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Kupplung Rutscht

Featured Replies

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 13.10.02

Time: 21:02:38

 

Hallo,

 

wenn ich zu kräftig in die Pedale trete, rutschen diese durch.

 

Die Kupplung mit den Noppen vorne im Kettenkasten greift jedoch ordentlich.

 

Vielmehr scheint die Verbindung zwischen der Welle und der Kupplung durchzurutschen. Manchmal scheint das gewollt sein (beim Betätigen des Rücktritts zum Beispiel).

 

Das dies auch beim starken Vorwärtstreten passiert: Ist das Verscheiß oder ein Schutz gegen Überlastung des Kettenstranges? Was wäre für eine Reparatur zu unternehmen?

 

Vielen Dank, H. Fauer

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 04.11.02

Time: 10:14:10

 

Der beschriebene Fehler ist ein Verschleiß des Klemmkörper-Freilaufes auf der Fahrerseite, den ich (Uli Wieland, TW 650) gerade beheben ließ (viel zu früh, bei mir schon nach 16.000 km aufgetreten, bei TW 567 noch früher und nun schon zum zweitenmal). Das Problem tritt auf, wenn der erforderliche Kraftschluß zwischen Welle und Käfig mittels des dazwischenliegenden Klemmkörpers nicht mehr ausreichend hergestellt wird. Als Ursache kommt zunächst ein Schmierungsproblem in Frage, falls der Schmierstoff (Getriebeöl) verharzt ist. Das sollte man als erstes mal versuchen. Die wahrscheinlichere Ursache ist aber eine ausgearbeitete Passung. Dies könnte durch einen Chargenfehler aufgrund ungenügender Härtung oder aufgrund von Fertigungstoleranzen möglich werden. Die gehärtete Welle (oder auch der Käfig) geben dann aufgrund der extremen Drücke beim starken Treten mit der Zeit nach (Um das einzuschätzen fehlt uns aber eine Maßangabe für die erforderliche Qualität der Passung). Das Fehler könnte beschleunigt werden, wenn schlechte Justierung der Flucht hinzukommt.

 

Nicht gänzlich auszuschließen ist auch ein Konstruktionsmangel, da die Fläche des Freilaufes möglicherweise für die Kräfte zu gering ist, wobei das aber nur eine Vermutung bzw. ein denkbarer Mosaikstein ist. Martin Möhscheid hatte vorgeschlagen, mit einem aufgeschrumpften Preßring den Käfig des Mitnehmers zusammenzudrücken, ist aber m.E. nur bedingt geeignet und nicht als Dauerlösung zu empfehlen, da Du den Preßdruck nicht regulieren kannst. Mein Twike-Mechaniker hat empfohlen, den ganzen Freilauf (Mitnehmer und Welle) zu wechseln (Listenpreis ca. 900 € brutto), wenn Du es nicht auf Garantie kriegst!), da es eine Passung ist, bei der es auf 1/100 mm ankommt. Die Alternative (Mitnehmer breiter mit mehr Formschluß) hätte sogar einen Vorteil bei der Ausrichtung, da ihre Justierung in der Flucht sicherer wäre. Der Aus/Einbau ist ziemlich aufwändig und nicht unbedingt im Selbstversuch zu empfehlen, weil es vor allem bei der Justierung der Flucht auf sorgfältiges, fachmännisches Arbeiten ankommt (kannst Du viel falsch machen). Ich lege mal ein Bild von dem Käfig und dem Mitnehmer bei, damit Du die Funktion besser verstehst. In Laufrichtung richten sich die einzelnen Glieder des Klemmkörpers auf und stellen einen Form- und damit einen Kraftschluß zwischen Welle und Käfig her. Bei Rückfragen kannst Du ja gerne mal anrufen (+49 371 832 173) Viele Grüße Uli Wieland, Aue

 

Geschrieben

Von: Joachim, TW673, [email protected]

Date: 14.10.02

Time: 10:29:27

 

Hallo Hendrik,

 

> wenn ich zu kräftig in die Pedale trete, > rutschen diese durch.

 

Passiert mir im Winter auch manchmal, wenn die Kupplung nicht weit genug eingespurt hat.

 

 

> Vielmehr scheint die Verbindung zwischen der > Welle und der Kupplung durchzurutschen.

 

Rutschen die Pedale schlagartig durch? Dann ist es ziemlich sicher die Kupplung. Ein gewolltes Durchrutschen zur Vermeidung von Überlastung wäre mit neu - selbst mit aller Kraft ist da nichts zum Druchrutschen zu bringen. Für den Rücktritt ist das gar nicht nötig, dafür ist ja der Freilauf zuständig, da muß nichts durchrutschen.

 

> Ist das Verscheiß oder ein Schutz gegen > Überlastung des Kettenstranges?

 

Mit Sicherheit Verschleiß. Es sei denn, bei den älteren Twikes wäre so etwas vorgesehen gewesen, aber das wäre mir neu. Vor einiger Zeit wurde die Bremsmechanik vorne an den Pedalen gerade aus dem Grund verstärkt, weil da nichts durchrutscht. Einige Piloten hatten es wohl geschafft bei voller Rückwärtsfahrt einzukuppeln, wodurch es die Bremsmechanik vorne überdreht (und damit zerstört) hatte. Würde es ein gewolltes Durchrutschen geben, wäre das nicht nötig gewesen...

 

Wie gesagt: Wenns schlagartig durchrutscht, dürften die Noppen an der Kupplung rundgeschliffen sein... Wenns langsam durchrutscht, müsstest du mal schauen, bis zu welcher Stelle sich da noch was bewegt - vielleicht rutschen ja auch die Pedale auf dem Lager...

