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Umrichter: Motoren Anschluss am IGBT durchgebrannt. Empfehle allen die Kontrolle der Stecker!

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Geschrieben

Hallo Leute

Ich habe auch mal wieder was zu erzählen.

Am 31.12. zum Jahresabschluss ist bei schneller Fahrt auf der Autobahn mein Twike plötzlich ausgegangen (Fehlermeldung Überspannung).

während dem automatischen Neustart des Umrichters bin ich langsamer werdend weiter gerollt, und wollte die Fahrt nach dem Neustart eigentlich fortsetzen, konnte aber nicht mehr beschleunigen. Das Tempo inzwischen nur noch 60 Km/h konnte ich auf Stufe 1 noch knapp halten, weshalb ich bei der kurz darauf kommenden Ausfahrt gleich runter von der Bahn bin. Ohne Anhalten konnte ich noch die 4 km bis zur Firma fahren, durfte aber an der Beschleunigung nichts mehr verändern.

In der Firma musste ich es auf mein Parkfeld schieben, da ich nicht mehr anfahren konnte. Der Motor hat furchtbar getan und gebockt.

Ich habe vermutet das mir eine Motorenwicklung durchgebrannt ist.

Der TCS hat dann mein Twike und mich nach dem Mittag nach Hause gebracht. Mich hat es schon genervt den Motor über die Feiertage austauschen zu müssen.

Gott sei Dank habe ich noch einen revidierten Motor in Reserve, aber die Arbeit hat mir doch gestunken.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Defekt im Wechselrichter gewesen, Powerboard oder so, wobei ich hoffte das es das nicht ist. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl das der Wechselrichter bei hohen Belastungen lauter Pfeift wie gewöhnlich. Normal hört man den ja ein bisschen Summen bzw. leise Pfeifen.

Beim Motorentausch müssen ja als erstes die Anschlusskabel vom Motor im Wechselrichter abgenommen werden.

Als ich den Wechselrichter Deckel abgenommen habe, konnte ich einen leichten Schmor Geruch wahrnehmen, weshalb ich mich dazu entschlossen habe dem zuerst nachzugehen.

Die oben liegende Steuerplatine und das darunter befindliche Abschirmblech entfernt, konnte ich die Übeltäter gleich sehen.

Nicht der Motor war defekt, sondern die Anschlusskabel am IGBT waren angeschmort und eines durchgebrannt. Ich habe praktisch alles am Wechselrichter und AK Print für 25A Betrieb verstärkt oder erneuert. Nur die Kabelstecker am IGBT (=Motor Anschluss) hatte ich nie überprüft. Nach 15 Jahren heiss werden, abkühlen und wieder heiss werden, gibt auch schon mal die beste Crimpung auf. Diese 3 Kabel habe ich durch etwas stärkere Litzen mit Radox Isolation und zusätzlich mit etwas grösseren Steckkontakten ausgestattet, ersetzt.

Allen Vollgas Fahrern wie Ich, die nicht auch auf der Autobahn stehen bleiben wollen empfehle ich diese Anschlüsse zu überprüfen, und evtl. zu erneuern.

Ich habe gestaunt das mein IGBT das mitgemacht hat da ich ja noch weitergefahren bin. Das Ding scheint recht robust zu sein.

Die Reparatur hat incl. der Kabel Anfertigung 1 1/2 Stunden gedauert und meinTwike rennt wieder, und ich bilde mir ein das die Motoren Ansteuerung nicht mehr so ruppig anspricht wie früher. Der Wechselrichter pfeift auch wieder leiser.

 

Schönen Gruss vom Greifensee

 

Dirk + TW 423

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

da bin ich mal froh, dass Du nicht schonwieder einen Motor frittiert hast ;-)

 

Die IGBT-Anschlüsse hat es mir auch beinahe abgebrutzelt. Ich habe es rein zufällig gemerkt, weil ich die notorisch schwächelnden Kondensatoren auf dem PowerBoard austauschen wollte, und dabei ist mir die abgeschmolzene Isolation der IGBT-Kabel aufgefallen. Alles neu und mehr Querschnitt soweit kein Thema, aber die Winkelstecker sind ein Ärgernis, denn die Mistdinger lassen sich nicht mit einer normalen Zange crimpen. Drum hab ich meine schliesslich gelötet. Seither ist Ruhe im Stall.

