku kurz nach Ablauf der Garantie bzw. 1500 Ladezyklen verabschieden sollte, sehe ich meinen Business Case überhaupt nicht gefährdet. Dann gibt es eben einen neuen Akku. Dann vielleicht mit neuerer Technik. Aus der Erfahrung mit anderen LiMg-Akkus bin ich aber ziemlich sicher, dass der Akku viel länger lebt.

 

Zum Punkt Notstromaggregat: Ist natürlich prinzipiell möglich. Besser ist ein nicht zu knapper Akku und/oder ein Stecker auf dem Weg, vielleicht bei einem freundlichen Bauern, Gasthof oder ähnlichem. Hier finden sich immer Möglichkeiten, ohne dass man ein Notstromaggregat braucht. In den nächsten Jahren werden die Lademöglichkeiten zudem sicher nicht weniger.

 

Zum Punkt Ladesteuerung: Ja, man kann verschiedene Ampere einstellen für Normal- und Schnellladung. Wie Carsten richtig schreibt sollte man zur Schonung einen LiMg nicht mit mehr als 1C laden/entladen. Fürs Laden von 9,6Ah eigentlich kein Problem, da es sich auf die 350V-Nennspannung bezieht, sind das an die 16A bei 220V. Die Beschleunigung mit 16A sind aber schon 1,5C und vielleicht etwas knapp für steilere Strecken. Ich bin froh, dass ich auch mit 25A immer noch schonend den 24Ah Akku betreibe und sehr flott auch bergauf unterwegs sein kann.

 

Würde mich freuen, wenn Du spätestens als TWIKEr wieder von Dir hören lässt.

 

Viele Grüße

German, TWIKE-900, 24Ah

Geschrieben

Hallo zusammen,

 

ich möchte mich ganz herzlich für die interessanten Antworten bedanken.

 

Meine Kalkulation der Reichweite war ohne grosse Reserve für Regen, Licht und Kälte. Da gebe ich euch allen Recht.

 

Was mich allerdings ziemlich verunsichert, ist die Aussage von German (Hoffentlich interpretiere ich das German richtig als deinen Vornamen und nicht als "Deutsches Twike" ;-)

 

Du schreibst, dass man die Lipos nur zu 50% entladen soll, um sie zu schonen...

 

Klar, damit erhöht man zwar die Zyklenzahl, aber für mich sieht die Rechnung dann so aus:

 

3xLipos wären immer noch zu wenig, da ich ja hier eine reele Reichweite von ca. 80 Km hätte, die ich aber nur zu 50% nutzen sollte, also 40 Km. Hier hätte ich aber wieder keine Reserve, also müssten 4 Lipos rein. Diese sind aber (theoretisch) für 180.000 Km oder mehr gut. Für diese Strecke brauche ich aber ca. 9 Jahre und ob sie so lange halten..?

 

Jetzt erscheinen mir fast die NCs sinnvoller zu sein.

 

Bei gleichem Preis (6000 Taler) habe ich bei beiden Systemen ca. 60 Km Reichweite. Bei den Lipos sollte ich aber dann ja nur 30-40 davon ausnutzen, während ich die NCs leerfahren kann und auch soll.

 

Die Lipos können sicherlich mit einer höheren Zyklenzahl aufweisen (was ja noch nicht bewiesen ist ;-) und für "Fernfahrer" oder "Kilometerfresser" das Nonplusultra sein (Wie bei German - hier sind sie ein muss), aber für Leute mit etwas weniger Reichweitenbedürfniss... ich weiss nicht...

 

Nur, dass wir uns richtig verstehen - ich will hier nicht rummosern, oder was schlecht machen - mir fehlt hier ja auch jegliche Erfahrung - aber mir scheinen die LiPos empfindlicher zu sein, als die NCs.

 

Bis auf den zu verhindernden Memoryeffekt scheinen diese ganz robust zu sein. Man kann sie bis nach unten entladen und mit hohen Strömen fahren.

 

Wenn ich z. B. 2x NC 5 Ah nehmen würde, dann sollten die 40 Km doch relativ lange zu halten sein - was denkt ihr darüber?

 

@Martin - das Argument mit dem stundenlangen "rumstänkern" hat gesessen ;-) War eine blöde Idee. Aber zumindest würde es theoretisch funktionieren und das ist gut zu wissen.

