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Reparatur Frequenzumrichter

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Geschrieben

Hallo Leute

Ich benötige Hilfe bei der Reparatur meines Frequenzumrichters. Twike 512 von 1998.

Seit Monaten bekomme ich die Fehlermeldung F5 Zwischenkreis. Zu wenig Spannung hatte ich nie auf der Batterie. Wenn ich mit dem Fehler auf die Pfeil hoch od. runter Taste drückte konnte ich sehen, dass der Umrichter eine andere als die tatsächliche Batteriespannung anzeigte. Also habe ich einen Föhn an die Umrichterplatinen gehalten und siehe da - die Fehlmessung verschwindet und der Fehler ließ sich immer zurücksetzen. Zuletzt funktioniert der Lüfter vom Umrichter jetzt nicht mehr und ich traue mich nicht mehr zu laden.

Ich suche Kontakt mit einem Twikefahrer, der schon mal Fehler an seinem Umrichter repariert hat und mit mir in Austausch treten kann, wie bei der Reparatur in diesem Fall vorzugehen ist.

Vielen Dank schon mal.    Hendrik

Geschrieben

Wie du das mit dem Föhn beschreibst könnte es ja auch nur eine kalte Lötstelle sein. Als erste Maßnahme würde ich mal alles auf der Platine nachlöten. Wenn das nicht hilft würde ich mich an Fine wenden.

Gruß, Dirk

Dirk aus dem Raum Köln/Bonn, Twike 1023 und Twike 5 Pionnier seit 2016. TWIKE-Weilerswist

 

 

  • 2 Wochen später...
Geschrieben

Hallo Hendrik,

ohne Details (welche Stellen hast Du geföhnt, war die Spannung höher oder tiefer als die tatsächliche Batteriespannung, etc) ist es schwierig, bei so einem Tierchen wie dem TWIKE-Umrichter eine Diagnose aus der Ferne zu machen...

Probieren wir's trotzdem: Die Erzeugung der internen Spannungen und die Spannungsmessung sind - sagen wir mal interessant - miteinander verschaltet. Somit ist es gut möglich, dass sich Probleme an dieser Stelle so wie von Dir beschrieben manifestieren. Was nicht ganz ins Bild passt ist, dass die "angezeigten Spannungen" (welche Anzeige?) abweichen, weil diese für die Anzeige m.W. 1:1 von den Batteriecontrollern übernommen und nicht von der internen Spannungsmessung abgeleitet werden. Vielleicht ist das aber Firmware-abhängig. Wie dem auch sei, ein erster Ansatz ist sicher wie von Dirk vorgeschlagen nach schlechten Lötstellen Ausschau halten. Ich würde mir in erster Lesung mal die im angehängten Foto rot eingekringelten Bereiche der internen Spannungserzeugung vornehmen. Die braunen Lötstellen in der Region sind symptomatisch für die ständig zu heissen Leistungswiderstände. Das ist mit der höheren Batteriespannung der Li-Akkus eher noch schlechter geworden. Bei den gelb eingekringelten Leistungswiderständen würde ich das Zinn komplett absaugen und neues auftragen - das ist in der Regel durch die Hitze oxydiert und in einem hundsmieserablen Zustand. Vorsicht beim oberen Pin des 100k Widerstands (in meinem Bild der grüne) - die Leiterbahn ist dort sehr filigran.

Bei der Gelegenheit mal wieder die Warnung: 400V DC ab Lithium im Twike sind eine andere Grössenordnung als die 8.4V vom Quadrocopter, der unter dem Weihnachtsbaum lag!

 

Viel Erfolg & Gruss,
Florian + TW415 + TW713

IMG_5831 mit Kringel_2.jpg

Geschrieben
  • Autor

Danke für die Antworten. Die schlechten Lötstellen an den Leistungswiderständen sind mir auch aufgefallen. Allerdings wusste ich nicht wie das behoben werden kann. Der Kram ist offenbar so oxydiert, dass man mit dem Lötkolben kaum einen Kontakt bekommt. Frisches zugeführtes Lotzinn fließt und vereinigt sich nicht. Vielleicht bleibt nur diese Widerstände auszulöten um hier sauber zu machen. Gibt es einen Trick das alte Lotzinn zu entfernen? Mit einer Entlötpumpe konnte ich kein Lotzinn erfolgreich absaugen. Ich habe auch Entlötlitze nicht erfolgreich einsetzen können. (Fehlt Flussmittel an der Litze?) Erst mal habe ich alle Elko's gewechselt, da über 20 Jahre alt. Um die Löcher frei zu bekommen half nur mit einer Nadel in das flüssige Lötzinn zu stechen um das Loch frei zu halten. Absaugen ging wie gesagt nicht. Vielleicht sollte man noch kleine Kühlkörper an die Widerstände stecken um die Temperatur runter zu bringen.

