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Elektroauto ZOE

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ZOE lädt an go-e Charger

900,- € Zuschuss für Kauf und Anschluss einer Wallbox? Da bin ich doch dabei!

Wer’s vielleicht noch nicht mitbekommen hat: Die KfW bezuschusst den Kauf und die Installation von Lade­stationen an privat genutzten Stellplätzen von Wohngebäuden mit 900,- € pro Ladepunkt, „solange diese Mittel zur Verfügung stehen“.

CEE vs. Wallbox

Ich lade ja seit Ende des Demand-Response-Projektes (für das mir damals (2014-2015) eine spezielle Spezialwallbox zur Verfügung gestellt, dann aber wieder abgebaut wurde) an einer schlichten CEE32-Dose, mit meiner mobilen Ladebox, versteht sich.

Ladetest EVR3 an CEE32

Nun ist es mir aber nach über 5 Jahren doch ziemlich lästig geworden, jedesmal, wenn ich laden will, in den Keller zu gehen, die mobile Ladebox zu holen, den Zählerstand im Hausanschlusskasten zu notieren (zwecks Verbrauchsdokumentation für’s Finanzamt), dann draußen den doch ziemlich unhandlichen CEE-Stecker in die Dose zu wuchten und das Ganze nach dem Laden dann in umgekehrter Reihenfolge nochmal zu absolvieren. Der CEE-Stecker geht raus nicht viel leichter als rein. Man muss mit Schmackes dran ziehen und dann aufpassen, dass man nicht auf dem Hintern landet, wenn er sich löst.

Und kennt ihr das vielleicht auch: Ich merke mir den Zählerstand, den ich im Keller ablese, bis ich wieder oben bin und ihn dort auf einen Zettel schreibe (den ich später in eine Tabellenkalkulation übertrage), indem ich ihn ziffernweise halblaut repetiere und dabei versuche, meinen Sprechrhythmus mit dem Rhythmus des Treppensteigens zu kombinieren. Das ergibt oft coole Beats, aber die Sache ist die: Manchmal komme ich oben an, hab den Beat, aber die Ziffern sind weg… Dann hilft nix, ich muss nochmal runter, menno!

Wenn ich nun aber statt der CEE-Dose eine Wallbox hätte (was ich mir bisher aus Kostengründen verkniffen habe), wäre das Laden zu Hause viel komfortabler: Ich könnte mein normales Ladekabel verwenden, das viel leichter zu handhaben ist, und wenn die Wallbox einen eigenen internen Zähler und WLAN oder Bluetooth hat, den Verbrauch per Handy auslesen. Keller adé, Beats hin oder her.

KfW-Förderung

In dieser Situation erreicht mich im November 2020 die Info über die KfW-Förderung für Ladestationen, und bei 900,- € Zuschuss überlege ich nicht lange, sondern stelle direkt einen Antrag. Die Antragsbestätigung erhalte ich sofort. Danach habe ich 9 Monate Zeit, eine Wallbox installieren zu lassen und die entsprechenden Nachweise und Unterlagen einzureichen.

KfW-Bedingungen

Die Förderung ist an einige Bedingungen geknüpft.

Eine davon ist, dass die geförderten Wallboxen mit Ökostrom betrieben werden müssen. Find ich gut. Hab ich natürlich längst, echten und zu attraktiven Konditonen übrigens (Naturstrom*).

Es werden nur Wallboxen mit einer Ladeleistung von max. 11kW pro Ladepunkt gefördert. Damit kann ich leben. Meine mobile Ladebox kann zwar bis zu 22kW, aber das habe ich in den letzten paar Jahren praktisch nie genutzt. Ich lade ohnehin nur mit 11kW, also ist das keine Verschlechterung für mich.

Eine weitere Bedingung ist, dass sich die Wallbox vom Netzbetreiber fernsteuern lässt. Wie?! Was?!

Ruuuhig, Brauner. Was heißt das? Die Wallbox muss technisch so vorbereitet sein (eine Schnittstelle haben), dass sie theoretisch vom Netzbetreiber ferngeregelt werden und ggf. bei sehr hoher Netzlast auch abgeschaltet werden kann. Die KfW nennt das „intelligente Steuerung“ und erläutert diese so:

Eine intelligent gesteuerte Ladestation kann mit anderen Komponenten des Stromnetzes kommunizieren – zum Beispiel, um die Ladeleistung zu begrenzen oder zeitlich zu verschieben.

