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Ich bin neu hier, möchte ein Twike kaufen und habe viele Fragen.

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Geschrieben

Hallo Twiker,

wie schon im Titel erwähnt, stehe ich kurz vor der Entscheidung ob ich mir ein Twike Active kaufen soll oder nicht. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher ob das Twike für meine Anforderungen das richtige Fahrzeut ist und ich hoffe von euch ein wenig Input für meine Entscheidungsfindung zu bekommen.

Zu meiner Situation:

Ich habe einen täglichen Weg zu und von meiner Arbeitsstelle von ca. 110 km. Dies verursacht derzeit ca. 400,-- € Spritkosten monatlich. Nun würde ich zum einen gerne die Kosten reduzieren, zum anderen, als gestandener Mountainbiker, gerne auch etwas für meinen Körper tun, da ich auf Grund meines Jobs und der lange täglichen Fahrzeit leider kaum noch Zeit zum biken habe. Darum ist das Twike active für mich so interessant. Bei den aktuellen Preisen des Twike würde ich dieses als vollwertigen Ersatz für mein Auto einsetzen müssen.

 

Es stellen sich allerdings folgende Fragen:

- hat jemand Erfahrung mit einer so hohen Laufleistung des Twike (immerhin ca. 2500 km pro Monat)?

- was für Wartungskosten kommen auf mich zu?

- wieviele Ladezyklen verträgt so ein Akkupak?

- wie verhält sich das Twike im Winter bei Eis und Schnee?

- Reduziert sich die Akkukapazität bei Kälte spürbar (also muss ich bei der langen Strecke auf einen stärkeren Akkupack zurückgreifen?)

 

Ich würde mich über die eine oder andere Antwort sehr freuen.

 

Danke schon mal im Voraus.

 

Gruß

Dirk

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

Da bist du in diesem Forum an der richtigen Stelle gelandet :) Zuerst mal freut es mich dass du Interesse an der innovativen Twike Technik hast :)

Ich hoffe du entscheidest dich dafür, Gründe gib es viele.

 

Nun zu deinen Fragen:

 

a) Laufleistung

2500km ist sicher eine hohe Laufleistung. Doch wie auch bei 'gewöhnlichen' Autos sind viele km keine schlechte sache. Im Gegenteil, da du eine Garantie für die Batterien kriegst (3 Jahre), kannst du so mit vielen km natürlich das maximale herausholen. Ich kenne Twiker die 100km pro Tag fahren, soviel ich weiss ohne Probleme.

 

b) Wartungskosten

Dies ist etwas schwierig zu beziffern. Grundsätzlich empfiehlt der Hersteller alle 5000km einen Service. Sicher kommt es auch darauf an ob du selber Hand anlegst bei Servicearbeiten, es gibt solche die machen alles komplett selber. Kommt ganz auf deine Schrauberfähigkeiten darauf an bzw. auf deine Zeitverhältnisse. Ansonsten kann man auch alles von einem kompetenten Twike Service Center machen lassen. Mehr als ein normaler PKW wird es aber nicht kosten. :)

 

c) 1500 sind garantiert, wird die Kapazität des Akkus nicht voll ausgenutzt (Teiladungen), so darf erwartet werden dass die Zyklenanzahl noch weiter steigen wird.

Bei 2500km pro Monat und 90'000km in drei Jahren wären dies nur gerade 800 Vollzyklen...

 

d) Eis und Schnee ist eine Königsdisziplin de Twike. Wo Autos stecken bleiben fährt das Twike weiter. Winterreifen müssen nicht montiert werden, dies senkt die Kosten. Dünne Reifen sind im Schnee einiges besser als breite. Einzig bei viel Schnee (Räder sinken ein) könnte es Probleme geben. Schnee ist auf alle Fälle kein Hinderungsgrund :)

 

e)Akkus im Winter

Ja die Kapazität brcht schon etwas ein. Dies ist doch sehr deutlich zu spüren. Ich würde sagen ca. 20%, bei Minusgraden sogar bis zu 30%.

Das Abstellen in der Garage hilft hier die Batt. temperatur nicht zu stark absinken zu lassen.

 

Ideal wäre sicher wenn du am Arbeitsplatz nachladen könntest. Du könntest so allenfalls ein kleiners Akkupack wählen was auch etwas günstiger wäre.

Grössere Akkupacks bieten jedoch den Vorteil dass diese weniger stark belastet werden da Teilzyklen gefahren werden können bzw. die Stromentnahme tiefer ist.