 

@Carsten - Klar, die Alterung beginnt sicherlich ab den Tag der Herstellung. Auch die neugeborenen Babys beginnen sofort zu alten, aber die ersten Gelenkverschleisserscheinungen beginnen erst später ;-) Die Reichweite sollte doch über einen sehr grossen Zeitraum konstant sein, oder täusche ich mich da?

 

Herzliche Grüsse aus der Auvergne

 

Manfred

Geschrieben

Hallo Manfred,

 

ich fahre seit ca. 5 Jahren 2* 5Ah NiCD. Zu meinem alten Arbeitsplatz hatte ich einfach ca. 22km, davon die Hälfte Autobahn. Auf dem Heimweg waren die letzen 7km Landstrasse, sodass ich hier das Tempo fast beliebig wählen konnte.

Die NiCD haben im Sommer immer genug Kapazität gehabt, im Winter musste ich dann manchmal auf dem letzten Stück etwas langsamer fahren. Nach ca. 35000km und 4 Jahren gingen die ersten Zellen kaputt. Dazu muss ich aber sagen, dass ich gebrauchte Zellen (bakuser) hatte, die schon einige hundert Zyklen drauf hatten, dafür aber < 400€ gekostet haben. Auch nach Austausch einiger Zellen und weiteren 5000 km wurde die Reichweite immer schlechter. Ich habe dann nochmal zugeschlagen und mir einen weiteren Satz von diesen Akkus besorgt.

Mein neuer Arbeitsweg ist 2* 40km. Ich fahre jetzt nur noch gemäßigt Landstraße, da hat es immer Sommer hin und zurück gereicht. Jetzt muss ich aber ein bisschen Zwischenladen.

Bei den NiCD musst Du aufpassen, wie Du sie entlädst. Schon das Nichtganzleerfahren im Sommer hat bei mir innerhalb einer Woche zu einer Einbusse von ca 10% geführt.

Li soll da viel unkritischer sein.

Li hat eine höhere Betriebsspannung -> mehr Leistung.

Li erwärmt sich nicht so -> besserer Wirkungsgrad. (+ weniger Probleme im Sommer)

 

Wenn Du am Anfang mit 50-60% Kapazität auskommst, dann sollte das eigentlich reichen. Vor allem wenn Du Zwischenladen kannst bist Du auf der sicheren Seite. Ab und zu darf mal Li auch tiefer entladen. Und wenn die Akkus alt sind (Defintion weniger als 80% Kapazität), ist es eh egal, wenn sie tiefer entladen werden.

 

Matthias

 

 

Geschrieben

Hallo Matthias,

 

das klingt doch eigentlich ganz gut. Sind die NCs denn wirklich so empfindlich mit dem Memo-Effekt?

 

Eine Frage aber gleich hinterher - Du schreibst, Du benutzt nicht die "orginalen" Sanyos. Geht denn das überhaupt so einfach? Die ganze Ladesymetrie, Akkuüberwachung, etc. ist doch auf die Sanyos abgestimmt?!?

 

Wie muss ich mir denn die Akkus im Twike eigentlich vorstellen? Sind das einzelne Zellen, wie die Akkus, die man überall kaufen kann, oder verlötete Einheiten.

 

Manfred

Geschrieben

Hallo Manfred,

 

ich hatte so einen großen Memory-Effekt. Der war aber jederzeit wieder aufhebbar, indem man komplett entleert hat.

 

Mein Twike war original mit den 2.8 Ah Panasonic Zellen ausgestattet. Ich habe mir dann selbst Kästen gebaut um statt der Baby Zellen Mono Zellen unterzubringen. Die Batteriecomputer sind nun von den Akkus getrennt.

Um nicht immer mit 360V hantieren zu müssen, habe ich die Akkus zu jeweils 24V Blöcken verschaltet, die über jeweils zwei Stecker zusammengeschaltet werden.

"Normalerweise" handelt es sich beim Twike um 280 Zellen, die alle in Serie "verlötet" sind. Zumindest früher bei den Baby Zellen waren immer 5 übereinander, und dann 4 Stangen zusammen in einem Einschub des Akkus. Man benötigt immer mindestens 2 Batteriecomputer. Diese messen bei den NiCd die Differenzspannung in 48V Blöcken. Bei Li werden die Computer einfach mit Widerstämnden auf feste Werte gesetzt und auch keine "Einzelüberwachung" sondern alle Akkus sind direkt parallel.

