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Besuch bei e.GO Mobile in Aachen


Stefan

433 Aufrufe

Im August 2021 - Kleinstwagen wie den e.GO Life finde ich eine spannend Idee, speziell wenn diese elektrisch angetrieben sind. Anders als bei grossen Fahrzeugen stellt sich bei den Kompakten immer die Frage: Was kann das Fahrzeug und reicht es womöglich für meine Ansprüche der elektrischen Mobilität? Schon früh wurde ich deshalb auf den e.GO Life aufmerksam. Als dann 2017 die ersten Prototypen im Pop-Up Store in Aachen zu besichtigen waren, war es mir die Reise wert.

Seit meinem letzten Besuch bei e.GO Mobile sind inzwischen 4 Jahre vergangen. Knapp 700 Fahrzeuge konnten bisher den Besitzern übergeben werden bevor ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden musste. Neue Investoren ermöglichten jedoch einen Neustart und der e.GO Life wird wieder produziert. Höchste Zeit also, für einen Werkbesuch mit Probefahrt!

Die Anfahrt (750km) nehme ich im Tesla Model 3 in Angriff. Aufgrund der grossen Unwettter in der Region gab es noch die eine oder andere extra Schlaufe zu fahren. Am späteren Abend treffe ich in Aachen ein und beziehe ein Zimmer in einem Hotel. So bin ich dann fit und munter für den Besuch am Folgetag.

Einige Minuten vor dem vereinbarten Besuchstermin melde ich mich am Tor vor dem Werk an. Die Person beim Empfang begrüsst mich freundlich und und ich schaue mich bis zum vereinbarten Besuchstermin noch etwas in der Empfangshalle um. Da gibt es bereits viel zu sehen. Zwei funkelnde e.GO Life stehen für Probefahrten bereit. Ich inspiziere die Fahrzeug etwas genauer. Die Fertigungsqualität scheint mir sehr hochwertig. Kein Vergleich mit den Fahrzeugen die ich noch vor ein paar Jahren gesehen habe. Die Spaltmasse sind zwar etwas grösser als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Blechverkleidung. Aber die Masse sind sehr gleichmässig und sauber.

Ebenfalls im Showroom befindet sich ein aufgeschnittenes Fahrzeug. Es gibt einen detaillierten Blick in das Innenleben des e.GO Life preis. Das Chassis gibt mir den Eindruck von Solidität und Langlebigkeit. Gleiches gilt für die Kunststoff Aussenhaut des Life. Rempler, Kratzer und was sonst noch so alles im Alltag der Karosserie schaden könnte, dürfte der Life problemlos wegsteckenn. Ein grosser Pluspunkt an diesem Wagen. Gerne erinnere ich mich an meine Zeit mit dem Think City zurück. Auch der hatte einen Aluminium Spaceframe mit Kunststoffaussenhaut. Flugrost usw. alles kein Thema, die Autowäsche entfiel fast komplett!

Rundgang in Werk 1

Pünktlich um 14 Uhr werde ich von Frau Kuttig von Public Relations abgeholt. Wir unterhalten uns über die Konstruktion des e.GO Life und wechseln dann in die Produktionshallen dessen Eingang sich gleich hinter dem Showroom befindet. Für die Tour stösst ebenfalls noch Vertriebsleiter Dr. Matthias Kreimeier zu uns. Mir fällt die helle und saubere Arbeitsumgebung auf. Alles hat seinen Platz und ist sauber geordnet. Vorbei an der Montageplätzen gehen wir zuerst in die Halle mit den angelieferten Fahrzeugkomponenten. Türen, Bleche, Achsen, Räder...alles ist bereitgestellt und wartet nur darauf moniert zu werden. Die Antriebsbatterien werden gesondert in einem feuersicheren Raum aufbewahrt, erklären mir meine «Tour-Guides». Wir wechseln wieder zurück in die Montagehalle wo gerade einzelne e.GO Life montiert werden. Bis Ende des Jahres ist es möglich noch bis zu 500 Fahrzeuge zu fertigen, und danach soll die Kapazität stetig ausgebaut werden. Maximal kann im Werk mit bis zu drei Schichten gearbeitet werden.

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Wir setzen unsere Tour durch die Halle fort. Mitarbeiter von Montagestationen grüssen auf dem Durchgang freundlich. Ein e.GO Life verlässt gerade die Montagestation und wird per AGV (AGV=Automated Guided Vehicle) an die nächste Station gefahren. Ohne Fließband sind in der flexiblen Fertigung unterschiedliche Derivate in der Linie möglich. Ich bin beeindruckt!

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Die Probefahrt

Am Ende der «Factory Tour» angelangt steht die Probefahrt an. Bevor es los geht, mache ich den Sitztest auf der zweiten Sitzreihe. Das Einsteigen ist für meine 1.85m erstaunlich einfach. «Innen ist er grösser als aussen», meint Vertriebsleiter Dr. Matthias Kreimeier mit einem Zwinkern. Eine Fahrt auf einem der Rücksitze ist also durchaus möglich, solange diese zeitlich im Rahmen bleibt. Das macht den e.GO Life zu einem vollwertigen 4-Sitzer.

