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Eindrücke vom neuen Cupra Born und was er kann und was nicht

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Cupra Born Praxistest

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit einen neuen Cupra Born ausführlich für einen Tag zu testen nachdem ich mich recht eingehend mit seiner Technik befasst hatte. Grund: Der Cupra Born gefiel uns (Partnerin und mir) im Showroom recht gut und war damit ein möglicher Kandidat für ein Fahrzeugwechsel. Gerne schildere ich meine Eindrücke hier in der Cupra Born Community. Aktuell fahren wir ein Tesla Model 3 LR und wir könnten uns wohl auch mit einem etwas kompakteren Fahrzeug mit kleinerer Batterie gut anfreunden.
 

Was der Cupra Born gut kann

Fahrkomfort - Was viele Youtuber bereits ausführlich beschrieben, konnten auch wir feststellen. Der Born hat ein sehr ausgewogenes Fahrwerk das Unebenheiten elegant schluckt. Es ist etwas weicher abgestimmt als z.B. im Model 3, aber immer noch angenehm straff. Hinzu kommt eine wirklich gute Geräuschdämmung. Der Lärmpegel im Inneraum ist auch bei höheren Geschwindigkeiten erstaunlich tief. Die Sitze fühlen sich gut an und erlauben eine ermüdungsfreie Fahrt.

Platzangebot - Da als reines Elektroauto konzipiert, bietet der Cupra Born erstaunlich viel Platz an. Vor allem Mitfahrende auf der Rückbank geniessen viel Beinfreiheit. Aber auch der Kofferraum lässt sich sehen. Mit eingesetztem Zwischenboden erreicht man eine fast ebene Fläche.

Reichweite - Auch wenn der Verbrauch noch besser sein könnte, so sind auch mit der 58 kWh Variante bereits längere Strecken möglich. Für die meisten Nutzer wird diese Batteriegrösse gut ausreichend sein. Die noch kommende 77 kWh Variante ist eher etwas für Vielfahrer.

Fahrleistung - Die Mororisierung ist gut bis sehr gut. Da bleiben kaum Wünsche offen. Unzufrieden sind wohl einzig ausgesprochene Fans von sehr schnellen Sportwagen. 

EV-Ausstattung - Der Cupra Born besticht durch eine recht gute EV-spezifische Ausstattung. Das Lademanagement ist recht umfangreich, auch lässt sich ein Ladelimit einstellen. Auch an Bord hat er eine Ladeplanung die entlang der Route Lademöglichkeiten vorschlägt. Dabei werden ähnlich wie bei Tesla auch die Ladeleistung der Säule und die Verweildauer angezeigt. Optional gibt es zudem eine Wärmepumpe die mit ökologischen R744 resp. CO2 funktioniert. Die Heizung arbeitet angenehem, leise und auch Knie/Füssse bleiben gut warm.

Over the Air Updates (OTA) - Das verspricht weniger Werkstattbesuche und ab und an wieder neue oder verbesserte Funktionen. 

Aussehen - Das ist natürlich Geschmackssache. Trotzdem: Der Cupra Born findet v.a. bezüglich äusserem Aussehen guten Anklang. Er wirkt in vielen Bereichen dynamischer als der fast baugleiche ID.3 von Volkswagen. 
 

Was der Cupra Born (noch) nicht so gut kann

Infotainment Anzeige - Das Infotainment System bietet zwar durchaus eine Fülle an Einstellmöglichkeiten, aber beim Anblick des Bildschrirms wird man aufgrund der Display-Auflösung 10 Jahre zurückversetzt. Das ist nicht mehr zeitgemäs und da sollte der Hersteller beim nächsten Facelift dringend nachbessern. Auch ist das Arbeiten mit der Navi-Karte recht zäh resp. die verwendete CPU schlicht zu langsam. Die Menuführung empfand ich nicht sonderlich übersichtlich. Teilweise sind Funktionen eher schwierig zu finden. 

Unbeleuchtete Bedienelemente Klima und Lautstärke - Die Elemente sind unterhalb des Touchscreens nicht beleuchtet. Nachts ist das etwas mühsam.