 

Ob Sanyo oder eine andere Marke ist eigentlich egal. Beim Laden wird die Temperatur überwacht, Abschaltung erfolgt wenn voll ist. Beim Entladen kann man die Restkapazität angeben, die wird bei größeren Akkus dann halt negativ.

 

Viel Spass beim Stöbern. Infos auch im elweb-wiki.

 

Matthias

 

 

 

Geschrieben

Hallo Manfred,

 

ich wollte Dich natürlich nicht verunsichern. Mein Ansatz ist einfach der, den LiMn-Akku möglichst lange nutzen zu können. Dazu sollte man ihn schonen und entsprechend größer auslegen. Auf dieser Basis habe ich mir einen 200km-Akku angeschafft um in möglichst vielen Jahren noch 50km auch im Winter am Stück zu schaffen.

 

Die Garantiebedingungen von FINE erfordern keine solche Schonung. Hier gilt:

Umin = 280V (keine Tiefentladung), Umax = 400V -> 100% Ausnutzung ist erlaubt

max. Entladung/Beschleunigung gestaffelt: 8Ah->16A, 12Ah->20A, ab 16Ah->25A

Vor einem Jahr gab es den 4,8Ah nur mit 24Ah. Bei 9,6 aber vermutlich ca. 18A). Durch das geringere Gewicht ist das wohl auch ausreichend.

 

Man weiß aber, dass neben der wiederholten Tiefentladung (typischer Handy-Tod) und der Dauervollladung (typischer Notebook-Schleichtod) neben geringeren Lade-/Entladeströmen auch flache Zyklen eine erheblich höhere Lebensleistung ergeben. Ein 100% Zyklus ist für die Alterung vergleichbar mit 3-4 50% Zyklen.

 

Meine Erfahrungswerte mit 24Ah/8,5kwh bei flotter aber sparsamer Fahrweise mit 800 Höhenmetern:

Im Sommer: 4,5-5kwh/100km -> Reichweite: sichere 170km

Im Winter: 5-5,5kwh/100km -> Reichweite: sichere 150km

Angegeben habe ich die Nachladung, die bei LiMn zu ca. 95% im Akku landet.

 

Mit 9,6Ah/3,4kwh würde ich im Sommer 70km und im Winter 60km erwarten. FINE garantiert nach 1500 Ladezyklen noch 70%, also sollten dann im Winter noch etwa 40km erreichbar sein.

 

Aufgrund Deiner Angaben (ich habe die 42km am Stück angenommen) würde ich mir einfach einen dritten LiMn-Akku gönnen. Dann darfst Du mit 25A (oder knapp darunter) beschleunigen. Dann hast Du aus meiner Sicht weit mehr als 50% Mehrreichweite, weil Du mit dem kleineren Akku einfach viel vorsichtiger sein musst um eine Tiefentladung zu vermeiden. Du hast viel mehr Möglichkeiten für Umwege/Abstecher. Dann hast Du eine stabilere Kurvenlage durch das höhere Batteriegewicht auf der Hinterachse. Und vorallem glaube ich, dass Du damit sehr lange die 42km am Stück schaffen kannst, weil es ja kein plötzlicher Alterungsprozess ist.

 

Wenn Du Dich auf 9,6Ah beschränkst solltest Du dich informieren, ob Du in einigen Jahren einen weiteren Akkusatz nachrüsten kannst, wenn die Reichweite nicht mehr ausreichend ist. Ich denke, dass dies problemlos möglich sein wird. Platz hast Du ja dann noch für weitere 3 mal 4,8Ah. Es kann nur sein, dass man alte und neue LiMn-Akkus nicht mischen sollte. Zu bedenken ist auch, dass aktuell die Entwicklung der LiMn-Akkus immer noch jährlich um 5-10% verbessert/verkleinert wird. Das könnte vielleicht auch ein Vorteil sein, wenn es in ein paar Jahren z.B. einen 5,4Ah oder sogar 6Ah LiMn-Akku bei gleicher Bauform gibt.

 

NiCd ist eine Alternative. Ich würde Dir aber zu LiMn raten. Das ist die Zukunft. Matthias hat als NiCd-Fahrer schon einige Vorteile aufgeführt. Du verbaust Dir mit 2*5Ah NiCd auch den ganzen Batterieraum und erreichst das Maximalgewicht. Aus Umweltaspekten ist das hochgiftige Cadmium auch keine Alternative zum unkritischen Lithium-Mangan. Mir kam auch zu Ohren, dass FINE ab dem nächsten Jahr nur noch LiMn anbietet. Da würde ich zur Sicherheit vor einer NiCd-Entscheidung nachfragen.

