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Reflex Ladetechnik

Featured Replies

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 29.07.02

Time: 08:53:52

 

Hallo Twiker, hat von Euch jemand schonmal daran gedacht oder vielleicht auch schon probiert die Reflex Ladetechnik im Twike umzusetzen. Das soll ja gerade bei NC Zellen sehr positive Ergebnisse bringen. Und ich habe so insgeheim den Verdacht, dass das sogenannte Resulfen wahrscheinlich nichts anderes ist.

 

Gibt es irgendwelche Erfahrungen oder wenigstens Grundlagenwissen?

 

Im Forum von elweb.info wahr neulich eine kurze Diskussion zu diesem Thema.

 

Gruss Roland

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 05.09.02

Time: 17:19:14

 

Wäre es nicht möglich einfach wärend der Ladung sehr kurze Entladeimpulse zu erzeugen ? Ich denke mir das etwa so: Geladen wird mit 3A pro Batterie, macht also 6 A zusammen. Entladen werden soll ja mit ca 2,5 C, heisst also für 2 Blöcke 2,5 x 3A macht 7,5 A zuzüglich dem Ladestrom von 2 x 3 A. Also 13,5 A Last für wenige Milisekunden. Das entspricht etwa 25 Ohm. Man bräuchte lediglich einen Timer der wärend der Ladung über einen Leistungstransistor alle 1-5 Sekunden einen Impuls generiert. Davon müsste der Twikecomputer eigentlich nix mitbekommen. Die Spannungsmessung wird wohl über längere Zeit gemittelt sein. Die verbratene Leistung hält sich in Grenzen. Bei einem Impuls von 5 ms in 1 sec Abstand sind es 22,68 Watt. Was haltet ihr von der Idee ? Gruss Martin

 

Geschrieben

Von: Joachim, TW673, [email protected]

Date: 05.08.02

Time: 09:14:00

 

Ich habe mal einen Hersteller des Reflex-Lader ICs ICS1702 angeschrieben ob das IC bei den Twike Randbedingungen (0-16A Ladestrom, 336V nominal, etc.) überhaupt einsetzbar ist.

 

Heute habe ich die Antwort erhalten: Er schreibt sinngemäß, daß dieses IC für diesen Anwendungsfall definitiv geeignet ist. Eine ähnliche Anwendung benutzt das IC um 210 NiCd Zellen zu je 2.4Ah in Serie zu laden. Die Ladezeit beträgt dabei 1 Stunde (1C). Die gesamte Batterie besteht aus 4 Blöcken a 210 Zellen in Serien. Die vier Blöcke werden getrennt geladen und nach dem Laden wieder parallel geschaltet - also genau wie im Twike. Das Fahrzeug, in dem das eingesetzt wird, ist ein X-38 CRV (Crew Rescue Vehicle) an Bord der ISS (International Space Station).

 

Also, was auf der ISS funktioniert, müsste im Twike ja problemlos machbar sein. Das kleinste Problem dürfte eine passende Schaltung sein, das größte, es dem Twike Bordcomputer beizubringen. Für letzteres ist wohl schon ein Insider nötig... Vielleicht gibt es bei FINE Mobile ja jemanden, der sich des Themas annehmen kann?

 

Ciao, ...Joachim

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 07.08.02

Time: 08:41:44

 

Also wenn Du mir eine Schaltung fuer 280 Zellen besorgst, dann kuemmere ich mich um das Zuruecksetzen und den Prototypen. Bei solchen Dingen wie diesem NASA Fahrzeug waehre ich allerdings vorsichtig. Bei denen spielt Geld meistens keine Rolle.

 

Mit sonnenelektrischen Gruessen Roland H.

Geschrieben

Von: Joachim, TW673, [email protected]

Date: 07.08.02

Time: 20:10:33

 

Hallo Roland,

 

Die Schaltung vermutlich das kleinere Problem - das Hauptproblem ist eher die Integration ins Twike, weil die Ladeelektronik zum Teil im Wechselrichter und zum Teil in den Batterien sitzt und dort heftig kommuniziert wird. Ich denke, man könnte den Wechselrichter weiter als Stromquelle für den Reflexlader verwenden, aber um das ganze sauber zu integrieren oder auch nur die Möglichkeit der Integration abzuschätzen, fehlt die Doku der Twike-Elektronig und der Software. Schade, daß das nicht offengelegt ist - dann wäre vieles einfacher. Aber vielleicht findet sich da ja jemand.

 

Bezüglich der Schaltung kann uns Dave - der Application Engineer des Herstellers - vermutlich weiterhelfen. Die Schaltung des CRV auf der ISS werden wird aber wohl nicht bekommen.. ;)

 

Das Datenblatt des verwendeten Lade-ICs gibts hier: http://www.galaxypower.com/organization/ics1702.PDF

 

und einen Schaltplan für einen Lader im Modellbaubereich, anhand dessen man sich ein Bild von den nötigen Funktionsblöcken machen kann hier: http://home.t-online.de/home/k.leidinger/RC-Elektronik/Reflexlader/lader23a_m.gif

 

Ciao, ...Joachim

Geschrieben

Von: Wolfgang Jenne, TW311

Date: 06.08.02

Time: 09:59:10

 

Hallo Joachim,

 

das habe ich eigentlich nach dem Studium der Datenblätter vermutet. Wenn man einen Weg finden könnte die Batterien über einen Trennstecker zu laden, ohne dass dabei die Spannung für die diversen Computer im Twike verloren geht, wäre ein separates Ladegerät gut machbar ohne den Twikecomputer gross zu integrieren. (Den Ah Zähler auf voll setzen kann man ja mit dem Debug Mode von Hand machen).