 

 

Gruss von der anderen Seite des Greifensees,

Florian + TW415

Geschrieben

Hallo Florian

 

Und ich erst mal. Den Motor tauschen hätte auch länger aufgehalten. Besten Dank für den geliehenen Motorträger, aber den habe ich ja nun doch nicht benötigt.

Wenn es dir passt bring ich den am Samstag wieder retour.

 

Die Winkelstecker hatte ich nicht zur Hand. ich habe gerade Flachstecker verwendet und dann nach vorne und nicht seitlich abgewinkelt.

Mit professioneller Zange vorher sauber gekrimpt , nachher die Isolation entfernt und alles zusätzlich verlötet. Das Ganze am Ende mit 2x Schrumpfschlauch isoliert. Die Kabel gehen jetzt halt nach vorne und hinten weg, aber das ist wohl gleich. Ich habe alle 3 gleich lang gemacht und halt mehr oder weniger grosse Bögen verlegt.

 

Meine Zwischenkreis Kondensatoren habe ich bei der grossen Revision vor 2 Jahren auch ersetzt. Das waren die einzigen Teile die nicht bei Distrelek direkt bestellt werden konnten. Ich habe zwar welche bekommen aber die waren etwas höher und sind nicht rein gegangen. Ralph hat mir dann die richtigen gesendet. Die Reku Widerstände habe ich damals gleich mit Kühlkörperchen versehen und die Anschlüsse verstärkt. Bisher halten Sie durch.

 

Gruss Dirk + TW 423

 

 

 

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Hallo zusammen,

 

sieht so aus, als wäre in der Richtung heute bei mir auch was kaputt gegangen :cry:. Ich war am Nachmittag recht zügig mit 70 km/h auf der Autobahn 50 km gefahren und hab zunächst nichts bemerkt. Auf der Rückfahrt auf den ersten 500m auch noch nicht, dann plötzlich ein komisches Gefühl beim rekuperieren, ein viel rauheres Bremsen als sonst... An der Roten Ampel wollte er dann auch kaum mehr anfahren (wie oben beschrieben, bockte das Twike ganz fürchterlich rum). Nur mit gaaanz viel Fingerspitzengefühl (und teilweise Anschieben) kam das Twike wieder ins Rollen. Wenn es einmal fuhr, konnte ich ganz passabel mit dem Tempomat fahren (wenn es sich auch komisch anhörte und -fühlte), es durften nur keine roten Ampeln kommen. Zum Schluß bin ich sogar über einige rote Ampeln gefahren da es spät abends war, kein Blitzer und keine Autos in Sicht.

 

Meine Frage an Euch: in welchem Zustand kann ich es riskieren, den Wandler zu öffnen? Reicht der ausgeschaltete Notaus um das Teil spannungslos zu machen? Schließlich will ich nicht an 350V hängen... ich habe durchaus Elektronik-Kenntnisse, traue mir die besschriebene Reparatur zu und hatte auch schon vermutet, dass mir beim Fahren (und Bremsen) eine Phase fehlt. Ausserdem gab es öfters Aussetzer (wg.

Fehlerstrom), teils auf einer Kreuzung :bang:.

 

Ich hoffe nur, ich muss deswegen nicht zum Service, denn da müsste ich mir einen Transporter leihen.

 

Viele TWIKE Grüße aus Mainz

Gregor

Geschrieben

Hallo Gregor

 

Durch den Notaus erreichst Du keine Spannungs losigkeit. Ziehe die Batterie Kabel am Anschlusskasten ab. Je nach Akku bis zu 3x Stecker 1000 an den Anschlüssen X17 / X18 / X19.

Nur wenn diese Kabel abgezogen sind und Du ein paar Minuten gewartet hast bis die Kondensatoren entladen sind bekommst Du das Twike spannungsfrei.

 

René und ich haben zwar heute auch den Motor am Wechselrichter weggenommen ohne die Kabel zu entfernen, Wohl war es mir dabei aber nicht. Die Gefahr den Wechselrichter zu beschädigen weil man irgend was blödes überbrückt ha ist auch so ein Thema.

 

Wenn Deine Steckanschlüsse am IGBT in Ordnung sind überprüfe die Verbindung des Motoren Kabels mit den Wicklungen im Motorgehäuse. Diese Verbindungen sind mit Hülsen verpresst und können sich ebenfalls lösen.