 

Viele Grüße

German, TW900, LiMn 24Ah

PS: German ist mein Vorname, weil am 31.7. der Namenstag des "Germanius" ist :-)

Geschrieben

Hallo Manfred

Hallo Gemeinde

 

Mit Interesse habe ich Deine Diskussion Verfolgt, und gebe nun auch meinen Senf dazu.

Ich habe ende April diesen Jahres die Dreifels LiFePo4 Zellen gekauft.

Daten: 384 V 10 Ah mit ca. 70Km Reichweite bei 49 Kg für CHF 9250.- (Ca. EUR 6050.-) incl Einbau.

Nutzung zwischen 392 V (voll) und 320 V (leer) = ca. 80% der möglichen Kapazität und damit im grünen Bereich.

Die Akkus bestehen aus 120 St. Industrie Rundzellen mit solieden Schraubanschlüssen.

Dies hat den Vorteil das später wenn die Zellen mal alt sind und sich Ihrer Verschleisgrenze nähern, defekte oder schwache Zellen schnell ermittelt sind, und ohne grossen Aufwand ausgetauscht werden können.

Die LiFePo4 Akkus werden vollaufgeladen gelagert. d.h. nach jeder fahrt kade ich das Twike wenn möglich wieder auf, und habe somit jederzeit ein einsatzbereites Fahrzeug, und das Handling ist damit denkbar einfach. Fahren, einstecken, fertig.

Noch sind die Dinger relativ neu, und ich hoffe lange um irgendwelche Basteleien herum zu kommen.

Ich bin nun fast 12'000 Km seit Mai damit gefahren und inm der Praxis hat sich eine deutlich höhere Reichweite wie angegeben gezeigt.

Bei Vollgas mit hohen Tempo und Autobahn ca. 65.70 Km Reichweite ohne mittreten

Moderat um umsichtig gefahren bis zu 65 Km/h zu zweit ca. 80 Km alleine ca. 100 Km Reichweite mit mittreten.

Für meine normalen Anwendungen also völlig ausreichend. 80% Entladung wurden dabei nie überschritten.

Hauptsächlich nutze ich das Twike für meinen Arbeitsweg von einfach 42 Km in Hügeligem Gelände. Ich lade in der Firma wieder voll und habe Abends so auch die Möglichkeit für zusätzliche Abstecher. Ich könnte wohl hin und retour fahren, jedoch möchte ich die Volle Ladung so selten wie möglich nutzen.

Ich mache also täglich 2 Teilzxklen mit 45% manchmal 60% Ladetiefe. Dreifels sichert 1500 Zyklen zu, der Akku Hersteller gibt auch 3000 mögliche Zyklen an bevor die Akkus auf 80% Kapazität runter sind. Durch meine Teilzyklen dürfte sich die Lebensdauer noch zusätzlich erhöhen.

Bei 240 Arbeitstagen im Jahr benötige ich 480 Teilzyklen. bei 1500-3000 möglichen Zyklen ist diese Zahl also nach 3 1/4-6 Jahren erreicht. Dann habe ich also noch 80 % der Kapazität die ich jetzt habe. Zur Arbeit (45-60%) wird es ab da also noch problemlos einige Jahre möglich sein ehe ich mich nach neuen Akkus unschauen muss, und diese jemandem weiter gebe der nicht so weit fahren muss.

Gerne hätte ich 24Ah akkus mit nahe 200 km Reichweite. aber 1. benötige ich so eine Distanz sehr selten bis gar nicht, und über CHF 20000 ausgeben ist mir auch nicht möglich. Ausserdem kann noch keiner genau sagen wie sich die kalendarische Alterung auswirkt. Kann ich überhaupt die theoretisch erreichbare Zyklenzahl der Grossen Akkus erreichen, bevor Sie altersbedingt duch chemische Zersetzung kaput gehen. Ich habe also kleine leite meinem bedarf ausreichend entsprechende Zellen relativ günstig gekauft die mir sicher 3-4 Jahre Dienst tuen. Jedes Weiter Jahr die ich damit fahren kann ist somit geschenkt. Sollten Sie dann tatsächlich kaput sein, kaufe ich die zu diesm Zeitpunkt neuesten Zellen die dan vorraussichtlich noch leichter und günstiger sind, und noch mehr Kapazität haben werden wie jetzt.

