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Einstellung Drehzahlsensor

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Geschrieben

An meinem TWIKE 160 hatte ich das Problem, dass bei hoher Motortemperatur (also bei der zweiten oder dritten Fahren-Laden-Etappe) das Drehzahlsignal unruhig wurde oder auch ganz ausfiel, insbesondere beim Rekuperieren. Dies kann man daran erkennen, dass die Leuchtdiodenreihe im Display unruhig wurde oder auch ganz nach unten rauschte und verschwand. Habe ich leicht die Fußbremse getreten, kam das Drehzahlsignal wieder. Dies ist ein Problem, mit dem man eigentlich gut leben könnte, denn solche Situationen traten eigentlich nur selten auf. Im Alltag fährt man ja nur eine Batterieladung leer und dann ist wieder Ruhe bis zum nächsten Tag. Dennoch wollte ich dies beim letzten Service kontrollieren lassen.

Gleich nach der Ankunft (wegen des noch warmen Motors) habe ich den Drehzahlsensor überprüfen lassen. Dazu muss man wissen, dass der Drehzahlsensor mit 24 Volt versorgt wird. Sein Ausgangssignal springt zwischen 0 Volt (Low) und 24 Volt (High) in dem Takt, wie die Zähne des Differentials vorbeieilen. Idealerweise ist das Taktverhältnis 50% zu 50%. Man sollte also im Mittel mit einem Messinstrument 12 Volt messen. Noch genauer wäre die Untersuchung mit einem Oszilloskop, was aber im TWIKE-Center nicht vorhanden war.

Erstes Messergebnis: die Spannung betrug im Mittel 18 bis 19 Volt, also viel zu breite High-Anteile und zu schmale Low-Anteile.

Indem der Drehzahlsensor ein wenig herausgeschraubt wurde, konnte 12 Volt eingestellt werden. Allerdings muss dazu der Landert-Motor ausgebaut werden, denn der Drehzahlsensor befindet sich in dem schmalen Zwischenraum zwischen Getriebegehäuse und Batteriekasten, wo man mit keinem Werkzeug hinkommt.

Nach dem Service wollte ich mich auf die Heimreise begeben, drehte aber bereits nach wenigen Metern wieder um. Das TWIKE war praktisch nicht fahrbar.

Also den Motor ein zweites Mal ausgebaut und den Sensor weiter eingeschraubt - nicht soviel wie ursprünglich, aber so dass etwa 15 bis 16 Volt angezeigt wurde.

Die Heimreise war zunächst problemlos, aber nach etwa 40 km begann der Ärger mit dem unruhigen Drehzahlsignal. Die letzen 10 km hatte ich kein Drehzahlsignal beim Rollen oder Rekuperieren und der Tempomat fiel auch leicht aus. Ich konnte das TWIKE nur noch nach Hause bringen, indem ich beschleunigte und dann wieder bis in den Stand ausrollen ließ. Dazu muss man wissen, dass die Steuerung vor einem erneuten Beschleunigen die Ist-Drehzahl misst, um mit der richtigen Ansteuer-Drehzahl wieder einsteigen zu können. Bei ausgefallenem Drehzahlsignal macht es einen Mordsschlag, wenn man erneut beschleunigt: die Steuerung denkt, dass das TWIKE aus dem Stillstand beschleunigt werden soll.

Beim TWIKE-Center war man der Meinung, dass dies nicht an der Einstellung läge, sondern dass der Drehzahlsensor defekt wäre. Dieses mal habe ich mir den neuen Drehzahlsensor nach Hause schicken lassen, denn ich konnte / wollte in diesem Zustand des TWIKE nicht ins TWIKE-Center fahren.

Also Motor ausgebaut, neuen Drehzahlsensor eingebaut, und das Signal akkurat auf 12 Volt eingestellt. Dabei war ich überrascht, wie eng der Einstellbereich des Drehzahlsensors ist. Zwischen dauernd 0 Volt (zu weit weg) und dauernd 24 Volt (zu nahe dran) lag etwa eine Gewindeumdrehung des Drehzahlsensors. Motor wieder eingebaut und Überraschung: nun zeigte sich das Drehzahlsignal beim Rollen und Rekuperieren, aber nicht beim Beschleunigen. Kleiner Trost: die Situation ist angenehmer als vorher: wenn ich das TWIKE ein wenig rollen lasse, bevor ich erneut beschleunige, liegt das Drehzahlsignal wieder vor und die Steuerung steigt korrekt ein. Ich kann mich also "fast" normal im Straßenverkehr bewegen. Ich habe nur keine Tachoanzeige, kein Tempomat, der Kilometerzähler geht nicht und die Reichweitenberechnung ist falsch (ich habe Stromverbrauch und bin angeblich keinen Meter weitergekommen).