Ansonsten war mir abgelagerter Dreck auf der Platine aufgefallen. Da habe ich erst mal mit Isopropanol sauber gemacht. Das Pluskabel neben dem grünen Widerstand hatte einige unschöne Drähtchen Richtung SMD-Widerstandskaskade. Die habe ich zurück gebogen. (Zusammen mit Dreck und Feuchtigkeit vielleicht ein Problem)

Zu den Unklarheiten: Geföhnt habe ich indem ich den Umrichterdeckel abnahm. Dann habe ich gegenüber der Kabelanschlüsse Warmluft in den Spalt zwischen Gehäuse und Platine nach unten rein geblasen.    Mit Anzeige meine ich dasTwike Display. Es zeigt Fehler F5 - wenn man nun die Taste Pfeil hoch oder runter drückt, kann man die vom Umrichter gemessene Spannung sehen. Die war deutlich niedriger als die mit Multimeter gemessene Batteriespannung

Gruß, Hendrik

Geschrieben

Hallo Hendrik,

das oxydierte Lötzinn ist in der Tat ein Ärgernis! Ich habe die Widerstände jeweils unter Zuhilfenahme von grosszügigen Mengen an frischem Zinn und Flussmittel vorsichtig herausgezogen. Im Extremfall Pins abknipsen und so "herausoperieren". Inzwischen geniesse den Vorteil einer professionellen Hakko-Entlötstation - v.a. die IGBTs kriegt man sonst nicht vernünftig raus. Kühlkörperchen an den Widerständen zu montieren habe ich auch schon in Erwägung gezogen, habe aber keine Lösung gefunden, diese einigermassen vibrationsfest zu machen. Aus diesem Grund habe ich etwas mehr (bzw. deutlich mehr) Aufwand getrieben und meine Umrichter mit Leistungswiderständen im TO-220-Format und grosszügigen Kühlkörpern ausgerüstet (siehe Fotos):

    - R18 470R Drahtwiderstand 3W (Snubber für FET Q7) --> TO220 Leistungswiderstand 470R 1% 30W D160-60-826 + Kühlkörper FK222 D175-60-209
    - R19 10K  Drahtwiderstand 3W --> TO220 Leistungswiderstand 10K 1% 25W D160-61-790 + Kühlkörper FK222 D175-60-209
    - R4 100K  Drahtwiderstand 5W (Anlaufwiderstand) --> TO220 Leistungswiderstand 100K 1% 25W D160-61-832 + Kühlkörper FK222 D175-60-209

( Nummer nach dem "D" = Artikelnummer bei Distrelec). Mehr Fotos & Details kann ich Dir bei Bedarf schicken. Frische Elkos sind eine gute Idee - die fangen bei dem Alter unweigerlich an, aus den Toleranzen rauszulaufen, und dann kriegt man all diese lustigen und schwer zu findenden Fehler...

Gruss,
Florian + TW415 + TW713

Umrichter Leistungswiderstand-Upgrade Übersicht.JPG

Umrichter Leistungswiderstand-Upgrade R4.JPG

Umrichter Leistungswiderstand-Upgrade R18 R19.JPG

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Herzlichen Dank für die hilfreichen Tipps.

Heute habe ich die Platine eingebaut und der Umrichter funktioniert wieder nach folgenden Aktionen an der Hauptplatine:

- Gründliche Reinigung mit Isopropylalkohol

- Austausch aller Elkos

- Leistungswiderstände auf längere Drähte aufgelötet, damit weniger Hitze an der Platine ankommt

- Lüfter ausgetauscht

- Überhitzter oxydierter L1-Anschluss wieder metallisch blank geputzt und neu angeschraubt

- SMD-Kette für Spannungsmessung mit Plastic 70 Isolierlack eingesprüht

 

Gruß, Hendrik

bearbeitet von edfauer

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