Weiter positive Effekte der mit 49 Kg sehr Leichten Zellen sind:

Die Reichweite ist im Verhältnis höher, das Fahrzeug wird wehniger stark belastet, ist spritziger zum Fahren und verliert am Berg nicht so viel Tempo. Die mögliche Zuladung ist höher. Meine Reifen Michelin M45 habe ich Gestern nach fast 12'000 km fahrleistung mit noch 0.6 mm Profiltiefe in der Mitte gewechselt, weil der Winter kommt. sonst hätte ich sie noch drauf gelassen und ca. noch weiter 1500 bis 2000 km damit gemacht. Die Meisten fahren ja bis auf die Leinwand. Ich fahre schnell und liebe Kurven. Allerdings muss ich die Rechtskurven mit dem niedrigen Akkugewicht etwas zahmer angehen wenn ich alleine fahre um nicht den Elchtest zu machen. Ein Nachteil der Dreifels Akkus ist das keine neue Fahrsoftware mitgeliefert wird. Es gibt zwar inzwischen den neuen Akku Controller, jedoch muss man bei der Fahrsoftware mit der in seinem Fahrzeug vorhandenen vorlieb nehmen. Ich habe SW 5.25 geladen, und würde mir wünschen die Rekuperation für einen noch besseren Wirkungsgrad höher einstellen zu können (15Ah ist möglich, 20-25Ah Reku. wäre toll) die möglichen 20 Ah Beschleunigung bei ca. 380 V sind für mich absolut ausreichend.

 

Ich hoffe Dir etwas genutzt zu haben

 

Schönen Gruss aus der Schweiz

 

Dirk + TW 423

Geschrieben

Hallo Manfred,

ich meine, dass ich mal was gehört habe, dass es in Frankreich nicht möglich ist ein Twike anzumelden. Ich bin mir nicht richtig sicher und kann es eigentlich auch nicht verstehen.

Eventuell weiß Felix Duffner vom Twike Center Schwarzwald mehr.

Ich hoffe dass Dein Twike Traum nicht an bürokratischen Hindernissen scheitert.javascript:editor.insertSmilie(':bang:')

Viele Grüße von einem begeisterten Twiker

Horst

 

 

 

Geschrieben

Hallo zusammen,

 

nochmals vielen Dank für alle eure umfassenden Antworten. Toll, dass ihr euch so viel Zeit nehmt, mich zu beraten.

 

Ich war nach Germans Bericht doch ein wenig beruhigt. Für mich hatte es den Anschein, dass man einen Lion schon mit wenigen Tiefentladungen drastisch schaden kann und das vorzeitige "AUS" herbeiführt.

 

Da aber die 1500 Zyklen (bei 80% Kapazität) garantiert werden, denke ich, dass hier von einer kompletten Entladung ausgegangen wird, denn man kann nicht eine Möglichkeit anbieten und bei Nutzung erlischt die Garantie.

 

Somit war die Entscheidung klar, dass es 3x Lipo werden sollen.

 

Jetzt aber schreibt Dirk von den LiFePo4 Akkus. Also ich finde eigentlich, dass diese besser sind.

 

Preislich liege ich mit den 10 Ah LiFePo viel günstiger als mit den 3x Lipo bei fast den gleichen Werten.

 

Vollgas auf der Autobahn gefahren, erreiche ich wohl mit den 3x Lipo auch nicht viel mehr als 65Km und die 80Km bei Sparfahrt sind für die Lipos wohl auch realistisch.

 

Ein grosser Vorteil ist, dass ich das Twike auch vollgeladen stehenlassen kann. Ich muss die 42Km oftmals etwas spontan antreten und wenn ich vorher erst laden muss, ist das natürlich etwas störend.

 

Irgendwo muss aber doch ein Unterschied sein, dass man in Rosenthal auf Lipos setzt und in Dreifels auf LiFePo4...

 

Langsam kommen wir jetzt zum Ergebniss, das im Augenblick LiFePo$ heissen würde.

 

Ich mache sicherlich auf euch den Eindruck, als wäre ich ein absoluter Geizhals, der das Twike einzig dazu benutzen will, um möglichst viel Geld zu sparen.