 

Gutes gelingen.

 

Gruss Dirk

 

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

vielen Dank für die Info :). Ich habe mich jetzt doch dazu entschieden, nicht selbst Hand anzulegen, sondern den Fehler vom TC in Leun beheben zu lassen, da es ggf. ein Garantiefall ist und ich doch recht viel Respekt vor über 300V DC habe.

 

Allerdings hat sich der Fehler heute gar nicht mehr gezeigt. Das Twike fuhr wieder ganz normal und kam ohne Anschieben aus der Tiefgarage raus. Ich hoffe, die finden den Fehler trotzdem...

 

Viele TWIKE Grüße aus Mainz

Gregor

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

Hallo zusammen,

 

inzwischen war ich beim TC in Leun, aber da war der Fehler nicht mehr aufgetreten :(! Daher konnten sie ihn dort nicht direkt beheben, sondern nur die Kabel und den Motor etc. kontrollieren. Sah alles OK aus. Auch eine längere Probefahrt konnte den Fehler nicht provozieren :o.

 

Dennoch ist der Fehler gestern wieder ganz massiv aufgetreten :bang:. Ich musste mich sogar abschleppen lassen! Und heute funktioniert wieder alles :roll:! Ich vermute einen tückischen Fehler im Wechselrichter oder dessen Ansteuerung.

 

Bisher habe ich folgende Beobachtungen gemacht, die vielleicht helfen könnten, den Fehler einzugrenzen:

Die Geschwindigkeitsanzeige ist intakt, die Anfahrhilfe funktioniert gar nicht mehr: es ruckelt sofort sehr stark, auch wenn man die Bremse noch nicht losgelassen hat und es fiept auch nicht mehr. Es ist fast nicht möglich, das Twike zum Rollen zu bringen (erst recht nicht, wenn es bergauf geht!). Wenn das Twike doch einmal mit > 10km/h rollt, dann macht der Motor komische Geräusche und hört und fühlt sich sehr rauh an (auch beim Rekuperieren) aber ich kann bis ca. 50 km/h fahren. Bei der 2. Stufe gibt es noch bedrohlichere Geräusche, daher vermeide ich die 2. Stufe in diesen Fällen. Der Fehler trat bisher im Zusammenhang mit einer längeren Schleichfahrt (mehrere km mit wenigen km/h) oder direkt nach scharfem Rekuperieren (Reku++ steht auf 20A) vor einer Ampel auf. Ob wirklich ein Zusammenhang besteht, kann ich nur vermuten.

 

Hat irgendjemand eine Idee (vielleicht auch, was ich bei Auftreten des Fehlers mal prüfen könnte)??? Traue mich kaum noch, eine weitere Strecke zu fahren. So macht das keinen Spaß mehr ... :cry:.

 

Danke & viele Grüße

Gregor

Geschrieben

Hallo Gregor,

 

so wie Du das beschreibst, könnte entweder ein kaputtes Umrichter-Powerboard oder eine zerschossene Motorenwicklung Ursache für Deine Probleme sein. Weil sich eine defekte Motorenwicklung nicht wieder von selber erholt und sich üblicherweise mit einem Überstrom-Fehler meldet, tippe ich auf das Powerboard. Dieses elektronisch unter Last, kalt/warm, etc durchzutesten ist ohne aufwendige Mittel kaum möglich. Deshalb ist es am einfachsten und am schnellsten, man leiht sich eines aus und baut es testweise ein. Weil man das Controlboard nach dem Ausstecken der beiden Bandkabel einfach wegklappen kann, kommt man gut an das darunterliegende Powerboard ran, ohne all die bunten Kabel abhängen zu müssen. Beim Wiedereinbau besonders darauf achten, dass die Kabel des Vorladewiderstands und die des Ventilators nicht eingeklemmt werden und dass die Kühlkörper sauber auf der unteren Gehäuseschale aufliegen.

 

 

Gruss,

Florian + TW415

Geschrieben

Hallo Florian,

 

danke für deinen Hinweis :). Heute habe ich ein Leih-Powerboard von Wolfram Leister eingebaut bekommen und mache morgen gleich mal eine längere Fahrt und schaue mal, ob ich gut hin- und zurückkomme... :).

 

Viele TWIKE Grüße

Gregor

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