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Kleine Deutschland Tour, ein Erlebnisbericht

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Nachdem ich das Kesselbergrennen dieses Jahr bereits verpasste, so war der Drang umso grösser das Twike auch wieder mal auf einer längeren Tour einzusetzen. Da ich Freunde in Paderborn und Stuttgart besuchen wollte, bot es sich geradezu an, diese Reise mit dem Twike zu unternehmen.

 

Hier einige Details zum Twike und der Route:

 

TWIKE 890, Lithium 20 Ah, keine Zusatzlader, ohne Beifahrer aber mit Gepäck, am letzten Tag mit Beifahrerin und noch mehr Gepäck...

Die Strecke war knapp 2000km lang, Reisedauer 7 Tage, Uebernachtungen auf Campings und Hotels

 

Tag 1

Bülach bei Zürich (100km) Königsfeld im Schwarzwald (70km) Seewald (117km) Neckargemünd Camping

 

Vollgeladen mit 400V ging es bei sonnigen Wetter Richtung Schwarzwald. Die Solartankstelle in Königswald erwies sich als gute Ladestation, als Kurort bietet Königswald nicht nur gute Luft sondern man kann sich im Park auch ausruhen oder Kaffee und Kuchen geniessen. Weiter gings zum Restaurant Seeheimer in Seewald. Auch da kann man sich die Zeit gut vertreiben, der Besitzer kennt das TWIKE und etwas zu Essen gibt es auch. Allerdings ist der Ausflugs-Ort am Sontag doch recht beliebt und es hat entsprechend viele Besucher. Nach weiteren 120km kam ich im kleinen Stätchen Neckargemünd an, unweit der Stadt Heidelberg. Nicht der komfortabelste Campingplatz, aber Hauptsache es gab Strom!

 

Tag 2

Neckargemünd (93km) Babenhausen P&C (72km) Nidda P&C (90km) Camping Bad Zwesten bei Rosenthal

 

Die Vorteile einer Park & Charge Ladestation kamen in Babenhausen (Nähe Frankfurt) voll zum Tragen. Einstecken ohne langes Fragen und Zuverlässigkeit der Station sind wichtig auf längeren Tagesetappen. Auch liegt die Station zentrumsnah, sodass es immer einen Park zum Ausruhen hat oder eine Möglichkeit zum Essen resp. Einkaufen gibt. In Nidda, einer weietern Kleinstadt, konnte ich dann wiederum an einer P&C Station laden. Die Strecke bis Bad Zwesten war landschaftlich doch recht reizend, allerdings waren die Nebenststrassen auch nicht immer so toll, sodass die neuen HAGON Stossdämpfer doch recht hart arbeiten mussten...Die Schachtdeckel sind in dieser Gegend nicht immer ebenerdig in den Belag eingefügt, sodass es eine Ortsdurchfahrt oft zum Slalomkurs wird :)

 

Tag 3

Bad Zwesten (110km) Paderborn

 

Weiter gings auf guten Strassen Richtung Paderborn wo ich bei Freunden übernachtete. Ich war etwas überrascht wie wenig das Twike in dieser Gegend bekannt ist, wird es doch in der Gegend hergestellt.

 

Tag 4

Paderborn (111km) Rosenthal Twike Manufaktur (90km) Gedern Camping

 

Am späteren Morgen gings wieder los in Richtung Süden. Diesmal hatte ich nur auf 395 V geladen, ich dachte dies müsste reichen. Da in während des Sommers doch recht viel gebaut wird und ich Umleitungen in Kauf nehmen musste und es zudem einige Anstiege zu bewältigen gab, wurde es doch recht knapp und so musste ich dann doch noch etwas verstärkt in die Pedalen treten um mein Ziel zu erreichen. Martin Möscheid hiess mich herzlich willkommen und wir unterhielten uns bestens bei einer Tasse Kaffee. Speziell interessant war natürlich das TW4XP mal aus der Nähe zu betrachten. Leider waren die Batterien ausgebaut, aber zum Probesitzen reichte es. Ein tolles Gefühl! Ich hoffe doch sehr dass dieses innovative Fahrzeug schon bald erhältlich sein wird...Auch wenn ich es nie gefahren bin, so scheint das Fahrwerk doch recht gut zu sein. Vielen Dank Martin für die Gastfreundschaft und die spannenden Erklärungen. Vollgetankt mit Sonnenstrom ging es nach Gedern, einem Campingplatz ca. 80km nordöslich Frankfurt wo ich die Nacht verbrachte.