 

Ich möchte ein Twike aber weder aus finanziellen Gründen, noch weil ich ein extremer Umweltschützer bin. Ich habe es einfach satt, für jede 100 Km, die fahre, dem Staat 6 Euro in Form von Mineralöl-/ und Mehrwertsteuer zu schenken. (Tendenz steigend...)

 

Wenn der Ölpreis und damit der Benzinpreis steigt, sollte der Staat nicht rumlamentieren, dass die Krise ein erhöhtes sparen verlangt, sondern die Steuern auf den Treibstoff ein wenig senken. Er würde immer noch das gleiche kassieren und es dem Steuerzahler ermöglichen, weierhin sein Auto benutzen zu können. Aber nein, bei allem, was passiert, kassiert der Staat kräftig mit - dafür wird er jetzt von mir mit einem Twike bestraft ;-)

 

Ich habe übrigens einmal irgendwo gelesen, dass das Twike ungefähr so viele Kosten verursacht, wie ein Kleinwagen. Dem muss ich aber ganz entschieden wiedersprechen, denn wenn ich alle Kosten rechne, dann komme ich mit dem Twike um einiges billiger weg.

 

Klar, die Akku und Stromkosten addiert, kosten mich 100Km auch 8-10 Euro, aaaaber

 

Wenn wir einmal davon ausgehen, dass ich mit einem großen Akkusatz 200.000 Km erreiche, dann hätte ich währed dieser Strecke den Kleinwagen bereits zu 90% verschlissen und dessen Wert auf nahe 0 gebracht, während das Twike immer noch Wertstabil ist und mit neuen Akkus wieder wie neu ist. Nur diesen Wertverlust mitgerechnet (Ohne Reparaturen, Service, etc.) lässt das Twike bereits als deutlicher Sieger der Rechnung hervorgehen.

 

Ach ja, ich denke schon, dass die Anmeldung in Frankreich möglich ist, denn in der Fahrerliste habe ich gesehen, dass welche in Frankreich sind. Sicherheitshalber werde ich aber mal nachfragen - danke für den Tipp (das wäre jetzt ja der Hammer ;-) )

 

Manfred

 

 

 

 

Geschrieben

Horst hat nicht ganz Unrecht was die Zulassung in Frankreich betrifft. Die Zulassung erfolgt seitens FINE über ein Einzelfahrzeuggutachten des deutschen TÜVs. Dieses Zulassungsverfahren ist durch entsprechende gegenseitige Anerkennung in 7 europäischen Ländern generell möglich. Leider weiß ich die Länder nicht mehr alle, obwohl ich damit zu tun habe :-( Sicher weiß ich noch, dass Österreich, Schweiz, Tschechien, Liechtenstein und ich meine auch Kroatien dabei waren. Den Rest liefere ich gerne nach.

 

Das heißt nun aber nicht, dass eine Zulassung in den übrigen EU-Ländern nicht möglich ist. Es gibt nur kein Standardabkommen. Ich weiß z.B. dass Italien auch nicht dabei ist und ich kenne dennoch viele Individualisierung mit TÜV-Prüfberichten, die in Italien zugelassen sind. Norwegen ist meines Wissens auch nicht dabei. Dennoch fahren dort 3 TWIKEs. Ulrich Zwick kann dazu vielleicht was sagen, wie die Zulassung in Norwegen funktionierte. Auch in Spanien gibt es ohne Generalabkommen mindestens ein zugelassenes TWIKE. Momentan gibt es vielleicht auch einen Elektromobil-Vertrauensbonus :-)

 

Manfred sollte sich, wenn es sich für eine TWIKE entscheidet, auf jeden Fall vorher bei seiner zuständigen Zulassungsstelle das OK für die Zulassung einholen.

 

Außerhalb der Europäischen Union genügt übrigens die Herstellerbescheinigung, die von FINE auch mitgeliefert wird. USA ist somit z.B. kein Problem. Es lebe die EU-Bürokratie.