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Das Einstellen der Bedienelemente ist einfach und intuitiv gelöst und schon geht es los. Der e.GO Life steuert sich einfach, leicht und fast geräuschlos durch die Strassen. Meine Begleiter lotsen mich durch die Stadt und ich merke, wie handlich sich das Fahrzeug anfühlt. Zwei Dinge die mir dabei auffallen sind die leichtgängige Servolenkung (unabhängig von der Geschwindigkeit) und ein Strompedal das auch unruhige Fussbewegungen verzeiht. Letzteres fühlt sich dadurch gleichzeitig aber auch etwas schwammig an. Allerdings ist hier anzufügen, dass ich gerade eine längere Strecke in einem Tesla gefahren bin und dies somit diese Eindrücke wohl verstärkt hat. Insgesamt jedoch eine tolles, einfach zu fahrendes Elektroauto mit dem man in der Stadt oder Agglo über die typischen Tagesdistanzen viel Freude haben kann.

Der e.GO Life – mein neues Elektroauto?

Vielleicht! Würden sich meine Mobilitätsbedürfnisse mit dem gebotenen Leistungen des Fahrzeuges abdecken, so hätte ich wirklich Lust den «Life» zu fahren. Da unser Haushalt jedoch kein Zweitfahrzug benötigt und wir auch längere Distanzen mit dem PKW absolvieren, ist der Life momentan keine Option. Wer jedoch per PKW oft in städtischen Gebieten unterwegs ist und wem die Reichweite des Fahrzeuges genügt, erhält mit dem e.GO Life ein innovatives, langlebiges und robustest Elektrofahrzeug.

Hast du ebenfalls schon eine Probefahrt gemacht?
Wenn ja, wie waren deine Eindrücke?

Nutze die Kommentarspalte oder schreibe einen Beitrag in der e.GO Life Comunity auf unser Website!
 

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9 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Gast Rolf Krieger

Geschrieben

Erstaunlich, dass man bei Produktionsstart sogar schon die Langlebigkeit attestieren kann!

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Gast Wolliballa

Geschrieben

Was nicht drin ist , kann nicht kaputtgehen.

Karosserie und Chassis dürften z.B. mehrere Batterietausch Zyklen überleben.  Und die Profisitze sind für mind. 350000 km gut.

 

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vor 12 Stunden schrieb Gast Rolf Krieger:

Erstaunlich, dass man bei Produktionsstart sogar schon die Langlebigkeit attestieren kann!

Aufgrund der Bauweise und Materialwahl kann man die voraussichtliche Haltbarkeit eines Produktes berechnen. Beim e.GO Life darf man annehmen, dass Chassis und Aussenhaut sehr langlebig sind. Ob sich dies bestätigt sieht man allerdings erst nach X Jahren.

Problematischer sind im Allgemeinen wohl eher die elektronischen Komponenten. Wie langlebig diese auch im Life sind, wird sich zeigen. 

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Gast Schöner Artikel !

Geschrieben

Liest sich gut, der Bericht - aber etwas Info darüber, wo e.GO jetzt so hinwill, was man an Produktion plant und wie man sich das mit den Kooperationen mit Griechenland und Mexiko vorstellt, hätte ich mir schon erhofft.

Und im Übrigen: Schweiz - Aachen mit dem Tesla ist gewiss besser als mit dem Verbrenner, aber nimmt man für solche Strecken nicht doch besser die Bahn ? Auf der Strecke von Köln bis Aachen kann man da sogar TGV fahren .... kurz, aber beeindruckend !

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Gast a propos "Kleinstwagen"

Geschrieben

...über den "Kleinstwagen" bin ich dann doch auch noch gestolpert - der e.GO life ist zwar schon recht kompakt, aber in natura doch 1/4 größer als er immer auf den Bildern aussieht, schon ein ganz schönes Pummelchen ! Vor allem hoch und breit, das ist fast schon ein quadratischer Querschnitt 😉 

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vor 8 Stunden schrieb Gast Schöner Artikel !:

Liest sich gut, der Bericht...

Danke für die Rückmeldung! Bezüglich mehr Infos: Ja das wäre natürlich interessant. Habe aber Verständnis wenn man sich nicht allzu sehr in die Karten schauen lassen möchte. Mein Eindruck ist: verstärktes Marketing (weniger technisch dafür mehr Emotionen) und damit Erhöhung des Absatzes/Produktion.

Die Bahn wäre die nachhaltigere Variante gewesen, keine Frage. Als EV Enthusiast wollte ich den Tesla aber dann doch wieder mal auf Langstrecke schicken. Genau dafür ist er gemacht und das Laden am Supercharger könnte nicht einfacher/schneller sein. 

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Apropos "Kleinstwagen": Danke für den Kommentar. Er ist tatsächlich sehr kompakt. Aber es ist schon richtig, man könnte das Fahrzeug in einigen Details noch bescheidener, schlanker gestalten. So z.B. braucht es grundsätzlich auch keine derart breiten Reifen bei einem solchen Fahrzeug. Mir wurde erklärt, dass diese optischen Elemente bewusst eingesetzt wurden. Dies gibt optisch mehr und passt zum "spritzigen" Antritt usw. Ist natürlich Geschmackssache, für mich jedoch nachvollziehbar.

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Guter Bericht, danke. Habe die Firma nicht gekannt, ist aber grundsätzlich interessant.

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Hallo zusammen, 

eGO baut gerade neue Fabrik in Bulgarien  für 140 Millionen ab Mitte 2023 sollte fertig sein und 

30000 pkw  im Jahr spucken sollte. 3 Modelle sollte produziert werden ein davon Mini SUV 

Grüße Biser 

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Gast
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