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Landert Motor- Getrieberevision

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Geschrieben

Hallo Gemeinde

 

Nachdem ich nun seit einem halben Jahr mit dem im letzten Sommer revidierten Motor- Getriebe rum fahre kann ich euch mitteilen was ich gemacht habe, da alles sehr gut funktioniert.

Grund der Revision war neben dem ständigen Ölverlusts des Getriebes das Durchschmoren der Stator Wicklungen. Die Wicklungen habe ich bei der Firma Feindraht in Oensingen instand stellen lassen.

Damit das Getriebe dicht ist habe ich am Differential Gehäuse eine 2. von aussen wechselbare Dichtung angebracht. Am Motor hat ursprünglich das äussere Lager die Führung des Rotors übernommen und somit alle Kräfte durch das schräg verzahnte Ritzel aufnehmen müssen. Da dieses Lager aber recht exponiert ist, wurde es mit zunehmendem Verschleiss heiss und ist schnell kaputt gegangen. Dies hat sich mit lautem Pfeifen angekündigt.

Da das Innere, getriebeseitige Motorenlager zum Getriebe hin offen montiert ist, wird es ständig mit Getriebeöl benetzt und auch gekühlt. Da dieses Lager aber schwimmend ausgeführt war, ist dort auch immer das Öl in die Motorenwicklungen gelaufen, was zu deren ableben sicher noch beigetragen hat. Bei meiner Revision habe ich ein Drehteil angefertigt das das Innere, getriebeseitige Motorenlager fixiert, und zusätzlich einen Dichtring zum Rotor hin aufnimmt. Da das Lager mit zunehmendem Alter nicht dicht bleiben wird habe ich einen Ölrücklaufkanal mit eingebaut damit durchsickerndes Öl wieder ins Getriebe zurücklaufen kann. Eine Distanzhülse hinter dem Ritzel fixiert die Motorenwelle, womit das Innere Lager nun die Führung und damit die Kräfte übernimmt. Das äussere Lager ist nun nur noch auf der Motorenwelle, nicht aber im Gehäuse fixiert. Damit dieses Lager auch zwischendurch mal zusätzlich geschmiert werden kann, habe ich einen Deckel mit Schmiernippel hergestellt und über dem Lager montiert. Neu ist es auch möglich das äussere Lager durch Entfernen dieses Deckels und des Sprengringes mit dem es auf der Motorwelle befestigt ist zum Wechseln heraus zu ziehen. Damit mein Motor nicht wieder den Hitzetot stirbt habe ich eine Luftzuführung auf der Beifahrerseite montiert.

Diese leitet den Fahrtwind der sich im Vorderradkasten staut durch eine Stegplatte unter dem Einstieg von vorne nach hinten und via Schlauch direkt durch den Motor. Der Luftspalt zwischen Rotor und Stator ist gross genug um einen ausreichenden Durchfluss zu ermöglichen. Während dem Ladevorgang kann ein Radialgebläse das direkt am Ladekabel den Strom abnimmt den Motor kühlen, sodass auch im Stand beim Laden keine Überhitzung der Wicklungen mehr zu befürchten ist. Ob das alles so auch auf Jahre hin funktioniert bleibt abzuwarten. Bisher jedoch sieht es sehr gut aus. Motor und Getriebe sind deutlich leiser geworden. Es gibt beim Lastwechsel keine anschlagenden Geräusche mehr, und die Motortemperaturen während dem Laden sind massiv niedriger wie früher.

 

Gruss vom Greifensee

 

Dirk + TW 423

 

 

Geschrieben

Hallo Dirk,

 

wie hast du die Länge der Hülse beim Festlager bestimmt?

Das Ritzel sitzt ja auf einem Konus.

Sitzt die Hülse unter Vorspannung oder mit minimalem Spiel?

 

Gruß

Heinz-Peter

TW081

Geschrieben

Hallo Heinz Peter

 

Das war in der Tat ein Problem. Ich habe alles zusammengesetzt und das Ritzel wieder montiert. den Abstand gemessen und das Ritzel nachher wieder abgezogen. Die Hülse habe ich dann 1 mm kürzer gemacht und einen 1.2 mm starken Kupferring gedreht. Das Ritzel habe dann vor der Montage erwärmt und dann zügig montiert. Der Kupferring wurde bei der Montage etwas gestaucht. Das Ganze hält jedenfalls Bombenfest. Einfacher wäre es gewesen einen starken Federring statt des Kupferrings zu verwenden. Es ist also mit Vorspannung montiert.

