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Fehler F06

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Hallo zusammen,

 

ich hatte bei meinem Twike jetzt schon mehrfach den Fehler "F06 kurzschluss ausg." manchmal ruckelt das twike noch beim Beschleunigen manchmal geht gar nichts. Manchmal ist ein Leises Piepsen beim betätigen der Beschleunigung zu hören aber es tut sich nichts, manchmal hört man nicht einmal das.

 

Ganz blöd ist es wenn das Twike während der Fahrt in den Fehlermodus geht... das ist jetzt auch schon zwei mal passiert.

 

Hatte schon mal jemand den Fehler?

 

Ich hab schon an der Motorzuleitung am Motor gewackelt aber die scheint keinen einfluss drauf zu haben.

 

Manchmal funktioniert alles ein paar Tage und dann geht wieder nichts...

 

Kann mir jemand helfen

 

Gruß Denis

Geschrieben

Hallo Denis,

 

F06 meldet der Umrichter dann, wenn er beim Hochstarten einen Kurzschluss zwischen den Motorenklemmen feststellt. Während dem Fahren habe ich das noch nie gesehen - da kommt dann üblicherweise der F16 Überstrom. Letztendlich ist das einerlei, weil beide Fehlernummern in der Regel auf ein Problem in der Motorenzuleitung oder der Statorwicklung hindeuten.

 

Wie alt ist denn Dein Twike? Welchen Motor hast Du? Steht das Twike über Nacht draussen?

 

 

Gruss,

Florian

Geschrieben
  • Autor

Hallo Florian,

 

ich bin mir nicht sicher ob die Fehlermeldung während dem fahren schon mal kam. Aber es blieb einfach mal stehen. Und beim neustart kam dann der Fehler.

 

Das Twike ist von 1998, Motor weis ich nicht genau, ja es steht draußen.

 

Kann dieser Kurzschluss nur auf der Motorenseite sein oder eben auch im Twike? Wo?

Ist das dann eher in dem Dc Wandler oder hinten bei den Akkus. kann man die Akkus abklemmen bzw. wie?

 

Gruß Denis

Geschrieben

Hallo Denis,

 

nach dem Baujahr Deines Twikes habe ich einerseits gefragt, um das Alter der Bauteile abzuschätzen, und andererseits, um herauszufinden, was Du in Deinem Fahrzeug an Komponenten verbaut hast. Beides sagt mir, dass neben einem Kurzschluss im Motor noch andere Ursachen in Frage kommen könnten. Wenn alles noch Original ist, dann führen nämlich alternde Kondensatoren im Umrichter oder im DC/DC-Wandler gerne zu einem bunten Blumenstrauss an Fehlern; F06 ist nur einer davon. Wenn das Twike draussen steht, kommen Undichtigkeiten im Heck und Kondenswasser dazu; das gibt z.B. Kriechströme und korrodierte Steckerkontakte. Soll heissen: Nicht gleich den Motor rausreissen (3.5h Arbeit + Material); vielleicht ist es ja was Anderes. Denn das "es blieb einfach mal stehen" passt nicht ganz hundertprozentig zu einem angeschlagenen Stator. Üblicherweise knurrt der sporadisch, ab und zu ein F16, und nach ein paar Wochen brennt er dann beim Beschleunigen durch (plötzlicher Leistungsabfall + Stinken + F16 ohne Ende + Abschleppdienst). Sag ich jetzt so, weil ich das schon mehrmals gesehen hab.

 

Zur Nomenklatur der Teile im Twike: Der Umrichter ist der grosse Kasten, auf dem Du quasi drauf sitzt - der treibt den Motor an. Der DC/DC-Wandler sitzt hinten in der AK-Schiene in Fahrtrichtung rechts und hat eine grüne LED drauf. Der macht aus 300-400V DC 12V fürs Bordnetz (Elektronik, Licht, das Übliche halt). Der Anschlusskasten-Print (AK-Print) ist auf der AK-Schiene in Fahrtrichtung links montiert. Zwischen AK-Print und DC/DC befinden sich die Netzfilter (im Originalzustand) oder der Dreifels-Controller (so man einen hat).

 

Zur Unterscheidung der Motoren einfach beim rechten Hinterrad mit einer Taschenlampe reinschauen:

- Motor hat keine Kühlrippen: Landert

- Motor hat grosse Kühlrippen parallel zur Hinterachse: Rüetschi

- Motor hat kleine Kühlrippen parallel zur Fahrtrichtung: ABM 3x3

 

Die Landerts werden langsam alt. Ist leider so. Dass ständig Öl aus dem Getriebe in den Motor rübersifft macht die Sache nicht besser.

 

 

Gruss,

Florian

Geschrieben

Hallo Denis,

 

nun noch ein paar Vorschläge zur Diagnose/Reparatur, geordnet nach steigendem Aufwand.

 

1) Alle Stecker beim AK-Print auf Korrosion, schlechte Kontakte (auch Crimpung des Kabels), und Brandspuren untersuchen, insbesondere die Stecker der Batterien X17/18/19, Anschluss DC/DC X20, und Anschluss Umrichter X8 (siehe Foto). Ich habe alle Stecker markiert und nehme wenn möglich immer nur einen raus, dann passieren keine Fehler beim Wiedereinstöpseln. Mach Fotos von Deinem AK-Print mit den Steckern drinne, dann sieht man, welche Version Du hast.