Ohne Nachlademöglichkeit am Arbeitsplatz müsstest du wohl die aktuelle 24Ah-Lösung nehmen. Es gibt auch Pläne wie ich gehört habe für 30Ah Packs, u.a. von beiden Lieferanten (dreifels AG - LiFe Batterien und Fine Mobile - LiMn Batterien)

 

Neben obgenannten Punkten ist ist evtl noch ein anderer Faktor zu berücksichtigen. Der Fahrkomfort.

Ist die Strasse sehr uneben so machen 100km schon sehr müde, ist die Strasse einigermassen ok und nicht zu stark befahren ist es das reinste Vergnügen :)

 

Was sicher auch eine Idee wäre, ist ein Twike mal zu mieten.

 

Viel Spass beim Evaluieren und beste Grüsse,

Stefan

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Geschrieben
  • Autor

Hallo Stefan,

 

danke für Deine ausführliche Antwort.

Die Stecke, welche ich zu bewältigen hätte ist sehr gut ausgebaut und auch sehr stark befahren. Obwohl es eine Überlandstrasse ist, wir hier gerne 120 km/h gefahren. Das ist auch so ein Grund der leider etwas gegen das Twike spricht. Das kleine Ding wird besonders am Tag und bei solchen Geschwindigkeiten leicht übersehen. Somit ist die potentielle Unfallgefahr nicht weg zu diskutieren.

Das Thema "Twike im Winter" ist auch nicht ohne. Leider habe ich keine Garage und Aufladen am Arbeitsplatz ist auch nicht drin, da der Parkplatz nicht auf dem Firmengelände ist. Also würde mir nur der neuste Akkupack helfen, was die Kosten natürlich stark in die Höhe treibt.

 

Aber hierzu noch eine Frage: Kann ich diese neuen Akkus mit Ladelektronik auch in ein älteres, gebrauchtes Twike einbauen?

 

Die Idee mit dem Mieten hatte ich auch schon. Dafür werde ich mich wohl an das Twikecenter in Öhringen wenden.

 

Ich sehe schon, das wird keine leichte Entscheidung!

 

Gruß

Dirk

 

 

:roll::roll:

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

Eine gut ausgebaute Strasse ist was den komfort betrifft, sicher positiv.

Bei den gefahrenen Geschwindigkeiten ist das so ne Sache....Vielleicht können da auch noch einige andere Twiker berichten :)

 

Das Twike wird meiner Meinung nach kaum übersehen wegen seiner Grösse, da es eine einheitliche Farbfläche ausweist, nicht wie ein Motorrad das sich eher schlecht von der Landschaft abhebt. Der Grund warum man es kaum übersieht ist seine Form. Es ist so speziell dass es eben den Blick auf sich zieht...Bezüglich Sicherheit sicher ein Vorteil. Was eher negativ wirkt ist meiner Meinung nach die Unterschätzung. Das Twike und seine Geschwindigkeit wird häufig unterschätzt. So kommt es vor dass du überholt wirst obwohl es für den Ueberholenden zu knapp wird...Von hinten sieht das Twike einfach nicht so schnell aus wie von der Seite... :)

Auch wird häufig noch schnell reingedrängt wenn z.B. jemand auf die Strasse einbiegen will, weil die lieben Kollegen auf der Strasse nicht durch ein langsames E-Mobil aufgehalten werden möchten. Ich treffe sie dann meistens an der nächsten Ampel wieder.

 

Man kann sich also fragen was die optimale Geschwindigkeit denn ist...Fährt man nur 50kmh so ist eher einfach für den Verkehr zu überholen. Fährt man 70 km/h ist es schon problematischer da der Ueberholende auf ca. 90 km/h beschleunigen muss, die Unfallgefahr steigt. Allerdings wird man dann vielleicht etwas weniger überholt.

Fährt man mit 85-90 km/h wird man wohl nicht so oft überholt (spreche da von der Schweiz), aber wenn mal etwas knapp kalkuliert wird vom Ueberholenden, dann kann es schon vorkommen dass man etwas rechts ranhalten muss und mal etwas abbremsen tut um die Sicherheit zu wahren...Der Vorteil hier ist, dass das Twike schmal ist und auf einer gut ausgebauten Strasse 2 PKW und ein Twike aneinander vorbeikommen...

 

Neue Akkus kannst du problemlos in ein Gebraucht-Twike einbauen lassen. Twikes sind sehr rückwärts kompatibel. Schau dir mal die Twikes auf der Seite 'Gebrauchtfahrzeuge' auf der Klubseite an, da hat es ein paar gute Angebote.

 

Wie erwähnt, ich denke ein Twike zu mieten, hilft sicher bezgl. Kaufentscheidung.