Nächster Schritt: parallel zur Steuerung habe ich ein Messinstrument angeklemmt, um das Signal in verschiedenen Fahrsituationen zu beobachten. Ergebnis:

- Beim Beschleunigen 0 Volt, bei wärmerem Motor gelegentlich bis zu 3 Volt.

- Beim Rollen etwa 12 Volt.

- Beim Rekuperieren etwa 13 bis 14 Volt.

Ich schließe daraus, dass das Differential axiales Spiel hat und beim Rekuperieren näher an den Sensor heranrückt und beim Beschleunigen davon wegrückt. Dies erklärt auch, warum ich in der ursprünglichen Situation das Signal mit der Fußbremse wieder holen konnte: der Schub war dadurch vom Differential genommen, so dass es eine andere Lage einnahm. Ach - hätte ich nur noch die Situation wie damals ... Aber wie heißt es: wenn es dem Esel zu wohl wird, ... Oder: never touch a running system. Nun habe ich die Kosten für eine erfolglose Reparatur und einen neuen Drehzahlsensor am Hals und das TWIKE ist weniger nutzbar als zuvor.

Ich habe FINE-Mobile die Situation geschildert und sie geben mir in meinen Überlegungen zum Drehzahlsignal recht. Als Konsequenz empfehlen sie eine Getriebereparatur. Also den bereits unnütz entstandenen Kosten noch weiteres Geld hinterherwerfen.

Ich werde nun versuchen, den Drehzahlsensor ein wenig weiter hineinzuschrauben. Vielleicht finde ich einen Arbeitspunkt, wo ich in allen Lastsituationen und bei allen Motortemperaturen ein Drehzahlsignal habe. Blöd ist nur, dass man jedesmal den Motor ausbauen muss (einige Stunden Arbeit), den Drehzahlsensor blind verstellen muss, den Motor wieder einbauen muss und dann unter wechselnden Lasten testen muss.

Meine Fragen an euch: Kennt ihr das Problem? Nach welchen Kriterien stellt ihr ein? Wie könnte man die Einstellung erleichtern (evtl. ohne Motor-Ausbau)?

Leicht verzweifelte Grüße, Roland + TW160

Geschrieben

Hallo Roland

Das ist ja wirklich eine mühsame Geschichte mit deinem Drehzahlgeber. Probleme in dieser Art habe ich bisher nicht gehabt. Da mir aber kürzlich mein Motor durchgebrannt ist habe ich das Ding momentan ausgebaut. dabei revidiere ich auch gleich das Getriebe und mache ein paar Modifikationen damit das Ding endlich dicht bleibt. Von Heinz habe ich die Empfehlung bekommen den Drehzahlsensor nach oben zu versetzen. D.h. Das Loch in dem er steckt wird mit einer Schraube verschlossen, und stattdessen wird oben ca. 6.7 cm hinter dem Öleinfüllstutzen ein Loch gebohrt und das Gewinde für den Drehzahlsensor eingeschnitten. Wenn Du jetzt in der Karosse über dem Getriebe ein Loch schneidest kannst Du den Sensor von oben einstellen ohne den Motor auszubauen. Das Loch gleich gross gemacht wie beim Öleinfüllstutzen ermöglicht die Verwendung eines gleichen Deckels. Ich werde jedenfalls den Rat befolgen und den Sensor nach oben setzen.

Wenn Du das Getriebe draussen hast kannst Du ja auch die Lager tauschen. Dann sollte das Spiel wieder weg und der Drehzahlsensor wieder definitiv einzustellen sein.

 

Beim Landert Motor sind folgende Lager verarbeitet worden:

Motorenlager: 2St. 6004-2RS / Zwischenwelle: 2St. 6003-2RS und am Differentialkorb ist links ein 6007-2RS und rechts ein leider offenes 16007 Rillenlager eingesetzt. Normalerweise müssen diese beiden grossen und langsam laufenden Lager aber nicht ersetzt werden. Da Du dort aber Spiel vermutest solltest Du sie evtl. doch ersetzen.

 

Ich hoffe Dir nutzt das was

 

Gruss vom Greifensee (CH)

 

Dirk + TW 423 momentan ein Tretauto

Geschrieben

Hallo Roland,

 

ich hatte schon zweimal einen defekten Sensor. Ich stelle den Sensor aber bei eingebautem Motor ein.