 

2) AK-Schiene und Batteriekasten auf eingedrungenes Wasser untersuchen; prüfen ob der Umrichter Kondenswasser hat. Dazu nach einer Fahrt (wenn der Umrichter warm ist) Twike ausschalten, den grauen Deckel abschrauben, und schauen ob der innen feucht ist. Falls ja, trocken föhnen und schauen, dass der Deckel beim zumachen dicht sitzt. Den Deckel immer ganz gerade abheben und aufsetzen (Schraubenenden + Platine = kaputte Platine); zum Zuschauben Deckel von Hand gut in die Dichtung reindrücken und die Schrauben nur soweit anziehen, dass der Deckel unten gehalten wird (nicht den Deckel mit den Schauben runterschrauben bis fest). Bei der Gelegenheit im Umrichter die 8 Anschlüsse and den grossen fetten Lüsterklemmen kontrollieren und ggf. nachziehen (mit vollisoliertem Schraubenzieher und Gefühl!) und Fotos von den Umrichter-Innereien machen. 

 

3) Wenn Dein "es blieb einfach stehen" wegen einem instabilen 12V-Bordnetzes stattfand (d.h. wenn Du in die Bremse trittst und den Scheinwerfer auf Fernlicht anmachst und dann startet der Umrichter neu, oder Fehler beim Hochstarten mit eingeschaltetem Licht, oder überraschender Neustart unterwegs): 12 Bleiakku (z.B. Distrelec 169-47-781) an der dritten 15A-Sicherung parallel zum 12V-Bordnetz anschliessen. Dazu sollte die Spannung auf dem Bordnetz im ohne Licht rund 13.8V sein; mit Licht etwa 13.2V (allenfalls nachjustieren). Falls Du einen Dreifels-Controller hast -> PM.

 

4) Motorenzuleitung gründlich auf mechanische Verletzungen/Quetschungen untersuchen. Wenn die Schadstelle nahe am Motor ist, Motor ausbauen und bei der Spleissstelle zu den Wicklungen neu anschliessen; sonst Schadstelle spleissen/isolieren/abdichten (Schrumpfschlauch mit Kleberschicht innen).

 

5) Umrichter Powerboard provisorisch gegen ein gut funktionierendes Board tauschen (lassen). Das sind 20min Aufwand, und wenn Dir die alternden Kondensatoren auf dem Powerboard einen Streich gespielt haben, dann findest Du das so recht schnell raus.

 

6) Motor tauschen (lassen) und Statorwicklungen auf Brandspuren untersuchen. Du hast vermutlich einen Landert drin, und nach rund 20 Jahren wird die Isolation der Wicklung spröde und irgendwann schlägt sie durch. Ein geübter Mechaniker hat in 3.5h den Motor draussen und einen Ersatz (sofern vorhanden) wieder eingebaut - das ist schon recht viel Aufwand und das macht man nur, wenn es denn sein muss.

 

Mein Standard-Disclaimer: 4), 5), und 6) dürften ein Fall für die Twike-Werkstatt oder einen Twike-Schrauber Deines Vertrauens sein. Zu 1) und 2): Solange auch nur eine der Batterien angeschlossen ist, hast Du selbst im ausgeschalteten Zustand Spannung auf dem AK-Print, auf X20, und auf dem DC/DC! 300-400V bei 20A DC sind mehr als in einem ferngesteuerten Quadrocopter, denn die Spannung kann Dich zuverlässig ins Jenseits befördern und ein DC Lichtbogen kann erheblichen Schaden anrichten!

 

 

Gruss,

Florian + TW415 + TW713

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Geschrieben

Hallo Denis,

 

nachdem das Florian so ausführlich beschrieben hat solltest du voran kommen.

 

Weil es Bj 98 ist, so wie mein TW359, gebe ich als heißen Tip auch nochmal die Spleißstelle am Motor wo die Kabel kommend vom Umrichter angesetzt sind.

Hatte vor ein paar Wochen das Gleiche und auch schon die Scheine gezählt für neuen Stator, es waren aber nur die nicht professionell vercrimpten Stoßverbinder der Leitungen die sich berührt haben nachdem durch zu hohen Übergangswiderstand die Isolierung geschmolzen ist.

 

Viel Erfolg!

 

Gruß

Martin

Geschrieben

Hallo Martin,

 

das ist ein sehr guter Punkt, der mir entgangen ist! In der Tat sind die Crimpverbindungen zwischen den Wicklungen und dem Anschlusskabel anfällig für Übergangswiderstände. Das Fehlerbild passt auch ziemlich gut!

 

Blöd ist nur, dass man je nach Kabelführung an diese Stelle schlecht rankommt, und sehr wahrscheinlich den Motor ausbauen muss, um das ordentlich zu machen.

 

 

Gruss,

Florian

Geschrieben
  • Autor

Vielen Dank euch für die vielen Tips.

 

Werd man versuchen manchen nachzugehen.

 

Heute Morgen wollt ich losfahren doch beim beschleunigen kommt nur ein pieps/fiebs Geräusch aber kein beschleunigen. Daraufhin hab ich den Fön ausgepackt und die Anschlussplatine angeföhnt. War zwar keine Feuchtigkeit sichtbar aber dennoch versucht.

Und siehe da ich konnt fahren.

Als ich nach einem Kilometer die Tochter im Kindi abgeliefert hatte ging wieder nichts mehr. Allerdings diesesmal mit der Fehlermeldung F06 Kurzschluss Ausg. Also Twike zweimal aus und wieder an geschalten und dann gings wieder.

 

Das Kabel zum Motor aus könnt ich mal checken da komm ich hin.

 

Jetzt wär nur noch gutes Wetter und Zeit nicht schlecht.

 

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