 

Für eine allgemeine, normale "übliche" Zulassung im Gebiet der Europäischen Gemeinschaft wird ein sogenanntes CoC-Papier (Certificate of Conformity CEE) benötigt. Dazu müsste FINE für das TWIKE eine Typgenehmigung beim Kraftfahrtbundesamt beantragen. Das kostet aber ein paar Tausender und treibt die Kosten somit hoch. Lohnt im Vergleich zur TÜV-Einzelabnahme ab einer gewissen Stückzahl. Mit dem CoC-Persil-Schein wäre dann aber Ruhe an der europäischen Zulassungsfront. Eine gute Gelegenheit wäre dazu der 1.5.2010. Zu dem Termin (hat sich die EU einfallen lassen) müssen alle CoC-Papiere umgestellt werden. Hintergrund sind vorallem Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge, die in den bisherigen Daten nicht abgebildet werden konnten. Deshalb konnte es FINE bisher möglicherweise auch gar nicht so machen. Und es wird ab 1.5.2010 auch tatsächlich einfacher. Bisher hatte ein CoC-Papier 600 Fahrzeugattribute beschrieben. Ab 1.5.2010 sind es nur noch 400.

 

Viele Grüße

German

Geschrieben

Hallo Manfred,

hier noch ein paar Worte zu den NiCd. Ich habe mein TWIKE 2004 vom Vorbesitzer übernommen mit der Bemerkung, dass die 3 x 3,0 Ah NiCd nicht mehr viel taugen. Sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits 5 Jahre in Betrieb. Die normalerweise kalkulierte Reichweite von rund 60 km brachten sie nicht mehr, aber ich konnte sie noch 2,5 Jahre fahren. Am Schluss waren die Selbstentladung und die Differenzspannung enorm und die Reichweite war unter 30 km gefallen. Allerdings habe ich auch gründlich Erfahrung mit den Akkus gesammelt.

Anfang 2007 habe ich mir 2 x 3,6 Ah gegönnt. (Li-Ionen gab es da noch nicht.) Diese sind für 40 km Reichweite gut. Ich habe dies gewählt, weil meine üblichen Fahrstrecken zwischen 32 und 36 km liegen. Ich achte immer darauf, die Akkus dabei leer zu fahren. Dazu sollte die Spannung im Leerlauf unter 350 V liegen, besser noch tiefer. Muss ich kürzere Strecken fahren, lade ich sie auch nur entsprechend weniger auf. Es geht schon, mit leeren Akkus immer zu Hause anzukommen, aber es ist auch immer ein Nervenkitzel.

Dies alles nur wegen des berüchtigten Memory-Effekts. Die eigentliche Ursache ist nicht das Aufladen eines teil-entladenen Akkus (wie oft gesagt wird), sondern das Stehenlassen unter Spannung. Unter dem Sog der Spannung bildet sich auf den Akkuelektroden eine isolierende Kristallschicht, und zwar umso mehr, je länger du den Akku geladen stehen lässt. Wenn du dann wieder lädtst, kommt aktives Material "oben drauf". Beim Entladen verbrauchst du das aktive Material und kommst wieder zu der inaktiven kristallinen Schicht. Der Innenwiderstand steigt an und du hast den Eindruck, der Akku sei bereits leer. Dagegen hilft das Entladen mit der Entladelogik, die mit "sanften" Strömen auch wieder die Kristallschicht abbaut. Also bei NiCd unbedingt eine Entladelogik dazubestellen.

Der andere Punkt ist der höhere Innenwiderstand. Dadurch erwärmen sich die NiCd-Akkus bei der Stromentnahme. Problematisch wird es, wenn dabei ca. 55° überschritten werden; die Elektronik reagiert mit Schutzmaßnahmen und du kannst garnicht oder nur im Schritt fahren. Planst du längere Strecken mit Nachladen, solltest du 45° nicht überschreiten, weil oberhalb 45° die Ladung gesperrt ist. Dies bedeutet, dass du nach Akkutemperatur fahren musst. In meiner Konfiguration (nur 2 Blöcke parallel) war dies trotz vieler Zusatzlüfter im Sommer nur ein Dauertempo von 40 bis 50 km/h. (In der Auvergne wird es noch wärmer sein!)

Wie du aus der Schilderung siehst, sind die NiCd wirklich sehr robust, aber auch nicht sehr benutzerfreundlich (leer fahren, Entladelogik einsetzen, nach Temperatur fahren). Aus heutiger Sicht würde ich die Li-Ionen-Akkus nehmen (kein Memory-Effekt, geringerer Innenwiderstand, kaum Erwärmung) und die ähnlich wie German, aber bezogen auf meine Distanz, dimensionieren.

Ich hoffe, dich nun nicht ganz verwirrt zu haben.

Liebe Grüße, Roland

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