 

Ciao, ...Joachim

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 14.10.02

Time: 20:32:53

 

> > wenn ich zu kräftig in die Pedale trete, > rutschen diese durch. > > Passiert mir im Winter auch manchmal, wenn die Kupplung nicht weit genug > eingespurt hat. >

 

Was heißt Eingespurt?? (Es liegt definitiv nicht an den Noppen wie beim öffnen des Kastens zu sehen war.)

 

> > > Vielmehr scheint die Verbindung zwischen der > Welle und der Kupplung > durchzurutschen. > > Rutschen die Pedale schlagartig durch? Dann ist es ziemlich sicher die > Kupplung. Ein gewolltes Durchrutschen zur Vermeidung von Überlastung wäre > mit neu - selbst mit aller Kraft ist da nichts zum Druchrutschen zu bringen. > Für den Rücktritt ist das gar nicht nötig, dafür ist ja der Freilauf > zuständig, da muß nichts durchrutschen. >

 

Sie rutschen ruckartig durch.

 

 

> Wie gesagt: Wenns schlagartig durchrutscht, dürften die Noppen an der > Kupplung rundgeschliffen sein... Wenns langsam durchrutscht, müsstest du mal > schauen, bis zu welcher Stelle sich da noch was bewegt - vielleicht rutschen > ja auch die Pedale auf dem Lager...

 

Die Pedale rutschen definitiv nicht. Die Noppen rutschen definitiv auch nicht. Es passiert bei jeder Stellung wenn der Druck zu groß ist. Der Druck läßt dann natürlich wieder nach, da man mit den Pedalen ja auf den Totpunkt kommt. Dann greifen sie wieder.

 

Bei geöffnetem Kettenkasten war zu sehen, daß die Welle sich durchdreht während die gesamte!! Kupplung still steht (sowohl Nockenscheibe als auch Gegenstück.

 

 

Hendrik

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 15.10.02

Time: 12:59:08

 

Hallo, für mich hört sich das danach an, daß der Freilauf durchrutscht. Das kann zwei Ursachen haben, welche beide vom Twike Center behoben werden sollte: 1. Die Hilfswellen, welche von rechts und links in den mittelkasten laufen fluchten nicht mehr. 2. die welle auf welche der Freilauf sich festkrallen muss ist aufgrund von Verschleiss kleiner geschliffen. Beide Fälle sind mit eigenen Hausmitteln nicht zu beheben. Geh mal besser zu Deinem Twike Händler.

 

Gruß Roland

Geschrieben

Von: Joachim, TW673, [email protected]

Date: 15.10.02

Time: 11:32:10

 

Hallo Hendrik,

 

Dann kanns ja nur die Befestigung der Kupplung auf der Welle sein. Geschweißt ist das meines Wissens nicht, also müßte es eine Klemmbefestigung mit Schrauben sein. Sieht man da nichts? Zur Not festschweißen. Die zwei Twike-Standard-Verbindungsmittel (Sekundenkleber und Klettband) fallen hier wohl aus... ;)

 

-- Ciao, ...Joachim

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 15.10.02

Time: 23:06:33

 

He, was soll der Scheiss?!!! Von Schweissen, Kleben und dergleichen mehr rate ich Dir dringend ab; es sei denn, Du willst eine Starre Verbindung zwischen Rad und Pedale. Das Durchrutschen hört sich für mich ganz klar nach einem schlecht eingestellten oder defekten Freilauf an (ist mir auch passiert). Falls er nur schlecht eingestellt sein sollte rate ich Dir, das so bald wie möglich zu beheben, sonst kannst Du Schäden eventuell provozieren. Wenn das Teil defekt sein sollte, kannst Du meinetwegen ja herumexperimentieren. Überlege Dir jedoch die Folgen die es hätte, wenn sich der Freilauf in voller Fahrt festbeisst!

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 16.10.02

Time: 00:59:17

 

Hallo Ihr,

 

sollte der Freilauf nicht in der Nabenschaltung sein? (Ist doch eine vom Fahrrad oder?). Die einzige Funktion vorne währe dann eine Entkoppelung der beiden Pedalantriebe.

 

Preisfrage: Wie kann man den "Freilauf" an der Kupplung eventuell einstellen?

 

Ich werde den Kasten noch mal aufschrauben und die Konstruktion in Bezug auf den Freilauf anschauen.

 

Tschau, Hendrik

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 18.10.02

Time: 00:37:30

 

Hallo,

 

Fazit nach Gucken und Nachdenken:

 

Die einzige Funktion des Rollenfreilaufes ist die Entkoppelung der Pedale. Schweißen würde funktionieren. Dann hat man jedoch das Sicherheitsrisiko, daß der Beifahrer das Bremsen des Fahrers verhindern kann. (Auch nichts für den TÜV)

 

Also werde ich den Kram auseinander bauen und die verschlissenen Teile auswechseln.

 

Gruß, Hendrik

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 12.12.02

Time: 00:07:45

 

fertig!

 

heute habe ich den Klemmkörperfreilauf auseinander gebaut und festgestellt, daß die Welle der Fahrerseite im Querschnitt verringert weil verschlissen war.

 

Also habe ich Fahrer- und Beifahrerwelle vertaucht da ich eh meistens alleine fahre.

 

Ohne Dreibeinabzieher ist da aber nichts zu machen. Die Hülsen können nämlich nicht mit getauscht werden und die Lager darin sitzen ziemlich fest. Übrigens haben die Lager um Teil keine definierten Anschlagpunkte so daß man sich die Position gut merken muß.

 

Eine exakte Justierung der Wellen in eine Flucht miteinander und zum Klemmkörperfreilauf ist aufgrund der Konstruktion nahezu unmöglich. Trotzdem ist es notwendig dem nahe zu kommen.

 

Gruß, Hendrik

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