 

Mit dem getriebeseitig fixierten Lager Läuft das Ritzel in einem schmaleren Bereich auf seinem Gegenstück, da die Wärmeausdehnung auf dem kurzen Stück zwischen Lager und Ritzel minimal ist. Bei einem aussen fixierten Lager wie original ist natürlich die gesamte Rotorwelle auf voller Länge an der Wärmeausdehnung beteiligt. Da kommt schon was zusammen.

 

Gruss und bis zur GV

 

Dirk + TW 423

 

 

PS: hier noch ein paar ergänzende Fotos. Man sieht schön den Öl Rücklaufkanal im Drehteil. Das Drehteil ist zusätzlich mit Gehäuse Dichtmasse montiert.

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Hat jemand von den Technikern eine Idee wie man das Twike am Motor noch effizienter machen kann?

 

Macht es Sinn, wenn man den Motor irgendwann mal warten muß z.B. die bewegte Masse zu verringern indem man den Motor mit einem verkupferten Aluminiumdraht bewickeln lässt? Oder erhöht das zu sehr den Innenwiderstand? Macht ein größerer Querschnitt Sinn, z.B. durch Verwendung eines Vierkantdrahtes (höhere Packungsdichte)?.

 

Falls es Bleche im Motor gibt, kann man diese entfernen und diese durch noch höherwertige Tauschen? Z.B. dünneres Blechmaterial oder womöglich durch mit geringsen Wirbelströmen behaftete Ferritmaterialien (kenne ich z.B. aus dem Lautsprecherbereich als Corobarspulen).

 

Wer kann mir prinzipiell zu solchen Umbauten etwas sagen? Finde das Thema Effizienzsteigerung sehr interessant.

 

Eine bessere Kühlung des Motors bewirkt z.B. auch, dass der Innenwiderstand unter Last im Draht geringer ist. Denn je heißer das Kupfer wird, desto stärker steigt der Innenwiderstand. Da können 10 Grad oder mehr Unterschied zwischen gekühlt/ungekühlt auch etwas bringen.

 

Fände so einen "High-End" Motor technisch interessant.

 

Gruß, Dragan (tel 06043 8016290)

Geschrieben

Hallo Dragan,

 

Nachdem mir vor 2 Jahren mein Landert-Stator durchgebrannt ist, habe ich mit anderen TWIKERn defekte Statoren gesammelt und Heinz Mundwyler hat diese dann zum Wickeln gegeben. Die neue Wicklung soll laut Hersteller rund 10% effizienter sein und ist zudem weniger stark eingepackt (d.h. keine "Tropenisolierung" wie beim Original), was den Wärmehaushalt verbessern dürfte. Leider hatte ich noch immer keine Zeit, diesen einbauen und fahre deshalb immer noch mit einem Ersatz-Landert-Stator rum. Die Kollegen aber sind mit ihren Statoren sehr zufrieden; ob die Effizienzsteigerung tatsächlich da ist, müsste man allerdings zuerst wissenschaftlich korrekt nachmessen.

 

Die bewegte Masse im Motor kannst Du wahrscheinlich nicht weiter verringern, weil die Wicklung auf dem Stator und nicht auf dem Rotor ist. Ich denke, das Getriebe selbst mit seinen lausigen Toleranzen hat da mehr Verbesserungspotential.

 

 

Gruss,

Florian + TW448

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Hallo,

 

warum ist es nicht möglich wie beim Logo von Citroen zwei schrägverzahnte aber halb so tiefe Zahnräder zu verwenden, damit gäbe es keine seitlich wirkenden Kräfte mehr (Wirkungsgradgewinn) und das Getriebe wäre leise.

 

Das sieht dann so aus:

http://designiacblog.files.wordpress.com/2009/02/citroen_zahnrad.jpg?w=160&h=216

 

Wäre bei einer Revision eines Landert Motors nicht möglich gute Toleranzen einzuhalten und eben bessere Zahnräder a la Citroen einzubauen??

 

Gruß, dragan

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