[…]

Ladestationen gelten als intelligent gesteuert, wenn sie sich vernetzen lassen und in das Energie­versorgungs­system eingebunden sind. Die intelligente Steuerung kann entweder in der Lade­station selbst eingebettet sein oder durch eine separate Komponente umgesetzt werden, wie etwa mit einem Energiemanagementsystem.

Die intelligente Steuerung muss nicht direkt angewendet werden. Die Lade­station muss lediglich die Fähigkeit haben, mittels einer Schnitt­stelle intelligent gesteuert werden zu können. Ziel ist es, möglichst „intelligente“ Lade­infra­struktur zu fördern, die auch zukünftig die Möglichkeit bietet, eine Steuerung zuzulassen.

Dies geschieht natürlich nur, wenn Sie dies mit Ihrem Strom­netz­betreiber auch vereinbart haben.

(Quelle)

Besser?

Mein Netzbetreiber (Avacon) legt zur Zeit gar keinen Wert auf die Fernsteuerung irgendwelcher Wallboxen mit Ladeleistungen ≤ 11kW, daher ist das für mich gar kein Problem.

Auch generell nicht. Wir sind ja in Deutschland immer noch in den Anfangstagen der Elektromobilität. Ob da nun ein paar hunderttausend Wallboxen 11kW ziehen oder Peng. Das macht die Netzbetreiber noch nicht nervös.

Spannend wird es erst, wenn in einigen Jahren dann doch mal die 2010 für 2020 avisierte„eine Million Elektroautos aus deutscher Produktion“ überschritten wird. Und sollte die Netzertüchtigung bis dahin mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten haben (Huch, so viele Elektroautos!), ist es ja doch irgendwie sinnvoll, die Netzauslastung steuern zu können. Die wenigsten werden davon überhaupt etwas bemerken. E-Auto abends eingesteckt, morgens voll. Ob das Laden nun zwischen 22 und 4 Uhr oder zwischen 0 und 6 Uhr erfolgt, ist doch egal – sofern ich mein Auto, wenn ich es brauche, geladen vorfinde. Ich denke, das kann funktionieren.

Meiner bescheidenen Auffassung nach ist die KfW mit dieser Vorgabe einfach weitsichtig und vernünftig.

Förderfähige Ladestationen

So eine „intelligente Steuerung“ haben nicht alle Wallboxen, daher hat die KfW eine Liste förderfähiger Ladestationen veröffentlicht (etwas versteckt: Punkt „Was fördern wir?“ aufklappen, dort den Link „Zur Liste der geförderten Ladestationen“ anklicken; die Liste öffnet sich dann als Popup).

Es ist sehr ratsam, sich peinlich an diese Liste zu halten, denn die installierte Wallbox muss mit ihrer exakten Bezeichnung darin enthalten sein, sonst gibt’s kein Geld.

Meine Wahl: go-eCharger HOMEfix 11kW*

Bei der Auswahl meiner Wallbox sind folgende Kriterien für mich ausschlaggebend:

  1. Ich brauche keinen technischen Schnickschnack.
  2. Ein interner Verbrauchszähler wäre gut.
  3. Die Wallbox muss so preiswert sein, dass ich mit den Kosten für den Anschluss möglichst gerade so über die 900,- € Förderung komme.

Verrückterweise sind ja 900,- € der Mindestbetrag, den man insgesamt ausgeben muss, um überhaupt in den Genuss der Förderung zu kommen. Im Normalfall wird man mit den erforderlichen Elektrikerdienstleistungen (inkl. Leitung legen, Hausanschluss erweitern, Fi-Schutzschalter etc.) auch problemlos darüber liegen.

Bei mir allerdings liegt die Leitung schon und abgesichert ist sie auch, von daher bewegen sich die Kosten für den Elektriker in einem eher niedrigen Bereich.

Ich recherchiere ein wenig und entscheide mich am Ende für den go-eCharger HOMEfix 11kW*:

go-eCharger HOMEfix 11kWgo-eCharger HOMEfix 11kW*

Die Nachfrage ist verständlicherweise hoch, die Lieferzeit beträgt knapp 6 Wochen. Aber es drängt ja nichts. Ich sitze im Homeoffice und bewege die ZOE einmal die Woche zum Einkaufen, hin und zurück 6km. Eine Akkuladung reicht gefühlt ewig, laden muss ich daher zur Zeit eher selten.

