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Welche Batteriegrösse ist passend für den Microlino?

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Geschrieben

Verwendet werden Lithium-Ionen Batterien mit NMC/NCA Zellchemie wie sie bei vielen anderen E-Autos auch verwendet wird. Den Microlino gibt es in drei Batteriegrössen:

  • 6 kWh (Urban und Dolce Version)
  • 10.5 kWh (Urban, Dolce, Competizione Version)
  • 14 kWh (Dolce und Competizione Version)

Die Dolce Version ist das damit das einzige Modell welches alle drei Batteriegrössen bietet. 

Vielleicht magst du dich nun fragen, welche Batteriegrösse passend für deinen Anwendungsfall ist. Ich versuche dir hier einige Beispiele aus langjähriger Praxis (mit anderen E-Fahrzeugen) zu geben. Wie sind deine Erfahrungen dazu? Welche Batteriekapazität würdest du für welchen Fall empfehlen?

Zuerst ein kleines Vorwort. 

Batterien in E-Autos - Anfangs oft zu klein - heute oftmals zu gross

Viele E-Autos (ZOE, Leaf, e-Golf, BMW i3) die Anfang der 10er Jahre hergestellt wurden, bessassen noch Batterien mit Kapazitäten von 20-30 kWh. Damit waren Strecken ohne Nachladen von 100-150km möglich. Für den Alltag oft genügend, waren für längere Strecken mehrere Nachladungen nötig. Das Thema Reichweite war damit einer der grössten Kritikpunke am E-Auto. 

Und heute? Batteriekapazitäten von 60-100 kWh sind bei vielen neuen Modellen üblich. Sie bieten Reichweiten von 300-400km. Das sind tolle Werte und das Thema Reichweite ist damit vom Tisch. Es lohnt sich jedoch genau zu überlegen, ob eine grosse Batterie auch tatsächlich Sinn ergibt. Ich stelle aktuell fest, dass heute gerne in viel Reichweite investiert wird, ohne dies jedoch wirklich regelmässig zu nutzen. Erfahren konnte ich dies auch selber. Waren die 22 kWh meiner ZOE oftmals etwas einschränkend (vor allem an Wochenendausflügen), so war die Batteriekapazität des darauffolgenden Tesla Model 3 LR mit 75 kWh sehr üppig und selten voll genutzt.

Die richtige Batteriegrösse für deinen Microlino wählen

  • 6 kWh Batterie: Der Microlino verbraucht im Schnitt ca. 7 kWh auf eine Strecke von 100 km. Das ist rund ein Drittel (je nach Fahrzeug etwa die Hälfte) eines e-PKW. das ist ein sehr guter Wert. Mit der 6 kWh Batterie sind damit gemäss Microlino 91 km Reichweite möglich. Im Winter mit Heizung und evtl. kalter Batterie vermutlich auch weniger. Ebenfalls sollte man daran denken, dass eine Batterie oftmals nicht ganz leergefahren wird, d.h. es verbleibt eine Restreichweite. Zwar gewöhnt man sich mit einem E-Auto daran nur noch wenige Restkilometer Reichweite zu haben (sofern am Ziel eine Steckdose verfügbar ist), aber eine Restanzeige von ca. 10% ist ganz angenehm. Heisst dann aber auch, dass die Strecken ca. 80km nicht überschreiten sollten. Auch lohnt es sich die Alterung der Batterie einzubeziehen. Microlino bietet für die Batterie eine Garantie von 6 Jahren. Bis zu welcher Restkapazität diese Garantie gilt, ist mir bislang nicht bekannt. In der Branche üblich sind 70-75%. Obwohl heutige Batterien meist auch nach 6 Jahren von diesem Limit ein gutes Stück entfernt sind, sollte man diesen Aspekt bei längerer Nutzung einberechnen. Mit einer Reduktion von 10% nach drei Jahren ist man wohl auf der sehr sicheren Seite. 

    Fazit: Kombiniert man Alterung, Winter und verbleibende Restkapazität am Ziel, so verbleiben langfristig, falls alle Faktoren zutreffen, eine Reichweite von ca. 60-70km. Für die tägliche Pendlerstrecke und Besorgungen in der näheren Umgebung ist das oftmals ausreichend. Übersteigen die täglichen Strecken diesen Wert, sollte man sich an der grösseren Batterie orientieren. Für gelegentliche Wochenendausflüge ist diese Variante meines Erachtens desshalb nicht zu empfehlen.
     
  • 10.5 kWh Batterie: Ist die tägliche Wegstrecke über 60km und möchte man am Wochenende auch mal Einweg-Strecken von über 100km zurücklegen, dann ist die mittlere Batteriegrösse mit 10.5 kWh eine gute Option. Gemäss Microlino lassen sich damit Reichweiten von bis zu 177 km realisieren. Auch für diese Variante gilt: Batterietemperatur, Alter und Heizung werden die Reichweite reduzieren. Gut 100km sollten aber auch auf lange Sicht und in fast jedem Szenario zu schaffen sein. Hinzu kommt, viele werden wohl bei Strecken von über 100 km auf ein anderes Fahrzeug umsteigen (Zug, PKW). 