Ich habe TW514, das sollte der gleiche Motor sein. Ich kann mit der Hand oben an den Sensor kommen und

verstellen. Nur die Kontermutter stellt ein kleines Problem dar. Wenn die nicht zu fest ist, geht es aber.

 

Ansonsten kann man bei ausgebautem Getriebe auch gut einstellen. Messgerät und 12V anschließen und ganz langsam drehen.

Dabei findet man recht schnell 50% an und 50% aus heraus.

Es geht auch ohne Messgerät, da auf dem Sensor eine LED sitzt.

 

MfG,

 

Matthias TW514

Geschrieben

Hallo Roland,

 

das testen bei ausgebautem Motor geht einfach, wenn man den Motor neben das Twike legt und Motor und den Geber anklemmt ...

 

Ich habe dem Motor auch schon hinten abgekippt um an den Drehgeber zu kommen.

Auf der Beifahrerseite liegt der Motor ja auf dem Stabi auf.

Am Getriebe habe ich einen Kabelbinder um Stabi und Zuganker des Motors gezogen.

Damit stellt sich die Einheit beim ablassen nicht schräg. Mit einem Wagenheber kann man dann das Getriebe hinten langsam herunterlassen.

Für Einstellungen am eingebauten Getriebe habe ich mir einen Rohrsteckschlüssel modifiziert. 2 der Seckskantflächen weggeschnitten und einen Schlitz für das Kabel eingeflext. Da man nur wenig nachjustieren muss, reicht das.

 

Lagerwechsel am Getriebe ist normalerweise eine Sache von ca. 2 Stunden - wenn kein Gewinde defekt ist. Dazu kommt noch aus- und einbauen des Motors.

 

Gruß

Heinz-Peter

TW081

 

Geschrieben

Hallo zusammen und vielen Dank für die Ratschläge.

 

"Ich kann mit der Hand oben an den Sensor kommen und verstellen. Nur die Kontermutter stellt ein kleines Problem dar."

Ja - die Kontermuttern habe ich natürlich bei ausgebautem Motor sehr sorgfältig festgezogen. Da geht per Hand nichts mehr.

Aber wisst ihr, warum der Sensor zwei Muttern hat? Eigentlich müsste doch bereits eine Mutter genügen, um die Spannung gegenüber dem Gewinde im Getriebegehäuse aufzubauen. Dann könnte man vielleicht auch im eingebauten Zustand etwas bewirken.

 

"Es geht auch ohne Messgerät, da auf dem Sensor eine LED sitzt."

Leider gibt es beim neuen Sensor keine LED mehr. Aber ich könnte ja auch den alten Sensor mit LED einbauen; er war ja schließlich nicht defekt.

 

"Wenn Du das Getriebe draussen hast kannst Du ja auch die Lager tauschen."

Das scheint wirklich das Problem an der Wurzel zu lösen. So wie du schreibst, ist das wohl nicht zuviel Aufwand.

 

"Von Heinz habe ich die Empfehlung bekommen den Drehzahlsensor nach oben zu versetzen."

Dies scheint mir doch ein bisschen viel Aufwand zu sein. Schließlich funktionierte der alte Sensor (einigermaßen) 14 Jahre lang und würde auch heute noch funktionieren, wenn ich nicht... Ich hoffe, dass ich - wenn alles funktioniert - so bald nicht mehr dran muss.

 

"Für Einstellungen am eingebauten Getriebe habe ich mir einen Rohrsteckschlüssel modifiziert. 2 der Seckskantflächen weggeschnitten und einen Schlitz für das Kabel eingeflext."

Ja, das habe ich mir auch überlegt. Wenn ich vor dem Treffen "Rund um den Hohenstaufen" nicht mehr dazukomme, würde ich dich um eine Leihgabe bitte.

 

"das testen bei ausgebautem Motor geht einfach, wenn man den Motor neben das Twike legt und Motor und den Geber anklemmt".

Klar, das habe ich ja so gemacht. Das gibt aber bestenfalls die Situation beim Rollen wieder. Unter Last und Schub sieht es ganz anders aus. Ich habe nun vor, bei ausgebauten Achswellen und langsam laufendem Motor mal von rechts und links mit einem Rohr oder dergleichen auf Achswellenkupplungen zu drücken und dabei das Signal zu beobachten. Die Frage ist, ob sich dabei auch der Differentialkorb verschiebt.

