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Memory-Effekt

Featured Replies

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 07.01.03

Time: 11:05:08

 

ist die Behauptung richtig: wenn das Twike auf einmal nicht mehr voll aufgeladen wird,der Computer diese Teilkapazität aber als 100% betrachtet des Üblichen und dann somit die noch verbleibende mögliche Leistung entsprechend höher ausweist und ich somit indie Irre geleitet werde mit der Reichweite? Beste Grüsse TW 482 www.furter.ch

Geschrieben

Von: Joachim, TW673, [email protected]

Date: 07.01.03

Time: 12:59:00

 

Hi Alois,

 

Der Memory Effekt tritt beim Twike prinzipiell nicht auf. Das, was du beschreibst, nennt sich Voltage Depression. Wenn Akkubereiche nicht genutzt werden, bilden sich Kristalle, die mit der Zeit wachsen. Diese Kristalle erhöhen den Innwiderstand, so daß die Restkapazität nur mit geringerem Strom entnommen werden kann. Der Anwender sieht ab dieser Restkapazität einen plötzlichen Spannungsabfall und hält die Zelle für leer. Praktisch ist sie das nicht und die Restkapazität kann bei kleinem Strom dennoch entnommen werden. Ein mehrmaliges Entladen und Laden mit hohem Strom baut den Effekt wieder ab.

 

-- Joachim, TW673

Geschrieben

Von:

Date: 14.01.03

Time: 21:58:25

 

< Der Memory Effekt tritt beim Twike prinzipiell nicht auf

 

Hallo und hier die Frage:

 

Was ist dann eigentlich der Memory-Effekt?? Worin soll denn da der Unterschied bestehen zwischen der Voltage-Depression und der Abnahme der Kapazität von NICD-Akkus allgemein, die als "Memoryeffekt" bekannt ist?

 

Gruß, Hendrik

Geschrieben

Von: Joachim, TW673, [email protected]

Date: 15.01.03

Time: 11:50:38

 

Hallo Hendrik,

 

> Was ist dann eigentlich der Memory-Effekt??

 

Der Memory-Effekt ist ein nur unter Laborbedingungen reproduzierbarer Effekt, der dann eintritt, wenn eine Batterie regelmäßig immer wieder bis zum exakt(!) gleichen Punkt entladen und wieder geladen wird. Der Effekt ist zum ersten Mal bei Satelliten aufgetreten, deren Energieversorgung ja mit Solargeneratoren sichergestellt wird. Durch die immer gleichen Umlaufzeiten trat diese Memory-Effekt auf.

 

Dann gab es das, was man allgemein unter "Memory-Effekt" versteht. Der wurde aber durch einen ganz anderen Effekt verursacht, nämlich durch die ersten NiCD Ladegeräte, die einfach eine festgelegte Zeit mit konstantem Strom geladen haben. Bei einem leeren Akku ging das gut, bei einem halbleeren Akku war der aber schon nach 50% der Zeit voll und wurde die restliche Zeit überladen und praktisch zerkocht. Die durch die Überhitzung und die dabei ablaufenden chemischen Prozesse zerstörte Kapazität fehlte dem Akku dann natürlich und so kam es zu der Aussage, daß man NiCD-Akkus immer vollständig entladen muß, bevor man sie wieder auflädt. Der Effekt ist nicht umkehrbar, die Akkus sind wirklich teilzerstört. Mit dem Aufkommen modernerer Ladegeräte (Reflexlader, Temperaturkontrolle, etc.) spielte dieser Effekt eigentlich keine Rolle mehr.

 

Ein weiterer Effekt ist aber die beschriebene Voltage Depression, die sich für den Anwender zwar genauso zeigt, aber ganz andere Ursachen hat. Hier ist es nicht die Überladung, die für den Kapazitätsverlust verantwortlich ist, sondern sozusagen mangelndes 'Training' des Akkus. Bei den Lade und Entladevorgängen werden Kristalle auf den Elektroden auf und abgebaut. Werden Teile des Akkus nun längere Zeit nicht benutzt, dann wachsen die darauf befindlichen Kristalle langsam. Dadurch verringert sich die wirksame Oberfläche der Elektrode und der Widerstand erhöht sich. Sobald über diesen Teil der Elektroden entladen werden soll, erhöht sich schlagartig der Innenwiderstand der Zelle, die Spannung bricht zusammen, der Anwender denkt, die Zelle sei leer. Tatsächlich ist sie das nicht - man kann die volle Kapazität bei kleineren Strömen entnehmen. Durch mehrmaliges vollständiges Entladen und Laden ist der Effekt reversibel - die Kristalle bauen sich wieder ab und es bilden sich die normalen feineren Kristalle. Vorteilhaft sind hier hohe Ströme, sie beschleunigen den Abbau der großen Kristalle.

 

Ich hoffe, ich konnte es halbwegs verständlich erklären...

 

Ciao, ...Joachim

Geschrieben

Von:

Date: 20.01.03

Time: 14:19:35

 

ich bin Laie. Wo, wie erhalte ich hohe "Ströme" wie sie Du beschreibst bzw. auch unter letzter Frage "tiefentladener Starter". Was für ein 24 V Ladegerät müsste ich mir da kaufen bzw. wo anstecken bzw. dies zu überprüfen geht. Danke und Gruss TW 482 Ale www.agenturzip.ch

Geschrieben

Von: Hendrik,TW512,[email protected]

Date: 21.01.03

Time: 22:16:42

 

Hallo,

 

hohe Entladeströme erhältst Du bei maximal schneller Fahrt (Beschleunigung Stufe 2).

 

Hohe Ladeströme mit der Schnelladung, die vorzugsweise genutzt werden sollte.

 

Die genauen Ströme kann man am Display einstellen.

 

Ein 24 V Ladegerät macht nur Sinn wenn die Batterie wegen Tiefentladung nicht mehr zu laden geht:

 

Wichtig ist kurzzeitig ein hoher Ladestrom, der ja - was ich für eine Fehlkonstruktion halte - vom Twike bei fehlender Spannungssymmetrie nicht bereit gestellt wird.

 

Meine Ladegeräte haben immer 2 - 3 A erzeugt, was ausreichte.

 

Ein Akkusegment mit seinen 20 Zellen hat normalerweise 24 V. Du mußt in diesem Segment also 2 mal mit dem 12 V Ladegerät ran. (Je einmal an die Lötfahne mit Draht und einmal an die Stelle wo die Thermosicherung sitzt) Zum Laden Plus an Plus und Minus an Minus halten!!!! So lange laden, bis die gemessene Spannung hoch bei über 12 V liegt (=die meisten Zellen sind wieder aufgewacht) oder nicht mehr ansteigt (wohl viele dauerhaft kaputt). Bei mir habe ich jeweils max. 1 Minute so vorgeladen / meist nur 10 sekunden. Dannach ging es mit dem Twikeladegerät weiter. Ein 24 V Ladegerät halbiert die Arbeit, da man damit das gesamte Segment auf einmal geladen werden kann.

 

Gruß, Hendrik

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 15.01.03

Time: 21:45:57

 

Hallo Joachim,

 

Danke, das war wirklich sehr gut erklärt.

 

Das heißt also viel Vollgas fahren auch wenn der Akku dadurch eine geringere Reichweite hat....

 

und mit 2 Akkus ist man da besser dran weil dann die Ströme pro Akku höher sind als bei dreien...

 

Gruß, Hendrik

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