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Warum sind die Preise für das öffentliche Laden so hoch und was kann man dagegen tun?

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Wer kennt es nicht, du stehst in einer dir fremden Stadt und deine Mitfahrer:innen ändern deinen "Ladeplan". Essen, Toilette, Shopping - du weißt schon...Du musst also so mal auf die Schnelle zur nächsten Ladesäule. Der Preis/kWh ist dir in diesem Moment egal, denn Hausfrieden steht auf dem Spiel.
Um die Ecke gibt es einen neuen, schönen HPC, aber du hast die Karte dieses Anbieters leider nicht, und Ad-Hoc laden ist zwar möglich, aber auch nicht günstig. Zähneknirschend steckst du an und bezahlst die 0.89 ct/kWh*...Anstelle der 0.59 ct/kWh* die du an deiner ausgesuchten Stelle bezahlt hättest...
* = fiktive Preise

Du fragst dich einmal mehr, wieso ist so etwas möglich? Warum diese riesigen Preisunterschiede? werde ich hier abgezockt?

Das Grundübel liegt im Verhältnis bzw. Konstellation von CPOs (Charge Point Operators) und MSPs (Mobility Service Provider).

Ein Beispiel mit fiktiven Namen:
Ein typischer CPO ist z.B. ein Stadtwerk. Ein typischer MSP z.B Anycharge. Wenn nun Anycharge damit wirbt, dass die kWh deutschlandweit 0.62ct kostet, kann der CPO dem MSP Anycharge Preise von über 0.62ct verrechnen, z.B. 79ct. Anycharge wird also drauflegen müssen, sofern sie das Ladenetz deswegen nicht verkleinern oder Kunden verlieren wollen. Irgendwann wird aber der MSP Anycharge die Preise erhöhen müssen um profitabel zu bleiben und das Spiel geht von vorne los...
Der Verlierer ist der Kunde der viel zu hohe Preis bezahlt.

Allerdings steht dies Konzept auf unsicheren Füssen. DCS (Digital Charging Solutions), dessen Anteilseigner BMW, Mercedes-Benz und BP sind, hat nun aber EWE Go verklagt. Grund: Diskriminierung. Denn EWE Go bietet über seine Ladekarte die kWh für 52cts an, verkauft diese aber an DCS für einen B2B-Preis der noch über den EWE Go Ad-hoch Preis von 0.79 cts liegt. Dies ist gemäß AFIR, also der EU-Verordnung rund um den Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe – dazu zählen auch Ladesäulen – nicht zulässig. Dort heißt es: „Die Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte dürfen durch die berechneten Preise nicht zwischen Endnutzern und Mobilitätsdienstleistern oder zwischen verschiedenen Mobilitätsdienstleistern diskriminieren. Eine Differenzierung des Preisniveaus darf allerdings stattfinden, jedoch nur, wenn die Differenzierung verhältnismäßig und objektiv gerechtfertigt ist.“

Das Urteil dürfte eine Signalwirkung auf die Branche haben.

Was kann man für das allgemeine Preischaos aber schon heute machen? Und wie machst du das? Ich bin gespannt auf deine Tipps.

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