    Fazit: Diese Grösse dürfte die Anwendungsfälle der meisten Nutzer (auch auf längere Sicht) komfortabel erfüllen. Auch bei älteren Microlinos dürfte mit dieser Variante noch genügend Kapazität vorhanden sein um attraktiv zu bleiben. 
     
  • 14.5 kWh Batterie
    Wer also braucht die Long Range Batterie mit 14.5 kWh? Ich vermute, dass die verfügbare Reichweite nur von einer kleineren Gruppe wirklich regelmässig genutzt würde. Sie bietet vor allem den Luxus nicht so oft nachladen zu müssen und auch mal längere Ausflüge entspannt angehen zu lassen. Wer neben dem Microlino kein weiteres Auto besitzt, aber trotzdem gerne individuell mal auf Entdeckungstour geht, wird mit der grössten Batterie sicher sehr zufrieden sein. Daher geht meine Empfehlung für diese Batterievariante vor allem an eingefleischte Microlino Fans die gerne auch mal längere Fahrten oder Touren mit dem Microlino unternehmen. 

Welche Batterievariante findest du für welchen Zweck sinnvoll? Gibt es weitere Aspekte die bei dieser Entscheidung relevant sind?
Wie hast du dich entschieden? Ist grösser immer besser?  

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Geschrieben

Eine sehr gute Zusammenfassung, Danke! Ich selber hatte früher einen Ioniq mit 28kwh Batterie und nun einen Ioniq 5 mit 72kwh Batterie. Im Alltag sind mir die 72kwh eigentlich zuviel, ich habe aber einen Vorteil festgestellt. Ich lade immer über Solar soweit es geht und mit einer grösseren Batterie kann man besser "Durststrecken" überbrücken. Mit meiner 28kwh musste ich besonders in der dunklen Jahreszeit oftmals Strom vom Netz beziehen, da der Akku nach ein paar Tagen Regen/Schnee leer war, mit der 72kwh Batterie kam dies seit September nicht einmal vor. Wir sprechen hier jedoch nicht von viel, aber mich nervte es jedes mal wenn ich Strom vom Netz ziehen musste.

 

  • 1 Jahr später...
Geschrieben

Ich fahre nun seit 8 Monaten den Pioneer mit 10.5 Kwh.  Immer nur auf Überlandstrassen, nie die Heizung benützt, selten Regen.... dennoch reicht die Ladung nur für 120 Km im Schnitt.

sobald die Restladung auf unter 20 % fällt, muss man unbedingt wissen wo man den laden kann. Unterr 15% geht der Microlino in den Sparmodus, da wird es einem Bange....

Die Angeben nach der Norm sind ein Witz, was leider aber alle so machen...

Man muss einfach Zeit und Pausen einrechnen sobald man grössere Touren unternehmen will.

Ich habe Z.B für die Teilnahme am 1. Microlinotreffen 3 Tage eingerechnet und zwei mal übernachtet in Meilen. Nach der gemeinsamen Ausfahrt nach Zürich und Rückkehr nach Meilen war der Akku erst um 20.00 Uhr wieder voll. Und Nachts wollte ich nicht nach hause fahren. Die Heimfahrt nützte ich um nie befahrene Gegenden zu besuchen... Hie und da einen Halt um sich die Zeit zu nehmen die Natur und die Schönheit und Vielfalt der Schweiz zu erfreuen....

Wie ihr seht, es ist halt kein Auto, es ist ein "Spass-Fahrzeug" und man sollte realistisch bleiben und es nicht mit herkömmlichen Fahrzeugen vergleichen.

Geniesst das Leben, geniesst die Langsamkeit. Nehmt euch Zeit....

Gruss microlinopioneer

 

 

 

Geschrieben
  • Autor

Danke für den Bericht. Ich kann deine Erfahrungen teilen. Allerdings ist das schon einige Jahre her als ich noch mit dem Twike unterwegs war. Entweder ist es ein Spassmobil oder man kann mit den Einschränkungen oder Vorteilen im Alltag sehr gut leben. 
 

Für das tägliche Pendeln wird die Reichweite in vielen Fällen wohl problemlos reichen. 

Für Touren steht “slow down” im Vordergrund. Aber das kann auch seinen Reiz haben.

Wäre der Microlino mein Zweitfahrzeug würde ich mich für die 10.5 kWh Variante entscheiden. Als alleiniges Fahrzeug im Fuhrpark, für die grosse Batterie-Variante oder, wie es aktuell bei mir der Fall ist, für einen E-Kleinwagen im PKW Segment.

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