Wetterschutz, Sichtschutz

Die go-e ist zwar für den Außeneinsatz geeignet, ich mag sie aber ungern einfach so an Stelle der CEE-Dose frei unter unseren Briefkasten montieren. Erstens kann etwas Wetterschutz nicht schaden und zweitens wurden hier schon Fahrräder direkt vor der Haustür entwendet, da könnte dieses kleine schmucke Teil schnell Begehrlichkeiten wecken, wenn es da einfach so sichtbar hängt. Schnippschnapp, weg ist die Wallbox, wäre doch schade drum.

Also besorge ich mir einen Schaltschrank*, in die die go-e nebst Klemmkasten gut hineinpasst:

SchaltschrankSchaltschrank*

Ich wähle die Größe so, dass die CEE-Dose da auch noch Platz hat – so könnte ich mir die Option auf eine 22kW-Ladung bei Bedarf (mit meiner mobilen Ladebox) offenhalten.

Aber als der Schaltschrank dann kommt und ich probeweise den Klemmkasten, den go-eCharger und die CEE-Dose hineinlege, stelle ich fest, dass dann kein Platz mehr ist, um den relativ langen CEE-Stecker in die Dose zu bekommen. Daran hatte ich nicht gedacht. Sei’s drum. Ein noch großerer Kasten wäre zu klobig. Also bleibt es bei der go-e mit ihren max. 11kW.

go-e Wallbox vor dem Anschlussvor der Endmontage

Und so sieht es aus, als alles fertig montiert und angeschlossen ist:

go-e Wallbox im Schaltschrank angeschlossen und ladend

Die Zuleitung zur go-e haben wir so lang gelassen, damit wir sie ggf. nochmal woanders installieren können. Stört ja im Schaltschrank niemanden.

Update, fertig, los!

Vor der ersten Ladung bringe ich den go-eCharger noch kurz per WLAN ins Internet und aktualisiere die Firmware. Danach kappe ich diese Verbindung wieder, sicher ist sicher. Ich habe auch gar keinen Anwendungsfall, um aus der Ferne per App nachzuschauen, was die Wallbox gerade macht. Denn wenn sie gerade was macht, bin ich ja vor Ort und kann ggf. ihren lokalen Hotspot nutzen, um z. B. die Verbrauchsdaten auszulesen oder die LED-Farben zu variieren, wenn mir danach ist.

Wenn ich nicht lade, schalte ich sowieso die Leitung zur Wallbox ab, Standby-Verbrauch, kennste kennste. Ja, ich weiß: Im Vergleich zum Verbrauch eines E-Autos sind das Nanopeanuts, aber ich kann nicht anders, es geht mir einfach gegen den Strich, Energie sinnlos zu verbraten, wie wenig auch immer.

Eine erste Ladung (siehe Titelbild oben) verläuft ebenso unspektakulär wie erwartbar erfolgreich. Das war übrigens vor 3 Wochen, und seither habe ich noch nicht wieder laden müssen. Dieses Jahr werde ich die erlaubten Kilometer erheblich unterschreiten…

(Das wirft die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Privatverkehrsmittels auf, das praktisch nur herumsteht, während ich monatlich Akkumiete und Leasingrate zahle. Mal sehen, wie sich das weiter in mir entwickelt.)

Amtliches

Bei der KfW reiche ich online alle Rechnungen ein (Wallbox, Schaltschrank, Montagematerial, Elektriker) und harre nun der endgültigen Bestätigung und Auszahlung. Das kann noch ein paar Wochen dauern, ich werde dann hier einen Nachtrag posten.

Die Wallbox muss außerdem beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das kann hier bei Avacon nur der Elektriker über ein entsprechendes Formular, das in einem speziellen Serviceportal hochgeladen werden muss.

Es reicht eine einfache Anmeldung. (Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, diese braucht man erst bei Wallboxen mit Ladeleistungen von mehr als 11kW.) Avacon will noch eine CE-Konformitätserklärung sehen, kann man sich beim Hersteller als PDF herunterladen.

Und Zack! Fertig! Wallbox! 🙂


*) Dieser Link ist ein Werbelink. Ich erhalte eine Provision für alle über diesen Link abgeschlossenen Käufe und Verträge.

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