 

Tag 5

Gedern (70km) Babenhausen P&C (40km) Michelstadt im Odenwald (120km) Weissach im Tal (48km) Kirchheim unter Teck bei Stuttgart, Hotel Rössle

 

Wiederum steuerte ich die bewährte P&C Säule in Babenhausen an. Weiter tankte ich bei RALOS in Michelstadt bevor ich der Oder entlang nach Weissach im Tal weiter twikte. Auch dort konnte ich bei einer P&C Stelle einstecken. Die Nachbarin welche gleich neben der Ladestation wohnt, meinte ich sei der Erste der hier sein Fahrzeug auflädt! Nach dem Besuch des lokalen Bäckers und ein paar Kugeln Eis, ging es weiter in Richtung Kirchheim unter Teck.

Die Strassen wurden wieder besser, jedoch gab es auch wieder mehr Verkehr und wie mir schien wurde auch etws agressiver gefahren. Ob dies wegen der Hitze war? Meine Batterien erreichten 40°C bei der Ankunft in Kircheim unter Teck. Zeit das Twike und mich etwas Ruhen zu lassen.

 

Tag 6

Kirchheim unter Tech (110km) Sauldorf (95km) Bad Zurzach (70km) Basel

Nachdem wir einen tollen Abend mit Freunden in der Innenstadt verbringen durften, stand die letze grössere Etappe an: Stuttgart - Basel.

Glücklicherweise gab es ein Gewitter über Nacht, sodass die Batterien etwas abkühlen konnten. Nach der Schonladung über Nacht, zeigte die Temperatur 34°C an.

Trotz vieler Steigungen reichte die Volladung bis nach Sauldorf. Dort hatte ich jedoch etwas Probleme eine Steckdose zu finden da die Ladestation der Firma Muffler Elektrotechnik wegen Betriebsferien nicht zugänglich war. So liess mich dann ein Bauer in seinem Pferde-Stall einstecken. Auch die Fliegen fanden das Twike attraktiv, sodass ich bei Fahrantritt einige Mühe hatte diese wieder aus meinem Twike zu bewegen.

Bad Zurzach in der Schweiz erwies sich dann wiederum als zuverlässigen Ladeort. Die Fahrt nach Basel war 'uneventful' ausser dass die Batterien bei Ankunft 42°C anzeigten. Ein Laden war so nicht mehr möglich, der Bordcomputer zeigte 'Kühlen' an...Eine Ladung war aber auch nicht nötig, da Basel für den heutigen Tag Etappenziel war und die Batterien noch etwas Restkapazität hatten. Am Abend vergnügten wir uns am Jazz Fest in Basel.

 

Tag 7

Basel (92km) Bülach bei Zürich

 

Mit etwas abgekühlten Batterien ging es auf die letzte Etappe der Tour nachdem ich beim Hotel Hilton über Nacht die Batterien mit Solarstrom aufladen konnte.

 

Auch wenn das Twike manchmal etwas langsamer als der restliche Verkehr ist, so hat dies trotzdem viele Vorteile. Neben tieferem Verbrauch ist auch die Unfallgefahr stark reduziert. Die vielen Blumen und Gedenk-Kreuze an den Strassen sind oft stumme Zeugen der Uebermotorisierung. Trotz diesen nachdenklich stimmenden Momenten gab es auch viel Schönes. Hierzu zähle ich die anregenden 'Strom-Gespräche' mit Passanten. "Elektromobilität" ist bei vielen kein Fremdwort mehr, wenn auch die Zurückhaltung nach wie vor recht gross ist. Es gibt also noch einige Jahre Aufklärungs-Arbeit für uns Twiker. Insgesamt eine tolle Reise mit vielen schönen TWIKE-Momenten bei der das Twike wieder einmal sein Zuverlässigkeit bewiesen hat.

 

Hier noch einige Bilder zur Reise:

http://picasaweb.google.com/fotowork07/20110815?authuser=0&authkey=Gv1sRgCMDWyYCvgPueZA&feat=directlink

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