 

Beste Grüsse,

Stefan

 

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Geschrieben

Hallo Dirk,

 

ich bin mit täglich 100km einer der TWIKE-Weitfahrer. Viele TWIKEr fahren meines Wissens aber auch täglich große Strecken, weil gerade dafür ein TWIKE gut geeignet ist und sich mit der Zeit auch rechnet. Mit 100km komme ich mit meinem 24 Ah Akku gut hin. Im Sommerhalbjahr lade ich nur bis 390V, das reicht für ca. 130km flotter Fahrt, so dass nach Fahrtende am Abend die Spannung optimal bei etwa 350V liegt. Im Winter lade ich temperaturabhängig etwas höher, im letzten Winter maximal 398V (bis 402V sind möglich). Die etwas höhere Spannung im Winter ist vorteilhaft, weil diese bei Kälte elastischer wird, d.h. bei einer Akku-Temperatur von z.B. 5° und einer Ruhespannung von 350V geht die Spannung bei Volllast auf 330-335V zurück.

 

Für Deine 110km täglich würde also der 24Ah Akku prinzipiell ausreichen. Da steht übrigens eventuell das TWIKE 898 von Frank Hansen mit ca. 25.000 Euro zum Verkauf (mit zwei E-City-Sax und TWIKE hat er irgendwie ein E-Fahrzeug zuviel :-) Der Neupreis lag wie bei mir bei ca. 40.000 Euro. Frag einfach beim TWIKE-Center Öhringen nach. Der seit kurzem erhältliche 28 Ah Akku hätte natürlich mehr Reserven.

 

Meine Kalkulation ist übrigens so: Die nächsten 3 Jahre (also insgesamt etwa 4-5 Jahre) sollte mein Akku noch ohne Zwischenladung für 100km reichen. Im Winter bzw. bei Kälte beginnend wird es dann irgendwann nicht mehr reichen. Dann werde ich tagsüber schrittweise nachladen müssen. Für die einfache Strecke von 50km wird der Akku aber wohl mindestens 12 oder mehr Jahre reichen. Die Alternative ist, dann einen neuen Akku zu kaufen/tauschen. Je nachdem, wie sich die Preise entwickeln. In 3-4 Jahren gibt es auch sicher wesentlich mehr Zwischenlademöglichkeiten.

 

Im Winter fahren ist übrigens kein Problem, sondern das Beste am TWIKE. Über meinen überdachten Stellplatz (Carport) bin ich aber froh, weil man einfach trocken einsteigen kann und kein Freikratzen nötig ist (das gilt auch für einen normalen Pkw).

 

Wichtig beim TWIKE-fahren ist, dass man keine zwei linke Hände hat. Dann kann man sich eigentlich bei fast allen Dingen selbst helfen (z.B. Reifenwechesel, etc.) bzw. gibt es tolle Tipps von TWIKErn hier im Forum.

 

Viele Grüße

German, TW900, 24Ah LiMn, 35.000km in 16 Monaten.

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

hier noch ein Erfahrungsbericht von einem Neuling. Habe seit 2 Monaten ein gebrauchtes Twike - Reichweite noch 70 km.

Habe lange nach einem gebrauchten Twike-Aktiv geschaut, da ich so wie du vor allem die Fahrzeit zum "aktiv- und sparsam sein" nutzen will.

Du solltest wissen, dass man eigentlich nur bis ca. 65 km/h aktiv mit treten kann. Daher solltest du dir eine andere Strecke suchen.

Ich fahre deshalb sehr oft auf Seitenstrassen, die ich vorher (als Autofahrer) gar nicht kannte.

 

Brauchte ca. 2 Tage, um mit dem Fahrzeug eins zu sein (Handling usw.) und habe bis heute einfach einen riesigen Spaß beim Fahren.

Mein Twike hat nun fast 60 tkm. Mein Vorgänger empfahl mir, mich als vollwertigen Fahrzeugführer im Strassenverkehr zu bewegen,

d. h. nicht extrem rechts zu fahren, da es wie auch meine Vorredner schon beschrieben haben, viele Autofahrer zum Überholen verleitet

und dann merken, dass sie doch nicht so viel schneller sind und hierdurch evtl. bremsliche Situationen entstehen können.

Er meinte zu mir "auch ein Auto mit 150 PS kann 70 fahren ohne dass der Motor kaputt geht" :):)

Es ist überhaupt kein Problem beim heutigen Strassenverkehr "mitzuschwimmen".