 

Ich denke da an ein 3 Phasen Gerät, und jede Phase betreibt ein autonomer Reflexlader, der je eine Batterie im Twike lädt. Damit wären dann kurze Ladezeiten machbar. Allerdings ist mein elektronisches Wissen leider nicht ausreichend um so etwas anzugehen.

 

Dein Beitrag (ISS Rescue Fahrzeug) zeigt wieder mal wie modern und technisch up to date das Twike ist (abgesehen von der fehlenden Reflexladetechnik natürlich).

 

schöne Twikegrüsse,

 

Wolfgang

Geschrieben

Von:

Date: 29.07.02

Time: 10:19:23

 

Hallo Roland,

 

> Hallo Twiker, hat von Euch jemand schonmal daran > gedacht oder vielleicht auch schon probiert die > Reflex Ladetechnik im Twike umzusetzen.

 

Ich frage mich auch schon seit längerem, weshalb wir immer noch das veraltete Ladeverfahren verwenden, wenn modernere Verfahren zu Verfügung stehen, die einen wesentlich höheren Wirkungesgrad haben, die Batterien weniger erwärmen, mehr Kapazität herausholen und zudem den Memory Effekt (welchen auch immer) vermeiden. Ich habe sowieso den Verdacht, daß es weniger das Nicht-Leerfahren der Akkus ist, was die Kapazität sinken läßt, sondern vielmehr eine Überladung der Zellen. Das ist/war ja auch die Ursache des allgemein bekannten "Memory Effekts" - der eigentliche Memory-Effekt kann im Twike ja gar nicht auftreten.

 

> Und ich habe so insgeheim den Verdacht, dass > das sogenannte Resulfen wahrscheinlich nichts > anderes ist.

 

Es ist nicht ganz das gleiche, aber das Funktionsprinzip ist sehr ähnlich. Beides arbeitet mit Impulsen, aber das Reflexprinzip entlädt immer kurz nach einem Ladeimpuls, um die Gasbildung und die Temperatur gering zu halten, während beim Resulfen HF-Impulse generiert werden, um die durch den Lazy Battery Effekt gebildeten Kristalle zu zerstören.

 

Das Problem dürfte sein, einen Reflexlader so zu designen, daß er mit der hohen Spannung zurechtkommt. Die üblichen Reflexlader Komponenten sind ja ausschließlich für Niederspannungen ausgelegt. Und dann müsste die Ladetechnik noch in die Twike-Software integriert werden, was auch nicht ganz unproblematisch sein dürfte.

 

Ich würde Aktivitäten auf diesem Gebiet auf jeden Fall begrüßen.

 

Ciao, ...Joachim

Geschrieben

Von: [email protected]

Date: 02.08.02

Time: 07:50:41

 

Hallo,

 

so ein unüberwindliches Hindernis dürfte die Integration der Reflexladetechnik aber auch nicht sein:

 

Man könnte einen umfangreichen Schalter einbauen, der die Batterien zum Laden in kleinere Sektoren mit entsprechend geringerer Spannung unterteilt. Nach dem Laden können die Zellen ja dann wieder zur Reihenschaltung zusammengeschaltet werden.

 

In der Twikesoftware müßte dann nur noch irgendwie der Wert für die Batteriekapazität neu gesetzt werden damit die Reichweitenkalkulation arbeiten kann. (Die tatsächlich eingeladene Kapazität wird ja sowiso nicht überprüft, sondern der Startwert wird immer gleich gesetzt wenn mit der Ladung alles Fehlerfrei war. So ist zumindest mein Eindruck.)

 

War es das?? Jede weitere Integration ist nur noch eine Sache des Komforts.

 

Hendrik

Geschrieben

Von: Joachim,TW673, [email protected]

Date: 02.08.02

Time: 12:08:28

 

Hi Hendrik,

 

> Man könnte einen umfangreichen Schalter einbauen, > der die Batterien zum Laden in kleinere Sektoren > mit entsprechend geringerer Spannung unterteilt.

 

Das würde aber umfangreiche Eingriffe in die Batterien bedeuten und das sollte man vermeiden. Die Dinger sind teuer genug. Ein weiteres Handicap wäre die Zeit, die es dauert, das alles zu laden - bis man da beim letzten Block angekommen ist, ist der erste vermutlich schon wieder entladen... ;)

 

Die Lade-ICs selbst haben mit der Ladespannung eigentlich nicht viel zu tun - das übernimmt eine externe Konstantstromquelle, die durch das IC lediglich gesteuert wird. Problematisch dabei sind aber die Ströme - der Entladepuls hätte bei 16A Ladestrom immerhin 40A innerhalb von 5ms. Macht immerhin 13kW, die in 5ms verbraten werden wollen - was physikalisch schon recht interessant werden könnte... Die permanente Umschaltung von 16A Laden auf -40A Entladen innerhalb von Millisekunden dürfte auch erhebliche Anforderungen an das Design stellen...

 

Ciao, ...Joachim

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