 

Ich werde wieder berichten...

Und ich hoffe, ich kann zum Hohenstaufen kommen. Ist ja schon am übernächsten Wochenende...

 

Liebe Grüße, Roland + TW160

Geschrieben

Hallo Roland,

 

Ich habe ein neues Twike (890) und hatte das Problem bis jetzt einmal. Dies nachdem ich über Nacht bis ca. 80% geladen habe, dann ca. 40km gefahren bin, mit 10A nachgeladen habe und dann den Albula Pass hoch bin. Das Twike war dabei voll beladen mit 2 Personen und Gepäck. Zudem war es angenehm warm und Sommer...

Kurs vor der Passhöhe hatte ich dann den Aussetzer. Beim Einschalten des Tempomat bockte es und das Twike kam abrupt zum Stillstand. Nach etwas Pause und Rätseln fuhren wir wieder weiter und es funktionierte alles wieder normal (aber etwas unangenehm war es schon denn ich wusste damals noch nicht woran es lag...)

Kurz die Servicestelle angerufen und den Drehzahlgeber überprüft. Sass alles soweit fest. Seither hatte ich das Problem nie mehr...

 

Denke aber das es unter Extrembelastungen evtl. schon mal wieder passieren könnte. Also eine Pause einlegen tut immer gut :)

 

Beste Grüsse

Stefan

 

 

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Geschrieben

Hallo Roland

Das Getriebe zu revidieren ist eigentlich recht einfach. sobald Du den Deckel aufgeschraubt hast ist das Gröbste schon gemacht. DIe Überwindung ist schon alles.

 

Wegen der beiden Muttern auf dem Drehzahlsensor: Diese dienen dazu die einmal gefundene richtige Einstellung zu fixieren. Dazu wird der Sensor mit der ersten Mutter auf dem Getriebe fixiert sobald die Einstellung korrekt ist, und mit der 2. Mutter wird die 1. Mutter auf dem Sensor gekontert. (1. Mutter mit Gabelschlüssel festhalten, und 2. Mutter mit 2. Gabelschlüssel an der 1. Mutter festziehen) Dadurch können sich die Muttern nicht mehr verstellen und die Einstellung bleibt erhalten. Damit ist der Abstand vom Sensor Ende bis zu den Muttern gemeint. Bei der erneuten Demontage des Sensors müssen natürlich die Muttern auf dem Sensor fixiert bleiben. Sie dürfen nicht gelockert werden da die Einstellung dann wieder verloren geht. Mit den gekonterten Muttern kann der Sensor wie eine Schraube aus dem Getriebe heraus und wieder herein geschraubt werden. Die zuvor fixierte Einstellung ist dann wieder erreicht wenn die gekonterten Muttern am Getriebegehäuse anstehen.

 

Das mit dem Loch Bohren und den Sensor nach oben versetzen geht natürlich nur wenn das Getriebe ausgeräumt ist und das leere Gehäuse bearbeitet werden kann. Dann ein Loch bohren und ein Gewinde ins Aluminium schneiden ist wirklich keine Sache.

 

Gruss aus der Schweiz

 

Dirk + TW 423

 

Geschrieben

Hallo zusammen,

TWIKE 160 fährt wieder. Ich wollte es unbedingt für die Fahrt "Rund um den Hohenstaufen" parat haben und habe deswegen das Getriebe nicht repariert, sondern eine Einstellung des Drehzahlsensor gesucht, die in allen Lastsituationen ein von der Elektronik verwertbares Signal liefert. Der Drehzahlsensor ist nun noch etwa um 20° weiter hineingedreht - also minimal näher am Zahnrad.

Bei ausgebautem Motor liegt das Signal bei knapp 15 Volt.

Nachdem der Motor und die Achswellen verbaut waren, aber das TWIKE immer noch aufgebockt, waren es 13 - 14 Volt.

Beim Beschleunigen liegt die Spannung zwischen 3 Volt und 13 Volt - je nach Last. Durch Mittreten kann man die Signalspannung um fast 1 Volt anheben.

Beim Rollen sind es etwa 14 - 15 Volt

und beim Rekuperieren 16 - 17 V.

Ich habe also in allen Situationen ein Signal und Tempomat und Bremstempomat lassen sich stets einsetzen. Nun wird die Fahrt rund um den Hohenstaufen zeigen, ob die Einstellung auch bei höheren Motortemperaturen Bestand hat.

Nochmals vielen Dank für Eure Ratschläge,

Roland + TWIKE 160

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