 

Hoffe ich konnte dir ein wenig bei der Entscheidung weiterhelfen - für mich gab es keine bessere Entscheidung 8)

 

Sonnige Grüsse

Jörg

 

PS: Zu meiner größten Überraschung frägt - meine anfangs skeptische Frau - mich täglich, wann wir wieder eine Twike-Tour machen -

unter meinen Beiträgen ist auch ein kleines Video von meiner allerliebsten Beifahrerin dabei ...

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

Du solltest wissen, dass man eigentlich nur bis ca. 65 km/h aktiv mit treten kann. Daher solltest du dir eine andere Strecke suchen.

 

Also meine Übersetzung ist so, dass ich "Leistung" erst ab ca. 25km/h bringen kann

und bei 95km/h auf der Autobahn immer mitgestrampelt habe. Momentan fahre ich nur Landstraße und bei 70 km/h

reicht der 4. Gang.

 

Mit meinen 10Ah NiCd hatte ich allerdings bei Autobahnfahrten eine Reichweite <40 km. Zum Vergleich auf der

Landstrasse komme ca. 80km (Tacho 87-90) weit. (Sommerwerte, im Winter bis zu 20km weniger).

 

Es kommt auch immer auf die Schnellstrasse an. Wenn sie 2 spurig ist, und nicht soviele LKW unterwegs sind,

dann geht das mit dem Twike sehr gut. Eventuell kann man sich dann auch in den Windschatten eines LKW hängen,

auch 50m dahinter merkt man den noch deutlich (mindenstens 5A weniger ;-)

 

Viel Glück bei der Suche,

 

Matthias

 

 

Geschrieben
  • Autor

Hallo @ all,

 

vielen Dank für die guten Tips und Infos.

 

Und noch ein paar Fragen:

 

Du solltest wissen, dass man eigentlich nur bis ca. 65 km/h aktiv mit treten kann. Daher solltest du dir eine andere Strecke suchen.

 

Also meine Übersetzung ist so, dass ich "Leistung" erst ab ca. 25km/h bringen kann

und bei 95km/h auf der Autobahn immer mitgestrampelt habe. Momentan fahre ich nur Landstraße und bei 70 km/h

reicht der 4. Gang.

 

Kann ich beim Twike-active zwischen verschieden Schaltgruppen / Ritzelpaketen wählen. Oder kann ich hier was im Selbstbau machen?

Ich bin auch verwundert über die angegebenen Geschwindigkeiten (95 km/h). Nach meiner Info fährt ein Twike max. 85 km/h.

Und noch ne Frage zur Zulassung in Deutschland. Ich habe hierzu hier im Forum zwar schon einiges gelesen, allerdings habe ich keine Antwort auf folgende Frage gefunden: Werden meine bisherigen Schadensfreiheits - Prozente (aktuell 25%) auch auf Sonderfahrzeuge angerechnet oder verliere ich die?

 

Grüße aus dem immer wärmer werdenden Heilbronn. 8)

Dirk

Geschrieben

Guten Morgen Dirk,

 

Kann ich beim Twike-active zwischen verschieden Schaltgruppen / Ritzelpaketen wählen. Oder kann ich hier was im Selbstbau machen?

Ich bin auch verwundert über die angegebenen Geschwindigkeiten (95 km/h). Nach meiner Info fährt ein Twike max. 85 km/h.

Und noch ne Frage zur Zulassung in Deutschland. Ich habe hierzu hier im Forum zwar schon einiges gelesen, allerdings habe ich keine Antwort auf folgende Frage gefunden: Werden meine bisherigen Schadensfreiheits - Prozente (aktuell 25%) auch auf Sonderfahrzeuge angerechnet oder verliere ich die?

 

Schaltung ist immer die Sachs 5-Gang Schaltung. Es gibt Twikes mit 7-Gang SRam Schaltung, die haben einen größeren Übersetzungsbereich. Eventuell gibt es Unterschiede bei den Ritzeln der Kurbel. Ansonsten treten manche Leute wohl einfach viel zu langsam. Für Leistung und Knie ist eine Frequenz > 60 sinnvoll.

 

Geschwindigkeit: 85km/h ist die echte maximale Geschwindigkeit. Diese wird über die maximale Drehzahl des Motors (350 Hz) und der 1/10 Übersetzung sowie Reifengröße erreicht. Variiert etwas mit den montierten Reifen.

Angezeigt wird bei 350 Hz (zumindest bei SW 5.25) 95 km/h.

 

Versicherung: Ich habe eine ganz normale Versicherung, mit einer günstigen Typklasse. Hier gelten die Schadensfreiheitsrabatte ganz normal.

 

Viele Grüße aus dem noch erträglichen Griesheim,

 

Matthias

 

  • 2 Jahre später...

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