Bedienknöpfe Lenkrad - Diese sind teils vom Prinzip her durchaus innovativ, da z.B. die Verstellung der Lautsprecher-Lautstärke über eine Art "Streich/Wisch/Slide"-Funktionalität verfügen. Aber es dauerte bei mir eine Weile bis ich dies herausfand. Auch die Verstellung des adaptiven Tempomats wird durch solche Inputs geteuert. Hat man den Dreh raus, funktioniert es ganz gut. Trotzdem empfand ich die Tasten als sagen wir mal - "wenig intuitiv" und bezüglich Tastgefühl auch nicht sonderlich hochwertig.

Wertigkeit Innenausstattung - Grundsätzlich ist alles sehr solide verarbeitet aber vom Design her kommt das Cockpit etwas kantig herüber. Ist aber wohl Geschmackssache. Etwas viel Hartplastik. Das geht noch besser. Trotz sportlicher Cupra-Elemente will da nicht so recht ein dynamisch-sportliches Feeling aufkommen.  

App - Die App stand in der Version 1.0.1 zur Verfügung und da war es nicht verwunderlich, dass diese noch starke verbessert werden kann. Die Verbindungen zum Fahrzeug waren eher langsam, funktionierten aber. Die Funktionen sind momentan noch auf wesentliches beschränkt. Es gibt ein einfaches Lademangement und Einstellungen zur Klimatisierung. 

Lane Centering / Travel Assist - Aktuell gibt es den Born nur mit einem einfachen Spurhalteassistent. Lane Centering oder der "Travel Assist" wie diese Funktion bei VW genannt wird, soll es erst mit dem Pilot XL Paket geben. Gemäss dem Schweizer Importeur wird dieses paket frühestens im mai verfügbar werden. In Deutschland/Österreich dürfte es ähnlich lange dauern.
 

Fazit

Volkswagen/Seat/Cupra hat bei diesem Fahrzeug so einiges richtig gemacht. In dieser Fahrzeugklasse ist es wohl momentan eines der besten Angebote welches auch punkto Verarbeitung und technischen Aspekten überzeugt. Trotzdem bleibt noch etwas Arbeit, insbesondere im Bereich Infotainment und App Anbindung. Auch die Auswahl von Oberflächenmaterialien und Bedienelementen sollte nochmals kritisch hinterfragt werden. An einiges was ich hier bemängelt habe, würde man sich vermutlich gewöhnen. Und einzelne Punkte werden hoffentlich noch durch Software Updates optimiert. Wer sich für das Elektroauto ID.3 oder Cupra Born interessiert, dem empfehle ich eine Probefahrt von mindestens einem Tag um sich ein gesamtheitliches Bild machen zu können. 

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Photo: Heckansicht Cupra Born

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Geschmackssache: Vielen gefällt die Frontansicht des Cupra Born um einiges besser als beim ID.3 (mir auch!)

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Leider hat der Cupra Born kein Frunk. Die Ladekabel müssen also im Kofferraum untergebracht werden. 

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Umfangreiches Infotainment System. Leider etwas schlechte Auflösung und Kartenanzeigen etwas langsam. Die untere Touch-Control Leiste ist nachts nicht beleuchtet. 

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App Ansicht: Die Funktionen sind noch sehr überschaubar. 

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Geschrieben

Danke für den ausführlichen Bericht.

Ein Thema für mich ist Schnee und Bergfahrt. Der Cupra Born hat Heckantrieb wie der ID.3, und ich habe Videoberichten gelesen wo der ID.3 mit Heckantrieb bei Schnee und Bergfahrt deutlich besser is als Frontantrieb. Das ist für mich ein Argument gegen den Toyota bZ4X der in der nicht-Allrad Ausführung Frontantrieb hat. Für mich nicht verständlich.

Meine Interesse geht aber in Richtung Allrad, und eine Grösse von ca. 4.5m oder kleiner. In der Grösse oder kleiner gibt es sehr wenige Allradfahrzeuge. Ich verstehe nicht warum. Allrad lässt sich bei Elektroautos einfacher integrieren als bei nicht-Elektroautos.

Gruss
Jozef 

Geschrieben

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